Landkreis Bernkastel-Wittlich

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Bernkastel-Wittlich Deutschlandkarte, Position des Landkreises Bernkastel-Wittlich hervorgehobenKoordinaten: 49° 55′ N, 6° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Wittlich
Fläche: 1.167,56 km2
Einwohner: 112.006 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKS
Kreisschlüssel: 07 2 31
Kreisgliederung: 107 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Kurfürstenstraße 16
54516 Wittlich
Webpräsenz: www.bernkastel-wittlich.de
Landrat: Gregor Eibes (CDU)
Lage des Landkreises Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz
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Über dieses Bild

Der Landkreis Bernkastel-Wittlich ist eine Gebietskörperschaft in Rheinland-Pfalz. Sitz der Kreisverwaltung und zugleich bevölkerungsreichste Stadt ist Wittlich. Der Landkreis ist flächenmäßig der zweitgrößte in Rheinland-Pfalz nach dem Eifelkreis Bitburg-Prüm.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis liegt zu beiden Seiten der Mosel, die von Südwesten nach Nordosten den Kreis durchfließt. Im Norden steigt die Landschaft zur Eifel hin an, im Süden zum Hunsrück. Im äußersten Süden des Kreises liegt der höchste Berg des Hunsrücks, der Erbeskopf (816 m), gleichzeitig höchster Berg von Rheinland-Pfalz.

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Vulkaneifel, Cochem-Zell, Rhein-Hunsrück-Kreis, Birkenfeld, Trier-Saarburg und Eifelkreis Bitburg-Prüm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Kreisgebiet von Bernkastel-Wittlich war vor Ende des 18. Jahrhunderts in viele Territorien zersplittert. In den von der Französischen Revolution ausgelösten Kriegen kam das Gebiet unter französische Herrschaft. 1815 kam es unter preußische Verwaltung und 1816 entstanden die beiden Kreise Bernkastel und Wittlich, die 1946 Teil des Landes Rheinland-Pfalz wurden.

Der Landkreis Wittlich und der größte Teil des Landkreises Bernkastel wurden bei der Kreisreform in Rheinland-Pfalz am 7. Juni 1969 zum heutigen Landkreis vereinigt, wobei außerdem die Stadt Traben-Trarbach sowie die Ortsgemeinden Burg, Enkirch, Starkenburg und Thalkleinich des aufgelösten Landkreises Zell (Mosel) einbezogen wurden. Das Gebiet um Rhaunen des Landkreises Bernkastel kam zum Landkreis Birkenfeld. Am 7. November 1970 wurde die Abgrenzung des Landkreises geändert. Die Ortsgemeinden Beuren, Irmenach und Lötzbeuren des Rhein-Hunsrück-Kreises sowie die Ortsgemeinden Breit, Büdlich, Heidenburg und Trittenheim des Landkreises Trier-Saarburg kamen neu zum Landkreis, während die Ortsgemeinden Spangdahlem, Gransdorf, Oberkail, Seinsfeld und Steinborn in den Landkreis Bitburg-Prüm wechselten.[2]

Am 1. Januar 2012 wechselte die Ortsgemeinde Trittenheim zurück in den Landkreis Trier-Saarburg.

Der Landkreis gehört seit 1994 zur Initiative Region Trier (IRT), in der regionale öffentliche Institutionen, Verwaltungen, Hochschulen, Unternehmen, Banken und engagierte Einzelpersonen mit dem Ziel, die Zukunft der Region als wirtschaftlich attraktiven, kulturell bedeutsamen und ökologisch intakten Raum mit hohem Lebens- und Freizeitwert zu sichern, partnerschaftlich zusammenarbeiten.

Am 25. Mai 2009 erhielt der Landkreis den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1970 110.000 [3]
1980 106.700 [4]
1990 107.900 [5]
2000 113.900 [6]
2010 111.073
2016 112.006

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl des Bernkastel-Wittlicher Kreistags 2014
Wahlbeteiligung 58,7 %
gewichtetes Ergebnis aufgrund personalisierter Verhältniswahl
 %
50
40
30
20
10
0
46,1
22,9
10,8
8,2
6,7
3,2
2,1
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+1,3
+0,7
+2,8
+0,6
-5,3
± 0,0
+2,1
-2,1

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreistag des Landkreises Bernkastel-Wittlich besteht aus 42 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählten Kreistagsmitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Kreistag:[7]

Wahl SPD CDU Grüne FDP Linke ÖDP FWG VBB Gesamt
2014 10 19 3 3 1 1 5 42 Sitze
2009 9 19 3 5 1 4 1 42 Sitze
2004 9 22 3 3 3 2 42 Sitze
1999 12 22 2 2 4 42 Sitze
  • FWG = FWG Kreisverband Bernkastel-Wittlich e. V.
  • VBB = Vereinigung Bürger für Bürger e. V.

Aufgrund der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die in der Grafik dargestellten prozentualen Stimmanteile als „gewichtete Ergebnisse“ ausgewiesen, die das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben können.[8]

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Bernkastel-Wittlich führt ein Wappen und eine Hissflagge.

