Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen Baden-Württemberg

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Baden-WürttembergBaden-Württemberg Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen
— LA —p1
Rechtsform Anstalt des öffentlichen Rechts
Aufsichts­organ(e) Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
Bestehen seit 1. Januar 2004
Hauptsitz Esslingen am Neckar, Baden-Württemberg
Erster Direktor der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen als Vorstandsvorsitzender Hans-Reiner Soppa
Mitarbeiter 124
Website lehrerfortbildung-bw.de
Die Landesakademie in Esslingen

Die Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen Baden-Württembergs (LA) ist eine Fortbildungseinrichtung des Landes Baden-Württemberg mit Sitz in Esslingen am Neckar in der Rechtsform einer rechtsfähigen Anstalt des öffentlichen Rechts. Die Gründung erfolgte auf Grundlage des baden-württembergischen Gesetz zur Errichtung der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen.[1] Sie ist im Jahr 2004 aus der Fusion der bis dahin selbstständigen einzelnen staatlichen Akademien für Lehrerfortbildung entstanden. Die Rechtsaufsicht hat das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anstalt des öffentlichen Rechts hat als Organe den Aufsichtsrat und den Vorstand.

Aufsichtsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgaben des Aufsichtsrates sind die Beratung des Vorstands, die Überwachung der Geschäftsführung und der Beschluss von u. a. Satzungen und des Wirtschaftsplans sowie die Entlastung des Vorstands der Landesakademie. Der Verwaltungsrat hat insgesamt fünf Sitze. Davon entfallen vier auf das Kultusministerium und einer auf das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft. Die Ernennung erfolgt für fünf Jahre mit der Möglichkeit der Wiederbestellung.

Aktuell übernimmt Jörg Schmidt, Ministerialdirektor im Kultusministerium, die Stelle des Aufsichtsratsvorsitzenden. Bei Verhinderung oder ähnlichem vertritt ihn Gerd Friedrich, Leitender Ministerialrat im Kultusministerium.[2] Ebenfalls vertreten sind:

Zusammensetzung des Aufsichtsrats
Sitz 2007[3] 2008[4] 2009[5] 2009[6] 2011[7] 2012[8] 2013[9] 2014[10]
1. Manfred Hahl Bis 9. Juli 2013 Margret Ruep Jörg Schmidt
ehemalige/r amtierender
Ministerialdirigent im Kultusministerium Ministerialdirektor/in im Kultusministerium
Vertretung Bis 16. August 2013 Tilman Kohler Gerd Friedrich
Leitender Ministerialrat im Kultusministerium
2. Edgar Traub (bis Juli 2009 als Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender) Elisabeth Moser Veronika Kaiser
Leiter[11] Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Berufliche Schulen) Schulleiterin an der Robert-Bosch-Schule Stuttgart Schulleiterin an der Max-Weber-Schule Freiburg
3. Ernst Mutscheller (mindestens seit 2011[12] stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender)
Geschäftsführer a. D. Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V.
4. Karl Waidelic Barbara Graf
Schulleiter an dem Königin-Olga-Stift Gymnasium Stuttgart Schulleiterin an dem Hegel-Gymnasium Stuttgart-Vaihingen
5. Walter Aldinger Stefan Landerer
Regierungsdirektor im Finanzministerium

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand führt die laufenden Geschäfte und vertritt die Landesakademie. Alle nicht per Gesetz oder Satzung an den Aufsichtsrat zugewiesenen Angelegenheiten fallen in seine Zuständigkeit. Die Ernennung erfolgt durch das Kultusministerium in Einverständnis mit dem Aufsichtsrat. Der Erste Direktor der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen als Vorstandsvorsitzender ist ein Beamter auf Zeit für fünf Jahre mit der Möglichkeit der Wiederbestellung. Eingestuft ist der Direktor in Besoldungsgruppe B 2, sein Stellvertreter, der „Direktor bei der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen als Stellvertretender Vorstandsvorsitzender“ in Besoldungsgruppe A 16.

Erster Vorstandsvorsitzender bis Mitte November 2010 war Hans-Peter Buggermann. Zuvor leitete er seit 1991 die ehemalige Staatliche Akademie für Lehrerfortbildung in Wirtschaft und Technik (nun: Landesakademie für Lehrerfortbildung Esslingen). Zum 10. November 2010 endete seine Tätigkeit im Vorstand.[13] Sein Nachfolger ist Hans-Reiner Soppa, seit 2004 stellvertretender Vorstandsvorsitzender und leitete zuvor seit 1997 die Akademie in Comburg (Schwäbisch Hall). Stellvertretender Direktor ist Helmut Nagel, Direktor der Landesakademie in Bad Wildbad. Der Vorstand wird durch Elisabeth Moser, seit 2010 Direktorin des Standorts in Esslingen, komplettiert. Zuvor war sie zwischen 2004 und 2010 Schulleiterin der Robert-Bosch-Schule in Stuttgart. Von 1996 bis 2002 war sie beim damaligen Oberschulamt in Stuttgart, wechselte jedoch im selben Jahr bis zum Jahr 2004 ins Kultusministerium. Dort hatte sie Aufgaben im Bereich der Lehrerfortbildung übernommen.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei Standorte Bad Wildbad, Comburg und Esslingen am Neckar haben jeweils ein eigenes Profil, das seine spezifische Ausprägung für die verschiedenen Schularten und Fortbildungsthemen findet.

Die Akademielehrgänge werden jährlich von ungefähr 32.000 Lehrern zur fachlichen und persönlichen Weiterbildung besucht. Die weit über 1.000 Lehrgänge werden von 3.700 Lehrgangsleitern und Referenten betreut.

Gesetzlicher Auftrag und Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Aufgabe ist die zentrale Konzeptentwicklung und Qualifikation des Fortbildungs- und Beratungspersonals (Multiplikatoren) sowie die Organisation von Qualifizierungsangeboten für das pädagogische Führungspersonal und für Lehrer mit besonderen Aufgaben im schulischen System.

Eine weitere Aufgabe ist die Bereitstellung von fachlich/inhaltlichen Fortbildungsangeboten für spezielle Gruppen und die Durchführung von Wunschkursen für Schulen. Ebenso gehört die Beratung von Schulen und der Schulverwaltung im Fortbildungsbereich zu den Aufgabenbereichen.

Die Ausrichtung der einzelnen Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einzelnen Standorte sind auf verschiedene Schularten und Aufgabenbereiche spezialisiert: Auf der Comburg finden schwerpunktmäßig Führungsfortbildungen statt, in Bad Wildbad werden seit dem Schuljahr 2007/2008 vor allem Fortbildungen für Lehrer der allgemein bildenden Schulen und der Sonderschulen angeboten. Esslingen ist das Fortbildungszentrum für berufliche Schulen.

Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesakademie arbeitet mit anderen Einrichtungen zusammen, wenn dies die Zielsetzungen der Landesakademie unterstützt, insbesondere mit den Staatlichen Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung, mit Hochschulen, mit Einrichtungen der Wirtschaft wie Kammern, Verbänden und Unternehmen, mit Einrichtungen der Kirchen, mit Einrichtungen der Fort- und Weiterbildung sowie mit anderen regionalen, überregionalen, europäischen und sonstigen internationalen Einrichtungen und Partnern.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einnahmen erhält die Landesakademie aus dem Staatshaushalt.[14] Zusätzlich besteht die Möglichkeit Entgelte zu erheben.[15]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europäisches Sprachensiegel 2011
Comenius-EduMedia-Auszeichnung

Am 19. Juni 2009 fand in Berlin im Haus des Handwerks die Auszeichnungsveranstaltung des Comenius-Wettbewerbs statt. Der Lehrerfortbildungsserver der Landesakademie wurde bei dieser Veranstaltung mit einem „Comenius-EduMedia-Siegel“ in der Kategorie Erwachsenenbildung ausgezeichnet.[16][17]

