Lampertheim

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Wappen Deutschlandkarte
Lampertheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lampertheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 36′ N, 8° 28′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Bergstraße
Höhe: 92 m ü. NHN
Fläche: 72,27 km2
Einwohner: 32.660 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 452 Einwohner je km2
Postleitzahl: 68623
Vorwahlen: 06206, 06241, 06256
Kfz-Kennzeichen: HP
Gemeindeschlüssel: 06 4 31 013
Stadtgliederung: Kernstadt und 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Römerstraße 102
68623 Lampertheim
Website: www.lampertheim.de
Bürgermeister: Gottfried Störmer (parteilos)
Lage der Stadt Lampertheim im Landkreis Bergstraße
Groß-RohrheimZwingenberg (Bergstraße)BiblisViernheimLampertheimBürstadtEinhausen (Hessen)LorschBensheimLautertal (Odenwald)LindenfelsHeppenheim (Bergstraße)Heppenheim (Bergstraße)Fürth (Odenwald)GrasellenbachRimbach (Odenwald)MörlenbachWald-MichelbachBirkenau (Odenwald)AbtsteinachGorxheimertalHirschhorn (Neckar)NeckarsteinachMichelbuch (gemeindefreies Gebiet)Rheinland-PfalzBaden-WürttembergLandkreis Groß-GerauLandkreis Darmstadt-DieburgOdenwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Lampertheim ist eine Stadt im südhessischen Kreis Bergstraße.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage und Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lampertheim liegt rechtsrheinisch im südhessischen Teil der Oberrheinischen Tiefebene am Naturschutzgebiet Lampertheimer Altrhein (Altrheinarm). Die Stadt grenzt an die Gemeinden Biblis, Bürstadt, Lorsch, Viernheim (alle im Kreis Bergstraße), Hemsbach (im Rhein-Neckar-Kreis), im Westen an die kreisfreie Stadt Worms und die Gemeinde Bobenheim-Roxheim (beide Rheinland-Pfalz) sowie im Süden an Mannheim bzw. seine Ortsteile Sandhofen und Kirschgartshausen (Baden-Württemberg). Sie ist die drittgrößte Stadt im Kreis Bergstraße.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Kernstadt gehören die Ortschaften Hofheim, Hüttenfeld, Neuschloß und Rosengarten als Stadtteile zur Stadt Lampertheim. Als Wohnplätze gibt es zudem die Siedlungen und Gehöftegruppen Heide, Oberlache-Rosenau, Am Küblinger Damm, Lache, An der Wormser Straße, In den Böllenruthen, In den Ruthen, Wehrzollhaus, Wildbahn und Seehof.[2]

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Gemarkungen Lampertheim, Hofheim, Hüttenfeld und Rosengarten. Teile der ehemals selbstständigen Gemarkung Seehof wurden 1971 im Rahmen der Gebietsreform nach Lampertheim eingegliedert.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Lampertheim (1991–2020)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 5,2 7,1 11,9 16,9 20,9 24,3 26,4 25,9 21,2 15,3 9,2 5,7 Ø 15,9
Min. Temperatur (°C) −0,6 −0,5 2,1 5,3 9,4 12,8 14,7 14,2 10,3 6,6 3,0 0,4 Ø 6,5
Temperatur (°C) 2,4 3,3 6,9 11,1 15,3 18,7 20,6 19,9 15,4 10,7 6,1 3,2 Ø 11,2
Niederschlag (mm) 33,0 32,0 33,0 33,0 59,0 60,0 61,0 57,0 42,0 45,0 43,0 47,0 Σ 545
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
5,2
−0,6
7,1
−0,5
11,9
2,1
16,9
5,3
20,9
9,4
24,3
12,8
26,4
14,7
25,9
14,2
21,2
10,3
15,3
6,6
9,2
3,0
5,7
0,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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33,0
32,0
33,0
33,0
59,0
60,0
61,0
57,0
42,0
45,0
43,0
47,0
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lampertheim und seine Umgebung sind, wie Funde in der Gemarkung zeigen, seit der jüngeren Steinzeit (3.000–2.000 v. Chr.) durchgehend besiedelt. Auf die jahrhundertelang ansässigen Kelten folgten die Germanen und eine römische Besatzung. Ein römisches Gräberfeld, römische Schüsseln, Fibeln und Münzen aus der Zeit von Kaiser Domitian (81–96 n. Chr.) lassen darauf schließen, dass Lampertheim ein römisches Lager war.[3]

Erste, aus dem Jahre 832 überlieferte Namensformen wie Langobardonheim oder Langbardheim ließen zunächst auf eine Gründung der Langobarden schließen. Es gibt heute jedoch kaum noch Zweifel, dass Lampertheim während der fränkischen Besiedlung entstand und als Heim des Lantberth „der Landglänzende“ (auch Lampert oder Lambert) zu deuten ist.

991 wurde Hofheim erstmals im Codex Edelini des Klosters Weißenburg erwähnt.[4] 1422 führten drei Halbinseln, die gegenüber von Worms im stark mäandernden Rhein gelegen sind, den Namen „Rosengarten“.[4] Schon 35 Jahre vorher wurde 1387 die Kellerei Stein (Worms) mit ihren drei Amtsorten Lampertheim, Hofheim und Nordheim zur Hälfte an die Kurpfalz verpfändet.[4] Daraus resultierte eine doppelte und vielfach konkurrierende Gerichtsbarkeit durch den Bischof von Worms, zu dessen Hochstift Lampertheim vorher vollständig gehörte, und dem Kurfürsten von der Pfalz, dem „Pfalzgrafen bei Rhein“. Daher kam Lampertheim unter das Schriesheimer Zentgericht, das im Namen beider Herren urteilte. Dessen ungeachtet überwog auf Dauer der kurpfälzische Einfluss,[3] und um 1540 wurde in dem gerade wieder aufgebauten Ort – niedergebrannt 1504 im Bayerischen Erbfolgekrieg – die Reformation eingeführt.

