Landkreis Fulda

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Fulda Deutschlandkarte, Position des Landkreises Fulda hervorgehoben50.5601388888899.6861111111111Koordinaten: 50° 34′ N, 9° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Verwaltungssitz: Fulda
Fläche: 1.380,4 km²
Einwohner: 216.314 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 157 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: FD
Kreisschlüssel: 06 6 31
Kreisgliederung: 23 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Wörthstraße 15
36037 Fulda
Webpräsenz: www.landkreis-fulda.de
Landrat: Bernd Woide (CDU)
Lage des Landkreises Fulda in Hessen
Kassel Landkreis Kassel Werra-Meißner-Kreis Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Waldeck-Frankenberg Landkreis Hersfeld-Rotenburg Landkreis Fulda Vogelsbergkreis Landkreis Marburg-Biedenkopf Lahn-Dill-Kreis Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Gießen Main-Kinzig-Kreis Wetteraukreis Rheingau-Taunus-Kreis Hochtaunuskreis Wiesbaden Main-Taunus-Kreis Kreis Groß-Gerau Frankfurt am Main Offenbach am Main Landkreis Offenbach Darmstadt Landkreis Darmstadt-Dieburg Kreis Bergstraße Kreis Bergstraße Odenwaldkreis Baden-Württemberg Rheinland-Pfalz Bayern Nordrhein-Westfalen Niedersachsen ThüringenKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Fulda liegt im Regierungsbezirk Kassel in Osthessen.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Das Kerngebiet des Landkreises Fulda umfasst das sogenannte Fuldaer Becken. Östlich davon liegt das Mittelgebirge der Hohen Rhön mit Hessens höchstem Berg, der Wasserkuppe. Im Westen des Kreisgebiets befinden sich noch Ausläufer des Vogelsbergs. Namensgebend für den Kreis sind der Fluss Fulda und die Kreisstadt Fulda.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Hersfeld-Rotenburg (in Hessen), Wartburgkreis und Landkreis Schmalkalden-Meiningen (beide in Thüringen), Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen (beide in Bayern) sowie Main-Kinzig-Kreis und Vogelsbergkreis (beide wiederum in Hessen).

Geschichte[Bearbeiten]

Kreis Fulda, 1905

Der Kreis Fulda wurde 1821 geschaffen, nachdem das Großherzogtum Fulda 1816 zum Kurfürstentum Hessen gekommen war und in vier Kreise aufgeteilt wurde. Als 1866 das Kurfürstentum Hessen und Teile Unterfrankens von Preußen annektiert wurden, wurde das Gebiet des Kurfürstentums zum neuen Regierungsbezirk Kassel der preußischen Provinz Hessen-Nassau. Das heutige Kreisgebiet wurde in die Kreise Fulda, Gersfeld und Hünfeld eingeteilt, wobei der Kreis Gersfeld aus dem vormals bayerischen Bezirksamt Gersfeld gebildet worden war.

1927 schied die Stadt Fulda aus dem Kreis Fulda aus und wurde kreisfrei. 1932 wurde der Landkreis Fulda mit dem Kreis Gersfeld vereinigt. Im Rahmen der Hessischen Kommunalreform wurden am 31. Dezember 1971, am 1. April und am 1. August 1972 die zahlreichen kleineren Gemeinden im alten Kreisgebiet zu insgesamt 17 Großgemeinden vereinigt.

Durch das Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Fulda und Hünfeld und der Stadt Fulda wurde der Umfang des Landkreises Fulda am 1. August 1972 deutlich verändert:

Am 1. Juli 1974 verlor die Stadt Fulda ihren Status als kreisfreie Stadt und wurde in den Landkreis Fulda eingegliedert, womit dieser seine heutige Ausdehnung mit insgesamt 23 Gemeinden erreichte.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1871 44.475 [3]
1890 49.168 [4]
1900 53.438 [4]
1910 63.199 [4]
1925 71.637 [4]
1933 70.985 [4]
1939 69.963 [4]
1950 94.928 [4]
1960 95.200 [4]
1970 108.800 [5]
1980 190.300 [4]
1990 197.300 [4]
2000 217.710 [6]
2010 217.255 [6]

Politik[Bearbeiten]

Der Landkreis Fulda ist eine traditionelle Hochburg der CDU. Dieser Status spiegelt sich auch in der Zusammensetzung des aktuellen Kreistags wider.

Kreistag[Bearbeiten]

Der Kreistag des Landkreises Fulda besteht aus 81 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 27. März 2011 ergab folgende Stimm- bzw. Sitzverteilung bei 41,1 Prozent Wahlbeteiligung[7] (Zahlen im Vergleich zur Kommunalwahl vom 26. März 2006):

Kreistagswahl im Landkreis Fulda 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
53,0 %
19,1 %
14,4 %
6,3 %
3,7 %
1,9 %
1,7 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,8 %p
-1,5 %p
+9,1 %p
+1,0 %p
-0,3 %p
+0,3 %p
-0,5 %p
-3,3 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 53,0 43 57,8 47
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 19,1 15 20,6 17
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 14,4 12 5,3 4
CWE Christliche Wähler-Einheit e. V. 6,3 5 5,3 4
FDP Freie Demokratische Partei 3,7 3 4,0 3
Linke Die LINKE.Offene Liste 1,9 2 1,6 1
REP Die Republikaner 1,7 1 2,2 2
FWG Freie Wählergemeinschaften des Landkreises Fulda 3,3 3
Gesamt 100,0 81 100,0 81
Wahlbeteiligung 51,2 % 47,7 %
Sitzverteilung im Kreistag 2011
2
15
12
3
5
43
1
15 12 43 
Von 81 Sitzen entfallen auf:

Landräte des Landkreises Fulda von 1821 bis 1972[8][Bearbeiten]

Name von bis
Friedrich Fondy 1821 1841
Karl von Benning 1841 1844
Heinrich Karl Joachim von Loßberg 1844 1847
Jakob Hippolyt Braun 1847 1851
Carl Theodor Giller 1851 1854
Heinrich Wilhelm Emil Schmidt 1854 1866
August Wagner 1866 1868
Friedrich Cornelius (Landrat) 1868 1883
Friedrich von Trott zu Solz 1883 1891
Max Fliedner 1891 1894
Kurt Steffens 1895 1903
Gustav Springorum 1903 1912
Karl von Dörnberg 1912 1921
Heinrich von Gagern 1921 1933
Hans Burkhardt (NSDAP) 1933 1940
Otto Feuerborn (NSDAP) 1940 1945
Franz Danzebrink 1945 1945
Johannes Kramer 1945 1945
Georg Stieler (CDU) 1945 1953
Eduard Stieler (CDU) 1953 1972

Landräte des Landkreises Fulda seit der Gebietsreform 1972[9][Bearbeiten]

Name von bis
Eduard Stieler (CDU) 1972 1973
Fritz Kramer (CDU) 1973 2006
Bernd Woide (CDU) 2006 heute

Seit dem 1. Februar 2006 ist Bernd Woide (CDU) Landrat des Landkreises Fulda. Seine letzte Wiederwahl erfolgte am 4. September 2011 mit einem Stimmenanteil von 72,1 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 30,5 Prozent.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Landkreis Fulda
Blasonierung:

„Von Silber und Blau gespalten; vorne das schwarze durchgehende fuldische Kreuz, hinten der hessische Löwe“

Beschreibung:

Das Wappen bringt somit die alte Zugehörigkeit des heutigen Kreisgebiets zum Stift Fulda und die spätere Zugehörigkeit zum Kurfürstentum bzw. Land Hessen zum Ausdruck. Das Wappen wurde erstmals 1936 und erneut am 9. Juli 1973 verliehen.

Patenschaften[Bearbeiten]

1962 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus dem Kreis Friedland übernommen. 1965 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus dem Kreis Leitmeritz übernommen.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof von Fulda ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und dient unter anderem als Halt auf der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg. Durch das Kreisgebiet führen die Bahnstrecken Fulda–Frankfurt, Fulda–Bebra, Fulda–Gersfeld und Fulda–Gießen. Die Bundesautobahn 7 (Kassel–Würzburg) und Bundesautobahn 66 (Frankfurt–Fulda) erschließen den Landkreis für den Autobahnverkehr. Zum Netz der Bundesstraßen, Landesstraßen und Kreisstraßen im Kreisgebiet zählen namentlich die Bundesstraßen B 27, B 40, B 84, B 254, B 279 und B 458.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2013[10])

Eiterfeld Burghaun Rasdorf Hünfeld Nüsttal Bad Salzschlirf Großenlüder Fulda Petersberg (Hessen) Hofbieber Tann (Rhön) Hilders Dipperz Künzell Poppenhausen (Wasserkuppe) Ehrenberg (Rhön) Gersfeld (Rhön) Ebersburg Eichenzell Kalbach Flieden Hosenfeld Neuhof (bei Fulda) Main-Kinzig-Kreis Bayern Thüringen Landkreis Hersfeld-Rotenburg VogelsbergkreisMunicipalities in FD.svg
Über dieses Bild

Städte

  1. Fulda, Stadt mit Sonderstatus (65.036)
  2. Gersfeld (Rhön) (5512)
  3. Hünfeld (15.861)
  4. Tann (Rhön) (4446)

Marktgemeinden

  1. Burghaun (6465)
  2. Eiterfeld (7147)

Gemeinden

  1. Bad Salzschlirf (3044)
  2. Dipperz (3319)
  3. Ebersburg [Sitz: Schmalnau] (4475)
  4. Ehrenberg (Rhön) [Sitz: Wüstensachsen] (2532)
  5. Eichenzell (11.045)
  6. Flieden (8724)
  7. Großenlüder (8481)
  8. Hilders (4604)
  9. Hofbieber (5955)
  10. Hosenfeld (4655)
  11. Kalbach [Sitz: Mittelkalbach] (6270)
  12. Künzell (15.953)
  13. Neuhof (10.696)
  14. Nüsttal [Sitz: Hofaschenbach] (2815)
  15. Petersberg (15.095)
  16. Poppenhausen (Wasserkuppe) (2561)
  17. Rasdorf (1623)

Ehemalige Gemeinden[Bearbeiten]

Die folgende Liste enthält alle ehemaligen Gemeinden, die jemals dem Landkreis Fulda angehörten.[11]

Abtsroda
Allmus
Almendorf
Altenfeld
Altenhof
Armenhof
Batten
Bernhards
Besges
Bimbach
Blankenau
Böckels
Brand
Brandlos
Bronnzell
Büchenberg
Buchenrod
Dalherda
Danzwiesen
Dassen
Dietershan
Dietershausen
Dietges
Dirlos
Döllbach
Dorfborn
Dörmbach (Fulda)
Dörmbach a.d. Milseburg
Ebersberg
Eckweisbach
Edelzell
Eichenau
Eichenried
Ellers
Elters
Engelhelms
Finkenhain
Friesenhausen
Gackenhof
Gersrod
Gichenbach
Giesel
Gläserzell
Günthers
Habel
Haimbach
Hainzell
Harmerz
Hattenhof
Haunedorf
Hauswurz
Hettenhausen
Höf und Haid
Horas
Hundsbach
Istergiesel
Johannesberg
Jossa
Kämmerzell
Kauppen
Kerzell
Keulos
Kippelbach
Kleinlüder
Kleinsassen
Kohlgrund
Kohlhaus
Lahrbach
Langenbieber
Lehnerz
Liebhards
Löschenrod
Lüdermünd
Lütter
Lütterz
Maberzell
Magdlos
Maiersbach
Malkes
Marbach
Margretenhaun
Melperts
Melters
Melzdorf
Mittelkalbach
Mittelrode
Mosbach
Müs
Neuenberg
Neuschwambach
Neustadt
Neuswarts
Niederbieber
Niederkalbach
Niederrode
Niesig
Oberbimbach
Obernhausen
Oberrode
Opperz
Pfaffenrod
Pilgerzell
Poppenrod
Reinhards
Rengersfeld
Reulbach
Rex
Ried
Rodenbach
Rödergrund-Egelmes
Rodges
Rodholz
Rommers
Rommerz
Rönshausen
Rothemann
Rückers
Rupsroth
Sandberg
Schachen
Schletzenhausen
Schlitzenhausen
Schmalnau
Schweben
Seiferts
Sickels
Simmershausen
Steens
Steinau
Steinhaus
Steinwand
Stellberg
Stöckels
Stork
Thaiden
Thalau
Theobaldshof
Tiefengruben
Traisbach
Uffhausen
Unterbimbach
Veitsteinbach
Weidenau
Welkers
Wendershausen
Weyhers
Wickers
Wiesen
Wissels
Wisselsrod
Wittges
Wolferts
Wüstensachsen
Zell
Ziegel
Zillbach
Zirkenbach

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen FD zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 395f.
  3. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Hessen-Nassau und ihre Bevölkerung 1871
  4. a b c d e f g h i j Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMichael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 2. Januar 2015.
  5. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972
  6. a b Hessisches Statistisches Landesamt
  7. Kommunalwahlergebnisse 2011
  8. Fuldaer Zeitung vom 15. August 2011
  9. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Fulda und Hünfeld und der Stadt Fulda vom 11. Juli 1972, GVBl. I S. 220; GVBl. II Nr. 330-14
  10. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)
  11. Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Literatur[Bearbeiten]

  • Kreisausschuß des Landkreises Fulda: Geschichte und Aufgaben des Landkreises Fulda: Monographie zum 175jährigen Kreisjubiläum : Parzeller, Fulda, 1996, ISBN 3-7900-0271-2
  • Michael Mott: Denkmäler im Landkreis Fulda und im alten Hochstift : Rhön-Verlag Hohmann, Hünfeld, Rindt-Druck, Fulda, 1996, ISBN 3-931796-13-2
  • Michael Mott: Ein Kreis mit Kultur: „wechselvoll – die Geschichte des Fuldaer Landes“ Einst Heimat für Steinzeitjäger, Heilige, Regenten und gottesfürchtige Untertanen, in: „Landkreis Fulda“, Buchreihe „Deutsche Landkreise im Portrait“: Fachverlag Kommunikation & Wirtschaft GmbH, Oldenburg, vierte Ausgabe 2009, ISBN 978-3-88363-301-5; fünfte völlig neue Ausgabe 2014, ISBN 978-3-88363-356-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Fulda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien