Landestheater Niederbayern

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Das Landestheater Niederbayern, gegründet 1952, ist ein Zwei-Sparten-Theater (Musiktheater und Schauspiel) in der Region Niederbayern unter dem Intendanten Stefan Tilch. Derzeit werden die Stadttheater Landshut und Passau, das Theater am Hagen in Straubing sowie weitere Abstecher-Spielorte im Bezirk Niederbayern bespielt. Das Orchester des Landestheaters ist die Niederbayerische Philharmonie.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außenansicht des Passauer Stadttheaters

Das Landestheater Niederbayern wurde 1952 unter dem Namen „Zweckverband Niederbayerisches Städtebundtheater“ gegründet. Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs hatten die Theater in Landshut, Passau und Straubing bereits unabhängig voneinander den Spielbetrieb aufgenommen. Infolge der Währungsreform führten finanzielle Schwierigkeiten 1950 jedoch zur Schließung der drei Häuser. Im Februar 1952 wurde die Arbeit im Rahmen des Niederbayerischen Städtebundtheaters – damals noch ein loser Verbund – wieder aufgenommen. Der erste Spielplan umfasste fünf Sprechtheater, sechs Opern und zwei Operetten. Da das Theater im ersten Jahr noch nicht über ein eigenes Ensemble verfügte, wurden die ersten Produktionen ausschließlich mit Gästen besetzt. Bereits im Gründungsjahr wurde die heutige funktionale Aufteilung etabliert, wonach die Schauspielabteilung ihren Sitz in Landshut hat und die musikalische Abteilung in Passau beheimatet ist.

Am 5. Oktober 1952 wurde der„ Zweckverband Niederbayerisches Städtebundtheater“ konstituiert, erster Intendant war Erik Wildhagen. Da auch Orte im Bezirk Oberbayern bespielt wurden, benannte sich die Körperschaft des öffentlichen Rechts 1953 in „Südostbayerisches Städtetheater“ um, der Name, den das Theater für die nächste 55 Jahre tragen sollte. 1964 trat der Bezirk Niederbayern dem Zweckverband bei. Aus finanziellen Gründen sollte der Zweckverband 1968/69 auf Vorschlag des Bayerischen Obersten Rechnungshofes aufgelöst werden, was allerdings von den Mitgliedern abgelehnt wurde. Weil im Laufe der Jahre die Zahl der nicht-niederbayerischen Spielorte stetig abnahm, beschloss der Zweckverband 2008 die Umbenennung in „Landestheater Niederbayern“. Das Theater beschäftigt derzeit rund 150 Mitarbeiter, darunter 14 Sänger, 19 Schauspieler und 42 Orchestermusiker. Die beiden Abteilungen in Landshut und Passau haben jeweils voneinander unabhängige eigene Werkstätten, Schneidereien, Technik- und Verwaltungsteams.

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

EnstTheater Landshut

Das Landestheater Niederbayern erfährt wegen seines oft sehr ambitionierten Spielplanes überregionale Aufmerksamkeit – regelmäßig finden sich darin Werke, die man zu Recht als absolute Raritäten bezeichnen darf: Francesca da Rimini von Riccardo Zandonai, Adriana Lecouvreur von Francesco Cilea, La rondine von Giacomo Puccini oder Orlando furioso von Antonio Vivaldi.

Seit Sommer 2009 gehören die Burgenfestspiele Niederbayern fest zum Programm des Landestheaters Niederbayern – für das Freilicht-Festival verlässt das Theater seine gewohnten Spielstätten und bespielt den Prantlgarten vor dem Skulpturenmuseum in Landshut, die Veste Oberhaus in Passau und das Herzogsschloss in Straubing. Der Spielplan 2018/2019 umfasst insgesamt 18 Neuproduktionen: sechs Opern- und Singspiel-Neuproduktionen, eine Musical-Produktion, fünf Schauspielproduktionen sowie drei Studio- und drei Kinder- und Jugendtheater-Produktionen. In Zusammenarbeit mit dem Theater in Budweis entsteht in der Spielzeit 2018/19 die Produktion Endstation Sehnsucht, ein Handlungsballett von Libor Vaculik nach Tennessee Williams. Daneben spielt die Niederbayerische Philharmonie – das Orchester des Landestheaters Niederbayern – sechs Sinfoniekonzerte, eine Faschingsgala, eine Neujahrsgala sowie insgesamt fünf Kammerkonzerte.

Spielstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater Am Hagen

Das Landestheater Niederbayern verfügt über insgesamt sechs Spielstätten. Die Hauptspielstätte in Landshut ist das Theaterzelt in der Niedermayerstraße, da das Stadttheater im Bernlochner bis zur Spielzeit 2024/25 saniert wird. Das Zelt fasst insgesamt 441 Plätze. Dazu kommen mehrere Aufführungsorte für kleine Studio-Produktionen, wie das König-Museum, der Salzstadel und die Alte Kaserne. In Passau finden die meisten Vorstellungen im Fürstbischöflichen Opernhaus mit 351 Sitzplätzen statt. Kammerkonzerte sowie andere kleine Veranstaltungen werden im Großen Redoutensaal gespielt. In Straubing spielt das Landestheater Niederbayern im Theater am Hagen, Studio-Produktionen finden im Alten Schlachthof statt.

Intendanten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 1950 Edgar Klitsch (Stadttheater Landshut)
  • 1952–1961 Erik Wildhagen
  • 1961–1967 Willy Meyer-Fürst
  • 1967–1970 Ludwig Bender
  • 1970–1996 Klaus Schlette
  • 1996–2002 Johannes Reitmeier
  • seit 2002 Stefan Tilch

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Benjamin Henrichs: Käthchen in Landshut: heiter. – Eine Oase: Klaus Schlettes Südostbayerisches Städtetheater. In: Die Zeit. 17. März 1980 (zeit.de).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landestheater Niederbayern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien