Landesausstellung Baden-Württemberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter der Bezeichnung Große Landesausstellung können die staatlichen Museen aus Baden-Württemberg ihre Bestände zu ausgewählten Themen präsentieren. Die Landesausstellungen befassen sich hauptsächlich mit Themen, die einen Bezug zum südwestdeutschen Raum haben. Durch die Ausrichtung auf das Land, seine Kultur und seine Geschichte soll die Landesidentität gefördert werden. Einige Ausstellungen befassen sich mit allgemeinen Themen aus Kunst, Kultur und Naturwissenschaften.[1]

Das Land Baden-Württemberg fördert die Landesausstellungen mit Zuschüssen. Für das Jahr 2008 waren hierfür etwa 3,5 Millionen Euro vorgesehen. Die einzelnen Ausstellungen werden in der Regel zusätzlich durch Sponsoren unterstützt.

Bisherige Landesausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Als erste Große Landesausstellung gilt die Staufer-Ausstellung, die 1977 zum 25. Landesjubiläum vom Landesmuseum Württemberg durchgeführt wurde. In sporadischen Abständen folgten weitere Große Landesausstellungen.
  • 1981 widmete sich eine Landesausstellung dem Barock in Baden-Württemberg. Neben Gegenständen aus der bildenden Kunst stand die barocke Architektur auf dem Gebiet des heutigen Baden-Württembergs im Fokus. Die Ausstellung hatte 110.000 Besucher und wurde vom Badischen Landesmuseum (BLM) durchgeführt.
  • 1986 fand im Heidelberger Schloss die Ausstellung Die Renaissance im deutschen Südwesten statt. Anlass war das 600. Gründungsjubiläum der Uni Heidelberg (70.000 Besucher, BLM).
  • 1987 Baden und Württemberg im Zeitalter Napoleons Ausstellung des Landes Baden-Württemberg aus Anlass des 125-jährigen Bestehens des Württembergischen Landesmuseums Stuttgart im Stuttgarter Kunstgebäude, Schloßplatz 4. 16. Mai bis 15. August 1987.
  • 1990 besuchten 24.000 Besucher die Landesausstellung Klar und lichtvoll wie eine Regel. Planstädte der Neuzeit, die zum 275. Gründungsjubiläum der Stadt Karlsruhe im Karlsruher Schloss stattfand. Veranstalter war das Badische Landesmuseum.
  • 1997 fand eine Große Landesausstellung zu den Alamannen in Stuttgart statt. Die Ausstellung wurde vom archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg (ALM) konzipiert.
  • 1998 wurde eine Landesausstellung mit dem Titel 1848/49 – Revolution der deutschen Demokraten in Baden im Karlsruher Schloss durchgeführt (145.000 Besucher, BLM).
  • 1999 reiste die Wanderausstellung Vorderösterreich im Rahmen der Landesausstellung von Stuttgart über Rottenburg am Neckar und Schallaburg nach Freiburg im Breisgau. Initiiert wurde die Ausstellung vom württembergischen Landesmuseum.
  • 2001 wurde die Große Landesausstellung Troia – Traum und Wirklichkeit in Stuttgart, Braunschweig und Bonn gezeigt. Im Rahmen der Ausstellung wurde der Traum Troja, vertreten durch Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, der historischen Wirklichkeit gegenübergestellt. Insgesamt besuchten 850.000 Besucher die Ausstellung an den drei Standorten. Die Ausstellung wurde vom ALM erarbeitet.[2]
  • 2002 wurde das spätmittelalterliche Leben und Kunstschaffen in den Städten entlang des Oberrheins in der Großen Landesausstellung Spätmittelalter am Oberrhein dokumentiert.[3] (150.000 Besucher, BLM)

2003

  • Die Ausstellung Alte Klöster – Neue Herren des württembergischen Landesmuseums lockte 155.000 Besucher nach Bad Schussenried. Thema war das 200. Jubiläum der Säkularisation, durch die im Jahr 1803 Klöster aufgelöst und geistliche Territorien eingezogen wurden.
  • Im Rahmen der Großen Landesausstellung Eugène Delacroix wurden mehr als 200 Exponate in der Kunsthalle Karlsruhe gezeigt. Die Ausstellung fand 90.000 Besucher.[4]

2005

  • Die Große Landesausstellung Imperium Romanum wurde als Doppelausstellung in Karlsruhe und Stuttgart ausgerichtet. In Stuttgart wurden die römische Kultur und Herrschaft in Südwestdeutschland von den letzten zwei Jahrzehnten v. Chr. bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. dargestellt. Die Karlsruher Ausstellung befasste sich mit dem Niedergang des Römischen Reiches von der Mitte des 3. Jahrhunderts bis zum Ende des 5. Jahrhunderts. Die Ausstellung in Karlsruhe (BLM) erreichte 110.000 Besucher, die Stuttgarter Ausstellung (ALM) 150.000.[5]
  • Die Ausstellung Einstein begreifen wurde im Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim gezeigt. Experimente, Animationen, Computersimulationen und biographische Objekte stellten Einsteins Arbeiten dar (90.000 Besucher).