Europäisches Sprachensiegel

Das Landesakademie-Bildungsprojekt „Deutsch-französischer virtueller Online-Markt - anwendungsbezogenes Sprachenlernen durch Gründung virtueller Firmen und Abwicklung der Geschäftsprozesse“ wurde im Rahmen des Wettbewerbs „Sprachenlernen in der Gemeinschaft - Ressourcen nutzen und Kompetenzen ausbauen“ mit dem Europäischen Sprachensiegel 2011 ausgezeichnet. Wesentliche Inhalte des Projekts wurden in Kooperation mit der französischen Schule „Lycée Alexandre Dumas“ in Illkirch (Elsass) und der Kaufmännischen Schule Tauberbischofsheim entwickelt.[18][19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gesetz zur Errichtung der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen (pdf; 97 kB) In: Gesetzesbeschluss des Landtags (Drucksache 13/2571). Parlamentsdokumentation des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg im Auftrag des Landtages von Baden-Württemberg. 30. Oktober 2003. Abgerufen am 18. März 2014.
  2. Organigramm (pdf) In: Kultusministerium - Organisation. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg. 1. Januar 2014. Abgerufen am 18. März 2014.
  3. Informationen zur Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen (html) Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen. 1. März 2007. Archiviert vom Original am 14. Oktober 2007. Abgerufen am 18. März 2014.
  4. Informationen zur Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen (html) Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen. Archiviert vom Original am 12. Dezember 2008. Abgerufen am 18. März 2014.
  5. Informationen zur Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen (html) Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen. 7. Januar 2009. Archiviert vom Original am 3. April 2009. Abgerufen am 18. März 2014.
  6. Informationen zur Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen (html) Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen. 15. Juli 2009. Archiviert vom Original am 24. Juli 2009. Abgerufen am 18. März 2014.
  7. Jahresbericht 2011 (pdf; 3,7 MB) Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen. 1. Februar 2012. Abgerufen am 18. März 2014.
  8. Jahresbericht 2012 (pdf; 3,1 MB) Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen. 1. Mai 2013. Abgerufen am 18. März 2014.
  9. KULTUSPORTAL-BW - Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen (html) Ministerium für Kultus, Jugend und Sport. Abgerufen am 18. März 2014.
  10. Informationen zur Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen (html) Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen. 2. Februar 2014. Archiviert vom Original am 15. Oktober 2009. Abgerufen am 18. März 2014.
  11. Kooperative Weiterentwicklung der Lehrerbildung für kaufmännische Schulen (html) Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik 1 an der Universität Mannheim. Abgerufen am 18. März 2014.
  12. Beteiligungsbericht 2012 des Landes Baden-Württemberg (pdf; 580 kB) Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg. S. 30. Abgerufen am 18. März 2014.
  13. Hans-Reiner Soppa neuer Vorstandsvorsitzender der Landesakademie (html) Staatsministerium Baden-Württemberg. 11. November 2010. Abgerufen am 18. März 2014.
  14. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Kapitel 0448 Zentrale Lehrerfortbildung und Akademie Schloss Rotenfels (pdf; 86 kB) In: Staatshaushaltsplan für 2013/2014 - Einzelplan 04 Ministerium für Kultus, Jugend und Sport. Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg. S. 10. 14. Januar 2013. Abgerufen am 18. März 2014.
  15. Landesrecht BW § 3 FortAkadErG BW - Landesnorm Baden-Württemberg - - Finanzierung, Gewährträger - Gesetz über die Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen vom 30. ... - gültig ab: 28.02.2012 (html) In: Landesrecht BW Bürgerservice. juris GmbH im Auftrag des Innenministeriums Baden-Württemberg. 30. Oktober 2003. Abgerufen am 18. März 2014. i. V. m. 6403-1.pdf (pdf; 140 kB) In: Kultus und Unterricht. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg. S. 8ff. 24. Februar 2004. Abgerufen am 18. März 2014.
  16. Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen Baden-Württemberg: Comenius-EduMedia-Auszeichnung 2009 für den Lehrerfortbildungsserver. Online auf www.lehrerfortbildung-bw.de. Abgerufen am 24. November 2014.
  17. GPI Gesellschaft für Pädagogik und Information e.V. - Bundesgeschäftsstelle Berlin: Comenius-EduMedia Auszeichnungen 2009 für didaktische Multimediaprodukte in Berlin vergeben. PDF. 16. September 2009. Online auf www.gpi-online.de. Abgerufen am 24. November 2014.
  18. Fränkische Nachrichten: Eindrückliches Erlebnis für alle Beteiligten. PDF. 3. November 2011. Online auf www.kstbb.de. Abgerufen am 27. Oktober 2014.
  19. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg: Landesakademie-Bildungsprojekt „Deutsch-Französischer virtueller Online-Markt“ wird mit dem Preis „Europäisches Sprachensiegel 2011“ ausgezeichnet. 20. Oktober 2011. Online auf www.kultusportal-bw.de. Abgerufen am 27. Oktober 2014.