Landgericht Kling

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Schloss Kling auf einem Stich von Michael Wening

Das kurfürstliche Land- und Pflegegericht Kling ist im 13. Jahrhundert aus der Grafschaft Kling, der Grafschaft Wasserburg am Inn und der Herrschaft Hartmannsberg entstanden.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grafschaft Kling, auch Klingenberg, ist schon vor dem 11. Jahrhundert belegt, da ein Graf Walther als Schirmvogt der Salzburger Erzbischöfe fungierte und im 11. Jahrhundert ein weiterer Graf Walther von Kling Schirmvogt des Klosters Ebersberg war. Dennoch bleibt ihre Entstehung und Gestalt im Dunkeln.

Spätestens ab 1265 besaß Kling eine stattliche herzogliche Burg, die als Sitz des Landrichters und Pflegers diente.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1321 haben Thomas I. von Freundsberg und Heinrich von Preysing das Gericht Kling von Kaiser Ludwig dem Bayern erhalten. 1327 ist von einem Richter Chiminger von Kling die Rede. 1329, nach der Teilung Bayerns, berichtet das drittälteste Urbar vom Pfleger zu Kling, dessen Turm- und einfachen Wächtern. Von 1334 bis 1341 wird Heinrich d.J. von Obing als Landrichter von Kling und Stadtrichter von Wasserburg bezeichnet. 1341 ist Zacharias von Hohenrain als Pfleger des Gerichts Kling belegt. 1352 wird Ulrich von Obing als Landrichter von Kling aufgeführt.

1392 fällt Kling gemeinsam mit Wasserburg am Inn an Herzog Stephan von Ingolstadt. Kling kommt 1445 aus dem Erbe Ludwig des Gebarteten an die Landshuter Linie. Es existiert unter anderem noch ein Steuerregister des Gerichts Kling von 1537. Seit 1568 existiert dank Philipp Apians Kartographie eine Darstellung des Gebietes des Landgerichts Kling.[1]

In der Folgezeit war Schloss Kling auch herzogliches Jagdschloss. Das Land- und Pfleggericht Kling wurde 1803/1808 aufgelöst und größtenteils dem Landgericht Trostberg zugeschlagen, das Schloss 1804 an den Meistbietenden verkauft und demoliert. Heute sind daher nur noch einige Mauerreste zu sehen.[2]

Ein Teil des Pflegschaftsgebiets kam später zum Landgericht Prien. 1862 wurde dann aus den Landgerichtsbezirken Trostberg und Traunstein das Bezirksamt Traunstein gegründet, in dem sich fast das gesamte ursprüngliche Gebiet wiederfindet. Aus der näheren Umgebung entstand die Gemeinde Kling, der später die Gemeinde Loibersdorf zugeschlagen wurde.

Gebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine grundsätzliche Beschreibung des Pflegschaftsgebietes ergibt: „Alles Land am rechten Innufer unterhalb Rosenheims bis hinauf nach Mittergars, östlich bis Waldhausen, Schnaitsee, Obing, Seeon, Chiemsee, Wildenwart, Sachrang, Hub, Hohenaschau, Frasdorf und Bernau.“

Zur Pflegschaft Kling gehörten also folgende Ortschaften (Liste noch nicht vollständig):

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Philipp Apian: Darstellung des Gebietes des Landgerichts Kling
  2. Externes Bild