2006

  • In der Staatsgalerie Stuttgart wurde die Große Landesausstellung Claude Monet – Felder im Frühling gezeigt. In 41 Gemälden stellte die Ausstellung eines der wichtigsten Themen im Schaffen des impressionistischen Malers Claude Monet, die Darstellung von Feldern und Wiesen, dar.[6] Insgesamt wurden 260.000 Besucher gezählt.
  • Die Ausstellung Das Königreich Württemberg 1806–1918 Monarchie und Moderne des Landesmuseums Württemberg befasste sich mit der Zeit von der Erhebung Württembergs zum Königreich bis zum Ende der Monarchie 1918. Neben dem württembergischen Königshaus wurde auch das Leben der Bevölkerung dargestellt.[7]
  • Die Ausstellung Kunst lebt! – Die Welt mit anderen Augen sehen zeigte anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft Objekte aus allen Landesmuseen und vielen anderen Kultureinrichtungen Baden-Württembergs.

2007

  • Vor 12.000 Jahren in Anatolien – Die ältesten Monumente der Menschheit – die Ausstellung des BLM präsentierte neue archäologische Erkenntnisse und nie zuvor ausgestellte Funde über den Wandel vom Jäger und Sammler zum Ackerbauern und Viehzüchter.
  • Die Landesausstellung Abenteuer Raumfahrt – Aufbruch ins Weltall im Mannheimer Landesmuseum für Technik und Arbeit zeigte, was schon getan wurde und was noch fehlt, damit der Mensch sich dauerhaft ins All erheben kann (180.000 Besucher).
  • Saurier – Erfolgsmodelle der Evolution: Diese Ausstellung zeigte die Saurier als überaus erfolgreiche Tiere, die unseren Planeten 250 Millionen Jahre bevölkerten. 328.000 Besucher kamen zu der Ausstellung in das Naturkundemuseum Stuttgart.[8]

2008

  • Grünewald und seine Zeit in der staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Über 100.000 Besucher sahen 160 Werke aus der Zeit um 1500. Zur Einordnung von Grünewald wurden Arbeiten anderer Künstler der Epoche gezeigt.[9][10]
  • Ägyptische Mumien – Unsterblichkeit im Land der Pharaonen – 6. Oktober 2007 bis 24. März 2008 im Landesmuseum Württemberg Stuttgart. Der Schwerpunkt der Ausstellung lag auf dem Mumifizierungswesen der Alten Ägypter, das sich über fast vier Jahrtausende nachvollziehen ließ. Etwa 350 Objekte aus kooperierenden Museen wurden gezeigt.[11] Insgesamt haben rund 215.000 Besucher die Ausstellung besucht.[12]
  • Matisse – Menschen Masken Modelle, 27. September 2008 bis 11. Januar 2009, Staatsgalerie Stuttgart. Thematisch steht die Porträtkunst des Künstlers im Mittelpunkt. Es werden etwa 40 Ölgemälden, ebenso viele Zeichnungen und Porträtskulpturen von Matisse gezeigt.
  • Malewitsch und sein Einfluss – 100 Jahre Kunsthalle Baden-Baden, 25. Oktober 2008 bis 25. Januar 2009, Kunsthalle Baden-Baden.

2009

2010

  • „Gefühle, wo man schwer beschreiben kann.“ Fußball in Baden-Württemberg im Kunstgebäude Stuttgart, 28. März bis 11. Juli 2010, Haus der Geschichte Baden-Württemberg.
  • Hast du Töne?! Musikland Baden-Württemberg. 16. April 2010 bis 12. September 2010, Badisches Landesmuseum Karlsruhe und Landesmuseum Württemberg Stuttgart.
  • Max Ernst. 25. März bis 18. Juni 2000, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe.[13]

2011

  • „Graue Passion“ von Hans Holbein d. Ä. 27. November 2010 bis 20. März 2011, Staatsgalerie Stuttgart[14]
  • Weltsichten – Blick über den Tellerrand 17. September 2011 bis 9. Januar 2012, Linden-Museum und Kunstgebäude Stuttgart.
  • „Industrialisierung der Ernährung – Der industrialisierte Geschmack“ (Arbeitstitel). 29. Oktober 2011 bis 29. April 2012, Technoseum in Mannheim.

2012

  • Baden! 900 Jahre. – Geschichte eines Landes. 16. Juni – 11. November 2012, Badisches Landesmuseum Karlsruhe.
  • Liebe Deinen Nachbarn. Baden-württembergisch- französisch-schweizerische Beziehungsgeschichten. Ende April bis Anfang September, Haus der Geschichte, Ausstellungsort: Augustinermuseum Freiburg.
  • Die Welt der Kelten. Zentren der Macht - Kostbarkeiten der Kunst. im Kunstgebäude und Altem Schloß Stuttgart, 15. September 2012 bis 17. Februar 2013, Archäologisches Landesmuseum und Landesmuseum Württemberg.
  • Mythos Atelier. Künstlerräume von Carl Spitzweg bis Bruce Nauman,Staatsgalerie Stuttgart, 27. Oktober 2012 bis 10. Februar 2013.
  • Camille Corot – Natur und Traum, 29. September 2012 bis 20. Januar 2013, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe[15]

