Landkreis Friedberg (Hessen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Friedberg (Hessen)
Landkreis Friedberg (Hessen)
Deutschlandkarte, Position des Landkreises Friedberg (Hessen) hervorgehoben
50.3352777777788.755Koordinaten: 50° 20′ N, 8° 45′ O
Basisdaten (Stand 1972)
Bestandszeitraum: 1832–1972
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Verwaltungssitz: Friedberg
Einwohner: 177.334 (27. Mai 1970)
Kfz-Kennzeichen: FB
Kreisschlüssel: 06 1 39
Kreisgliederung: 71 Gemeinden
Landrat: Erich Milius (SPD)

Der Landkreis Friedberg war ein Landkreis in Hessen. Der Landkreis umfasste 71 Gemeinden, die von 184.400 Menschen bewohnt wurden.[1] Der Sitz der Verwaltung war Friedberg.

Geographie[Bearbeiten]

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzte Anfang 1972 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Gießen, Büdingen und Hanau, an die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main sowie an den Obertaunuskreis und an die Landkreise Usingen und Wetzlar.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Provinz Oberhessen des Großherzogtums Hessen wurde 1832 in Landkreise eingeteilt. Einer dieser Landkreise war der Landkreis Friedberg. Er entstand durch Großherzogliches Edikt vom 20. August 1832 aus den Landratsbezirken Friedberg und Vilbel.

Nach der Märzrevolution 1848 wurde der Kreis aufgelöst und in den neu geschaffenen Regierungsbezirk Friedberg integriert. Mit dem Sieg der Reaktion wurde 1852 jedoch der alte Kreis Friedberg wieder errichtet. Er bestand nun aus den Landgerichtsbezirken Butzbach und Friedberg und umfasste zusätzlich aus dem Landgerichtsbezirk Hungen die Orte Weckesheim, Wohnbach und Wölfersheim und aus dem Landgerichtsbezirk Büdingen das Dorf Staden. 1860 wurde Trais-Münzenberg vom Kreis Nidda in den Kreis Friedberg umgegliedert. 1866 kam das Amt Nauheim mit den Orten Dorheim, Nauheim, Schwalheim, Reichelsheim und Dorn-Assenheim zum Kreis Friedberg. Am 1. Juli 1874 wurde gemäß der Verordnung des Großherzogs die Einteilung des Großherzogstums in Kreise betreffend vom 11. Juni 1874 der Kreis Vilbel aufgelöst und überwiegend in den Kreis Friedberg eingegliedert.

Der Landkreis Friedberg bildete am 1. August 1972 aufgrund der Gebietsreform in Hessen zusammen mit dem Landkreis Büdingen den neu gegründeten Wetteraukreis.[2] Rechtsgrundlage war das Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Büdingen und Friedberg vom 11. Juli 1972.[3]

Politik[Bearbeiten]

Sitz der Kreisverwaltung[Bearbeiten]

Die Friedberger Burg, erster Sitz der Kreisverwaltung

Der Sitz des neu geschaffenen Kreises (wie früher auch des Landratsbezirkes) war 1832 bis Frühjahr 1888 in der Burg (Adresse Burgstraße 196, heute: Burg 23). Von Frühjahr 1888 bis September 1920 war der Sitz der Kreisverwaltung das Haus Bismarckstraße 2, das heutige Rathaus. 1920 bis 1955 wurde das Großherzogliche Schloss in der Burg genutzt, bevor 1955 das neues Kreishaus bezogen wurde.

Landräte[Bearbeiten]

Gemeinden[Bearbeiten]

Liste der Gemeinden des Landkreises Friedberg 1945[4]:

frühere Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Landkreis
Assenheim Niddatal Wetteraukreis
Bad Nauheim (Stadt) Bad Nauheim Wetteraukreis
Bauernheim Friedberg Wetteraukreis
Beienheim Reichelsheim Wetteraukreis
Bodenrod Butzbach Wetteraukreis
Bönstadt Niddatal Wetteraukreis
Bruchenbrücken Friedberg Wetteraukreis
Büdesheim Schöneck Main-Kinzig-Kreis
Burg-Gräfenrode Karben Wetteraukreis
Burgholzhausen vor der Höhe Friedrichsdorf Hochtaunuskreis
Butzbach (Stadt) Butzbach Wetteraukreis
Dorheim Friedberg Wetteraukreis
Dorn-Assenheim Reichelsheim Wetteraukreis
Dortelweil Bad Vilbel Wetteraukreis
Fauerbach vor der Höhe Butzbach Wetteraukreis
Friedberg (Stadt) Friedberg Wetteraukreis
Gambach Münzenberg Wetteraukreis
Griedel Butzbach Wetteraukreis
Groß-Karben Karben Wetteraukreis
Harheim Frankfurt am Main Frankfurt am Main
Hausen Butzbach Wetteraukreis
Heldenbergen Nidderau Main-Kinzig-Kreis
Hoch-Weisel Butzbach Wetteraukreis
Ilbenstadt Niddatal Wetteraukreis
Kaichen Niddatal Wetteraukreis
Kirch-Göns Butzbach Wetteraukreis
Klein-Karben Karben Wetteraukreis
Kloppenheim Karben Wetteraukreis
Langenhain Ober-Mörlen Wetteraukreis
Maibach Butzbach Wetteraukreis
Massenheim Bad Vilbel Wetteraukreis
Melbach Wölfersheim Wetteraukreis
Münster Butzbach Wetteraukreis
Münzenberg Münzenberg Wetteraukreis
Nieder-Erlenbach Frankfurt am Main Frankfurt am Main
Nieder-Eschbach Frankfurt am Main Frankfurt am Main
Nieder-Florstadt Florstadt Wetteraukreis
Nieder-Mörlen Bad Nauheim Wetteraukreis
Nieder-Rosbach Rosbach vor der Höhe Wetteraukreis
Nieder-Weisel Butzbach Wetteraukreis
Nieder-Wöllstadt Wöllstadt Wetteraukreis
Ober-Erlenbach Bad Homburg vor der Höhe Hochtaunuskreis
Ober-Eschbach Bad Homburg vor der Höhe Hochtaunuskreis
Ober-Florstadt Florstadt Wetteraukreis
Ober-Mörlen Ober-Mörlen Wetteraukreis
Ober-Rosbach Rosbach vor der Höhe Wetteraukreis
Ober-Wöllstadt Wöllstadt Wetteraukreis
Ockstadt Friedberg Wetteraukreis
Oes Butzbach Wetteraukreis
Okarben Karben Wetteraukreis
Oppershofen Rockenberg Wetteraukreis
Ossenheim Friedberg Wetteraukreis
Ostheim Butzbach Wetteraukreis
Petterweil Karben Wetteraukreis
Pohl-Göns Butzbach Wetteraukreis
Reichelsheim Reichelsheim Wetteraukreis
Rendel Karben Wetteraukreis
Rockenberg Rockenberg Wetteraukreis
Rodheim vor der Höhe Rosbach vor der Höhe Wetteraukreis
Rödgen Bad Nauheim Wetteraukreis
Schwalheim Bad Nauheim Wetteraukreis
Södel Wölfersheim Wetteraukreis
Staden Florstadt Wetteraukreis
Stammheim Florstadt Wetteraukreis
Steinfurth Bad Nauheim Wetteraukreis
Trais-Münzenberg Münzenberg Wetteraukreis
Vilbel Bad Vilbel Wetteraukreis
Weckesheim Reichelsheim Wetteraukreis
Wisselsheim Bad Nauheim Wetteraukreis
Wölfersheim Wölfersheim Wetteraukreis
Wohnbach Wölfersheim Wetteraukreis

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen FB zugewiesen. Es wird im Wetteraukreis durchgängig bis heute ausgegeben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Erich Milius (Hrsg.): Der Hessische Landkreis Friedberg. Buchreihe Heimat und Arbeit. Heimat und Wirtschaft, Aalen 1966.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Michael Rademacher: Landkreis Friedberg. Einwohner Landkreis Friedberg. In: Deutsche Verwaltungsgeschichte. (HTML, abgerufen am 14. März 2012).
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 361.
  3. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Büdingen und Friedberg vom 11.7.1972 (GVBl. I S. 230; GVBl. II Nr. 330-19)
  4. Gemeindeverzeichnis Friedberg