Kulturwerk Mansfeld-Südharz

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Theater Eisleben

Das Kulturwerk Mansfeld-Südharz, getragen vom Landkreis Mansfeld-Südharz sowie den Städten Hettstedt und Lutherstadt Eisleben, betreibt das Theater in Eisleben. Als Landesbühne oder auch nur allgemein Theater wird das Haus auf Grund einer Auflage des Landes Sachsen-Anhalt nicht mehr bezeichnet.[1]

Das Theater Eisleben ist am 13. Juli 1945 von Ralph Wiener als erstes deutsches Nachkriegstheater gegründet worden. Die ursprünglich privatrechtlich organisierte Bürgerbühne Eisleben wurde 1953 verstaatlicht[2] und fortan als Thomas-Müntzer-Theater geführt[3]. 1960 übernahm das Haus die Sparte Musiktheater des damaligen Stadttheaters Köthen.[4]

1990 sah sich das Theater Eisleben mit dem Zusammenbruch seiner bisherigen Zuschauerstruktur und der Schließung zahlreicher, bis dahin regelmäßig bespielter Gastspielorte konfrontiert.[5] Das Haus trennte sich von der Bezeichnung nach Thomas Müntzer, die als rein politisch motiviert angesehen wurde. Mit Hinblick auf die umfangreiche Gastspieltätigkeit entschied der damalige Intendant Frank Hofmann, als Landesbühne Sachsen-Anhalt aufzutreten. Die Zahl der Mitarbeiter, die in Spitzenzeiten 222 betrug, sank auf 70. Intensive Bemühungen zur Rettung der Sparte Musiktheater und des Orchesters scheiterten am Geldmangel; sie mussten 1993 aufgegeben werden.[6]

Auf Grund einer 2007 vom Landesverwaltungsamt gegenüber dem Landkreis Mansfeld-Südharz ausgesprochenen Auflage wurde die Landesbühne Sachsen-Anhalt 2011 in eine GmbH überführt. Ebenfalls 2011 legte Kultusminister Stephan Dorgerloh eine Fusion mit dem Theater Nordhausen nahe. Dem entsprachen die Träger beider Häuser. Kurz vor dem Abschluss der Fusionsverträge erklärte die Landesregierung im Juni 2013, ihre Förderung des Theaters Eisleben, die sich zu diesem Zeitpunkt auf knapp 1,3 Millionen Euro pro Jahr belief, ab 2014 völlig einstellen zu wollen. Eine unmittelbare Schließung des Hauses konnten die Träger durch eine Erhöhung ihrer Zuschüsse abwenden.[7]

In kontroversen Verhandlungen mit der Landesregierung konnte eine bis 2018 befristete und auf ein Drittel des bisherigen Volumens beschränkte Weiterführung der Förderung erreicht werden. Diese Förderung gewährt das Land Sachsen-Anhalt nicht mehr für ein Theater, sondern für Kulturvermittlung. In diesem Rahmen wird der Theaterbetrieb der bisherigen Landesbühne Sachsen-Anhalt von einer als „einstellig“ umschriebenen Zahl von Mitarbeitern als Kulturwerk MSH Schauspiel weitergeführt. Darüber hinaus organisiert das Kulturwerk Mansfeld-Südharz weiter Gastspiele anderer Theater in Eisleben, insbesondere im Bereich Musiktheater.[1][8][9][10][11]

Das Theater in Eisleben bietet Platz für 387 Zuschauer. Außerdem verfügt es über eine Studiobühne mit 90 Sitzplätzen. Geleitet wird das Haus weiter vom seit 1994 amtierenden Intendanten der bisherigen Landesbühne Sachsen-Anhalt, Ulrich Fischer.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ralph Wiener: Kleine Stadt ganz groß. Zur Geschichte des ersten deutschen Nachkriegstheaters. Schäfer, Langenbogen 2007, ISBN 978-3-938642-21-4
  • Ralph Wiener: Die Gründung des Bürgertheaters Eisleben. Das erste deutsche Nachkriegstheater. Projekte-Verlag Cornelius, Halle 2012, ISBN 978-3-95486-121-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Wolfram Bahn: Kulturwerk Mansfeld-Südharz: Landrat Schatz hadert mit Vorgaben des Landes. In: Mitteldeutsche Zeitung. 19. Dezember 2013; abgerufen am 24. Februar 2016.
  2. Kulturwerk Mansfeld-Südharz: Theater in Eisleben. Abgerufen am 24. Februar 2016.
  3. Kulturwerk Mansfeld-Südharz: Die Kunst dem Volke. Abgerufen am 24. Februar 2016.
  4. Kulturwerk Mansfeld-Südharz: Volltheater. Abgerufen am 24. Februar 2016.
  5. Kulturwerk Mansfeld-Südharz: 222 VbE. Abgerufen am 24. Februar 2016.
  6. Kulturwerk Mansfeld-Südharz: Landesbühne Sachsen-Anhalt. Abgerufen am 24. Februar 2016.
  7. Deutsche Presse-Agentur: Landkreis und Kommunen wollen Landesbühne Eisleben erhalten. In: NMZ Online. 25. Juni 2013; abgerufen am 24. Februar 2016.
  8. Kulturwerk Mansfeld-Südharz: Kulturwerk MSH gGmbH. Abgerufen am 24. Februar 2016.
  9. Kulturwerk Mansfeld-Südharz: Ziele. Abgerufen am 24. Februar 2016.
  10. Kulturwerk Mansfeld-Südharz: Inhalte. Abgerufen am 24. Februar 2016.
  11. Deutsche Presse-Agentur: Kabinett billigt reduzierte Kultur-Förderung für Eisleben. In: NMZ Online. 15. April 2014; abgerufen am 24. Februar 2016.

Koordinaten: 51° 31′ 36″ N, 11° 33′ 21″ O