Lamya Kaddor

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Lamya Kaddor (2015)

Lamya Kaddor (* 1978 in Ahlen) ist eine deutsche Lehrerin, muslimische Religionspädagogin, Islamwissenschaftlerin und Publizistin. Kaddor war Gründungsvorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaddor wurde 1978 als Tochter syrischer Einwanderer in Ahlen in Westfalen geboren.[2] Sie ist verheiratet mit Thorsten Gerald Schneiders, einem Politikwissenschaftler und Nachrichtenredakteur beim Deutschlandfunk in Köln,[3] und lebt in Duisburg.[2]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lamya Kaddor schloss ihr Magisterstudium in Arabistik, Islamwissenschaft, Erziehungswissenschaft und Komparatistik 2003 an der Universität Münster ab. Danach studierte sie vier Jahre (2004 bis 2008) islamische Religionslehre an derselben Universität.[4]

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während ihres zweiten Studiums als auch danach nahm sie mehrere Lehrtätigkeiten an verschiedene Universitäten wahr. Für die Bezirksregierung Düsseldorf leitete sie von 2008 bis 2009 die Islamkunde-AG. Seit dem Schuljahr 2013/14 ist sie als Lehrerin in Nordrhein-Westfalen tätig, wo sie mit islamischer Lehrerlaubnis (Idschāza) durch den Islamischen Beirat NRW an den Schulen "Islamkunde in deutscher Sprache" unterrichtet.[4]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der universitären Tätigkeit ist Lamya Kaddor Lehrerin im nordrhein-westfälischen SchulversuchIslamkunde in deutscher Sprache“, das dort nicht als Religionsunterricht im herkömmlichen Sinn verstanden wird. Ab dem Schuljahr 2003/2004 unterrichtete sie an einer Grundschule und an der inzwischen geschlossenen Glückauf-Hauptschule in Dinslaken-Lohberg. Als fünf Schüler der Schule sich der „Lohberger Brigade“ anschlossen und für den Dschihad nach Syrien zogen, empfand Lamya Kaddor dies als bedingte persönliche Niederlage.[5]

Lamya Kaddor war am 6. Juli 2007 Sprecherin in der ersten Folge des Forums am Freitag beim ZDF und ist dort bis heute regelmäßig zu sehen. Das Fernsehformat bietet Muslimen in Anlehnung an Das Wort zum Sonntag in der ARD die Möglichkeit, aus islamischer Perspektive über theologische, gesellschaftliche und soziale Themen zu sprechen.

Kaddor war Teilnehmerin des Integrationsgipfels der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Von August 2007 bis März 2008 nahm sie die Aufgaben der Vertretungsprofessur für Islamische Religionspädagogik am Centrum für Religiöse Studien (CRS) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster wahr. In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Religion des Islam bildete sie gemeinsam mit Muhammad Kalisch zukünftige islamische Religionslehrkräfte aus. Als Gründungsmitglied sitzt Lamya Kaddor dem „Verein der LehrerInnnen für Islamkunde in deutscher Sprache in NRW“ als 1. Vorsitzende vor.

Am 17. Juni 2017 fand in Köln eine Demonstration von Moslems gegen den islamistischen Terror, unter dem Motto „Nicht mit uns!“, statt. Kaddor hatte zu dieser Demonstration aufgerufen. Laut Kaddor waren rund 2000 Teilnehmer vor Ort. Hingegen sprach die Polizei von etwa 300 Demonstranten. Als Gründe der geringen Teilnahme wurden der Ramadan und der Boykott durch die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion genannt.[6]

„Der Koran für Kinder und Erwachsene“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit der Islamwissenschaftlerin Rabeya Müller gab sie 2008 ein Buch unter dem Titel Der Koran für Kinder und Erwachsene heraus.[7] Das Buch wurde vom Münchner Künstler Karl Schlamminger graphisch gestaltet. Es enthält eine Auswahl von Koranversen, die übersetzt, kommentiert und thematisch gegliedert wurden. Das Werk stellt den Versuch dar, Kindern und Laien einen ersten Zugang zum Original zu bieten.[8] Die liberale Koraninterpretation von Kaddor und Müller wurde von einigen konservativen islamischen Kreisen kritisiert: "Die von Kaddor und Müller verantwortete Ausgabe […] empörte konservative Muslime vor allem in der Hinsicht, dass beide Herausgeberinnen das 'Wort Gottes' nach eigenem Ermessen neu zusammengefügt […] haben." – "Koran light, ohne Prügelvers und ohne Jungfrauen." Besonders verärgerte manche traditionellen Muslime, dass die im Paradies wartenden Huris in der Übersetzung nicht Jungfrauen, sondern Partner genannt werden.[9]

Rechtsstreit mit der Universität Münster und eingestelltes Strafverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine seit Juli 2008 andauernde juristische Auseinandersetzung zwischen Kaddor und dem Centrum für Religiöse Studien der Universität Münster wurde im Oktober 2011 mit Einstellung des Verfahrens beendet. Die Münstersche Zeitung hatte berichtet, dass der ehemals am Centrum für Religiöse Studien angestellten Kaddor vorgeworfen wurde, Forschungsgelder veruntreut zu haben.[10] Die Westfälischen Nachrichten berichteten darüber hinaus von einer möglichen Kampagne gegen Kaddor, in die auch ihr ehemaliger Vorgesetzter, Sven Kalisch involviert sei. Ein Vergleich vor dem Landgericht Münster endete mit einer Verpflichtung Kalischs, die Behauptung nicht mehr zu verbreiten, Kaddor sei mit ihrer Kündigung lediglich der Universität Münster zuvorgekommen. Anlass für diesen Rechtsstreit war eine E-Mail, die Kalisch rund drei Monate nach Ausscheiden Kaddors an zahlreiche Adressaten versendet haben soll. Ein von der Staatsanwaltschaft Münster eingeleitetes Strafverfahren gegen Kaddor wegen Untreue endete am 28. Oktober 2011 mit einer Einstellung gegen Geldauflage.[11]

Nach Recherchen der Frankfurter Rundschau soll sich die Universität Münster das Geld, um das es in dem Kaddor-Prozess ging, im Rahmen des so genannten Dezemberfiebers angeeignet und versucht haben, durch die Anschuldigungen gegen Kaddor von eigenen Versäumnissen abzulenken. Die Münstersche Zeitung berichtete ebenfalls darüber und schrieb in diesem Zusammenhang von einem „Spendenskandal“.[12] Die Universität habe eine ganze Reihe von Anschuldigungen vorgebracht, von denen die Staatsanwaltschaft nur einen Teil übernommen habe.[13] Im eingestellten Prozess gegen Kaddor rügten die Richter, dass die Staatsanwaltschaft Münster einseitig gegen Kaddor ermittelt habe.[14]

Kaddors Anwalt Klaus Michael Alenfelder erhob eine Diskriminierungsklage[15] gegen Sven Kalisch und die Universität Münster.[16]

„Muslimisch, weiblich, deutsch“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2010 erschien ihr Debattenbuch Muslimisch, weiblich, deutsch. Mein Weg zu einem zeitgemäßen Islam, mit dem sie der „schweigenden Mehrheit“ der Muslime in Deutschland erstmals ein Gesicht geben will. Inhaltlich beschäftigt sich das Buch, das autobiografische Züge enthält, einerseits mit Islamkritik und Islamfeindlichkeit und andererseits mit dem islamischen Fundamentalismus. Kaddor setzt sich sowohl mit den Haltungen der islamischen Minderheit als auch mit der „Wagenburg-Mentalität“ der Mehrheitsgesellschaft in Deutschland auseinander. Dabei zeigt sie, als eine Art Prototyp eines muslimischen Deutschen, wie sich beide Eigenschaften problemlos miteinander vereinen lassen. Bundestagspräsident Norbert Lammert kommt in einer Rezension ihres Buches zu dem Ergebnis:

„Tatsächlich ist das Problem von Migration und Integration in Deutschland nicht, dass wir zu viel Zuwanderung, sondern dass wir zu wenig Einbürgerung haben. Warum dies so ist und warum es sich ändern muss, dafür vermittelt das Buch beachtliche Hinweise.“[17]

Liberal-Islamischer Bund und Muslimisches Forum Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. Mai 2010 gründete Kaddor in Köln zusammen mit einigen anderen Muslimen den Liberal-Islamischen Bund. Darin bekleidet sie das Amt der 1. Vorsitzenden. Nach eigenen Angaben vertritt der Verein ein pluralistisches Gesellschaftsbild und sieht sich als Alternative zu den bestehenden Islamverbänden. Der LIB wendet sich gegen jegliche Form von rassistischer Auffassung und wirbt darüber hinaus für eine dogmafreie, zeitgemäße Auslegung religiöser Schriften wie des Koran sowie für eine umfassende Geschlechtergerechtigkeit.[18]

2015 war Kaddor ein Gründungsmitglied des Muslimischen Forums Deutschland.[19]

„Die Zerreißprobe“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 erschien ihr Buch Die Zerreißprobe: Wie die Angst vor dem Fremden unsere Demokratie bedroht, in dem es um die Integration von Flüchtlingen in Deutschland geht. Kaddor gibt darin zu bedenken, nicht nur Einwanderer hätten eine Bringschuld, sondern auch die Mehrheit: Sie müsse Einwanderer und deren Nachkommen auf Augenhöhe respektieren. In der Folge erhielt Kaddor Hassmails mit Drohungen und ließ sich vorübergehend vom Schuldienst beurlauben.[20] Regina Mönch kommentierte in der FAZ, Kaddor solle zwischen Kritik und Hass unterscheiden. Die kritische Auseinandersetzung mit ihrem Buch scheine ihr nicht zu behagen, auch sie selbst sei beim Zurückweisen von Kritik an ihren „auch aus islamwissenschaftlicher Sicht oft recht wolkigen Thesen“ wenig zurückhaltend.[21]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaddor nimmt eine vermittelnde Position zwischen säkularen und traditionalistischen Muslimen ein. Sie tritt insbesondere für die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen in deutscher Sprache ein.

Ihre Haltung, kein Kopftuch zu tragen, begründet Lamya Kaddor damit, dass der Hidschab vor mehr als tausend Jahren als Schutz für Frauen innerhalb der damaligen Gesellschaft galt. Unter den Bedingungen einer modernen westlichen Gesellschaft sei eine solche Art und Weise des Schutzes – nicht die Schutzfunktion selbst – obsolet geworden.[22] Den orthodoxen Islam selbst bezeichnet Kaddor als genuin frauenfreundlich: „die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist auch im Islam verankert“.[23]

Lamya Kaddor geht es um „religiöse Wissensvermittlung“ im Rahmen eines ordentlichen Religionsunterrichts an staatlichen Schulen anstelle einer reinen „Erziehung zum Glauben“, wie sie etwa in Koranschulen praktiziert wird. Zum Unterrichtsangebot in vielen Moscheen erklärt Kaddor: „In der Koranschule geht es hauptsächlich darum, den Koran zu rezitieren und die arabische Sprache und Schrift zu lernen, in der Islamkunde darum, den Koran zu verstehen“. Sie sagt aber auch über die Koranschulen: „Die ist für die Eltern viel wichtiger. Da sind sie sicher, dass ihre Kinder die alten Traditionen lernen. Da wird das jeweilige Nationalbewusstsein (inkl. Kultur) stark gepflegt. Das gibt es in der Schule nicht.“ Da der Islam in Deutschland bislang keine anerkannte Religionsgemeinschaft im Sinne von Artikel 7 Absatz 3 Grundgesetz darstellt, kann es den Verkündigungsunterricht an deutschen Schulen, für den Kaddor eintritt, derzeit noch nicht geben.[24]

Einer Religionspädagogik der zu vermittelnden Außenansicht auf den historisch entstandenen Koran steht Kaddor skeptisch gegenüber: „Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar“.[25] Einen Wissenschaftsvorbehalt auf die schariakonforme Erziehung anzuwenden sei zudem verzichtbar, denn eine ältere, islamische Aufklärungsleistung habe „den Weg für die europäische Aufklärung bereitet“.[23]

Den – von ihr so gesehenen – Standpunkt konservativer Muslime, dass das Paradies nur Rechtgläubigen offen stehe und Ungläubige die Hölle zu erwarten hätten, kritisierte Kaddor als „religiöse Türstehermentalität“. Diese Mentalität bezeichnete Kaddor als „respektlos und unislamisch“.[26]

Lamya Kaddor setzte sich mit Michael Rubinstein, dem Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen, für den Abbau von Vorurteilen und einen interreligiösen Dialog zwischen Juden und Muslimen ein. Unwissenheit in Bezug auf die jeweils andere Religion sei das größte Hindernis auf beiden Seiten.[27] In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung kritisierte Kaddor im Jahr 2011 die „zunehmende Islamfeindlichkeit in allen gesellschaftlichen Schichten“.[28]

Zur Debatte um den Salafismus in Deutschland forderte Kaddor im Juni 2012 in einem Gespräch zwischen ihr, dem Redakteur und einem anonymen Salafisten in der Wochenzeitung Die Zeit „weniger Dogma und mehr Spiritualität“ für den Islam. Sie stellte fest, dass „sich dank ihrer (= der Salafisten) Auftritte die Diskussion nun vor allem darum dreht, ob Muslime generell rückständig und gewaltbereit sind.“ Sie fühle sich in ihrer Arbeit „um mindestens 20 Schritte zurückgeworfen“.[29]

Im September 2012 lehnte Kaddor ein von der deutschen Bundesregierung geprüftes Aufführungsverbot[30] des umstrittenen islamfeindlichen Films Innocence of Muslims ab und begründete das mit den Worten: „Je mehr man über ein Verbot redet und die Tabuisierung solcher Inhalte vorantreibt, desto mehr Schaden richtet man an.“ Diskussionen über Sonderregelungen für Muslime würden die Islamfeindlichkeit in Deutschland vorantreiben.[31]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaddor (2010)

Am 8. November 2009 wurde Lamya Kaddor mit dem Förderpreis des Rotary Clubs ausgezeichnet. Der Laudator Michael Rubinstein, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Duisburg, Mülheim/Ruhr, Oberhausen, betonte den Einsatz Kaddors für das interreligiöse Gespräch und einen liberalen, aufgeklärten Islam. Kaddor versuche immer wieder „Vorurteile abzubauen und Brücken aufzubauen“.[32]

2009 wurde das von Kaddor initiierte und zusammen mit Rabeya Müller und Harry Harun Behr herausgegebene Schulbuch Saphir 5/6 auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Ehrenpreis des Best European Schoolbook Award 2009 ausgezeichnet. Zur Begründung hieß es: „Anerkannt wird, dass Saphir den Islam verständlich und klar darstellt, die Themen mit dem Alltag der jungen Menschen in Deutschland verbindet und Bezüge zu anderen Religionen herstellt.“[33] Das Buch erschien im August 2008 als erstes deutschsprachiges Schulbuch für Islamkunde an öffentlichen Schulen. Es war das erste Schulbuch, das von deutschen Kultusministerien der Bundesländer für diesen Unterricht genehmigt wurde. Seit 2008 wird es in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Niedersachsen und Bremen eingesetzt. Das Buch wird vom Münchner Kösel-Verlag verlegt. Eine Vielzahl von Pädagogen und Islamwissenschaftlern wirkten als Autoren an dem Buch mit, das inhaltlich mit Abbildungen, Graphiken, Fotos, Kalligraphien und Texten arbeitet. Das Buch erhielt ein großes Medienecho.

