Landgericht Koblenz

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Das Landgericht Koblenz ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit des Landes Rheinland-Pfalz im Bezirk des Oberlandesgerichtes Koblenz.

Gerichtssitz[Bearbeiten]

Das Landgericht Koblenz ist im Justizhauptgebäude in der Karmeliterstraße 14 in Koblenz untergebracht. Es teilt sich das Gebäude mit dem Amtsgericht Koblenz.

Organisation[Bearbeiten]

Am Landgericht Koblenz sind etwa 250 Mitarbeiter beschäftigt, 75 davon als Richter und 13 als Rechtspfleger. Die Richter verteilen sich über 14 Zivilkammern, 4 Kammern für Handelssachen, 13 Strafkammern und eine Strafvollstreckungskammer.

Neben den auf Handelsachen spezialisierten Kammern für Handelsachen wurden an dem Landgericht Koblenz folgende Spezialkammern eingerichtet: Baulandsachen, d.h. Enteignungsfälle (1. Zivilkammer), Arzthaftung (10. Zivilkammer), Banksrecht (3. Zivilkammer), Baurecht (4., 8. und 9. Zivilkammer), Verkehrsrecht (5. Zivilkammer) und EDV-Recht (16. Zivilkammer). Mit den Rechtsmitteln gegen Entscheidungen der Amtsgerichte befassen sich 4 Berufungs- (6., 12., 13. und 14. Zivilkammer) und eine Beschwerdekammer (2. Zivilkammer). Für den privatrechtlichen Bereich ist das Landgericht in 14 Serviceeinheiten organisiert, in denen Richtern, Rechtspflegern, Kostenbeamten und Geschäftsstellenmitarbeitern der jeweiligen Kammern konzentriert sind.

Im strafrechtlichen Bereich bestehen Spezialkammern für Wirtschaftskriminalität (4., 8. und 10. Strafkammer), Straßenverkehrsdelikte (1. Strafkammer), Tötungsdelikte (3. Strafkammer als Schwurgerichtskammer), Telekommunikationsüberwachungsmaßnahmen (11. Strafkammer) und für Staatsschutzsachen (12. Strafkammer). Für das Jugendstrafrecht besteht mit der 2. Strafkammer eine Jugendkammer.

Präsidentin des Landgerichts ist Marliese Dicke, Vizepräsident Edgar Becht.

Das Landgericht im Instanzenzug[Bearbeiten]

Dem Landgericht übergeordnet ist das Oberlandesgericht Koblenz, diesem nur noch der Bundesgerichtshof. Untergeordnet sind dem Landgericht Koblenz die Amtsgerichte Altenkirchen, Andernach, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Betzdorf, Cochem, Diez, Koblenz, Lahnstein, Linz, Mayen, Montabaur, Neuwied, St. Goar, Sinzig und Westerburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Landgericht Koblenz existiert unter diesem Namen seit 1820. In der damaligen preußischen Rheinprovinz galt die französische Gerichtsorganisation weiter. Der Appellationsgerichtshof Köln hatte dort die Funktion des Appellationsgerichtes. Die ihm untergeordneten Gerichte trugen nicht die Bezeichnung Kreisgericht, sondern Landgericht. Dem Landgericht Koblenz waren folgende Friedensgerichte als Gerichte erster Instanz untergeordnet:

Friedensgericht Sitz
Friedensgericht Adenau Adenau
Friedensgericht Ahrweiler Ahrweiler
Friedensgericht Andernach Andernach
Friedensgericht Bacherach Bacherach
Friedensgericht Boppard Boppard
Friedensgericht Kastellaun Kastellaun
Friedensgericht Koblenz Koblenz
Friedensgericht St. Goar St. Goar
Friedensgericht Kirchberg Kirchberg
Friedensgericht Kirn Kirn
Friedensgericht Kreuznach Kreuznach
Friedensgericht Lützerath Lützerath
Friedensgericht Mayen Mayen
Friedensgericht Meisenheim Meisenheim
Friedensgericht Metternich Metternich
Friedensgericht Münstermaifeld Münstermaifeld
Friedensgericht Simmern Simmern
Friedensgericht Sinzig Sinzig
Friedensgericht Sobernheim Sobernheim
Friedensgericht Stromberg Stromberg
Friedensgericht Traibach Traibach
Friedensgericht Treis Treis
Friedensgericht Zell Zell

[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. H. A. Fecht: Die Gerichts-Verfassungen der deutschen Staaten, 1868, S. 176, online

50.3588888888897.6019444444444Koordinaten: 50° 21′ 32″ N, 7° 36′ 7″ O