Landkreis Bergstraße

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Wappen Deutschlandkarte

Koordinaten: 49° 38′ N, 8° 39′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Verwaltungssitz: Heppenheim (Bergstraße)
Fläche: 719,49 km2
Einwohner: 271.166 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 377 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: HP
Kreisschlüssel: 06 4 31
Kreisgliederung: 22 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Gräffstraße 5
64646 Heppenheim (Bergstraße)
Website: www.kreis-bergstrasse.de
Landrat: Christian Engelhardt (CDU)
Lage des Landkreises Bergstraße in Hessen
KasselLandkreis KasselWerra-Meißner-KreisSchwalm-Eder-KreisLandkreis Waldeck-FrankenbergLandkreis Hersfeld-RotenburgLandkreis FuldaVogelsbergkreisLandkreis Marburg-BiedenkopfLahn-Dill-KreisLandkreis Limburg-WeilburgLandkreis GießenMain-Kinzig-KreisWetteraukreisRheingau-Taunus-KreisHochtaunuskreisWiesbadenMain-Taunus-KreisLandkreis Groß-GerauFrankfurt am MainOffenbach am MainLandkreis OffenbachDarmstadtLandkreis Darmstadt-DieburgLandkreis BergstraßeLandkreis BergstraßeOdenwaldkreisBaden-WürttembergRheinland-PfalzBayernNordrhein-WestfalenNiedersachsenThüringenKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Bergstraße[2] ist eine Gebietskörperschaft mit 271.166 Einwohnern (31. Dezember 2021) im hessischen Regierungsbezirk Darmstadt. Der Landkreis liegt im äußersten Südwesten des Landes und besteht aus zehn Städten, zwölf Gemeinden und dem gemeindefreien Gebiet Michelbuch. Der Landkreis Bergstraße gehört zu den länderübergreifenden Metropolregionen Frankfurt/Rhein-Main und Rhein-Neckar. Daneben ist die Bezeichnung Kreis Bergstraße entsprechend der Eigenbezeichnung der Kreisverwaltung allgemein üblich.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Teil des Landkreises liegt im Odenwald, der andere befindet sich in der Oberrheinischen Tiefebene und gehört zum Teil zum Hessischen Ried. Die beiden Städte Hirschhorn und Neckarsteinach im Neckartal sowie die Gemarkung Michelbuch bilden eine Exklave, die auf direkten Wege nur über den Odenwaldkreis oder den zu Baden-Württemberg gehörenden Rhein-Neckar-Kreis zu erreichen ist und keine direkte Verbindung zum Kreisgebiet hat.

Namensgebend ist die Bergstraße, eine touristische Route, die von Darmstadt nach Süden bis nach Wiesloch in Baden-Württemberg führt. Der nördliche Teil dieser Strecke führt durch den Landkreis Bergstraße.

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis grenzt, im Nordwesten beginnend im Uhrzeigersinn, an die Landkreise Groß-Gerau, Darmstadt-Dieburg und Odenwaldkreis (alle in Hessen), an den Rhein-Neckar-Kreis und an den Stadtkreis Mannheim (beide in Baden-Württemberg). Im Westen bildet der Rhein die natürliche Grenze zu Rheinland-Pfalz. Hier grenzt der Kreis mit einem kurzen Stück an den Rhein-Pfalz-Kreis, an die kreisfreie Stadt Worms und an den Landkreis Alzey-Worms.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet des Landkreises Bergstraße gehörte vor 1800 größtenteils zu Kurmainz, teilweise zur Kurpfalz, zu der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und der Grafschaft Erbach-Schönberg. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 kam es an Hessen-Darmstadt, dem späteren Großherzogtum Hessen in die Provinz Starkenburg. Die Verwaltungseinheiten waren zunächst die Ämter Bensheim, Fürth, Gernsheim, Heppenheim, Hirschhorn, Kürnbach, Lampertheim, Lindenfels, Lorsch, Pfungstadt, Schönberg, Seeheim, Wald-Michelbach, Wimpfen und Zwingenberg. 1821 wurden statt der Ämter nun Landratsbezirke eingesetzt. Diese waren die Vorläufer der Kreise. Im Bereich des heutigen Landkreises Bergstraße wurden die Landratsbezirke Bensheim, Heppenheim, Hirschhorn und Lindenfels sowie Wimpfen mit Amt Kürnbach als Exklave in Baden gebildet. Dabei wurden einige Orte an benachbarte Landratsbezirke abgegeben.

Nach der am 20. August 1832 bekanntgegebenen Neugliederung sollte es in Süd-Starkenburg künftig nur noch Kreise, nicht mehr Landratsbezirke, und zwar den Kreis Bensheim und den Kreis Lindenfels geben. Heppenheim war zur Eingliederung in den Kreis Bensheim vorgesehen; sein Landratsbezirk sollte an den Kreis Bensheim fallen. Noch vor dem Inkrafttreten der Verordnung zum 15. Oktober 1832 wurde diese aber dahingehend revidiert, dass statt des Kreises Lindenfels neben dem Kreis Bensheim der Kreis Heppenheim als zweiter Kreis gebildet, die Stadt Heppenheim mithin nicht in den Kreis Bensheim eingegliedert wurde. Der Landratsbezirk Wimpfen blieb selbständiger Verwaltungsbezirk.

Am 31. Juli 1848 wurden die beiden Kreise Bensheim und Heppenheim zum Regierungsbezirk Heppenheim zusammengeschlossen. Der Landratsbezirk Wimpfen kam zum Regierungsbezirk Erbach. Diese Verwaltungsreform hatte jedoch nur knapp vier Jahre Bestand, denn am 12. Mai 1852 wurde die Zusammenlegung wieder aufgehoben. Dabei entstanden wieder der Kreis Lindenfels und der neue Kreis Wimpfen, die 1874 aber endgültig aufgelöst wurden und den Landkreisen Bensheim und Heppenheim zugeschlagen wurden. Nach der 1936 erfolgten Auflösung der Provinzial- und Kreistage im nunmehrigen Volksstaat Hessen (ab 1918) und der 1937 durchgeführten Aufhebung der drei Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen brachte das Jahr 1938 eine Überprüfung der Kreisgrenzen. Am 1. November 1938 wurde in Hessen eine einschneidende Gebietsreform durchgeführt. In jeder der drei ehemaligen hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen wurde jeweils ein Kreis aufgelöst. In Starkenburg war davon der Kreis Bensheim betroffen, dessen Gebiet auf drei Nachbarkreise verteilt wurde. Der größte Teil wurde dem Kreis Heppenheim zugeschlagen, der auch die Rechtsnachfolgerschaft des Kreises Bensheim übernahm und gleichzeitig in Landkreis Bergstraße umbenannt wurde.[3] Das Gebiet der heutigen Gemeinden Alsbach-Hähnlein, Bickenbach und Seeheim-Jugenheim (ohne Malchen) kam zum Kreis Darmstadt, während das Gebiet der heutigen Gemeinden Biblis, Bürstadt, Groß-Rohrheim und Lampertheim an den Kreis Worms abgegeben wurde.[4]

Die nach 1945 erfolgte Grenzziehung der Besatzungszonen entlang des Rheins sorgte für eine Eingliederung der rechtsrheinischen Gebiete von Stadt und Landkreis Worms in den Landkreis Bergstraße.[5] Ebenfalls durch alliierte Verfügung wurde im Gegenzug das bisher als Exklave zum Landkreis Bergstraße gehörende Bad Wimpfen an den badischen Landkreis Sinsheim abgegeben, das nach Volksbefragung zum 1. Mai 1952 in den württembergischen Landkreis Heilbronn umgegliedert wurde.

Bei der Gebietsreform in Hessen[6] wurde der Landkreis Bergstraße in seinen Außengrenzen kaum verändert. Es ging lediglich die Gemeinde Laudenau am 1. Juli 1971 nach einer Bürgerbefragung an den Landkreis Erbach und wurde ein Ortsteil der Gemeinde Reichelsheim im Odenwald[7] und am 1. Januar 1977 wurde der Weiler Schmal-Beerbach aus Ober-Beerbach im Landkreis Darmstadt herausgelöst und in die Gemeinde Lautertal eingegliedert.[8]

Einwohnerstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungspyramide für den Kreis Bergstraße (Datenquelle: Zensus 2011[9])

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen in den Landkreisen Bensheim, Heppenheim und Bergstraße.[10]

Kreise Bensheim und Heppenheim
Jahr Kreis Bensheim Kreis Heppenheim
1900 55.916 47.083
1910 65.760 51.909
1925 72.863 55.087
1933 78.917 59.000

Landkreis Bergstraße

Jahr Landkreis Bergstraße
1939 097.105
1950 170.373
1961 186.562
1969 226.100
1970 223.991
1987 240.111
1990 248.500
2001 264.695
2007 264.380
2011[11] 261.158
2015[11] 266.928
2020[11] 271.015

Konfessionsstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut der Volkszählung 2011 waren 32,9 % der Einwohner evangelisch, 38,7 % römisch-katholisch und 28,4 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[12]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[13] im Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[14][15][16][17]

Diagrammdarstellung von Wahlergebnis und Sitzverteilung
Kreistagswahl Bergstraße 2021
Wahlbeteiligung: 51,4 %
 %
40
30
20
10
0
37,5
19,9
18,3
8,1
7,2
4,7
3,0
1,3
n. k.
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+4,4
−4,0
+7,2
−7,8
+0,3
+4,7
−0,1
−3,4
−1,0
−0,3
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
f Freie Wähler Kreis Bergstraße e. V.
Sitzverteilung im Kreistag Bergstraße 2021
        
Insgesamt 71 Sitze
Wahlvorschläge %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,1 24 36,8 30 42,3 34 43,2 35
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 23,9 17 29,2 23 34,0 28 38,8 31
AfD Alternative für Deutschland 15,9 11
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 11,1 08 19,4 16 08,0 06 07,3 06
FDP Freie Demokratische Partei 06,9 05 03,8 03 05,6 04 04,5 04
Freie Wähler Freie Wähler Kreis Bergstraße 04,7 03 05,1 04 04,6 04 05,7 05
Die Linke Die Linke[18] 03,1 02 02,2 02 02,3 02
Piraten Piratenpartei Deutschland 01,0 01 01,3 01
FLB Freie Liste Bergstraße 00,3 00
REP Die Republikaner 02,3 02 03,2 03
Gesamt 100,0 71 100,0 81 100,0 81 100,0[19] 81
Wahlbeteiligung in Prozent 47,6 49,3 46,0 52,0

Anmerkung: Kurz nach der Kommunalwahl 2021 wechselte eine Kreistagsabgeordnete der AfD zu den Freien Wählern Kreis Bergstraße. Dadurch hat die AfD nur noch fünf Abgeordnete, die Freien Wähler nunmehr vier Abgeordnete.[20]

Seit den Kreistagswahlen 2001 regierte eine Mehrheitskoalition aus CDU, FDP und FWG, die die zuvor regierende große Koalition ablöste. 2011 verlor diese Koalition die Mehrheit und wurde durch ein Bündnis von CDU und Grünen abgelöst, das wiederum 2016 seine Mehrheit verlor. Zwischen 2016 und 2021 bildeten CDU und SPD eine Mehrheitskoalition. Seit der Kommunalwahl 2021 besteht erneut eine Koalition aus CDU und Grünen.

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Engelhardt, seit September 2015 Landrat des Landkreises Bergstraße
Name Partei Amtszeit
Walther Nanz NSDAP 1939 bis 1945 (ernannt)
Gustav König parteilos 1945 (ernannt)
Wilhelm Dengler SPD 1945 bis 1946
Hans Steinmetz CDU 1946 bis 1948
Wilhelm Dengler SPD 1948 bis 1951
Ekkehard Lommel SPD 1951 bis 1976
Lothar Bergmann SPD 1976 bis 1982
Franz Hartnagel CDU 1982 bis 1985
Dietrich Kaßmann SPD 1985 bis 1997
Norbert Hofmann SPD 1997 bis 2003 (Direktwahl)
Matthias Wilkes CDU 2003 bis 15. Sept. 2015 (Direktwahl)
Christian Engelhardt CDU ab 16. Sept. 2015 (Direktwahl)

Die Wahlzeit der Landräte ist im hessischen Kommunalwahlrecht geregelt und beträgt sechs Jahre. Die nächste Landratswahl findet im Jahr 2021[veraltet] statt.

Hoheitszeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Hoheitszeichen führt der Landkreis Bergstraße ein Siegel, ein Wappen sowie eine Hiss- und eine Bannerflagge. Das Wappen wurde am 27. Oktober 1954 durch das Hessische Innenministerium genehmigt, die Flagge am 5. Juni 1955.

Wappen von Landkreis Bergstraße
Blasonierung: „Das gevierte Schild zeigt im 1. blauen Feld einen silbernen Zinnenturm auf silbernem Berg; im 2. silbernen Feld eine rote fünfblättrige Blüte mit goldenen Butzen; im 3. silbernen Feld das rote Lorscher Nagelspitzkreuz und im 4. blauen Feld den hessischen Löwen.“[21]
Wappenbegründung: Der silberne Zinnenturm stellt die Starkenburg dar, eine der ehemals wichtigsten Befestigungen der Region (heute Ruine). Die rote fünfblättrige Blüte steht für die Blütenvielfalt im Frühling. Das Nagelspitzkreuz ist das Wappen des Klosters Lorsch.

Flaggenbeschreibung: „Auf der weißen Mittelbahn des rot-weiß-roten Flaggentuches das Wappen des Kreises Bergstraße.“[22]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte des Landkreises Bergstraße

Im sogenannten Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Bergstraße Platz 101 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „Zukunftschancen“.[23] In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 130 von 401.[24]

Die Bergstraße ist eine Tourismusregion. Bei dem recht milden Klima werden Tabak, Spargel und Wein angebaut. Bedeutende Sehenswürdigkeiten sind das Felsenmeer im Lautertal, die karolingische Königshalle des ehemaligen Klosters Lorsch (seit 1991 UNESCO-Weltkulturerbe), die Starkenburg bei Heppenheim, das Auerbacher Schloss sowie der Staatspark Fürstenlager bei Bensheim-Auerbach.

An der Bergstraße sind international agierende Unternehmen wie BASF (ehemals Ciba, Lampertheim), IXYS Semiconductor (Lampertheim), Langnese-Iglo (Heppenheim), SAP SI (Bensheim), Sirona (Bensheim), Suzuki (Bensheim) und Tyco Electronics (Bensheim) angesiedelt. In Biblis befindet sich das mittlerweile stillgelegte Kernkraftwerk Biblis.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 5 (Heidelberg–Darmstadt), 6 (Kaiserslautern–Heilbronn), 67 (Mannheim–Darmstadt) und 659. Ferner wird das Kreisgebiet von mehreren Bundesstraßen und Kreisstraßen erschlossen, darunter die B 3 (Heidelberg–Darmstadt), die B 37, B 38 (Saukopftunnel), B 44, B 47 und B 460.

ÖPNV-Liniennetzplan des Landkreises Bergstraße (April 2016)

Im Schienenverkehr ist der Landkreis Bergstraße durch die elektrifizierten Hauptstrecken Main-Neckar-Bahn (Frankfurt–Darmstadt–Mannheim/Heidelberg) und Riedbahn (Frankfurt–Biblis–Mannheim) angebunden. Fernverkehrshalte existieren im Zweistundenstakt mit ICE-Zügen im Bahnhof Bensheim. Diese Züge halten auch im Bahnhof Weinheim Hbf, welcher durch die ins Kreisgebiet hineinragende Lage für den Landkreis ebenfalls ein Verkehrsknotenpunkt ist. Es halten zudem einzelne Intercity-Züge im Bahnhof Heppenheim.[25] Die Orte im Neckartal sind an die Neckartalbahn (Heidelberg–Bad Friedrichshall) angebunden.

Des Weiteren existieren mit Nibelungenbahn und Weschnitztalbahn zwei dieselbetriebene Nebenbahnen sowie die Überwaldbahn, welche aktuell nur im Freizeitverkehr mit Solardraisinen[26] zwischen Mörlenbach und Wald-Michelbach befahren wird. Der Abschnitt Wald-Michelbach–Wahlen ist abgebaut und wird als Fuß- und Radweg genutzt. Ebenfalls stillgelegt ist die ehemalige Bahnstrecke Neckarsteinach–Schönau sowie der größte Teil der Bahnstrecke Weinheim–Worms.

Die Stadt Viernheim liegt an der schmalspurigen Bahnstrecke Mannheim–Weinheim, auf der ein Regionalstadtbahn-Verkehr zwischen Mannheim und Weinheim (und weiter nach Heidelberg) durch die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) angeboten wird.

Der öffentliche Personennahverkehr im Landkreis ist gemeinsam mit den anderen Landkreisen des Rhein-Neckar-Dreiecks im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) organisiert. Für Fahrten von/zu den angrenzenden Landkreisen in Hessen gilt ein Übergangstarif zwischen VRN und Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), in dem einige Fahrkarten des RMV anerkannt werden (Fahrten im Kreisgebiet) bzw. diese für Fahrten in den RMV-Raum gelöst werden können (Fahrten aus dem Landkreis).

Das Busliniennetz setzt sich gemäß Netzhierarchie im Nahverkehrsplan 2014–2018[27] aus Linien erster Ordnung („Konkurrenz zum motorisierten Individualverkehr“), Linien zweiter Ordnung („Alternative zum motorisierten Individualverkehr“), sowie einem Ergänzungsnetz („Ausbildungsverkehr und Grundversorgung“) zusammen. Eine Übersicht über das Liniennetz untergliedert nach Verkehrsmittel (Bus/Bahn) und Verkehrstagen bietet nebenstehender Liniennetzplan. In Bensheim, Bürstadt, Lampertheim und Viernheim existieren zusätzlich Stadtbuslinien.

Mit dem Bedarfshalt „Bensheim, Autohof“ war der Landkreis Bergstraße zeitweise mit Fernbussen erreichbar.[28]

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß-RohrheimZwingenberg (Bergstraße)BiblisViernheimLampertheimBürstadtEinhausen (Hessen)LorschBensheimLautertal (Odenwald)LindenfelsHeppenheim (Bergstraße)Heppenheim (Bergstraße)Fürth (Odenwald)GrasellenbachRimbach (Odenwald)MörlenbachWald-MichelbachBirkenau (Odenwald)AbtsteinachGorxheimertalHirschhorn (Neckar)NeckarsteinachMichelbuch (gemeindefreies Gebiet)Rheinland-PfalzBaden-WürttembergLandkreis Groß-GerauLandkreis Darmstadt-DieburgOdenwaldkreisMunicipalities in HP.svg
Über dieses Bild

(Einwohner am 31. Dezember 2021[29])

Städte

  1. Bensheim (40.629)
  2. Bürstadt (16.430)
  3. Heppenheim (Bergstraße) (26.357)
  4. Hirschhorn (Neckar) (3.382)
  5. Lampertheim (32.682)
  6. Lindenfels (5.057)
  7. Lorsch (13.930)
  8. Neckarsteinach (3.938)
  9. Viernheim (34.189)
  10. Zwingenberg (7.202)

Gemeindefreies Gebiet

  1. Michelbuch (Wohnbevölkerung gehört zur Stadt Neckarsteinach)

Weitere Gemeinden

  1. Abtsteinach (Sitz: Ober-Abtsteinach) (2.437)
  2. Biblis (9.169)
  3. Birkenau (9.874)
  4. Einhausen (6.554)
  5. Fürth (10.587)
  6. Gorxheimertal (Sitz: Unter-Flockenbach) (4.155)
  7. Grasellenbach (Sitz: Hammelbach) (4.162)
  8. Groß-Rohrheim (3.724)
  9. Lautertal (Odenwald) (Sitz: Reichenbach) (7.186)
  10. Mörlenbach (10.091)
  11. Rimbach (8.767)
  12. Wald-Michelbach (10.664)

Ehemalige Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Tabelle enthält alle ehemaligen Gemeinden des Landkreises Bergstraße sowie die Daten aller Eingemeindungen:[30]

Gemeinde eingemeindet
nach
Datum der
Eingemeindung
Affolterbach Wald-Michelbach 1. August 1972
Albersbach Rimbach 1. Januar 1969
Aschbach Wald-Michelbach 1. Oktober 1971
Auerbach Bensheim 1. April 1939
Bad Wimpfen, Stadt zum Landkreis Sinsheim 26. November 1945
Beedenkirchen Lautertal (Odenwald) 31. Dezember 1971
Bobstadt Bürstadt 31. Dezember 1971
Bonsweiher Mörlenbach 31. Dezember 1971
Brombach Fürth 1. Oktober 1971
Darsberg Neckarsteinach 1. Oktober 1971
Dürr-Ellenbach Aschbach 1. April 1939
Ellenbach Fürth 31. Dezember 1970
Elmshausen Lautertal (Odenwald) 31. Dezember 1971
Erbach Heppenheim (Bergstraße) 1. Februar 1972
Erlenbach Fürth 31. Dezember 1971
Eulsbach Lindenfels 31. Dezember 1970
Fahrenbach Fürth 1. Juli 1970
Fehlheim Bensheim 1. Juli 1971
Gadern Wald-Michelbach 31. Dezember 1970
Gadernheim Lautertal (Odenwald) 31. Dezember 1971
Glattbach Lindenfels 31. Dezember 1970
Gorxheim Grundelbachtal 31. Dezember 1970
Gras-Ellenbach Grasellenbach 31. Dezember 1971
Grein Neckarsteinach 1. Oktober 1971
Gronau Bensheim 31. Dezember 1971
Grundelbachtal1 Gorxheimertal 31. Dezember 1971
Hambach Heppenheim (Bergstraße) 31. Dezember 1971
Hammelbach Grasellenbach 31. Dezember 1971
Hartenrod Wald-Michelbach 1. Dezember 1970
Hochstädten Bensheim 31. Dezember 1971
Hofheim Lampertheim 1. Oktober 1971
Hornbach Birkenau 31. Dezember 1970
Igelsbach Kirschhausen 1. Dezember 1970
Kallstadt Birkenau 1. Juli 1970
Kirschhausen Heppenheim (Bergstraße) 1. Februar 1972
Knoden Lautertal (Odenwald) 1. August 1972
Kocherbach Affolterbach 1. Dezember 1970
Kolmbach Gadernheim 31. Dezember 1970
Kreidach Wald-Michelbach 31. Dezember 1970
Kröckelbach Fürth 1. Oktober 1971
Krumbach Fürth 1. Oktober 1971
Langenthal Hirschhorn (Neckar) 1. April 1972
Langwaden Bensheim 1. Februar 1971
Laudenau Reichelsheim, Lkr. Erbach 1. Juli 1971
Lauten-Weschnitz Rimbach 31. Dezember 1971
Lautern Lautertal (Odenwald) 31. Dezember 1971
Linnenbach Fürth 1. Juli 1971
Litzelbach Grasellenbach 1. August 1972
Löhrbach Birkenau 31. Dezember 1971
Lörzenbach Fürth 1. Juli 1970
Mackenheim Abtsteinach 31. Dezember 1971
Mitlechtern Rimbach 31. Dezember 1971
Mittershausen Heppenheim (Bergstraße) 1. Juli 1971
Neckarhausen Neckarsteinach 1. Oktober 1971
Nieder-Liebersbach Birkenau 31. Dezember 1971
Nordheim Biblis 31. Dezember 1970
Ober-Abtsteinach Abtsteinach 31. Dezember 1971
Ober-Laudenbach Heppenheim (Bergstraße) 31. Dezember 1971
Ober-Liebersbach Mörlenbach 31. Dezember 1970
Ober-Mumbach Mörlenbach 31. Dezember 1970
Ober-Scharbach Scharbach 1. Juli 1953
Ober-Schönmattenwag Wald-Michelbach 31. Dezember 1971
Raidelbach Gadernheim 31. Dezember 1970
Reichenbach Lautertal (Odenwald) 31. Dezember 1971
Reisen Birkenau 31. Dezember 1970
Riedrode Bürstadt 1. Juli 1971
Rodau Zwingenberg 31. Dezember 1970
Rohrbach Ober-Mumbach 1. April 1958
Rosengarten2 Lampertheim 1. Oktober 1971
Schannenbach Lautertal (Odenwald) 1. August 1972
Scharbach3 Grasellenbach 1. August 1972
Schlierbach Lindenfels 31. Dezember 1970
Schönberg Bensheim 1. April 1939
Schwanheim Bensheim 1. Februar 1971
Seidenbach Erlenbach 31. Dezember 1970
Seidenbuch Lindenfels 1. August 1972
Siedelsbrunn Wald-Michelbach 31. Dezember 1971
Sonderbach Heppenheim (Bergstraße) 1. Februar 1972
Staffel Beedenkirchen 1. Januar 1970
Steinbach Fürth 1. Juli 1970
Trösel Gorxheimertal 31. Dezember 1971
Unter-Abtsteinach Abtsteinach 31. Dezember 1971
Unter-Flockenbach Grundelbachtal 31. Dezember 1970
Unter-Scharbach Scharbach 1. Juli 1953
Unter-Schönmattenwag Wald-Michelbach 31. Dezember 1971
Vöckelsbach Mörlenbach 31. Dezember 1970
Wahlen Grasellenbach 31. Dezember 1971
Wald-Erlenbach Heppenheim (Bergstraße) 1. Februar 1972
Wattenheim Biblis 31. Dezember 1970
Weiher Mörlenbach 1. Juli 1971
Weschnitz Fürth 31. Dezember 1970
Winkel Lindenfels 31. Dezember 1970
Winterkasten Lindenfels 31. Dezember 1971
Zell Bensheim 1. April 1939
Zotzenbach Rimbach 31. Dezember 1971
1 Am 31. Dezember 1970 gegründet
2 1955 gegründet
3 Am 1. Juli 1953 gegründet

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen HP zugewiesen. Es steht für die Kreisstadt Heppenheim (Bergstraße) und wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Einsingbach: Die Kunstdenkmäler des Landes Hessen: Kreis Bergstrasse. Im Auftrag des Hessischen Kultusministers herausgegeben vom Landeskonservator von Hessen. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1969, DNB 457322012.
  • Ulla Hess: Blüten, Reben, Drachenblut. Der Kreis Bergstraße. Diesbach Medien, Weinheim 2008, ISBN 978-3-936468-41-0.
  • Friedrich Kopetzky, Hans Todt: Kreis Bergstraße – Land an Rhein und Neckar. Kreisausschuß des Kreises Bergstraße in Heppenheim, 1986, DNB 871499223.
  • Kreisverwaltung des Kreises Bergstraße (Hrsg.): Kreis Bergstraße – Landschaft und Natur, Freizeit und Kultur, Wirtschaft und Soziales. Deutsche Landkreise im Portrait. Kommunikation & Wirtschaft, Oldenburg 2004, ISBN 3-88363-231-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2021 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen – Teil I. (PDF; 1,2 MB) Ausgegeben zu Wiesbaden am 14. Juli 1972. In: hessen.de. Land Hessen, 14. Juli 1972, S. 8, abgerufen am 25. Juli 2021 (siehe Wortlaut zum Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Bergstraße vom 11. Juli 1972).
  3. 175 Jahre BA – 175 Schlagzeilen. (PDF; 9,0 MB) Die Entstehung des Kreises Bergstraße. In: Morgenweb. Bergsträßer Anzeiger, 1. Januar 2007, S. 109, archiviert vom Original am 20. Dezember 2014; abgerufen am 9. Februar 2015.
  4. Michael Rademacher: Land Hessen 1939. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: treemagic.org.
  5. Verwaltungs-Einteilung 1939 und 1955. Geschichtlicher Atlas von Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  6. Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Bergstraße (GVBl. II 330–15) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 222 ff. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 358.
  8. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt (GVBl. II 330–334) vom 26. Juli 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 318, §17 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  9. Ausgewählte Strukturdaten über die Bevölkerung am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden, Landkreis Bergstraße, Alter + Geschlecht. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 10;.
  10. Michael Rademacher: Kreis Bergstraße. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: treemagic.org.
  11. a b c Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  12. Ausgewählte Strukturdaten über die Bevölkerung am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 10;.
  13. wahlen.statistik.hessen.de
  14. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2016 und 2011
  15. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2011 und 2006
  16. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2006 und 2001
  17. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2001 und 1997
  18. Wahl 2006: WASG
  19. Die Tierschutzpartei errang 2001 0,5 % der Stimmen und keinen Sitz.
  20. Der Kreistag des Kreises Bergstraße (Übersicht der Webseite des Kreises Bergstraße mit Fraktionszusammensetzung, Stand 4. Oktober 2017); abgerufen am 8. November 2017.
  21. Genehmigung eines Wappens des Landkreises Bergstraße im Regierungsbezirk Darmstadt vom 27. Oktober 1954. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1954 Nr. 46, S. 1089, Punkt 1125 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,1 MB]).
  22. Genehmigung einer Flagge des Landkreises Bergstraße im Regierungsbezirk Darmstadt vom 5. Juni 1955. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1955 Nr. 25, S. 616, Punkt 667 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,8 MB]).
  23. Zukunftsatlas 2016. Archiviert vom Original; abgerufen am 23. März 2018.}
  24. PROGNOS Zukunftsatlas. Handelsblatt, abgerufen am 10. Dezember 2019.
  25. ICE-Bahnhöfe Bensheim und Heppenheim..
  26. Draisine Überwaldbahn.
  27. Nahverkehrsplan Kreis Bergstraße 2014-2018. VRN;
  28. Bus ab Bensheim. Flixbus, archiviert vom Original am 12. April 2016;.
  29. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2021 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  30. Alle ehem. Gemeinden im Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).