Landesgericht Innsbruck

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OsterreichÖsterreich Landesgericht Innsbruck
— LG Innsbruck —p1
Staatliche Ebene Bund
Stellung ordentliches Gericht
Hauptsitz Innsbruck, Maximilianstraße 4
Präsident Gerhard Salcher
Website www.justiz.gv.at

Das Landesgericht Innsbruck (kurz: LG Innsbruck) ist eines von 20 Landesgerichten in Österreich. Es ist für das Bundesland Tirol zuständig.[1] Es befindet sich zusammen mit dem Oberlandesgericht Innsbruck in den Gebäuden Maximilianstraße 4 und Schmerlingstraße 1 (Altbau). Im Altbau befindet sich außerdem auch die Oberstaatsanwaltschaft Innsbruck und Staatsanwaltschaft Innsbruck.[2]

Zuständigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Landesgericht obliegt ihm in zweiter Instanz die Behandlung der Rechtsmittel gegen Entscheidungen der Bezirksgerichte. Grundsätzlich ist es für Zivilsachen bei einem 15.000 € übersteigenden Streitwert in erster Instanz zuständig. Bestimmte Rechtssachen fallen jedoch unabhängig vom Streitwert in die Zuständigkeit der Bezirksgerichte. Für Strafsachen ist es in erster Instanz zuständig, wenn die Strafandrohung über einem Jahr liegt. Bestimmte Strafsachen fallen auch bei geringerer Strafdrohung in seine Zuständigkeit.[1]

Rechtsmittelinstanz für Entscheidungen des Landesgerichtes Innsbruck ist das Oberlandesgericht Innsbruck.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Gerichtsgebäude des Landesgerichtes Innsbruck
Altbau
Neues Gerichtsgebäude des Landesgerichtes Innsbruck
Neubau

Das Gerichtsgebäude wurde von 1884 bis 1887 nach Plänen von Joseph Winterhalder unter der Leitung des Baumeisters Anton Fritz sen. erbaut und nach Bombenschäden von 1945 bis 1950 unter Leitung von Hans Feßler wiederhergestellt. Der dreigeschoßige Neorenaissance-Bau umschließt mit vier Flügeln einen Innenhof. Die Hauptfassade, die die gesamte Länge der Schmerlingstraße einnimmt, weist einen walmdachgedeckten Mittelrisalit auf. Dessen drei mittlere Achsen nimmt ein monumentaler Portalvorbau mit kannelierten Säulen und darüberliegendem Steinbalkon ein. Der durch ein Gesims abgeschlossene Sockelbereich ist in Steinrustika, das restliche Erdgeschoß in Putzrustika gestaltet. Über dem Erdgeschoß verläuft ein antikisierender Fries. Die Obergeschoße sind mit Putzquaderfugen gegliedert, die Fenster sind profiliert und gerahmt. Das Treppenhaus springt an der Hofseite vor. Der ehemalige Verhandlungssaal im zweiten Obergeschoß ist mit einem Spiegelgewölbe und einer geschichteten Pilasterordnung versehen. Das denkmalgeschützte Gebäude zählt zu den bedeutendsten historistischen Monumentalbauten Innsbrucks.[3][4]

Von 1969 bis 1973 wurde auf dem südlich anschließenden Areal des ehemaligen Gefangenenhauses ein zwölfstöckiger Neubau nach Plänen von Charlotte und Karl Pfeiler errichtet. In dem von der Maximilianstraße aus erschlossenen Gebäude ist heute ein Großteil der Gerichtsräumlichkeiten untergebracht.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Landesgericht Innsbruck. Zuständigkeit. Bundesministerium für Justiz, abgerufen am 3. November 2017 (österreichisches Deutsch).
  2. Landesgericht Innsbruck. Gebäudewegweiser. Bundesministerium für Justiz, abgerufen am 3. November 2017 (österreichisches Deutsch).
  3. Weirather, Wiesauer: Justizgebäude, Landesgericht/ Oberlandesgericht Innsbruck. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 3. Januar 2018.
  4. a b Christoph Hölz, Klaus Tragbar, Veronika Weiss (Hrsg.): Architekturführer Innsbruck. Haymon, Innsbruck 2017, ISBN 978-3-7099-7204-5, S. 81.

Koordinaten: 47° 15′ 45,7″ N, 11° 23′ 30,4″ O