Landesliga

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Landesliga ist im deutschen Ligasystem die Bezeichnung einer überregionalen Spielklasse. Oft ist sie damit die höchste Liga auf dem Gebiet eines überregionalen Sportverbandes. Existiert neben der Landesliga in einer Sportart und Region gleichzeitig eine Verbandsliga, ist die Verbandsliga meistens die höhere der beiden Spielklassen. Der Landesliga untergeordnet sind die selten vorkommenden Landesklassen, häufiger jedoch die Bezirksligen und Bezirksklassen.

Eishockey[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesliga ist in Deutschland die fünft- oder sechsthöchste Spielklasse und, außer in Bayern und Nordrhein-Westfalen, die niedrigste Spielklasse innerhalb des Eishockey-Ligasystems in Deutschland. In Bayern ist die Landesliga in drei Gruppen unterteilt. Meist ist die Landesliga eine reine Meldeliga, sprich jeder Verein des Bundeslandes kann für die Liga melden. Teilweise können auch Vereine aus anderen Bundesländern für die Landesligen melden.

Einzelne Landesligen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landesliga Nord (6. Liga; Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern; in drei Staffeln)
  • Landesliga Berlin (5. Liga)
  • Landesliga Hessen (6. Liga)
  • Landesliga NRW (5. NRW)
  • Landesliga Baden-Württemberg (5. Liga; mit Teilnehmern aus Rheinland-Pfalz)
  • Landesliga Bayern (5. Liga; in drei Gruppen)

Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Einführung der 3. Liga in der Saison 2008/09 ist die Landesliga in zehn der 21 Landesverbände des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die siebthöchste Spielklasse im Fußball-Ligasystem (im Männerfußball). In sieben Landesverbänden ist sie dagegen auf der sechsten Ebene angesiedelt bzw. im Saarland auf der achten Stufe. In den Landesverbänden von Hessen, Rheinland und Schleswig-Holstein wurde die Landesliga aufgelöst. Die Landesliga wird in den jeweiligen Landesverbänden regelmäßig in mehreren parallelen Staffeln ausgetragen, die gleichermaßen zum Aufstieg in die nächsthöhere Liga berechtigen. Eine eingleisige Landesliga gibt es lediglich in den Landesverbänden von Bremen und Sachsen.

Landesligen nach DFB-Landesverbänden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landesverband Liga Stufe
[Anm. 1]
Staffeln Ausdehnung (Fußballbezirke und -kreise)
Baden Landesliga Baden VII Mittelbaden Kreise Bruchsal, Karlsruhe und Pforzheim
Odenwald Kreise Mosbach, Buchen und Tauberbischofsheim
Rhein-Neckar Kreise Heidelberg, Mannheim und Sinsheim
Bayern Landesliga Bayern VI Nordwest Teile der Bezirke Mittelfranken, Oberfranken und Unterfranken
Nordost Teile der Bezirke Mittelfranken, Oberfranken und Oberpfalz
Mitte Teile der Bezirke Mittelfranken, Niederbayern, Oberbayern und Oberpfalz
Südwest Teile der Bezirke Oberbayern und Schwaben
Südost Teile der Bezirke Niederbayern und Oberbayern
Berlin Landesliga Berlin VII Staffel 1
Staffel 2
Brandenburg Landesliga Brandenburg VII Nord
Süd
Bremen Landesliga Bremen VI -
Hamburg Landesliga Hamburg VI Hammonia
Hansa
Hessen Die Landesliga Hessen wurde zur Saison 2008/09 in Verbandsliga Hessen (VI) umbenannt.
Mecklenburg-Vorpommern Landesliga Mecklenburg-Vorpommern VII Nord
Ost
West
Mittelrhein Landesliga Mittelrhein VI Staffel 1
Staffel 2
Niederrhein Landesliga Niederrhein VI Gruppe 1
Gruppe 2
Niedersachsen Landesliga Niedersachsen VI Braunschweig Kreise Braunschweig, Gifhorn, Goslar, Göttingen, Helmstedt, Northeim-Einbeck, Osterode, Peine, Salzgitter, Wolfenbüttel und Wolfsburg
Hannover Kreise Diepholz, Hameln/Pyrmont, Hannover-Land, Hannover-Stadt, Hildesheim, Holzminden, Nienburg und Schaumburg
Lüneburg Kreise Celle, Cuxhaven, Harburg, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Osterholz, Rotenburg, Soltau-Fallingbostel, Stade, Uelzen und Verden
Weser-Ems Kreise Ammerland, Aurich, Bentheim, Cloppenburg, Delmenhorst, Emden, Emsland, Friesland, Leer, Oldenburg-Land, Oldenburg-Stadt, Osnabrück-Land, Osnabrück-Stadt, Vechta, Wesermarsch, Wilhelmshaven und Wittmund
Rheinland Die Landesliga Rheinland (V) wurde nach der Saison 2002/03 aufgelöst.
Saarland Landesliga Saarland VIII Nordost Bezirke Homburg, Neunkirchen und St. Wendel
Südwest Bezirke Merzig, Saarbrücken und Saarlouis
Sachsen Landesklasse Sachsen[Anm. 2] VII -
Sachsen-Anhalt Landesliga Sachsen-Anhalt VII Nord
Süd
Schleswig-Holstein Landesliga Schleswig-Holstein VI Holstein
Schleswig
Südbaden Landesliga Südbaden VII 1 Bezirke Baden-Baden und Offenburg
2 Bezirke Freiburg und Hochrhein
3 Bezirke Schwarzwald und Bodensee
Südwest Landesliga Südwest VII Ost Kreise Alzey-Worms, Mainz-Bingen, Rhein-Mittelhaardt, Rhein-Pfalz und Südpfalz
West Kreise Bad Kreuznach, Birkenfeld, Kaiserslautern-Donnersberg, Kusel-Kaiserslautern und Pirmasens-Zweibrücken
Thüringen Landesklasse Thüringen[Anm. 3] VII Nord
Ost
Süd
Westfalen Landesliga Westfalen VII 1: Ost
2: Süd
3: West
4: Nord
Württemberg Landesliga Württemberg VII 1 Bezirke Enz/Murr, Hohenlohe, Rems/Murr und Unterland
2 Bezirke Donau/Iller, Kocher/Rems, Neckar/Fils und Stuttgart
3 Bezirke Alb, Böblingen/Calw, Nördlicher Schwarzwald und Zollern
4 Bezirke Bodensee, Donau, Riß und Schwarzwald
Anmerkungen
  1. Spielklasse (Level) im Deutschen Fußball-Ligasystem.
  2. Die jetzige Sachsenliga (VI) wurde ehemals als Landesliga Sachsen bezeichnet.
  3. Die jetzige Thüringenliga (VI) wurde ehemals als Landesliga Thüringen bezeichnet.