Am 30. Oktober 2010 wurde sie in Madrid zu einer der einflussreichsten muslimischen Frauen Europas gewählt. Im Rahmen einer Gala mit Cherie Blair, der Rechtsanwältin und Ehefrau des früheren britischen Premierministers Tony Blair als Festrednerin, erhielt sie den erstmals vergebenen European Muslim Woman of Influence Award.[34]

Am 30. November 2011 zeichnete die Bundesregierung Lamya Kaddor mit der Integrationsmedaille aus. Staatsministerin Maria Böhmer überreichte ihr den Preis während einer Feierstunde im Bundeskanzleramt in Berlin. Mit der Medaille werden Personen geehrt, die sich durch herausragendes persönliches Engagement in besonderer Weise um die Integration verdient gemacht haben.[35]

Am 18. Februar 2015 verlieh der Landesverband Schleswig-Holstein des Bundes Deutscher Kriminalbeamter Lamya Kaddor für ihr Engagement im Einsatz gegen Radikalisierung und für besondere Verdienste in der Kriminalitätsbekämpfung (gegen Islamismus) die „Nick-Knatterton-Mütze“.

2016 erhielt sie den Literaturpreis Das politische Buch der Friedrich-Ebert-Stiftung für Zum Töten bereit. Warum deutsche Jugendliche in den Dschihad ziehen. Der Preis zählt nach Angaben der Organisatoren zu den wichtigsten Sachbuchpreisen im deutschen Sprachraum und ist mit 10.000 Euro dotiert.[36] Die Jury würdigt das Buch als herausragend. Es leiste einen wichtigen Beitrag zu den hochaktuellen Debatten um Integration, Vermeidung von Radikalisierung und das Zusammenleben in der Zuwanderungsgesellschaft.

2016 wurde Kaddor ferner mit dem Integrationspreis der Stiftung Apfelbaum ausgezeichnet. Der Preis wurde ihr für „ihren Einsatz für den Abbau von Vorurteilen und den interreligiösen Dialog“ verliehen und ist mit 5.000 Euro dotiert.[37] Unter den früheren Preisträgern der Stiftung Apfelbaum sind Hans Küng, Alice Schwarzer, Rupert Neudeck, Kurt Biedenkopf, Hanns-Dieter Hüsch und Johannes Rau.[38]

2016 sprachen ihr die Novitas BKK und die Stadt Duisburg den Duisburger Integrationspreis zu. Zur Begründung heißt es: „Die als Tochter syrischer Einwanderer im westfälischen Ahlen geborene Kaddor tritt in zahlreichen Büchern sowie als Gründerin und 1. Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes e. V. für ein grundgesetzkonformes Islamverständnis ein – ja, sie belegt, dass sich die Anerkennung des Grundgesetzes und die Anerkennung des Korans nicht ausschließen.“[39] Der Preis wird seit 2010 unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters von Duisburg jährlich vergeben und ist mit 2.500 Euro dotiert.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien:

Beiträge (Auswahl)

