Lambachpumpe

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Die Lambachpumpe, benannt nach ihrem Erfinder Gottlieb Lambach (* 1838 in Marienheide; † 1921) ist eine wassergetriebene, intermittierend arbeitende Pumpe. Gottlieb Lambach ersann in den 1880er Jahren eine Maschine, die Wasser in höher gelegene Ortschaften in einen Vorratsbehälter oder Wasserturm förderte, und nannte sie „Wassersäulenmaschine“. Die letzte Pumpe dieser Art wurde 1961 gebaut.

Aufbau und Prinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lambachpumpe Typ L
Lambachpumpe Typ D

Lambachpumpen funktionieren als Druckübersetzer, viel Wasser mit geringem Druck fördert wenig Wasser in große Steighöhen. Eine druckdichte Rohrleitung führt der Pumpe von einer höher gelegenen Stelle eines Gewässers Wasser zu, das durch seinen statischen Druck einen Triebkolben mit großem Durchmesser aus einem Zylinder drückt. Ein fest am Triebkolben angebrachter Druckkolben mit kleinerem Durchmesser drückt dann das Triebwasser in eine Leitung zum Hochbehälter.

Im Gegensatz zu einem hydraulischen Widder arbeitet sie nicht mit der kinetischen Energie des Wassers, sondern mit der potentiellen Energie. Es wird nicht die Fließgeschwindigkeit, sondern der Wasserdruck genutzt. Dieses Prinzip verlangt, dass das Verhältnis zwischen Druck und Menge des Triebwassers auf der einen, und Förderhöhe und Menge des Nutzwassers auf der anderen Seite individuell berechnet werden muss. Jede gebaute Lambachpumpe stellt daher ein technisches Unikat dar.

Dabei können Förderwasser und Triebwasser getrennte Leitungen haben, mit verunreinigtem Flusswasser kann also sauberes Trinkwasser in bis zu 300 m höher gelegene Wasserreservoirs gefördert werden, um von dort aus ein Dorf mit Wasser zu versorgen. Es ist ebenfalls möglich, die Pumpe mit reinem Trinkwasser zu betreiben, es wird durch den Betrieb nicht verunreinigt.

Lambachpumpen erreichen einen hohen Wirkungsgrad von bis zu 90 % und arbeiten sehr zuverlässig, da sie nur wenige bewegliche Teile haben und keine schnellen Bewegungen ausführen.

Lambachpumpen in Deutschland (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Althütte-Lutzenberg: Die Pumpe vom Typ E300, Baujahr 1929, war bis 1954 in Betrieb und steht unter Denkmalschutz. Sie hatte eine Förderhöhe von 130 m.
  • Weilmünster-Rohnstadt: Die Pumpe vom Typ L380, Baujahr 1921, war bis 1964 in Betrieb. Die Förderleistung betrug 1250 l/h.
  • Marienheide: Eine funktionsfähige Pumpe vom Typ L380, Baujahr 1911 wird im Lambachpumpenmuseum vorgeführt.[1]
  • Lykershausen: Die Alte Wasserpumpe wurde 1925 gebaut und war bis 1968 im Einsatz. Sie ist vom Typ 380L, hat eine Förderleistung von 1500 l/h und eine Förderhöhe von 116 m.
  • Konz: Eine nicht funktionsfähige Lambachpumpe befindet sich in einem rekonstruierten Pumpenhaus im Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof.[2]
  • Im Walldürner Stadtteil Hornbach (Neckar-Odenwald-Kreis) wurde 1995 eine Lambachpumpe L380 von 1924 wieder funktionstüchtig instand gesetzt und das Maschinenhaus von 1894 saniert.
  • Nomborn im Westerwald: Eine Lambachpumpe wird noch zur Versorgung der örtlichen Brunnen betrieben.[3]
  • Blankenheimerdorf: Eine nicht mehr funktionstüchtige Pumpe vom Typ D500 aus dem Jahr 1929 soll wieder restauriert werden.[4]
  • Much im Rhein-Sieg-Kreis: Im „Wasserpark“ des Technik- und Bauernmuseums[5] in Much Berzbach steht eine funktionsfähige Lambachpumpe vom Typ L 380, Baujahr 1914.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Wagner: Die Geschichte der Maschinenfabrik Lambach und der Lambach-Pumpen, Herausgeber Lambach-Pumpe Marienheide e.V., 2014.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Lambachpumpe im Pumpenmuseum Marienheide
  2. Die Lambachpumpe im Freilichtmuseum Roscheider Hof
  3. Die Lambachpumpe von Nomborn, dem Dorf der Brunnen
  4. Die Lambachpumpe im Haubachtal
  5. Info zum Technik- und Bauernmuseum