Landis+Gyr

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Landis+Gyr AG
Logo Landis+Gyr
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1896
Sitz Zug, Schweiz
Leitung Andreas Umbach
(CEO)
Hiroshi Kurihara
(VR-Präsident)
Mitarbeiter 5’755 (2014-15)
Umsatz 1,52 Mrd. USD (2014-15)
Branche Messtechnik
Website www.landisgyr.com

Landis+Gyr (frühere Schreibweise Landis & Gyr) mit Sitz in Zug ist ein weltweit tätiger Anbieter von Energiemanagement-Lösungen.

60 % des Unternehmens gehören der Toshiba Corporation, die restlichen 40 % der Innovation Network Corporation of Japan. Landis+Gyr ist in mehr als 30 Ländern auf fünf Kontinenten präsent und beschäftigt über 5'700 Mitarbeiter.

Geschichte[Bearbeiten]

Landis+Gyr geht zurück auf Richard Theiler und Adelrich Gyr, die 1896 in Zug ein „Electrotechnisches Institut Theiler & Co.“ zur Produktion von Stromzählern sowie Telefoninduktoren und Phonographen gründeten. 1904 zog sich Richard Theiler aus der Firma zurück. Ingenieur Heinrich Landis übernahm den Betrieb, zu dem Karl Heinrich Gyr als Teilhaber stieß. Als direkte Folge wurde das damals 55 Mitarbeiter zählende Unternehmen zunächst in „Heinrich Landis, vormals Theiler & Co“ und 1905 in „Landis & Gyr“ umbenannt.

Mit der sich stark entwickelnden Elektroindustrie und der steigenden Nachfrage nach Stromzählern erfuhr das Unternehmen in den Folgejahren ein starkes Wachstum. Dies führte zur Expansion ins europäische Ausland und zur Gründung von Verkaufsbüros und Fabrikationsgesellschaften in Deutschland, Österreich, Frankreich und Russland. Im Jahr 1914, man beschäftigte mittlerweile über 500 Mitarbeitende, wurde Landis & Gyr in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges erfolgten die Expansion nach Übersee und die Gründung von Niederlassungen in den Vereinigten Staaten und in Australien. In der Folge wurde das internationale Wachstum auch durch Übernahmen vorangetrieben. 1924 beschäftigte Landis & Gyr an seinem Hauptsitz in Zug 1‘100 Personen. Ab den 1930er Jahren wurde die Produktion auf weitere Produkte der Fernmess- und Fernwirktechnik erweitert. Der Aufbau eines Wärmetechnischen Labors im Jahr 1940 legte den Grundstein zum späteren Konzernbereich Building Control, der seit 1998 als Siemens Building Technology firmiert.

1956 übernahmen Andreas Brunner und Gottfried Straub die Unternehmensleitung von ihrem Schwiegervater Karl Heinrich Gyr. Sie regelten die Finanzierung und Rechnungsführung neu, erweiterten die Aktivitäten und öffneten Landis & Gyr für Publikumsaktionäre. Der Jahresumsatz der jetzt an der Börse von Zürich gehandelten Firma betrug mittlerweile 80 Millionen Franken. Die Mitarbeiterzahl lag bei 7‘800 und wuchs bis 1976 auf 15‘500 weltweit, davon über 5‘000 in Zug. Der Umsatz erreichte mit 900 Millionen Franken einen neuen Höchststand. Dies auch dank des Erwerbs von „Duncan Electronics“ in den USA, einem auf die Entwicklung und Herstellung von Stromzählern für den amerikanischen Markt spezialisierten Unternehmens.

Ab Mitte der 1970er Jahre, besonders aber nach dem Rücktritt von Andreas Brunner und Gottfried Straub in 1984, machten wirtschaftliche Schwierigkeiten Restrukturierungs- und Redimensionierungsmassnahmen unumgänglich. 1987 schliesslich verkauften die Erben von Karl Heinrich Gyr ihre Anteile an den Schweizer Industriellen Stephan Schmidheiny, der seine Aktienmehrheit 1995 an die schweizerische Elektrowatt AG veräusserte. Im Jahr des hundertjährigen Firmenjubiläums erfolgte die Integration von Landis & Gyr in die Elektrowatt AG. Es kam zur Einstellung der Börsennotierung und damit zum Verlust der Unabhängigkeit.

1995 erzielte Landis & Gyr mit weltweit 15‘000 Mitarbeitenden einen Umsatz von 2,9 Milliarden Franken. Nebst dem Zählergeschäft und der Gebäudetechnik für Gewerbe- und Wohngebäude war Landis & Gyr im Geschäftssegment öffentlicher Fernsprecher der einzige Anbieter, dessen Produkte mit Münzen und verschiedene Kartentechnologien genutzt werden konnten. Eine weitere Innovation, die heute bei zahlreichen amtlichen Dokumenten und Banknoten – unter anderem beim Euro - zum Einsatz kommt, ist das Kinegram, ein optisches Sicherheitsmerkmal. Beide Aktivitäten wurden kurz vor der Übernahme der industriellen Aktivitäten der Elektrowatt durch die Siemens AG veräussert.

Im Jahr 1998, erwarb die Siemens AG die industriellen Aktivitäten der Elektrowatt AG und damit auch das als Landis & Gyr Utilities geführte Zählergeschäft. Die neue Eigentümerin schloss ihr eigenes Zählergeschäft mit Landis & Gyr zur „Siemens Metering AG“ zusammen. Diese beschäftigte rund 6‘500 Mitarbeitende und unterhielt 24 Fabriken weltweit. Wirtschaftliche Schwierigkeiten erforderten in den Folgejahren umfassende Restrukturierungsmassnahmen. Als Folge kam es zur Schliessung verschiedener Fabriken und zu einem Stellenabbau auf unter 4'000 Beschäftigte.

2002 beschloss die Siemens AG den Rückzug aus dem Zählergeschäft und veräusserte die nun wieder als Landis+Gyr firmierende Unternehmung an die amerikanische Private Equity Gesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR). Zwei Jahre später und nach einem erfolgreichen Turnaround übernahm die australische Investmentgesellschaft „Bayard Capital“ Landis+Gyr in ihr Firmen-Portfolio, um daraus den Marktführer in Smart Metering zu entwickeln und diesen dereinst wieder an die Börse zu bringen.

Bayard verfolgte dazu eine „buy and build“-Strategie. Zwischen 2004 und 2011 investierte Bayard USD 1,2 Milliarden in eine ganze Reihe von Akquisitionen, um Landis+Gyr’s Portfolio speziell im Bereich der Kommunikationsnetzwerke massiv zu verbreitern. Landis+Gyr wurde damit zum Schrittmacher für die ganze Zählerindustrie, die sich vom Produktgeschäft hin zu einem Lösungsgeschäft entwickelte. 2008 wurde Bayard Capital zu Landis+Gyr Holdings und verlegte ihren Sitz von Sydney nach Zug.

Mitten in den Vorbereitungen auf einen Börsengang entschied sich Landis+Gyr Holdings zum Verkauf. Zum Preis von 2.3 Milliarden USD erwarben Toshiba Corporation (60 %) und Innovation Network Corporation of Japan (INCJ, 40 %) 2011 die Anteile an Landis+Gyr, um den Konzern als eigenständige Wachstumsplattform gemeinsam weiter zu entwickeln.

Heute ist Landis+Gyr weltweiter Marktführer in Smart Metering. Das Unternehmen beschäftigt über 5‘700 Mitarbeitende in über 30 Ländern und an mehr als 70 Standorten. Diese unterstützen ihre Kunden - darunter die weltweit führenden Energieversorgungsunternehmen - bei der Modernisierung ihrer Zählerinfrastruktur, beim Aufbau intelligenter Versorgungsnetze, sogenannter Smart Grids, sowie dabei, Energie besser zu managen.

Marktleistung[Bearbeiten]

Landis+Gyr’s Marktleistung lässt sich unterteilen in Energiezähler, Smart Metering Lösungen und Smart Grid Applikationen.

  • Energiezähler: Von Einzelgeräten bis hin zu Komplettlösungen einschliesslich Cloud-basierter Anwendungen und Managed Services, die für kundenspezifische Bedürfnisse massgeschneidert werden können
  • Smart-Metering-Lösungen: Ein umfassendes Angebot an Geräten, Kommunikationstechnologien und Software für effizientes und effektives Verteilnetzmanagement, Nachfrage-/Angebotsmanagement und Kapazitätsausgleich
  • Smart-Grid-Applikationen: Werkzeuge und Dienstleistungen, die ein intelligentes Management von Angebot und Nachfrage ermöglichen, um Infrastruktur, Anlage, Prozesse, Tarife und Kosten zu bündeln und zu steuern

Darüber hinaus bietet Landis+Gyr unter der Marke Gridstream® flexible Lösungen für Elektrizität, Wärme und Gas, die sich auf die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen von Kunden und deren Versorgungsnetzen abstimmen lassen. Eine offene Architektur ermöglicht deren Integration in neue respektive bestehende Systemlandschaft und kann auch Lösungen von Dritten mit einschliessen.

Dieses Produkt- und Dienstleistungsangebot für Energieversorgungsunternehmen (EVU), Serviceanbieter und Endkunden gliedert Landis+Gyr in

  • Customer Intelligence: Für aktiven Einbezug von EVU-Kunden durch vertieften Einblick und Möglichkeiten zur Kontrolle und Steuerung des individuellen Energieverbrauchs
  • Advanced Metering Infrastructure: Für umfassenden Zugang zu Echtzeit-Information aus dem gesamten Verteilnetz, inklusive Energieverbrauchsinformationen, Ausfalldaten und weitere
  • Distribution Intelligence: Fokussiert auf bestmögliche Nutzung des dynamischen Verteilnetzes und zwar durch Modulationen, Prozesssteuerung und –überwachung bis hin zu intelligentem Infrastruktur-Management

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Wiesmann: Karl Heinrich Gyr (1879–1949) – Der Aufbau des Weltkonzerns Landis & Gyr. Verein für wirtschaftshistorische Studien, Zürich 2012, ISBN 978-3-909059-57-7.
  • 50 Jahre im Dienste der Messung elektrischer Energie - Jubiläumsschrift Landis & Gyr, Zug, 1946
  • Geschäftsberichte Landis+Gyr
  • Diverse Firmenunterlagen und Firmenarchiv Landis & Gyr sowie - seit 2002 - Landis+Gyr

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]