  • Zur Notwendigkeit islamischen Religionsunterrichts als ordentliches Lehrfach. Erfahrungen aus dem Alltag des Schulversuchs „Islamische Unterweisung als eigenständiges Fach in deutscher Sprache“ in Dinslaken-Lohberg. In: Heimatpflege in Westfalen. Bd. 18 (2005), H. 6, S. 4–8.(online).
  • Frieden und Friedenserziehung aus islamischer Sicht. In: Internationale Friedensschule Köln (Hrsg.): Erziehung zum Frieden – Beiträge zum Dialog der Kulturen und Religionen in der Schule (= Internationale Friedenspädagogik. Band 1). Lit, Münster 2007, ISBN 978-3-8258-9985-1, S. 129–144.
  • Warum das islamische Kopftuch obsolet geworden ist. Eine theologische Untersuchung anhand einschlägiger Quellen. In: Thorsten Gerald Schneiders (Hrsg.): Islamverherrlichung. Wenn die Kritik zum Tabu wird. Springer, Duisburg 2010, S. 131–158.
  • Endlich deutsch und muslimisch?! In: Illusion der Nähe? Ausblicke auf die europäische Nachbarschaft von Morgen. Steidl, Göttingen 2011, S. 181–190.
  • Muslime in Deutschland - Selbstbewusstsein und Kritikfähgikeit. In: Thorsten Gerald Schneiders (Hrsg.): Verhärtete Fronten. Der schwere Weg zu einer vernünftigen Islamkritik. Springer, Duisburg 2012, ISBN 978-3-531-94220-9, S. 177–194.

Herausgeberschaften:

  • mit Thomas Bauer, Katja Strobel: Islamischer Religionsunterricht. Hintergründe, Probleme, Perspektiven (= Veröffentlichungen des Centrums für Religiöse Studien Münster. Band 1). Lit, Münster 2004, ISBN 3-8258-7097-9.
  • mit Bernd Mussinghoff, Thomas Bauer: Zukunft der Religion in Europa (= Veröffentlichungen des Centrums für Religiöse Studien Münster. Band 5). Lit, Münster 2007, ISBN 978-3-8258-8510-6 (darin: Bernd Mussinghoff, Lamya Kaddor: Einleitung, S. 7–20).
  • Islamische Erziehungs- und Bildungslehre (= Veröffentlichungen des Centrums für Religiöse Studien Münster. Band 8). Lit, Münster 2008, ISBN 978-3-8258-1236-2 (darin: Lamya Kaddor: Muslimische Jugendliche zwischen Moderne und Religion, S. 95–110).
  • mit Rabeya Müller, Harry Harun Behr: Saphir. Religionsbuch für junge Musliminnen und Muslime. Kösel, München 2008 ff. (Lehrmittel).
  • mit Thorsten Gerald Schneiders: Muslime im Rechtsstaat Lit, Münster 2005´(darin: Thorsten Gerald Schneiders, Lamya Kaddor: Einleitung, S. 7–24).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lamya Kaddor – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liberal-Islamischer Bund: Der Vorstand
  2. a b Autorenangabe des Piper-Verlages 2015
  3. Thorsten Gerald Schneiders: Heute sprenge ich mich in die Luft: Suizidanschläge im israelisch-palästinensischen Konflikt, LIT Verlag Münster 2006. S. 8
  4. a b Über mich. Abgerufen am 31. Januar 2017.
  5. Yassin Musharbash: "Nicht einmal die Freundinnen haben etwas geahnt" In: Die Zeit, 24. Mai 2013.
  6. Muslimischer Friedensmarsch nur schwach besucht – aber Veranstalter wollen weitermachenFocus.de vom 17. Juni 2017
  7. Till-R. Stoldt: Das heilige Buch der Lieben und Liberalen?, Die Welt, 15. April 2008.
  8. Erster Zugang zum Koran, Interview mit Liane von Billerbeck, Deutschlandradio Kultur, 26. März 2008.
  9. Fisch, Michael "umm-al-kitab. Ein kommentiertes Verzeichnis deutschsprachiger Koranausgaben von 1543 bis 2013", Verlag Schiler 2013, S. 138
  10. Ralf Heimann: Wissenschaftlerin soll 100000 Euro veruntreut haben , Münstersche Zeitung, 1. August 2008.
  11. Karin Völker: Gericht stellt Verfahren ein: Uni-Geld im Schließfach ist keine Untreue, Westfälische Nachrichten, 29. Oktober 2011.
  12. Münstersche Zeitung, 1. Dezember 2009.
  13. Hermann Horstkotte: Spendengeld und schwarze Kassen - Frankfurter Rundschau, 30. November 2009. Münstersche Zeitung, 1. Dezember 2009.
  14. Karin Völker: Uni-Geld im Schließfach ist keine Untreue. In: Westfälische Nachrichten, 29. Oktober 2011.
  15. Diskriminierung: Uni vor dem Arbeitsgericht. In: Ruhr Nachrichten, 1. Juli 2010.
  16. Hermann Horstkotte: Spendengeld und schwarze Kassen. In: Frankfurter Rundschau, 30. November 2009.
  17. In: "Entscheidung - Magazin der Jungen Union Deutschland" 5./6. Mai/Juni 2010; s.a. http://www.norbert-lammert.de/gelesen2.php?id=36
  18. LIB e.V.: Wir über uns
  19. Pressemitteilung Konrad-Adenauer-Stiftung „Muslimisches Forum Deutschland“ auf Initiative der Konrad-Adenauer-Stiftung gegründet vom 22. April 2015
  20. Nach Morddrohungen - Kaddor quittiert vorerst Schuldienst. In: tagesschau.de. ARD, 29. September 2016, abgerufen am 29. September 2016.
  21. Regina Mönch: Lamya Kaddor: Stimmungsmache, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. September 2016. Abgerufen am 30. September 2016.
  22. "Warum das Kopftuch obsolet geworden ist.", in: Thorsten Gerald Schneiders (Hg.): Islamverherrlichung, wenn die Kritik zum Tabu wird". VS-Verlag, Wiesbaden. Siehe auch Karen Krüger: Der Koran ist eine Idealvorstellung, FAZ, 7. Juli 2007. Der Rheinische Merkur druckte am 22. Oktober 2009 einen gekürzten Vorabdruck Kaddors zum Thema aus dem Buch Islamverherrlichung ab, das im Januar 2010 im VS-Verlag, Wiesbaden, erscheint [1]
  23. a b Lamya Kaddor im Chat (Memento vom 11. Juni 2007 im Internet Archive) - 6. Juli 2007
  24. Susanne Dohrn: Islamkunde in der Schule,Vorwärts, 5. Mai 2006.
  25. Annedore Beelte: Aloys Lögering weist Prof. Heumanns Kritik am islamischen Religionsunterricht zurück - Christlich-islamische Begegnungs- und Dokumentationsstelle, 2008
  26. Das Potenzial liberaler Muslimverbände wird ignoriert Welt Online, 20. August 2011. Abgerufen am 23. Oktober 2011
  27. "Tragen alle Juden Schläfenlocken?" RP Online, 6. August 2011. Abgerufen am 3. Dezember 2011
  28. Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor: "Islamfeindlichkeit hat alle sozialen Schichten erfasst" Süddeutsche Zeitung, 30. August 2011. Abgerufen am 21. Februar 2012
  29. Salafismus: Die ziehen meine Religion in den Dreck
  30. Bundesregierung prüft Aufführungsverbot von Hassvideo Abgerufen am 18. September 2012
  31. Muslime uneins über Aufführungsverbot von Hass-Video Spiegel Online, 18. September 2012. Abgerufen am 18. September 2012.
  32. Konrad-Duden-Gymnasium Wesel 2009
  33. Saphir Best Schoolbook Award Kösel Verlag
  34. http://www.cedar-emwi.com/
  35. Lamya Kaddor, Preisträgerin der Integrationsmedaille Bundesregierung de, 29. November 2011
  36. „Zum Töten bereit“ – Preis Das politische Buch 2016 geht an Lamya Kaddor fes.de, 11. Februar 2016
  37. Integrations-Preis 2016 an Lamya Kaddor boersenblatt.de, 18. Februar 2016
  38. Integrationspreis – Preisträgerinnen und -träger stiftung-apfelbaum.de
  39. Duisburger Integrationspreis für Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor novitas-bkk.de