Hissflagge
Wappen des Landkreises Bernkastel-Wittlich
Blasonierung: „Unter silbernem Schildhaupt mit durchgehendem roten Kreuz eine eingebogene, aufsteigende, von rot und Silber geschachtete Spitze; rechts in Gold ein roter Krebs, links in Rot zwei aufrechte silberne Schlüssel, deren Schließblätter halb aufeinander gelegt sind.“
Wappenbegründung: Das Kreuz steht für das Erzbistum Trier, das den überwiegenden Teil des Kreisgebiets beherrschte. Die beiden Schlüssel sind dem Wappen der Stadt Wittlich entnommen. Der Krebs steht für Kardinal Nikolaus von Kues, eigentlicher Name Cryfftz (= Krebs) und der rot-silberne Schach für die Grafschaft Sponheim, zu der unter anderem die Stadt Traben-Trarbach gehörte. Das Wappen wurde per 21. Dezember 1971 genehmigt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von der Preußischen Staatsbahn 1879 eröffnete Hauptbahn Koblenz–Trier folgt im Kreisgebiet nicht den Schleifen des Tales, sondern führt in einigem Abstand ziemlich geradlinig dahin. Nur die 1883 gebaute Stichbahn (Bullay–) Pünderich–Traben–Trarbach liegt am Moselufer.

Im selben Jahr erhielt die damalige Kreisstadt Bernkastel-Kues bei der Station Wengerohr – heute Wittlich Hbf – einen Anschluss von der Hauptstrecke her. 1885 folgte eine Zweigbahn nach der Stadt Wittlich, die 1909/1910 bis zur Nachbarkreisstadt Daun verlängert wurde. Auf der Hunsrückhöhe verkehrte seit 1902 eine Nebenbahn von Simmern bis Morbach und 1903 weiter bis Hermeskeil.

Die zahlreichen Städte und Dörfer an der Mosel wurden erst durch die Moselbahn AG in den Jahren 1903–05 an eine den Windungen des Tales folgende Kleinbahn angeschlossen, die von Trier bis Bullay reichte. Eine von der Allgemeinen Deutschen Kleinbahn-Gesellschaft im Jahr 1900 vor allem für den Güterverkehr geschaffene Schmalspurbahn verband Binsfeld mit der Strecke Köln – Trier in der Station Philippsheim.

Das umfangreiche Schienennetz von 175 km Länge wurde in den Jahren 1950 bis 1988 um 134 km reduziert:

  • 1950: Philippsheim–Binsfeld 7 km (Spur: 750 mm)
  • 1961: Traben-Trarbach Ost–Reil Ost–Bullay Süd 12 km
  • 1962: Niederemmel-Piesport–Traben-Trarbach Ost 38 km
  • 1966: Neumagen-Dhron–Niederemmel-Piesport 4 km
  • 1968: Trier–Trittenheim–Neumagen-Dhron 5 km
  • 1976: Simmern–Morbach–Dhronecken–Hermeskeil 32 km
  • 1981: Wittlich–Manderscheid-Pantenburg–Daun 23 km
  • 1985: Wittlich Hbf–Bernkastel-Kues 15 km
  • 1988: Wittlich Hbf–Wittlich 4 km

Es umfasst jetzt nur noch die Hauptstrecke mit einer Nebenbahn (Bullay–Traben-Trarbach), insgesamt also 41 km.

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 1 (Trier–Koblenz) und 60 (Lüttich–Kreuz Wittlich), deren Fortsetzung als B 50 neu über den Hunsrück in Richtung Rhein-Main-Gebiet geplant ist. Ferner durchziehen die Bundesstraßen 50, 53 und 327 (Hunsrückhöhenstraße) den Landkreis.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2016[9])

Verbandsfreie Gemeinden/Städte:

Verbandsangehörige Gemeinden, gegliedert nach Verbandsgemeinden:

Eifelkreis Bitburg-PrümLandkreis BirkenfeldLandkreis Cochem-ZellLandkreis VulkaneifelTrierLandkreis Trier-SaarburgRhein-Hunsrück-KreisBernkastel-KuesBraunebergBurgen (Hunsrück)ErdenGornhausenGraach an der MoselHochscheidKestenKleinichKommenLieser (Gemeinde)LösnichLongkampMaring-NoviandMinheimMonzelfeldMülheim an der MoselNeumagen-DhronPiesportÜrzigVeldenzWintrichZeltingen-RachtigBausendorfBengel (Mosel)Diefenbach (bei Wittlich)FlußbachHontheimKinderbeuernKinheimKrövReilWillwerscheidBettenfeldDierfeldEckfeldEisenschmittGipperathGreimerath (Eifel)GroßlittgenHasborn (Eifel)Karl (Eifel)LaufeldManderscheidMeerfeldMusweilerNiederöfflingenNiederscheidweilerOberöfflingenOberscheidweilerPantenburgSchladtSchwarzenborn (Eifel)WallscheidBerglichtBreitBüdlichBurtscheid (Hunsrück)DeuselbachDhroneckenEtgertGielertGräfendhronHeidenburgHilscheidHorathImmertLückenburgMalbornMerschbachNeunkirchen (Hunsrück)RorodtSchönberg (bei Thalfang)TallingThalfangBurg (Mosel)EnkirchIrmenachLötzbeurenStarkenburg (Mosel)Traben-TrarbachAltrichArenrathBergweilerBinsfeld (Eifel)Bruch (Eifel)DierscheidDodenburgDreisEsch (bei Wittlich)Gladbach (Eifel)HeckenmünsterHeidweilerHetzerath (Eifel)HupperathKlausen (Eifel)LandscheidMinderlittgenNiersbachOsann-MonzelPlatten (bei Wittlich)PleinRivenichSalmtalSehlem (Eifel)MorbachWittlichVerbandsgemeinden in WIL.svg
Über dieses Bild
(Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung *)
  1. Bernkastel-Kues, Stadt * (7057)
  2. Brauneberg (1154)
  3. Burgen (566)
  4. Erden (390)
  5. Gornhausen (214)
  6. Graach an der Mosel (659)
  7. Hochscheid (263)
  8. Kesten (331)
  9. Kleinich (673)
  10. Kommen (299)
  11. Lieser (1229)
  12. Longkamp (1135)
  13. Lösnich (438)
  14. Maring-Noviand (1495)
  15. Minheim (463)
  16. Monzelfeld (1225)
  17. Mülheim an der Mosel (1024)
  18. Neumagen-Dhron (2326)
  19. Piesport (2083)
  20. Ürzig (869)
  21. Veldenz (968)
  22. Wintrich (906)
  23. Zeltingen-Rachtig (2181)
  1. Berglicht (439)
  2. Breit (278)
  3. Büdlich (217)
  4. Burtscheid (114)
  5. Deuselbach (253)
  6. Dhronecken (122)
  7. Etgert (65)
  8. Gielert (154)
  9. Gräfendhron (101)
  10. Heidenburg (713)
  11. Hilscheid (241)
  1. Horath (421)
  2. Immert (151)
  3. Lückenburg (91)
  4. Malborn (1329)
  5. Merschbach (65)
  6. Neunkirchen (155)
  7. Rorodt (47)
  8. Schönberg (225)
  9. Talling (207)
  10. Thalfang * (1812)
  1. Bausendorf (1306)
  2. Bengel (826)
  3. Burg (Mosel) (389)
  4. Diefenbach (79)
  5. Enkirch (1469)
  6. Flußbach (449)
  7. Hontheim (816)
  8. Irmenach (656)
  9. Kinderbeuern (1050)
  10. Kinheim (831)
  11. Kröv (2235)
  12. Lötzbeuren (449)
  13. Reil (1021)
  14. Starkenburg (225)
  15. Traben-Trarbach, Stadt * (5687)
  16. Willwerscheid (60)
  1. Altrich (1680)
  2. Arenrath (382)
  3. Bergweiler (860)
  4. Bettenfeld (687)
  5. Binsfeld (1185)
  6. Bruch (470)
  7. Dierfeld (10)
  8. Dierscheid (186)
  1. Dodenburg (91)
  2. Dreis (1374)
  3. Eckfeld (361)
  4. Eisenschmitt (320)
  5. Esch (405)
  6. Gipperath (233)
  7. Gladbach (350)
  8. Greimerath (225)
  9. Großlittgen (953)
  10. Hasborn (578)
  11. Heckenmünster (149)
  12. Heidweiler (173)
  13. Hetzerath (2280)
  14. Hupperath (565)
  15. Karl (223)
  16. Klausen (1413)
  17. Landscheid (2111)
  18. Laufeld (509)
  19. Manderscheid, Stadt (1373)
  20. Meerfeld (346)
  21. Minderlittgen (730)
  22. Musweiler (58)
  23. Niederöfflingen (437)
  24. Niederscheidweiler (261)
  25. Niersbach (708)
  26. Oberöfflingen (268)
  27. Oberscheidweiler (178)
  28. Osann-Monzel (1648)
  29. Pantenburg (212)
  30. Platten (904)
  31. Plein (627)
  32. Rivenich (720)
  33. Salmtal (2363)
  34. Schladt (128)
  35. Schwarzenborn (52)
  36. Sehlem (920)
  37. Wallscheid (339)

Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. Juni 1969 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Wittlich gültige Unterscheidungszeichen WIL zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 26. November 2012 ist auch das Unterscheidungszeichen BKS (Bernkastel-Kues) erhältlich.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006. (Memento vom 26. Dezember 2011 im Internet Archive), S. 159 f. (PDF; 2,6 MB).
    00Hinweis: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  3. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972
  4. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981
  5. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992
  6. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Kreistagswahlen
  8. Erläuterung des Landeswahlleiters zum „Gewichteten Ergebnis“
  9. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).