Landesgewerbeanstalt Bayern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Landesgewerbeanstalt Bayern (LGA) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz Nürnberg. Sie verfügt über 8 Prüfämter für Standsicherheit mit insgesamt 18 Standorten in ganz Bayern. Die Prüfung von baustatischen Berechnungen ist die Kernaufgabe der LGA. Solche unabhängigen, fachkundigen Bauwerksprüfungen folgen dem Vier-Augen-Prinzip. Die grundsätzlichen Regelungen finden sich in den Bauordnungen der Länder.

Weitere Untersuchungs-, Prüf- und Zertifizierungsbereiche hat die LGA in den Jahren 1995 bis 2004 in eigenständige Gesellschaften ausgelagert. Einen Großteil dieser Gesellschaften hat sie 2004 in einer Zwischenholding gebündelt und zusammen mit dem Firmengelände an der Tillystraße in Nürnberg an die TÜV Rheinland Holding AG verkauft. Seither benutzt auch der TÜV Rheinland die Marke "LGA" auf den Gebieten der Produktprüfung. Der LGA-Standort in Nürnberg wurde zum Regionalzentrum Süd für die gesamte TÜV Rheinland Group ausgebaut.

Die LGA ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts der Rechtsaufsicht des Freistaates Bayern unterworfen.

Die LGA ist nach wie vor Mitgesellschafterin der:

  • LGA Institut für Umweltgeologie und Altlasten GmbH
  • LGA Immissions- und Arbeitsschutz GmbH

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bildungszentrum Nürnberg am Gewerbemuseumsplatz ehemals das Bayerische Gewerbemuseum

Die LGA wurde 1869 als Bayerisches Gewerbemuseum u. a. von Lothar von Faber, Theodor von Cramer-Klett und Otto Stromer von Reichenbach gegründet,[1] ab 1909 in Bayerische Landesgewerbeanstalt umbenannt, 1916 Körperschaft des öffentlichen Rechts[2] und trägt seit 1969[3] die Bezeichnung Landesgewerbeanstalt Bayern.[4] Durch die Gründung dieser Einrichtung wurde das Konzept von Johann Caspar Beeg umgesetzt.[5]

1866 zog in den oberen Räumen der Fleischhalle der Vorläufer des Bayerischen Gewerbemuseum das Kunst- und Gewerbemuseum ein und wurde nach dem Tode von J. C. Beeg geschlossen um 1872 im Fleischerhaus sein erstes Domizil als Bayerisches Gewerbemuseum zu finden. Nach dem Umzug 1874 in die Königstraße wurde die Ausstellung und Einrichtung 1897 in den Neubau verlagert.[6] Um den Neubau zu finanzieren gab das Bayerische Gewerbemuseum ab 1872 Anteilsscheine in Gulden und bis mindestens 1894 in Mark aus.[7]

Der Neubau erfolgte 1892–1897 nach den Plänen des Architekten Theodor von Kramer am Gewerbemuseumsplatz in Nürnberg.[8]

1901 wurden durch Theodor von Kramer und u. a. mit Peter Behrens, Richard Riemerschmid und Paul Haustein die Einrichtung der Meisterkurse ab 1902 initiiert.

Mitte 1903 wurde das Bayerische Gewerbemuseum gutachterlich zum Betrieb und Leitungsnetz der Electricitätswerke u. Maschinenbau Gesellschaft Redwitz a.d.R. in Redwitz an der Rodach und im ersten Quartal 1904 zu Fragen der personellen und technischen Ausstattung gehört. Nicht zuletzt auf Grund dieser Stellungnahmen wurde am 11. März 1904 die Stilllegung angeordnet, aber nach sechs Wochen aufgehoben.[9]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Versuchsanstalt für Bierbrauerei in die LGA integriert.[10]

Meisterkurse (Kursleiter)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ab 1867 Kunst und Gewerbe. Wochenschrift zur Förderung deutscher Kunst-Industrie. Herausgegeben vom Bayerischen Gewerbemuseum zu Nürnberg.[15]
  • ab 1904–1919 Bayerische Brauer-Journal[16]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theodor von Kramer: Denkschrift zur Erinnerung an die Eröffnung des Neubaues des Bayerischen Gewerbemuseums in Nürnberg am 19. Juni 1897. Bieling-Dietz, Nürnberg 1897.
  • Christina Pallin: Das Bayerische Gewerbemuseum in Nürnberg, Entwürfe u. Ausführung d. Neubaus bis 1897, Erlangen-Nürnberg, Univ., Mag.-Arb., 1986
  • Franz Sonnenberger und Helmut Schwarz: Johann Caspar Beeg 1809–1867 Lebenslinien eines Technologen 1989, 192 S., ISBN 978-3-924461-07-2
  • Silvia Glaser: Das Bayerische Gewerbemuseum in Nürnberg und seine Gründerväter Lothar von Faber und Theodor von Cramer-Klett.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Gewerbemuseum Nürnberg (PDF; 14 kB) Deutsches Historisches Museum
  2. Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980
  3. Das Gewerbemuseum der LGA im Germanischen Nationalmuseum
  4. Homepage LGA
  5. Franz Sonnenberger, Helmut Schwarz: Johann Caspar Beeg: 1809–1867; Lebenslinien eines Technologen. Spätlese, Nürnberg 1989, ISBN 978-3-924461-07-2, Klappentext auf buchhandel.de
  6. Los 550 und 551
  7. Nachweis
  8. structurae.de
  9. gutachterliche Tätigkeit (PDF; 3,7 MB)
  10. lga.de
  11. Peter Behrens
  12. Richard Riemerschmid
  13. Paul Haustein
  14. Friedrich Adler
  15. Kunst und Gewerbe
  16. Bayerische Landesbibliothek Online

Koordinaten: 49° 26′ 6″ N, 11° 1′ 55″ O