2013

  • In der Luft und unter Wasser – unterwegs im Bodenlosen, 25. April bis 10. November 2013, Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe. 66.000 Besucher[16]
  • Durch Nacht zum Licht? Die Geschichte der Arbeiterbewegung 1863 bis 2013, 2. Februar bis 25. August 2013, TECHNOSEUM – Landesmuseum für Technik und Arbeit Mannheim.[17][18]
  • Im Glanz der Zaren – Die Romanows und Württemberg, 5. Oktober 2013 bis 23. März 2014, Landesmuseum Württemberg.[19]
  • Inka - Könige der Anden. 12. Oktober 2013 bis 16. März 2014, Linden-Museum Stuttgart.[20]

2014

  • Room Service - Vom Hotel in der Kunst und Künstlern im Hotel. 22. März bis 22. Juni 2014, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden.
  • Das Konstanzer Konzil. Weltereignis des Mittelalters. 27. April bis 21. September 2014, Badisches Landesmuseum (Ausstellungsort: Konstanz). 1414 begann das Konstanzer Konzils, ein kirchenpolitisches Großereignis, welches Konstanz von 1414 bis 1418 zum Zentrum der europäischen Diplomatie machte.[21]
  • Fastnacht der Hölle. Der Erste Weltkrieg und die Sinne. 4. April 2014 bis 1. März 2015, Haus der Geschichte Baden-Württemberg.[22]
  • Oskar Schlemmer – Visionen einer neuen Welt. 21. November 2014 bis 6. April 2015, Staatsgalerie Stuttgart[23]
  • Herzblut – Geschichte und Zukunft der Medizintechnik (25-jähriges Museumsjubiläum des Technoseums). 5. November 2014 bis 7. Juni 2015, TECHNOSEUM – Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim. [24]

Geplante Landesausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015

  • Karlsruhe 1715–2015 – Kreuzpunkt der Kulturen zwischen Frankreich und Deutschland (300-jähriges Jubiläum der Stadt Karlsruhe) Badisches Landesmuseum, Doppelausstellung. Kooperationen: Karlsruhe, Straßburg, DRAC, PAMINA, OMP, Universität Mannheim, Universität Straßburg, Memorial in Schirmeck.
  • 1715: Die europäische Kunst auf dem Weg zur Moderne (300-jähriges Stadtjubiläum Karlsruhe), Staatliche Kunsthalle Karlsruhe.

2016

Ausstellungen der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelreferenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://mwk.baden-wuerttemberg.de/kunst-und-kultur/museen/grosse-landesausstellungen/
  2. http://www.troia.de
  3. http://landesmuseum.de/sonder/2001/mittelalter/blm/set.html
  4. http://www.baden-wuerttemberg.de/land/agent/index.php3?id=49746
  5. http://landesmuseum.de/sonder/2005/imperium/start.htm
  6. http://www.staatsgalerie.de/aus_monet/
  7. http://www.koenigreich-wuerttemberg.de
  8. 328.000 besuchen Naturkundemuseum (Memento vom 14. August 2007 im Internet Archive), Stuttgarter Zeitung vom 5.November 2007
  9. http://www.matthias-gruenewald.com
  10. Abschlussbericht auf SWO Kunstportal Baden-Württemberg
  11. http://www.mumien-stuttgart.de
  12. Nachricht vom 24. März 2008 auf swr.de
  13. http://www.germangalleries.com/Kunsthalle_Karlsruhe/Ernst_2000.html
  14. http://www.baden-wuerttemberg.de/sixcms/detail.php?id=241700
  15. Ausstellungsrückblick der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe
  16. Erläuterungen zur Ausstellung durch das Naturkundemuseum Karlsruhe
  17. Technoseum (Hrsg.): Durch Nacht zum Licht? Geschichte der Arbeiterbewegung 1863-2013. Mannheim 2013, ISBN 978-3980857178
  18. Ausstellungsbeschreibung durch das TECHNOSEUM
  19. Ausstellungsrückblick: Im Glanz der Zaren
  20. Ausstellungsbeschreibung durch das Linden-Museum Stuttgart
  21. Ausstellungsbeschreibung durch das Badische Landesmuseum
  22. Ausstellungshinweis des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg
  23. Seite der Staatsgalerie Stuttgart zur Großen Landesausstellung Oskar Schlemmer
  24. Seite des Technoseums zur Ausstellung Herzblut
  25. Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden: Programm – Staatliche Kunsthalle Baden-Baden. In: www.kunsthalle-baden-baden.de. Abgerufen am 26. September 2016.
  26. Alfried Wieczorek, Bernd Schneidemüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die Staufer und Italien. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2010, ISBN 978-3-8062-2366-8
  27. Website der Ausstellung „Die Staufer und Italien“
  28. Alfried Wieczorek, Michael Hörrmann: Die Wittelsbacher am Rhein : die Kurpfalz und Europa. Schnell + Steiner, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7954-2644-6
  29. Website der Ausstellung „Die Wittelsbacher am Rhein“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]