Landgericht Trier

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Landgerichtsgebäude am Nikolaus-Koch-Platz

Das Landgericht Trier ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit und eines von acht Landgerichten in Rheinland-Pfalz. Es hat seinen Sitz in Trier.

Instanzenzug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Gerichtsbezirk gehören die Amtsgerichte Bernkastel-Kues, Bitburg, Daun, Hermeskeil, Prüm, Saarburg, Trier und Wittlich. Dem Landgericht Trier ist das Oberlandesgericht Koblenz übergeordnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in der Franzosenzeit bestand mit dem Appellationsgericht Trier ein Mittelgericht in Trier. Das Landgericht in Trier besteht seit dem 1. August 1820. In der damaligen preußischen Rheinprovinz galt die französische Gerichtsorganisation weiter. Der Appellationsgerichtshof Köln hatte dort die Funktion des Appellationsgerichtes. Die ihm untergeordneten Gerichte trugen nicht die Bezeichnung Kreisgericht, sondern Landgericht. Dem Landgericht Trier waren folgende Friedensgerichte als Gerichte erster Instanz untergeordnet:

Friedensgericht Sitz
Friedensgericht Bernkastel Bernkastel
Friedensgericht Bitburg Bitburg
Friedensgericht Daun Daun
Friedensgericht Dudeldorf Dudeldorf
Friedensgericht Hermeskeil Hermeskeil
Friedensgericht Hillesheim Hillesheim
Friedensgericht Manderscheid Manderscheid
Friedensgericht Merzig Merzig
Friedensgericht Neuerburg Neuerburg
Friedensgericht Neumagen Neumagen
Friedensgericht Perl Perl
Friedensgericht Prüm Prüm
Friedensgericht Rhaunen Rhaunen
Friedensgericht Saarburg Saarburg
Friedensgericht Schweich Schweich
Friedensgericht Trier I Trier
Friedensgericht Trier II Trier
Friedensgericht Wadern Wadern
Friedensgericht Waxweiler Waxweiler
Friedensgericht Wittlich Wittlich

Hinzu kamen 1820 noch die folgenden Friedensgerichte, die aber 1835 dem dann neu gegründeten Landgericht Saarbrücken zugeordnet wurde:

Friedensgericht Sitz
Friedensgericht Baumholder Baumholder
Friedensgericht Grumbach Grumbach
Friedensgericht St. Johann St. Johann
Friedensgericht Lebach Lebach
Friedensgericht Ottweiler Ottweiler
Friedensgericht Saarlouis Saarlouis
Friedensgericht Tholey Tholey
Friedensgericht Wallerfangen Wallerfangen
Friedensgericht St. Wendel St. Wendel

[1]

Von 1828 bis 1835 war Ernst Schiller, der Sohn Friedrich Schillers, Landgerichtsrat in Trier. Die Reichsjustizgesetze, die 1879 in Kraft traten, führten eine Neuordnung der Justiz durch. Das Landgericht Trier blieb jedoch bestehen. 1944 wurde das Gerichtsgebäude durch Bombenangriffe zerstört. Mit dem Einmarsch der britischen Truppen am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Landgericht vorübergehend abgeschafft. Doch schon im Dezember 1945 wurde es wiedereröffnet. 1954 wurde der Neubau an der gleichen Stelle wie das ehemalige Gebäude in Betrieb genommen. 1966 wurde er erweitert und modernisiert. Zwischen 2004 und 2006 folgte eine erneute umfassende Sanierung[2].

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. H. A. Fecht: Die Gerichts-Verfassungen der deutschen Staaten, 1868, S. 175–176, online
  2. Geschichtliches

Koordinaten: 49° 45′ 27″ N, 6° 38′ 16,5″ O