Landeszahnärztekammer Hessen

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Rechtsform Körperschaft öffentlichen Rechts
Aufsichtsbehörde Hessisches Sozialministerium
Hauptsitz Frankfurt am Main
Website lzkh.de

Die Landeszahnärztekammer Hessen, mit Sitz in Frankfurt am Main und einer Außenstelle in Kassel, ist die Berufsvertretung von derzeit über 6.600 hessischen Zahnärztinnen und Zahnärzten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landeszahnärztekammer Hessen ging aus dem Verein „Zahnärztekammer Hessen e.V.“ hervor. Der Verein wurde am 13. Juni 1953 gegründet.[1] Nach Verabschiedung des Kammergesetzes durch den Hessischen Landtag im Jahre 1954 wurde die Landeszahnärztekammer Hessen in ihrer heutigen Organisationsform als Körperschaft öffentlichen Rechts gebildet.[2] Liste des geschäftsführenden Vorstands[3]:

Amtszeit Präsident Vizepräsident
1956 – 1960 Wilhelm Euler Willy Rossmann
1960 – 1964 Erich Singer Fritz Lotz
1964 – 1972 Erich Singer Karl Müller
1972 – 1976 Erich Singer Gerd Möbus
1976 – 1980 Gerd Möbus Werner Löser
1980 – 1984 Werner Löser Horst Pantke
1984 – 1988 Werner Löser Wilfried Schad (bis 1986) / Jörg Zey (ab 1986)
1988 – 1992 Jorg Zey (bis 1991) Heinz Krug
1992 – 1997 Peter Witzel Michael Frank
1997 – 2013 Michael Frank Giesbert Schulz-Freywald
2013 – heute Michael Frank Wolfgang Klenner

Zuständigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der hessische Gesetzgeber hat im Heilberufsgesetz den Aufgabenkatalog der Landeszahnärztekammer Hessen definiert.[4] Als gemeinwohlorientierte Körperschaft des öffentlichen Rechts erfüllt die Landeszahnärztekammer Hessen gesetzliche Aufgaben. Hierzu gehört nicht nur die gesundheits- und standespolitische Interessenvertretung ihrer Mitglieder, sondern auch die Information und Aufklärung der Bürger. Insbesondere zur Gewährleistung des Patientenschutzes unterhält die Landeszahnärztekammer Hessen ein dreistufiges System von Beratungs- und Schlichtungsmöglichkeiten:

Patientenberatungsstelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landeszahnärztekammer Hessen unterhält für Patienten eine eigene Patientenberatungsstelle. Die zentrale Beratungsstelle ist für die Bürger Hessens telefonische und schriftliche Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Zahnmedizin, die zahnärztliche Therapie und deren Abrechnung.

Schlichtungsstelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Unstimmigkeiten zwischen Zahnarzt und Patient haben Patienten die Möglichkeit, sich an den Schlichtungsausschuss der Landeszahnärztekammer Hessen zu wenden.[5]

Die Schlichtungsstelle dient der einvernehmlichen und außergerichtlichen Einigung. Sie steht für den Patienten kostenlos zur Verfügung, um eine gütliche Einigung zu erzielen. Das Schlichtungsverfahren vor dem Schlichtungsausschuss der Landeszahnärztekammer Hessen ist freiwillig, beide Parteien müssen mit einem solchen Verfahren einverstanden sein. Der Schlichtungsausschuss fällt dabei seine Entscheidung aufgrund der Aktenlage und des Ergebnisses der anzuberaumenden, mündlichen Verhandlung. Ein fachliches Gutachten wird im Rahmen des Schlichtungsverfahrens nicht erstellt.

Gutachterstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Privatgutachten

Die Landeszahnärztekammer Hessen hält einen ausgewählten und fortgebildeten Kreis von Fachgutachtern für alle Bereiche der Zahn-, Mund und Kieferheilkunde vor. Die Privatgutachten können vom Patienten beauftragt werden. Die dafür erforderlichen Kosten obliegen dem Patienten.[6]

Gerichtsgutachten

Die Landeszahnärztekammer Hessen schlägt auf Anfrage Hessischer Gerichte geeignete Sachverständige für die Erstellung von Gerichtsgutachten vor.[6]

Fortbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landeszahnärztekammer fördert weiterhin die berufliche Fort- und Weiterbildung ihrer Kammerangehörigen. Dafür bietet die Landeszahnärztekammer Hessen mit ihrer Fortbildungsakademie Zahnmedizin Hessen GmbH (FAZH) in eigenen Fortbildungsräumen umfangreiche zahnärztliche Fortbildungsveranstaltungen für Zahnärzte sowie Praxismitarbeiterinnen an.

Fortbildungsveranstaltung

Berufsausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landeszahnärztekammer Hessen führt in Hessen gemäß dem Berufsbildungsgesetz die Ausbildung zur / zum Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) durch und trägt die Ausbildungsverhältnisse in das zugehörige Verzeichnis ein.[7]

Für die berufliche Fortbildung bietet die FAZH verschiedene Aufstiegsqualifikationen an. Hierzu gehören die Fortbildung zur / zum Zahnmedizinischen Fachassistentin/en (ZMF) oder zur / zum Zahnmedizinischen Verwaltungsassistentin/en (ZMV).[8]

Röntgenstelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Landeszahnärztekammer Hessen befindet sich die zahnärztliche Röntgenstelle. Die Röntgenstelle hat die Aufgabe, die Qualitätssicherung der zahnärztlichen Röntgengeräte in Hessen gemäß der Röntgenverordnung zu überprüfen.[9] Dabei unterstützt die Röntgenstelle die Optimierung der Maßnahmen im Bereich Strahlenschutz, um die Strahlenbelastung der Patienten so gering wie möglich zu halten.

Sonstige Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demokratische Verfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Körperschaft des öffentlichen Rechts ist die Landeszahnärztekammer Hessen demokratisch verfasst, das heißt insbesondere Legitimation aller Gremien durch Wahlen, festgelegte Zuständigkeiten und verfasste demokratische Entscheidungsprozesse. Grundlage dafür ist die Satzung der LZKH. [10] Selbstverwaltungsorgane der Kammer sind:

  • Delegiertenversammlung (48 Mitglieder)
  • Vorstand (9 Mitglieder)

Die Zusammensetzung der Organe erfolgt durch Wahlen. Die Legislaturperiode beträgt 5 Jahre. Die laufenden Geschäfte der Kammer führt der geschäftsführende Vorstand in Zusammenarbeit mit der Hauptgeschäftsführung. Die LZKH gliedert sich in 51 Kreisstellen, denen die Erörterung und Durchführung der durch das Heilberufsgesetz der LZKH übertragenen Aufgaben nach Maßgabe der Beschlüsse der Organe obliegt. Das amtliche Mitteilungsorgan der Kammer ist „Der Hessische Zahnarzt“ (DHZ). Der DHZ erscheint alle zwei Monate in gemeinsamer Herausgeberschaft mit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilfried Schad: Chronik 50 Jahre Landeszahnärztekammer Hessen. S. 12.
  2. Wilfried Schad: Chronik 50 Jahre Landeszahnärztekammer Hessen. S. 15.
  3. Wilfried Schad: Chronik 50 Jahre Landeszahnärztekammer Hessen.
  4. § 5 Abs. 1 Hessisches Heilberufsgesetz auf rv.hessenrecht.hessen.de, abgerufen am 23. Februar 2013.
  5. § 3 Abs. 1 lit. d Schlichtungsordnung der Landeszahnärztekammer Hessen auf lzkh.de
  6. a b § 6 Abs. 1 Schlichtungsordnung der Landeszahnärztekammer Hessen auf lzkh.de, abgerufen am 23. Januar 2013.
  7. §34 Berufsausbildungsgesetz auf gesetze-im-internet.de, abgerufen am 23. Januar 2013.
  8. Aufstiegsfortbildung auf fazh.de, abgerufen am 22. Februar 2013.
  9. § 17a Röntgenverordnung auf gesetze-im-internet.de, abgerufen am 23. Januar 2013.
  10. Satzung der LZKH auf lzkh.de

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilfried Schad: Chronik 50 Jahre Landeszahnärztekammer Hessen. Frankfurt am Main, 2006.
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