Lamprecht von Brunn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen-episkopat-strassburg-werd.jpg
Wappen des Bischofs Lamprecht von Brunn an der Außenwand der Burg Forchheim

Lamprecht von Brunn (französisch Lambert de Buren; * um 1320/1330 im Elsass; † 17. Juli 1399 in Forchheim) war von 1374 bis 1398/1399 Fürstbischof des Hochstiftes Bamberg. Lamprecht war Bischof von Brixen, Speyer, Straßburg und Bamberg. Als Bischof, Diplomat, Finanzmann und Berater des Kaisers gilt er als einflussreiche Person in der deutschen Politik.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lamprecht von Brunn im Familienkontext[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lamprecht von Brunn stammt aus dem Norden des Elsass. Über das niederadelige Geschlecht der Familie von Brunn fehlen noch nähere Angaben, der Stammsitz war vermutlich nahe Niederbronn-les-Bains. Lamprecht wird in der Literatur auch als Lambert, Lampert oder Lambrecht und gelegentlich mit dem Beinamen Kaldenacht bezeichnet. Er verdankte seine Karriere weniger dem Ansehen seiner Familie, sondern eher seinen persönlichen Anstrengungen und Fähigkeiten. In Speyer und in Bamberg versorgte er verschiedene Angehörige mit wichtigen Posten, so auch seinen Neffen, den späteren Bischof von Würzburg Johann II. von Brunn.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1354 war Lamprecht Abt des Klosters Gengenbach im Schwarzwald, das zum Hochstift Bamberg gehörte. 1363–1364 wurde Lamprecht zusätzlich Bischof von Brixen, 1364–1371 war er Bischof von Speyer und 1371–1374 Bischof von Straßburg. Erst mit Amtsantritt in Bamberg legte er seine Würde als Abt von Gengenbach nieder. In Speyer musste er sich zunächst mit dem ursprünglich gewählten Domdekan Eberhard von Randeck einigen, bevor er sein Amt 1365 antreten konnte.

Bamberger Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeit der Ernennung von Lamprecht von Brunn zum Fürstbischof von Bamberg war Gregor XI. Papst und Karl IV. Kaiser. Lamprecht war enger Berater Karls IV. und später Kanzler dessen Sohns König Wenzels des Faulen.

Lamprecht zeichnete sich gegenüber seinen Nachbarn durch eine nachhaltige Friedenspolitik aus. Die Sicherung des Landfriedens stellte ein gemeinsames Ziel dar. Bündnisse gab es nicht nur mit dem Hochstift Würzburg und der Burggrafschaft Nürnberg, sondern auch mit den Wettinern in Meißen und Thüringen, den Grafen von Schwarzburg und mit dem Herzog Albrecht von Österreich zur Sicherung der Besitzungen in Kärnten.

Das einzige Kartäuserkloster wurde 1381 in Nürnberg gegründet. Im Jahre 1395 gründete er außerdem das Elisabethen-Spital in Scheßlitz und stiftete ihm seine Bibliothek.[1] Erhebliche Bautätigkeiten lassen sich bei der Festung Forchheim nachweisen.

1390 beendete Lamprecht einen langandauernden Erbrechtsstreit mit den Grafen von Truhendingen um die Giechburg und erwarb Besitz etwa im Umfang des östlichen Landkreises Bamberg. Neben weiteren Gebietserwerbungen vom Kloster Langheim war dies die letzte deutliche Vergrößerung des Hochstiftes Bamberg.

Er führte neue Abgaben ein, namentlich den Bierpfennig, der noch nach Jahrhunderten der Lambertiner hieß.

Im Januar 1399 verzichtete er auf sein Amt und starb wenige Monate später.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das fürstbischöfliche Wappen ist üblicherweise geviert. Die Felder des Wappenschildes führen nach Hans Ammerich für die Zeit als Bischof von Speyer im Wechsel das Familienwappen der von Brunn und das Wappen des Bistums Speyer, ein silbernes Kreuz auf blauem Grund. Für das Familienwappen sind zwei Varianten bekannt: Die erste zeigt einen roten Angelhaken (?) auf Silber. Die zweite ist ein Querbalken auf Silber. Dabei sind in der oberen Hälfte zwei, in der unteren Hälfte eine rote Lilie.

Die Wappen der Städte Scheßlitz und Höchstadt an der Aisch erinnern an Lamprecht als Bamberger Fürstbischof.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Spitalkirche St. Katharina.
  2. Wappen der Familie von Brunn

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Matthäus an der Gassen Bischof von Brixen
1363–1364
Johann Ribi von Lenzburg
Gerhard von Ehrenberg Bischof von Speyer
1364–1371
Adolf I. von Nassau
Johann III. von Luxemburg-Ligny Bischof von Straßburg
1371–1374
Friedrich II. von Blankenheim
Ludwig von Meißen Fürstbischof von Bamberg
1374–1398
Albrecht von Wertheim