Der Dreißigjährige Krieg traf Lampertheim besonders schwer: Nach der Zerstörung 1622 gab es nur noch 10 Einwohner – wer von den anderen noch überlebt hatte, der war in die befestigten Orte der Umgebung geflohen.[3] Bereits 50 Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Krieges hatte die Region erneut schwer unter Kriegsfolgen zu leiden, als Frankreich versuchte, durch den Pfälzer Erbfolgekrieg seine Grenzen nach Osten zu verschieben. Erst mit dem Frieden von Rijswijk 1697 zogen sich die Franzosen hinter den Rhein zurück. 1705 fiel Lampertheim wieder uneingeschränkt an das Territorium des Hochstiftes Worms.[5] Mit dem „Reichsdeputationshauptschluss“ vom 25. Februar 1803 kamen das bischöfliche Amt (Kellerei) Lampertheim und damit auch die Gemeinde zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt,[6] die von Napoleons 1806 zum Großherzogtum Hessen erhoben wurde.

1716 erhielt der Ort das Marktrecht und am 2. August 1951 das Stadtrecht.[7]

Seit 1879 führt die Riedbahn durch die Gemeinde. Im Bahnhof Lampertheim ereignete sich am 12. August 1965 ein schwerer Unfall: Der TEE Helvetia kollidierte hier mit dem nicht profilfrei stehenden letzten Wagen eines Güterzuges und entgleiste. Vier Menschen starben, zahlreiche wurden verletzt.

Brandanschlag 1992[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Januar 1992 starb eine dreiköpfige Familie aus Sri Lanka bei einem von Jugendlichen verübten Brandanschlag gegen die Flüchtlingsunterkunft. Die drei Täter werden 1994 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.[8]

Historische Beschreibungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachwerkhäuser im Ort

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Langenthal:[9]

„Lampertheim (L. Bez. Heppenheim) Marktflecken; liegt an der Grenze des Großherzogthums Baden, 3 St. von Heppenheim, hat große breite Straßen mit 454 Häusern und 2040 Evangel. Protest., 1042 Kath. und 79 Juden. Unter den Einwohnern sind 569 Bauern und 146 Handwerker. Lampertheim ist der Sitz des Rentamts, des Forstinspektors, des Revierförsters und eines Grenznebenzollamts II. Classe, hat 1 gemeinschaftliche Kirche, 1 Rathhaus, 1 Amthaus, 2 Pfarrhäuser, 3 Schulhäuser, 1 Tabaksfabrik, bedeutende Torfstiche und Baumschulen, in welchen viele Setzlinge gezogen werden; auch wird viel Tabak gebaut. Jährlich werden 3 Märkte gehalten. Der Ort hieß früher Langobardonheim, gehörte zum Bisthum Worms und kam 1802 an Hessen.“

und

„Lampertheimer Hütte (L. Bez. Heppenheim) Hof; gehört zu Lampertheim; hier ist ein Grenznebenzollamt II. Classe. Gegenüber liegt der badische Antheil dieses Hofs.“

Aus Das Großherzogthum Hessen nach Geschichte, Land, Volk, Staat und Oertlichkeit von 1854:[10]

„Lampertheim, Mrktfl. an der Grenze von Hessen gegen Baden mit einer Gemarkung von 17452 Morgen (8822 Acher, 2031 Wiesen 5445 Wald) und 4381 Einw. die etwa zu 2/3 evangelisch sind und Tabaksbau und Obstzucht treiben. Sitz einer Districtseinnehmerei, eines Rentamts, einer Oberförsterei. Die Torfgruben in seiner Gemarkung sind sehr ergiebig. Jährlich werden hier 3 besuchte Märkte gehalten. Der Name des Orts ist verkürzt aus Langonbardonheim. Es gehörte zum Bisthum Worms und kam 1802 an Hessen. Eine halbe Stunde davon liegt der Weiler Neuschloß mit einer chemischen Fabrik. Zu Lampertheim gehören außerdem noch 2 Ziegelhütten, ein Harzofen, das Wirthshaus Rosengarten, die Rheininsel Biedensand, die Lampertheimer Aue, Bonnenaue, das Beckerwörth, Ludwigswörth, Froschwörth und die Friedrichsaue.“

Im Ersten Weltkrieg hatte Lampertheim 331 tote Soldaten zu beklagen.[11][12]

In Hessen wurde am 3. Juli 1933 das „Gesetz zur Durchführung von Feldbereinigung zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung im Zuge der Riedmelioration“ erlassen. In 13 Gemeinden der Provinz Starkenburg, darunter Lampertheim, wurde das Feldbereinigungsverfahren auf einer Fläche von 200.000 ha angeordnet. Im Verlauf dieses Meliorations- und Siedlungsprogramms entstanden die beiden Orte Riedrode und Worms-Rosengarten.[13]

Im November 1938 brachte die sogenannte Reichskristallnacht den jüdischen Mitbürgern Not und Elend. Die Lampertheimer Synagoge wurde niedergebrannt und die Wohnungen und Geschäfte jüdischer Familien verwüstet. Bereits nach 1933 war ein Teil der zu diesem Zeitpunkt aus 86 Personen bestehenden jüdischen Gemeinde infolge der zunehmenden Repressalien weggezogen oder ausgewandert. Im Zusammenhang mit dem November-Pogrom kamen fast alle jüdischen Männer für einige Wochen in das KZ Buchenwald. 1942 wurden die letzten neun noch in Lampertheim lebenden Deutschen jüdischen Glaubens in Vernichtungslager deportiert. Von den in Lampertheim geborenen oder längere Zeit hier lebenden Personen kamen 42 durch die Vollstrecker der NS-Gewaltherrschaft ums Leben.[14]

Im Zweiten Weltkrieg erfolgte in der Nacht vom 5. auf den 6. August 1941 ein Bombenangriff auf Lampertheim, bei dem über 20 Menschen ums Leben kamen und 29 Menschen verwundet wurden. Dutzende Familien wurden obdachlos.[15] Ab 1944 machte sich der verstärkte Luftkrieg gegen Deutschland auch in Lampertheim bemerkbar. Große Fliegerverbände überflogen Lampertheim bei ihren Angriffen auf die umliegenden Industriestädte Ludwigshafen, Mannheim oder Worms. In der Nacht vom 15. auf den 16. Mai 1944 wurde die evangelische Kirche durch Bomben zerstört. In den ersten Stunden des 26. März 1945 überquerten amerikanische Truppen bei Hamm und südlich von Worms den Rhein. Die bei Worms übergesetzten Kräfte nahmen noch in der Nacht die Ortschaft Rosengarten in Besitz. Nach Osten marschierte die amerikanischen Einheiten in den frühen Morgenstunden in Bürstadt ein und rückte auf der heutigen B47 weiter gegen Lorsch vor. Nach Südosten stießen sie Richtung Lampertheim vor, wobei es zwischen Bürstadt und Lampertheim heftige Gefechte mit Einheiten der deutschen Wehrmacht gab. Lampertheim selbst wurde nicht verteidigt, sodass beim Einmarsch der Amerikaner noch am selben Tag keine großen Schäden entstanden. Die amerikanischen Panzer rollten nach der Einnahme Lampertheims weiter über Neuschloß Richtung Bergstraße. Lampertheim hatte etwa 600 gefallene oder vermisste Soldaten in diesem Krieg zu beklagen.[16]

Territorial- und Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der hessischen Zeit wechselten die zuständigen Verwaltungseinheiten mehrfach infolge von Verwaltungsreformen. Zunächst gehörte der Ort zum Amt Lampertheim. 1821 wurden im Rahmen einer umfassenden Verwaltungsreform die Amtsvogteien in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen des Großherzogtums aufgelöst und Landratsbezirke eingeführt, wobei Lampertheim dem Landratsbezirk Heppenheim zugeteilt wurde.

1832 wurden die Verwaltungseinheiten weiter vergrößert und es wurden Kreise geschaffen. Bei der am 20. August 1832 bekanntgegebenen Neugliederung sollte es in Süd-Starkenburg künftig nur noch die Kreise Bensheim und Lindenfels geben; der Landratsbezirk von Heppenheim sollte in den Kreis Bensheim fallen. Noch vor dem Inkrafttreten der Verordnung zum 15. Oktober 1832 wurde diese aber dahingehend revidiert, dass statt des Kreises Lindenfels neben dem Kreis Bensheim der Kreis Heppenheim als zweiter Kreis gebildet wurde. Lampertheim wurde zunächst dem Kreis Bensheim zugeordnet, bei einer 1840 erfolgten Gebietsbereinigungen kam der Ort aber zum Kreis Heppenheim.[17] Am 31. Juli 1848 wurden in den Provinzen die Kreise und die Landratsbezirke des Großherzogtums abgeschafft und durch „Regierungsbezirke“ ersetzt, wobei die bisherigen Kreise Bensheim und Heppenheim zum Regierungsbezirk Heppenheim vereinigt wurden. Bereits vier Jahre später kehrte man aber zur Einteilung in Kreise zurück, wodurch neben dem Kreis Heppenheim wieder der Kreis Bensheim und vorübergehend auch wieder die Kreise Lindenfels und Wimpfen entstanden. Lampertheim gehörte jetzt wieder dem Kreis Heppenheim an.[18]

In den Statistiken des Großherzogtums Hessen wurden, bezogen auf Dezember 1867, für Lampertheim eine eigene Bürgermeisterei, 632 Häuser, 4776 Einwohnern, der Kreis Heppenheim, das Landgericht Lorsch, die evangelische Pfarrei Lampertheim des Dekanats Zwingenberg und die katholische Pfarrei Lampertheim des Dekanats Bensheim, angegeben. Durch die Bürgermeisterei wurden außerdem der Weiler Neuschloss (13 Häuser, 88 Einw.), das Fialdorf Hüttenfeld (50 Häuser, 309 Einw.), das Wirtshaus Rosengarten (2 Häuser, 21 Einw.) und das Forsthaus Wildbahn (1 Haus, 7 Einw.) verwaltet.[19]

Am 1. November 1938 wurde in Hessen eine einschneidende Gebietsreform in den drei Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen durchgeführt. In Starkenburg war der Kreis Bensheim besonders betroffen. Er wurde zum größten Teil dem Kreis Heppenheim zugeschlagen, der auch zum Rechtsnachfolger des Kreises Bensheim wurde. Die neue Verwaltungseinheit wurde in Landkreis Bergstraße umbenannt. Dabei wurden die rechtsrheinischen Gemeinden Lampertheim, Bürstadt, Hofheim und Biblis dem neugeschaffenen Landkreis Worms, der aus dem Kreis Worms hervorging, angegliedert. Mit der Neueinteilung der Bundesländer, durch die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs nach 1945, wurde Rheinhessen westlich des Rheins dem Bundesland Rheinland-Pfalz zugeteilt und Lampertheim in den hessischen Kreis Bergstraße integriert.[20][21]

Im Jahr 1961 wurde die Gemarkungsgröße mit 5145 ha angegeben, davon waren 2306 ha Wald.[21]

Die folgende Liste zeigt die politischen Einheiten, vom Heiligen Römischen Reich bis zur Bundesrepublik Deutschland, in denen Lampertheim lag, sowie die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[21][22][23]

Gerichtliche Zugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung nahmen die Ämter beide Funktionen, meist in Personalunion, wahr. Sie hatten in der Regel aber nur die Niedere Gerichtsbarkeit inne. Nach der Bildung der Landgerichte im Großherzogtum Hessen war ab 1821 das Landgericht Lorsch das in erster Instanz zuständige Gericht. Nach Umsetzung des Gerichtsverfassungsgesetzes im Großherzogtum mit Wirkung vom 1. Oktober 1879 wurden die bisherigen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten. In Bobstadt war nun das Amtsgericht Lorsch zuständig, das im Bezirk des Landgerichts Darmstadt lag.[25]

Zum 1. Juni 1905 wurde das Amtsgericht Lampertheim neu eingerichtet. Zu dessen Bezirk gehörten die Gemarkungen Lampertheim mit Hüttenfeld und Neuschloß, See-Hof (Feldgemarkung), Biedensand (Feldgemarkung), Viernheim und Wildbahn (Waldgemarkung).[26]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden zum 1. Oktober 1971 die bis dahin selbstständigen Gemeinden Hofheim und Rosengarten auf freiwilliger Basis nach Lampertheim eingemeindet.[27] Die ehemals selbstständige Gemarkung Seehof wurde unter den Städten Lampertheim und Lorsch aufgeteilt.[28][29]

Für die Stadtteile Hofheim, Hüttenfeld, Neuschloß und Rosengarten wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet. Zu diesem Zwecke wurden die ehemals gemeindefreien Grundstücke „Wehrzollhaus“ dem Ortsbezirk Hofheim, die ehemals selbstständige Gemarkung „Wildbahn“ und die ehemals selbstständige Gemarkung „Seehof“, so weit sie gesetzlich in die Stadt Lampertheim eingegliedert worden sind, dem Ortsbezirk Hüttenfeld und der Wohnplatz „In den Ruthen“ dem Ortsbezirk Neuschloß zugeordnet.[30]

Ausgliederungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. August 1972 wurde ein Gebietsteil mit damals etwa 40 Einwohnern an die Nachbarstadt Lorsch abgetreten.[31]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Lampertheim 31.037 Einwohner. Darunter waren 2565 (8,26 %) Ausländer von denen 1145 aus dem EU-Ausland, 1005 aus anderen Europäischen Ländern und 415 aus anderen Staaten kamen.[32] Von den deutschen Einwohnern hatten 10,3 % einen Migrationshintergrund.[33] (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 14,6 %.[34]) Nach dem Lebensalter waren 4839 Einwohner unter 18 Jahren, 12.444 zwischen 18 und 49, 7044 zwischen 50 und 64 und 6711 Einwohner waren älter.[35] Die Einwohner lebten in 14.109 Haushalten. Davon waren 4578 Singlehaushalte, 4449 Paare ohne Kinder und 3675 Paare mit Kindern, sowie 1101 Alleinerziehende und 306 Wohngemeinschaften. In 3207 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 9399 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[35]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• 1806: 1985 Einwohner, 330 Häuser[24]
• 1829: 3162 Einwohner, 454 Häuser[9]
• 1867: 5206 Einwohner, 599 Häuser[19]
Lampertheim: Einwohnerzahlen von 1806 bis 2020
Jahr  Einwohner
1806
  
1.985
1829
  
3.162
1834
  
3.988
1840
  
4.792
1846
  
4.910
1852
  
5.021
1858
  
4.787
1864
  
5.180
1871
  
5.307
1875
  
5.617
1885
  
6.429
1895
  
7.262
1905
  
8.941
1910
  
10.333
1925
  
11.580
1939
  
13.844
1946
  
14.384
1950
  
15.953
1956
  
18.185
1961
  
19.518
1967
  
22.750
1970
  
23.963
1972
  
30.779
1975
  
31.993
1980
  
31.449
1985
  
30.611
1990
  
30.800
1995
  
32.057
2000
  
32.231
2005
  
31.772
2010
  
31.337
2011
  
31.037
2015
  
32.303
2020
  
32.660
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [21]; 1972:[36]; Hessisches Statistisches Informationssystem[34]; Zensus 2011[32]
Ab 1972 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte.

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde im Vergleich mit Landkreis, Regierungsbezirk Darmstadt und Hessen:[37]

Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk Hessen
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2017 8.296 72.939 1.695.567 2.524.156
Veränderung zu 2000 +7,4 % +17,1 % +16,1 % +16,0 %
davon Vollzeit 2017 72,5 % 70,8 % 72,8 % 71,8 %
davon Teilzeit 2017 27,5 % 29,2 % 27,2 % 28,2 %
Ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte 2017 1.699 15.613 224.267 372.991
Veränderung zu 2000 −19,6 % −4,3 % +9,0 % +8,8 %
Branche Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk Hessen
Produzierendes Gewerbe 2000 52,5 % 39,6 % 27,0 % 30,6 %
2017 43,5 % 32,1 % 20,4 % 24,3 %
Handel, Gastgewerbe und Verkehr 2000 16,7 % 25,1 % 26,4 % 25,1 %
2017 19,3 % 25,8 % 24,7 % 23,8 %
Unternehmensdienstleistungen 2000 12,5 % 11,6 % 25,1 % 20,2 %
2017 15,8 % 15,5 % 31,6 % 26,1 %
Sonstige Dienstleistungen 2000 17,0 % 22,0 % 20,1 % 22,5 %
2017 19,9 % 25,3 % 23,0 % 25,4 %
Sonstiges (bzw. ohne Zuordnung) 2000 01,2 % 01,7 % 01,4 % 01,5 %
2017 01,5 % 01,1 % 00,3 % 00,4 %

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche der Evangelischen Lukasgemeinde wird auch Dom des Rieds genannt.

In Lampertheim gibt es folgende Religionsgemeinschaften:

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 2040 evangelisch prostestantische (= 64,54 %), 79 jüdische (= 2,50 %) und 1042 katholische (= 32,96 %) Einwohner[9]
• 1961: 10.863 evangelische (= 56,53 %), 7722 katholische (= 40,18 %) Einwohner[21]
• 1987: 14.869 evangelische (= 49,3 %), 11.726 katholische (= 38,9 %), 3572 sonstige (= 11,8 %) Einwohner[38]
• 2011: 12 .430 evangelische (= 40,1 %), 9730 katholische (= 31,4 %), 280 freikirchliche (= 0,9 %), 380 orthodoxe (= 1,2 %), 1250 andersgläubig (= 4,0 %), 6870 sonstige (= 22,2 %) Einwohner[39]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung ist das oberste Organ der Stadt. Ihre politische Zusammensetzung wird alle fünf Jahre in der Kommunalwahl durch die Wahlbevölkerung der Stadt bestimmt. Wählen darf, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und Deutscher Staatsbürger im Sinne des Grundgesetzes oder Staatsangehöriger eines der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist. Für alle gilt, dass sie seit mindestens drei Monaten in der Stadt gemeldet sein müssen.

In der Kommunalwahl am 14. März 2021 wurden die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung sowie die Ortsbeiräte der Stadt für die Legislaturperiode 2021 bis 2026 gewählt. Die Wahl lieferte folgendes Ergebnis,[40] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[41][42][43][44]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2021
    
Insgesamt 45 Sitze
Wahlvorschläge CDU SPD GRÜNE FDP FWG Sitzverteilung
2021 Stimmanteila 33,7 35,0 16,9 14,4
Sitze (insgesamt 45) 15 16 8 6
2016 Stimmanteila 31,1 40,9 11,6 16,4
Sitze (insgesamt 45) 14 19 5 6
2011 Stimmanteila 31,3 44,1 17,8 6,9
Sitze (insgesamt 45) 14 20 8 3
2006 Stimmanteila 37,6 44,4 8,0 10,0
Sitze (insgesamt 45) 17 20 5 4
2001 Stimmanteila 31,8 46,4 12,6 6,4 7,0
Sitze (insgesamt 45) 14 21 3 4 3
1997 Stimmanteila 26,1 44,7 11,9 9,0 15,3
Sitze (insgesamt 45) 13 21 4 4 7
a prozentualer Anteil an den abgegebenen gültigen Stimmen

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Rathaus

Bürgermeister in Lampertheim waren seit 1821:[45][46]

Amtszeit Bürgermeister
1821–1822 Jakob Haumüller
1822–1824 Adam Schick
1825–1830 Adam Thomas
1831–1853 Valentin Billau
1853–1861 Martin Billau
1862–1870 Adam Billau
1870–1872 Hartmann Seelinger
1872–1874 Johann Strauß (Übernahme der Amtsgeschäfte
nach dem Tod von Hartmann Seelinger am 22. August 1872)
1874–1904 Adam Seelinger IX.[47]
1905–1919 Johann Martin Boxheimer
1919–1920 Adam Württemberger 1.
1920–1925 Adam Knecht IX.
1925–1933 Adam Keller
1933–1937 Walter Köhler
1937–1945 Georg Ludwig Grünewald
1945 Adam Keller
1945 Albert Schulte
1945 Adam Keller
1945–1946 Ernst Kretschmar
1946–1960 Adam Günderoth
1960–1966 Kurt Zeilfelder
1966–1981 Hans Pfeiffer
1982–1994 Gisbert Dieter
1994–1997 Jürgen Dieter
1997–2013 Erich Maier
seit 2013 Gottfried Störmer

Ortsbezirke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gibt es im Gemeindegebiet:[30]

  • Ortsbezirk Hofheim (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Hofheim mit ehemals gemeindefreien Gebiet Wehrzollhaus). Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern.
  • Ortsbezirk Hüttenfeld (Siedlungsplatz Hüttenfeld mit der ehemaligen Gemarkung Wildbahn und Teilen der ehemaligen Gemarkung Seehof). Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern.
  • Ortsbezirk Neuschloß (Siedlungsplätze Neuschloß und „In den Ruthen“). Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern.
  • Ortsbezirk Rosengarten (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Rosengarten). Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 5. März 1930 durch Wilhelm Leuschner, Innenminister des Volksstaates Hessen, amtlich verliehen.

Wappen von Lampertheim
Blasonierung: „In Schwarz ein von zwei sechsstrahligen goldenen Sternen begleitetes silbernes Andreaskreuz.“[48]
Wappenbegründung: Das Andreaskreuz, das schon im ältesten Lampertheimer Siegel verwendet wurde, weist darauf hin, dass das Wormser Andreasstift von alters her Patronatsherr der Lampertheimer St. Andreaskirche war und Anspruch auf den Zehnten besaß.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 1951 wurde der Gemeinde Lampertheim durch das Hessische Staatsministerium das Recht zur Führung einer Flagge verliehen.[49]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lampertheim unterhält Partnerschaften mit sechs Gemeinden:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche St. Michael in Hofheim ist wohl das bedeutendste Bauwerk im Stadtgebiet. Erbaut wurde sie von Baumeister Balthasar Neumann, der auch direkt nebenan am Wormser Dom arbeitete.

Wahrzeichen der Stadt ist die Kirche der evangelischen Lukasgemeinde, die sog. Domkirche Lampertheim.

Erwähnenswert in Hüttenfeld sind das im Jahr 1853 vom Baron Rothschild erbaute Schloss Rennhof und das 1906/07 erbaute alte Schulhaus. Im Schloss Rennhof befindet sich seit 1953 ein litauisches Gymnasium.

Ein Rest von der Friedrichsburg ist im Stadtteil Neuschloß zu sehen.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Heimatmuseum Lampertheim wird vom Heimat-, Kultur- und Museumsverein betrieben. Beherbergt in einem Fachwerkhaus eines Bauerngehöfts von 1737, bietet es an Sonntagen die Gelegenheit, durch verschiedene Epochen der Lampertheimer Ortsgeschichte geführt zu werden.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsgruppe der Vogelliebhaber betreibt den Vogelpark Lampertheim, der seit 1955 ein überregionales Ausflugsziel ist.[51]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Begriff Musiker Initiative Lampertheim haben sich verschiedene in Lampertheim und Umgebung ansässige Musiker zusammengeschlossen. Sie veranstalten in regelmäßiger Folge Konzerte verschiedenster Musikrichtungen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lampertheimer Spargellauf
  • Lampertheimer Spargelwanderung
  • Lampertheimer Spargelfest
  • Hofheimer Volkslauf
  • Lampertheimer Kerwe
  • Hofheimer Kerb
  • Lampertheimer Gewerbeschau
  • Verkaufsoffener Sonntag mit Autoschau

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Vereine prägen das Sportangebot:

  • 1. Boxclub Punching Lampertheim
  • TTC 1957 Lampertheim
  • TV 1896 Hofheim
  • Badmintonverein Lampertheim 88
  • SG Neptun Lampertheim (Schwimmen)
  • Wassersportverein Lampertheim 1929 (u. a. Kanu)
  • Kanu-Club Lampertheim 1952 e. V.[52]
  • A.S. Azzurri ITALIA Lampertheim (Fußball)
  • Olympia Lampertheim (Fußball)
  • VfB Lampertheim (Fußball)
  • FC Waldesruh Lampertheim (Fußball)
  • FC Waldhorn Lampertheim (Frauen und Männer Fußball)
  • FV Hofheim (Fußball)
  • VLK Lampertheim (Kegeln, Schach)
  • TV Lampertheim 1883 e. V. (Turnen, Handball, Fußball etc.)[53]
  • Reitsport Weiland
  • DLRG OV Lampertheim[54]
  • Tc Rot Weiß Lampertheim (Tennis)
  • Tae-Kwon-Do „Black Tigers“ Lampertheim e. V.
  • Radsportverein Solidarität Lampertheim (Kunst- und Einradfahren)
  • SV Alemania Lampertheim (Fußball)
  • TGV-Rosengarten (Jazz und Modern Dance)
  • THC Lampertheim
  • ASV Lampertheim (Ringen)
  • Schützenverein 1923 Hubertus
  • Tauchclub Lampertheim (TCL)
  • Pro Fighting Lampertheim (Thai-Kickboxen/K1)
  • TTC 1957 Lampertheim (Tischtennis)

Weitere Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • NABU Lampertheim e. V.[55]
  • DPSG Lampertheim[56]
  • Ortsgruppe der Vogelliebhaber- und Züchter

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flächennutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst eine Gesamtfläche von 7228 Hektar, davon entfallen in ha auf:[57]

Nutzungsart 2011 2015
Gebäude- und Freifläche 757 761
davon Wohnen 436 436
Gewerbe 109 110
Betriebsfläche 76 77
davon Abbauland 11 11
Erholungsfläche 79 85
davon Grünanlage 47 49
Verkehrsfläche 467 471
Landwirtschaftsfläche 3411 3415
davon Moor 0 0
Heide 0 0
Waldfläche 1855 1854
Wasserfläche 468 465
Sonstige Nutzung 114 101

Unternehmen und Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lampertheim existieren Zweigstellen einiger Großunternehmen (Roche, BASF und IXYS). Den Großteil der Arbeitgeber machen jedoch Kleinbetriebe in Handwerk und Dienstleistung aus.

Das Amtsgericht Lampertheim hat seinen Sitz in der Stadt.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einrichtungen der ehemaligen Besatzungsmächte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die amerikanischen Truppen betreiben bis Ende 2014 im benachbarten Mannheim-Sandhofen den Luftwaffenstützpunkt Coleman Barracks. Amerikanisches Militär nutzte bis Ende 2012 einige Truppenübungs- und Schießplätze im Lampertheimer Wald, die Lampertheim Training Area und betrieb weitere militärische Einrichtungen die nun brach liegen und wieder der Erholung und der Forstwirtschaft zugeführt werden sollen. Zwischen Neuschloß und Hüttenfeld an der L 3110 betreibt der US-amerikanische Auslandsdienst International Broadcasting Bureau die Sendeanlage Lampertheim Station.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Lampertheim liegt an der Riedbahn. Im Stundentakt verkehren Regionalzüge der Linie RE 70 in Richtung Mannheim und Frankfurt am Main sowie S 9 der S-Bahn Rhein-Neckar in Richtung Karlsruhe.

Der Bahnhof Hofheim (Ried) liegt an der Bahnstrecke Darmstadt–Worms und an der Nibelungenbahn und wird durch die Linien RB 62 und RB 63 bedient.

Außerdem gibt es Buslinien, die das Stadtgebiet und das Umland bedienen und bis in die Städte Worms und Viernheim fahren. Im Spätverkehr gibt es ein Anrufsammeltaxi.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den insgesamt fünf Grundschulen liegen drei in Lampertheim und je eine in Hofheim und Hüttenfeld. Es existiert ein breites Spektrum an weiterführenden Schulen. Das Lessing-Gymnasium hat am 4. April 2008 die offizielle Urkunde für Hochbegabtenförderung erhalten. Zudem ist es eine der ersten Selbstständigen Schulen in Hessen und führt den Titel einer Europaschule. Weiter gibt es die Alfred-Delp-Schule, eine gemeinschaftliche Haupt- und Realschule, eine Sonderschule für besonders förderungsbedürftige Schüler, die Biedensandschule, sowie eine Berufsschule mit unterschiedlichen Fachbereichen. Hofheim verfügt zudem über eine eigene Hauptschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Lampertheim gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger der Stadt Lampertheim sind:[58]

  • 1836: Anton Camesasca (1792–1840), Landtagsabgeordneter
  • 1843: Franz Adolf Steppes (1790–1844), Großherzoglich-Hessischer Kreisrat
  • 1882: Dr. Julius Usinger (1828–1902), Großherzoglich-Hessischer Kreisrat
  • 1951: Carl Lepper (1886–1962), Rektor
  • 1951: Jakob Günderoth (1858–1952), Schuhmachermeister
  • 1956: Wilhelm Herz (1912–1998), Rennfahrer
  • 1960: Ferdinand Keilmann (1880–1968), Professor, Komponist
  • 1979: Wilhelm Ohl (1909–1976), evangelischer Pfarrer (posthume Ernennung)
  • 1979: Wilhelm Friedrich (1912–2010), katholischer Pfarrer, Geistlicher Rat
  • 1982: Hans Pfeiffer (1923–1981), Bürgermeister (posthume Ernennung)
  • 1995: Alfred Delp (1907–1945), Jesuitenpater, Mitglied in der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis (posthume Ernennung)
  • 2007: Heinrich Karb (1922–2018), Stadtarchivar, Heimatforscher, Mundartdichter, Gründer und langjähriger Vorsitzender des Heimat-, Kultur- und Museumsvereins
  • 2008: Nicole Reinhardt (* 1986), mehrfache Weltmeisterin, Olympiasiegerin im Kajak

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lampertheim – Sammlung von Bildern
Wikivoyage: Lampertheim – Reiseführer

