Landesmuseum für Natur und Mensch

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Das Landesmuseum für Natur und Mensch in Oldenburg (Oldenburg) ist ein überregional bedeutendes Sammlungsmuseum mit den Abteilungen Archäologie, Naturkunde und Völkerkunde. Schwerpunkte sind die Geologie und die Moorarchäologie Nordwestdeutschlands. Die Abteilung Naturkunde beherbergt auch die interdisziplinären Dauerausstellungen Moor & Geest und Küste & Marsch. Sonderausstellungen ergänzen das Programm des Museums.

Landesmuseum Natur und Mensch

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Landesmuseum für Natur und Mensch wurde 1836 von Großherzog Paul Friedrich August als Naturhistorisches Museum Oldenburg eröffnet. Erster Museumsvorstand war Oberkammerherr Alexander von Rennenkampff, in Osternburg als Bauherr der "Villa Rennenkampff" bekannt.

Der Grundstein der Sammlung wurde durch den Kauf [1] von 9.800 präparierten Insekten, 490 Vögeln sowie 26 kleiner einheimischer Säugetiere gelegt. Baron von Rennenkampff kaufte 1835 im Auftrag des Großherzogs diese Privatsammlung für 3.000 Reichstaler in Gold von dem Kreis-Physikus Dr. Otto Ernst Oppermann aus Delmenhorst. Dr. Oppermann hat mit einem neuen Ansatz die Tierpräparation revolutioniert und hierzu auch 1835 ein 350 seitiges Buch verfasst mit dem Titel: „über kunstgemäßes Ausstopfen der Thiere, ...“. Durch das persönliche Engagement des Großherzogs wurde die Sammlung stetig erweitert, Schwerpunkte waren die Erfassung der heimischen Tierwelt und eine naturwissenschaftliche Heimatforschung, deren Mittelpunkt Oldenburg wurde. 1867 wurden die völkerkundliche Sammlung, das Naturalien-Cabinett und die Altertümersammlung aus dem Schloss des Herzogs in das Museum integriert. 1880 wurde ein Neubau nötig, um die angewachsenen Sammlungen zu beherbergen. Seitdem befindet sich das Museum an seinem heutigen Standort. In der Nacht vom 22. auf den 23. September 1943 wurde das Gebäude bei einem Luftangriff auf Oldenburg schwer beschädigt.[2]

Stelen aus dem Wittemoor im Landesmuseum

Die intensive Besinnung auf die eigene Vergangenheit, die zu Anfang des 20. Jahrhunderts immer mehr die Gestaltung kultureller Einrichtungen prägt, sorgt dafür, dass die Archäologie in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit des Museums rückt. Die Erforschung des kulturellen Erbes und die Vermittlung der Ur- und Frühgeschichte an ein breites Publikum wurden zur zentralen Aufgabe.

Mit den politischen und wirtschaftlichen Veränderungen des frühen 20. Jahrhunderts änderte sich auch die Trägerschaft und der Name des Museums: erst wurde es staatliches Naturhistorisches Museum, 1938 dann Staatliches Museum für Naturkunde und Vorgeschichte.

1971 wurde das Gelände des Museums um das benachbarte ehemalige Gebäude der Landesbibliothek Oldenburg erweitert, damit wurde mehr Raum geschaffen für Dauer- und Sonderausstellungen.

Seit 1995 folgte die Gestaltung der Dauerausstellung der Idee, interdisziplinär die Integration von Natur- und Kulturgeschichte und das Werden und Wirken von Mensch und Tier darin darzustellen. Zentrale Themen sind Moor, Geest, Küste und Marsch, die typischen Landschaften der nordwestdeutschen Küstenregion. Als Verbindungsglied zwischen den Regionen dient die Hunte, die sie durchfließt. In einem großen Aquarium werden Wassertiere, Insekten und Pflanzen vorgestellt, deren Lebensraum die Hunte ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Etta Bengen: Das Großherzogliche Naturhistorische Museum. In: Jörgen Welp (Red.): Dem Wohle Oldenburgs gewidmet: Aspekte kulturellen und sozialen Wirkens des Hauses Oldenburg, 1773–1918 (= Veröffentlichungen der Oldenburgischen Landschaft. Bd. 9). Hrsg. von der Oldenburgischen Landschaft, Isensee, Oldenburg 2004, ISBN 3-89995-142-5, S. 159 ff.
  • Mamoun Fansa (Hg.): Von der Kunst Wissen zu vermitteln. 175 Jahre Landesmuseum Natur und Mensch. Geschichte und Gegenwart. Wienand Verlag, Köln 2011, ISBN 978-3-86832-079-4
  • Die Völkerkundliche Sammlung des Landesmuseums Natur und Mensch Oldenburg. In: Gundolf Krüger, Ulrich Menter, Jutta Steffen-Schrade (Hg.): TABU?! Verborgene Kräfte - Geheimes Wissen. Imhof Verlag, Petersberg 2012, Seite 105–107 und zahlreiche Abbildungen aus dem Museumsbestand. ISBN 978-3-86568-864-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Niedersächsisches Landesarchiv: Kaufvertrag von 1835, (Staatsarchiv Oldenburg, Rep. 751, Akz. 2010/054, Nr. 3)
  2. Jörg Deuter: Oldenburg - ein norddeutsches Stadtbild, S. 215. Oldenburg 1988.

Koordinaten: 53° 8′ 1″ N, 8° 13′ 10″ O