Landesklinikum Amstetten-Mauer

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Landesklinikum Amstetten-Mauer
Ort Mauer bei Amstetten
Staat Österreich
Koordinaten 48° 5′ 33″ N, 14° 48′ 21″ OKoordinaten: 48° 5′ 33″ N, 14° 48′ 21″ O
Website http://www.mauer.lknoe.at
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Landesklinikum Amstetten-Mauer, repräsentatives Verwaltungsgebäude im Eingangsbereich
Krankenhauskirche im Jugendstil
BW

Das Landesklinikum Amstetten-Mauer ist ein psychiatrisches Krankenhaus in Mauer bei Amstetten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesheil- und Pflegeanstalt für Geisteskranke wurde 1898–1902 als Pavillonanlage im Jugendstil von Carlo von Boog errichtet und von Kaiser Franz Joseph 1902 feierlich eingeweiht. Dieser soll folgenden Satz gesagt haben, als man ihm die Anlage zeigte: „Es muss schön sein, in Mauer ein Narr zu sein.“

Und tatsächlich stellte die offene Bauweise der Anstalt mit 19 Pavillons inmitten eines riesigen Parks einen Quantensprung in der Versorgung psychisch Kranker dar, verglichen etwa mit den barocken Asylen wie dem Narrenturm in Wien. Die verkehrstechnisch günstige Lage an der Westbahn und die enorme Aufnahmekapazität (1000 Patienten) wurde gewählt, um neben der Versorgung Niederösterreichs auch die Betreuung von Patienten aus der damaligen Weltstadt Wien zu gewährleisten.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit des Nationalsozialismus kam es auch zu Krankenmorden, unter anderem durch Emil Gelny.[1][2]

Zwischen Juni 1940 und August 1941 wurden aus Mauer-Öhling bis zu 1.600 Patientinnen und Patienten in der Tötungsanstalt Schloss Hartheim bei Linz durch Gas ermordet. Auch danach wurde weiter gemordet.[3]

Czech schätzt, dass insgesamt 2700 Patienten der Klinik durch Vergasen, Elektroschocks, Vergiften und systematisches Verhungernlassen ermordet wurden.[4]

Einrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute beherbergt das Landesklinikum neben der akutpsychiatrischen Abteilung auch Einrichtungen für Alkoholentwöhnung, Drogenentzug, forensische Psychiatrie, Psychosomatik, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Soziotherapie und Rehabilitation. Außerdem gibt es drei Neurologische Abteilungen mit einer Wachkomastation, eine interne Geriatrie und mehrere Pflegeheime.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Clemens Arthur Ableidinger: Alles zum Besten der Narren. Der Einfluss des Ersten Weltkrieges auf die Kaiser Franz Joseph Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling. Diplomarbeit, Wien 2017.
  • Herwig Czech: Von der „Aktion T4“ zur „dezentralen Euthanasie“. Die niederösterreichischen Heil- und Pflegeanstalten. Gugging, Mauer-Öhling und Ybbs. In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.): Fanatiker, Pflichterfüller, Widerständige. Reichsgaue Niederdonau, Groß-Wien, Wien 2016 (= Jahrbuch 2016).
  • Michaela Gaunerstorfer: Die psychiatrische Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling 1938–1945. Diplomarbeit, Wien 1989.
  • Elisabeth Koller-Glück, Peter Kunerth: Carlo von Boog und Mauer-Öhling. Die Kaiser Franz Joseph-Landes-Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling. Ein Jugendstiljuwel in Niederösterreich. Verlag Niederösterreichisches Pressehaus, Wien 1988, ISBN 3-85326863-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Henry Friedlander: The Origins of Nazi Genocide. Univ of North Carolina Press, 1997, ISBN 978-0-807-84675-9, S. 354 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. http://pflege-professionell.at/die-heil-und-pflegeanstalt-mauer-oehling-in-der-ns-zeit
  3. http://www.injoest.ac.at/de/projekte/laufende-projekte/mauer-oehling/mauer-oehling.html
  4. H. Czech: Von der “Aktion T4” zur “dezentralen Euthanasie”. Die niederösterreichischen Heil- und Pflegeanstalten Gugging, Mauer-Öhling und Ybbs. Jahrbuch des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes 2016, zit. nach G. Gazdag, G. S. Ungvari, H. Czech: Mass killing under the guise of ECT: the darkest chapter in the history of biological psychiatry. In: History of Psychiatry 28.4, S. 482–488, hier S. 485.