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Trennung zwischen Justiz (Landgericht Lorsch) und Verwaltung.
  2. Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurden die drei hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen aufgelöst.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Es war einmal ein Dorf. Der Untergang Seehofs bei Hüttenfeld. (Nicht mehr online verfügbar.) Lampertheimer Zeitung, 23. Februar 2013, archiviert vom Original; abgerufen am 14. Dezember 2014.
  3. a b c Stadtarchiv Lampertheim, Hubert Simon, Stadtarchivar: Chronik der Stadt Lampertheim und ihrer Stadtteile
  4. a b c Chronik der Stadt Lampertheim und ihrer Stadtteile. In: Webauftritt der Stadt Lampertheim. Stadtarchiv Lampertheim, Hubert Simon, Stadtarchivar, abgerufen im Dezember 2019.
  5. Amtsgericht Lampertheim. Webauftritt.
  6. Johann Konrad Dahl: Historisch-topographisch-statistische Beschreibung des Fürstenthums Lorsch oder Kirchengeschichte des Oberrheingaues. Darmstadt 1812, OCLC 162251605, S. 150 (Online bei google books).
  7. Verleihung des Rechts zur Führung der Bezeichnung „Stadt“ an die Gemeinde Lampertheim, Landkreis Bergstraße, Reg.-Bez. Darmstadt (Punkt 745) vom 2. August 1951. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1951 Nr. 33, S. 470 f. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,1 MB]).
  8. 149 Todesopfer rechter Gewalt. In: Tagesspiegel.de. 31. Mai 2012;.
  9. a b c Georg Wilhelm Justin Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Starkenburg. Band 1. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt Oktober 1829, OCLC 312528080, S. 132 (Online bei google books).
  10. Ph. A. F. Walther: Das Großherzogthum Hessen: nach Geschichte, Land, Volk, Staat und Oertlichkeit. G. Jonghaus, Darmstadt 1854, DNB 730150224, OCLC 866461332, S. 345 (Online bei google books).
  11. Lampertheim, 1. Weltkrieg. In: Onlineprojekt Gefallenendenkmäler. Abgerufen im September 2019.
  12. Hunger, Verletzungen und viele Tote. In: Nachrichtenportal der Rhein-Neckar-Zeitung (Morgenweb). 1. August 2014, abgerufen am 24. Dezember 2014.
  13. Zeittafel der Gemeinde Biblis. (1900–1944). Gemeinde Biblis, abgerufen am 15. Dezember 2014.
  14. Geschichte der jüdischen Gemeinde Lampertheim. In: Webauftritt. Alemannia Judaica, abgerufen am 24. Dezember 2014.
  15. Bomben lassen Haus erzittern. In: Nachrichtenportal der Rhein-Neckar-Zeitung (Morgenweb). 3. September 2014, abgerufen am 24. Dezember 2017.
  16. Lampertheim, 2. Weltkrieg. In: Onlineprojekt Gefallenendenkmäler. Abgerufen am 16. Juli 2014.
  17. Bekanntmachung, Bezirksveränderungen hinsichtlich der Kreise Bensheim und Heppenheim vom 31. Dezember 1839. In: Großherzogliches Ministerium des Inneren und der Justiz (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1839 Nr. 37, S. 480 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 72,2 MB]).
  18. Verordnung, die Eintheilung des Großherzogtums in Kreise Betreffend vom 12. Mai 1852. In: Großherzoglich Hessisches Ministerium des Inneren (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt 1852 Nr. 30. S. 224–229 (Online bei der Bayerischen Staatsbibliothek digital [PDF]).
  19. a b Ph. A. F. Walther: Alphabetisches Verzeichniss der Wohnplätze im Grossherzogtum Hessen. G. Jonghaus, Darmstadt 1869, OCLC 162355422, S. 50 (Online bei google books).
  20. Schlagzeilen aus Bensheim zum 175-jährigen Bestehen des „Bergsträßer Anzeigers“. (PDF; 9,0 MB) Die Entstehung des Kreises Bergstraße. 2007, S. 109, archiviert vom Original am 5. Oktober 2016; abgerufen am 9. Februar 2015.
  21. a b c d e Lampertheim, Landkreis Bergstraße. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 25. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  22. Michael Rademacher: Land Hessen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: treemagic.org.
  23. Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 1. Großherzoglicher Staatsverlag, Darmstadt 1862, DNB 013163434, OCLC 894925483, S. 43 ff. (Online bei google books).
  24. a b Verzeichnis der Ämter, Orte, Häuser, Einwohnerzahl. (1806)HStAD Bestand E 8 A Nr. 352/4. In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), Stand: 6. Februar 1806.
  25. Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 17,8 MB]).
  26. Bekanntmachung, die Errichtung eines Amtsgerichts in Lampertheim betreffend vom 1. April 1905. In: Großherzogliches Ministerium der Justiz (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1905 Nr. 13, S. 132 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 23,1 MB]).
  27. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 17. September 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 39, S. 1603, Punkt 1320; Abs. 19. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 9,2 MB]).
  28. Karl-Heinz Gerstemeier, Karl Reinhard Hinkel: Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Hrsg.: Hessischer Minister des Inneren. Bernecker, Melsungen 1977, DNB 770396321, OCLC 180532844, S. 210.
  29. Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Bergstraße (GVBl. II 330–15 § 7) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 222 ff. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  30. a b Hauptsatzung. (PDF; 14 kB) § 3. In: Webauftritt. Stadt Lampertheim, abgerufen im September 2019.
  31. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 350.
  32. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit (Gruppen):  Stadt Lampertheim. In: Zensus 2011. Statistisches Bundesamt, abgerufen im April 2022.
  33. Bevölkerung nach Migrationshintergrund und -erfahrung:  Stadt Lampertheim. In: Zensus 2011. Statistisches Bundesamt, abgerufen im April 2022.
  34. a b Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  35. a b Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 10 und 64;.
  36. Kommunalwahlen 1972; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 4. August 1972. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 33, S. 1424, Punkt 1025 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,9 MB]).
  37. Gemeindedatenblatt: Lampertheim. (PDF; 222 kB) In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH;
  38. Ausgewählte Strukturdaten über die Bevölkerung am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 23;.
  39. Bevölkerung nach Religion (ausführlich):  Stadt Lampertheim. In: Zensus 2011. Statistisches Bundesamt, abgerufen im April 2022.
  40. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  41. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  42. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  43. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  44. Ergebnis der Gemeindewahl am 18. März 2001. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2001.
  45. Lampertheimer Bürgermeister. In: Webauftritt. Stadt Lampertheim, abgerufen im September 2019.
  46. Bürgermeisterwahlen in Lampertheim. In: Statistik Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Dezember 2019.
  47. für die Namensbeizeichen (hier: IX.) vergleiche die Verordnung, die Bezeichnung gleichnamiger Ortsbürger betreffend
  48. Das Lampertheimer Stadtwappen. In: Webauftritt. Stadt Lampertheim, abgerufen im September 2019.
  49. Verleihung des Rechts zur Führung einer Flagge an die Gemeinde Lampertheim, Landkreis Bergstraße, Regierungsbezirk Darmstadt (Punkt 152) vom 8. Februar 1951. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1951 Nr. 8, S. 86 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,5 MB]).
  50. Wierden auf Lampertheim.de Abgerufen am 13. Januar 2021
  51. Len Killick: Vogelpark Lampertheim. AZ Lampertheim, 2. Februar 2020, abgerufen am 14. Juli 2020.
  52. Kanu-Clubs Lampertheim. Webauftritt.
  53. TV Lampertheim 1883. Webauftritt.
  54. DLRG - Ortsverband Lampertheim e.V. Webauftritt.
  55. NABU Lampertheim. Webauftritt. NABU, abgerufen im Dezember 2019.
  56. DPSG Lampertheim. Webauftritt.
  57. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  58. Ehrenbürger der Stadt Lampertheim. (Nicht mehr online verfügbar.) Stadt Lampertheim, archiviert vom Original am 1. Dezember 2017; abgerufen im September 2019.