Landesklassen in der SBZ/DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem überregionale Fußballwettbewerbe in der SBZ vorerst verboten wurde und daher anfangs nur auf Kreisebene Fußball gespielt wurde, entstanden nach Lockerung dieser Regelung in den fünf Ländern der SBZ oberste Landesklassen. Diese waren bis zur Spielzeit 1948/49 erstklassig, 1948 und 1949 qualifizierten sich die zwei jeweils bestplatzierten Vereine der Landesklassen für die Fußball-Ostzonenmeisterschaft. Nach Einführung der DDR-Oberliga zur Spielzeit 1949/50 waren die Landesklassen zweitklassig. Eine Saison später bildeten diese nach Einführung der DDR-Liga nur noch die dritte Ligaebene in der DDR. Im Sommer 1952 wurden die Länder in der DDR liquidiert und an ihre Stelle 14 Bezirke eingeführt. Der DDR-Fußball musste sich der neuen Verwaltungsstruktur mit seinem Ligensystem anpassen. Die Landesklassen wurden daher nach der Spielzeit 1951/52 aufgelöst und durch 14 Bezirksligen ersetzt.

Landesklasse Modus
Fußball-Landesklasse Brandenburg 1946/47: regionale Vorrunde + K.-o.-Runde; 1947/48: regionale Vorrunde + Endrunde; ab 1948/49: Rundenturnier
Fußball-Landesklasse Mecklenburg 1946/47: zwei Landesklassen + Endrunde; ab 1947/48: Rundenturnier
Fußball-Landesklasse Sachsen bis 1946/47 nur Kreismeisterschaften; 1947/48 & 1948/49: Kreismeisterschaften + Qualifikation zur Ostzonenmeisterschaft; ab 1949/50: Rundenturnier
Fußball-Landesklasse Sachsen-Anhalt bis 1946/47 nur Kreismeisterschaften; 1947/48: Kreismeisterschaften + Qualifikation zur Ostzonenmeisterschaft; ab 1948/49: Rundenturnier
Fußball-Landesklasse Thüringen bis 1946/47 nur Kreismeisterschaften; 1947/48: Kreismeisterschaften + Qualifikation zur Ostzonenmeisterschaft; ab 1948/49: Rundenturnier

Handball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesligen sind die sechsthöchsten Spielklassen im Handball, in Hessen jedoch die fünfthöchsten.

Tennis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesligen sind nach den 1. Tennisbundesligen (Herren, Damen, Herren 30), 2. Tennis-Bundesligen und Regionalligen die vierthöchsten Spielklassen im Tennis in den jeweiligen Altersklassen bei den Aktiven. Es sind die höchsten Ligen der jeweiligen Landesverbände.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Landesliga – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Landesklasse – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen