Landesbibliothek Coburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Landesbibliothek Coburg
Coburg-Ehrenburg2.jpg

Landesbibliothek Coburg in Schloss Ehrenburg

Gründung 1547
Bestand zirka 440.000 Medieneinheiten
Bibliothekstyp Wissenschaftliche Bibliothek, Regionalbibliothek
Ort Coburg
Bibliothekssigel DE-70Vorlage:Infobox Bibliothek/Wartung/Sigel
ISIL DE-70
Website Landesbibliothek Coburg

Die Landesbibliothek Coburg ist eine regionale, wissenschaftliche Bibliothek in Verwaltung des Freistaats Bayern. Sie hat ihren Sitz im Schloss Ehrenburg in Coburg und ist zuständig für das nordwestliche Oberfranken.

Bibliothek[Bearbeiten]

Die Bibliothek besitzt einen Bestand von rund 440.000 Bänden[1] aktueller und historischer Literatur sowie 400 Handschriften, 151 Inkunabeln und zirka 6.500 Autographe. Im Jahr 2007 betrug der Etat für Erwerbungen und Sachmittel 280.000 Euro. 13 Planstellen betreuen unter anderem ungefähr 5.100 angemeldete Nutzer.[2]

Zu den Kernsammlungen gehören unter anderem die ehemalige Hof- und Staatsbibliothek Sachsen-Coburgs mit zirka 55.000 Bänden, vor allem aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, und die Herzogliche Privatbibliothek mit 14.500 Titeln. Aber auch die historische Bibliothek des Gymnasiums Casimirianum mit 15.000 Titeln in 7.500 Bänden[3], schwerpunktmäßig aus 16. bis 18. Jahrhundert, und die Scheres-Bibliothek, vom ehemaligen Coburger Kanzler Johann Conrad von Scheres, genannt Zieritz (1641–1704) aufgebaut, mit juristischer Literatur des 17. Jahrhunderts, ist dazu zu zählen. Bedeutend sind ferner die Luther-Bibliothek und die Schlossbibliothek Niederfüllbach. Die Luthersammlung wurde von Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha zur Erinnerung an Martin Luthers Aufenthalt auf der Veste Coburg 1530 angelegt. Sie umfasst 850 Bände, vor allem zeitgenössische Lutherdrucke und ältere Sekundärliteratur. Die Schlossbibliothek Niederfüllbach wurde von Leopold I. aus dem Haus Sachsen-Coburg-Saalfeld vor seiner Wahl zum König der Belgier 1831 angelegt. Sie ist mit ihren kaum mehr als 500 Bänden repräsentativ für die Land- und Forstwirtschaft und die moderne Gutsbewirtschaftung der damaligen Zeit.

Lage[Bearbeiten]

Die Bibliothek ist im Schloss Ehrenburg ansässig. Die Ausleihe und die Lesesäle mit zirka 270 m² Fläche befinden sich im ersten Obergeschoss in kunsthistorisch wertvollen Räumen, Ausstellungen finden im sogenannten Silbersaal statt. Die Magazinräume befinden sich zum großen Teil im Erdgeschoss. Von 1968 bis 1981 wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen, unter anderem mit neuen Stahlbetondecken, für 4,5 Millionen DM durchgeführt.[4] Mit dem Umzug des Coburger Staatsarchivs vom Schloss in das Zeughaus im Jahr 1990 wurden die Platzprobleme bei den Stellkapazitäten vorläufig behoben.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1547 gründete Herzog Johann Ernst die Herzogliche Schlossbibliothek, die 1590 durch Herzog Johann Casimir ausgebaut wurde. Weitere bedeutsame Erweiterungen folgten zwischen 1764 und 1799 während der Regentschaften der Herzöge Ernst Friedrich und Franz Friedrich. Letzter gilt als der größte Sammler von Büchern und Graphiken unter den Coburger Regenten.

Von 1801 bis 1826 war Friedrich Karl Forberg als Bibliothekar in herzoglichen Diensten angestellt. In das Jahr 1805 fällt die Umwandlung der Herzoglichen Bibliothek, die im Schloss Ehrenburg untergebracht war, in eine öffentliche Herzogliche Hof- und Staatsbibliothek, die von der herzoglichen Dienerschaft genutzt werden durfte. Ab 1821 wurden Anschaffungen auch von der Landeskasse finanziert. Im Laufe der Zeit umfasste die Nutzerschaft auch die Gelehrten- und Geschäftswelt Coburgs. Nach dem Ende der Monarchie und der Gründung des Freistaates Coburg übernahm 1919 die Coburger Landesstiftung die Verwaltung der erst Landesbücherei, dann Landesbibliothek Coburg genannten Einrichtung. Die Coburger Landesstiftung war 1919 zu dem Zweck gegründet worden, das Kulturgut des untergegangenen Staates in rechtlicher Selbständigkeit zu erhalten.[5] Unter Wahrung ihrer historisch-traditionellen Bindung an Coburg wurde die Bibliothek ab 1. Januar 1973 in die Verwaltung des Freistaats Bayern übernommen. Die teilweise ungeklärten Eigentumsverhältnisse an den Beständen der Landesbibliothek Coburg blieben unberührt.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Silvia Pfister: Die Stiftung übernimmt die Verwaltung und Erhaltung der bisherigen Hof- und Staatsbücherei. In: Jahrbuch der Coburger Landesstiftung 2009. Coburg 2009, ISSN 0084-8808, S. 159–174

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.landesbibliothek-coburg.de/geschichte_21_jh.htm
  2. Deutsche Bibliotheksstatistik 2007
  3. Katalogsystem der Landesbibliothek Coburg
  4. Rolf Fuhlrott, Gerhard Liebers, Franz-Heinrich Philipp: Bibliotheksneubauten in der Bundesrepublik Deutschland 1968-1983 . München 1983, ISBN 3-465-01567-3
  5. Beck, Emil: Geschichte und Rechtslage der Coburger Landesstiftung. Diss. Erlangen 1967, S. 13; (Coburgisches) Gesetz über die Verwendung des bisherigen Domänengutes und über die Errichtung einer Landesstiftung vom 9. August 1919.
  6. Silvia Pfister: Die Stiftung übernimmt die Verwaltung und Erhaltung der bisherigen Hof- und Staatsbücherei. S. 169

50.25805555555610.967222222222Koordinaten: 50° 15′ 29″ N, 10° 58′ 2″ O