Landkreis Homburg

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Basisdaten (Stand 1973)
Bestandszeitraum: 1818–1973
Bundesland: Saarland
Verwaltungssitz: Homburg
Einwohner: 79.957 (27. Mai 1970)
Kfz-Kennzeichen: HOM
Kreisschlüssel: 10 0 31
Kreisgliederung: 23 Gemeinden
Landrat: Ferdinand Bungart

Der Landkreis Homburg ist ein ehemaliger Landkreis im Saarland. Er wurde nach den Gebietsveränderungen des Wiener Kongresses 1818 als Landkommissariat Homburg gebildet und bestand bis 1973.

Geographie[Bearbeiten]

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzte Anfang 1969 im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an die Landkreise Sankt Ingbert und Ottweiler (beide im Saarland) sowie Kusel und Zweibrücken (beide in Rheinland-Pfalz). Im Süden grenzte er an Frankreich.

Geschichte[Bearbeiten]

Das gesamte Bezirksamt Homburg gehörte bis 1920 zur bayerischen Pfalz. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden infolge des Versailler Vertrages ein Teil des Bezirksamts Homburg (die Stadt Homburg ohne Sanddorf und Bruchhof und 11 Gemeinden des Bezirksamts Homburg) sowie 15 Gemeinden des Bezirksamts Zweibrücken vom Deutschen Reich abgetrennt, dem Saargebiet angegliedert und dort zu einem völlig neu zugeschnittenen Kreis Homburg vereinigt. Von dem bei der Pfalz verbliebenen Teil des Bezirksamts Homburg wurde der Distrikt Waldmohr als Restkreis von Waldmohr aus verwaltet, wo eine Bezirksamtsaußenstelle (ab 1939 Landratsaußenstelle genannt) des Bezirksamts Kusel eingerichtet wurde. Am 1. August 1940 wurde die Außenstelle zugunsten der Verwaltung in Kusel aufgehoben.[1] Weitere 12 Gemeinden wurden 1920 dem Bezirksamt Zweibrücken übertragen, aber noch 1944 rechtlich als eigenständiger "Restkreis Homburg (Pfalz)" haushaltstechnisch getrennt geführt.[2] Der dritte Teil, der Distrikt Landstuhl, gelangte 1920 an das Bezirksamt Kaiserslautern und wurde von einer Bezirksamtsaußenstelle Landstuhl[3] verwaltet, die bis 1938 bestand.[4] 1935 gelangte der Kreis Homburg nach der Volksabstimmung zurück zum Deutschen Reich. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Saarland erneut internationalisiert und zwischenzeitlich ein teil-souveräner Staat unter französischer Aufsicht. 1957 kam das Saarland mit dem Landkreis Homburg nach erneuten Verhandlungen zur Bundesrepublik Deutschland.

Am 1. Januar 1974 wurde der Landkreis im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform im Saarland zusammen mit dem größten Teil des Landkreises Sankt Ingbert in den Saar-Pfalz-Kreis (heute Saarpfalz-Kreis) eingegliedert.[5]

Politik[Bearbeiten]

Landräte[Bearbeiten]

  • 1818–1830: Philipp Jakob Siebenpfeiffer (offizieller Titel: „Landkommissar“)
  • 1831–1832: Adalbert Dilg
  • 1832–1869: Johann Christian Chelius (offizieller Titel: „Bezirksamtmann“)
  • 1869–1873: Friedrich Joseph Siebert
  • 1873–1902: Wilhelm Spörer
  • 1902–1907: Theodor Stößel
  • 1907–1920: Georg Schlosser
  • 1920–1935: Adolf Niedhammer
  • 1935–1945: Otto Bühler
  • 1945–1946: Heinrich Lieser
  • 1947–1952: Hermann Trittelvitz
  • 1952–1973: Ferdinand Bungart

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

ehemalige Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Landkreis
Altheim Blieskastel Saarpfalz-Kreis
Altstadt Kirkel Saarpfalz-Kreis
Bliesdalheim Gersheim Saarpfalz-Kreis
Böckweiler Blieskastel Saarpfalz-Kreis
Breitfurt Blieskastel Saarpfalz-Kreis
Brenschelbach Blieskastel Saarpfalz-Kreis
Einöd-Ingweiler Kreisstadt Homburg Saarpfalz-Kreis
Erbach-Reiskirchen Kreisstadt Homburg Saarpfalz-Kreis
Höchen Stadt Bexbach Saarpfalz-Kreis
Höcherberg Stadt Bexbach Saarpfalz-Kreis
Homburg Kreisstadt Homburg Saarpfalz-Kreis
Jägersburg Homburg Saarpfalz-Kreis
Kirkel-Neuhäusel Kirkel Saarpfalz-Kreis
Kirrberg Kreisstadt Homburg Saarpfalz-Kreis
Kleinottweiler Stadt Bexbach Saarpfalz-Kreis
Limbach Kirkel Saarpfalz-Kreis
Medelsheim Gersheim Saarpfalz-Kreis
Mittelbexbach Stadt Bexbach Saarpfalz-Kreis
Mimbach Blieskastel Saarpfalz-Kreis
Neualtheim, heute Pinningen Blieskastel Saarpfalz-Kreis
Niederbexbach Stadt Bexbach Saarpfalz-Kreis
Niedergailbach Gersheim Saarpfalz-Kreis
Oberbexbach Stadt Bexbach Saarpfalz-Kreis
Peppenkum Gersheim Saarpfalz-Kreis
Seyweiler Gersheim Saarpfalz-Kreis
Utweiler Gersheim Saarpfalz-Kreis
Walsheim Gersheim Saarpfalz-Kreis
Webenheim Blieskastel Saarpfalz-Kreis

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1957 wurde dem Landkreis anlässlich des Beitritts des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland das Unterscheidungszeichen HOM zugewiesen. Es wird im Saarpfalz-Kreis bis heute ausgegeben.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walther Hubatsch: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte. 1815–1945. Band 7: Reihe A: Rüdiger Schütz: Preußen. Rheinland. Johann-Gottfried-Herder-Institut, Marburg 1978, ISBN 3-87969-122-3, S. 621.
  2. Walther Hubatsch: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte. 1815–1945. Band 7: Reihe A: Rüdiger Schütz: Preußen. Rheinland. Johann-Gottfried-Herder-Institut, Marburg 1978, ISBN 3-87969-122-3, S. 631f.
  3. Stadt und Landkreis Kaiserslautern In: Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990, online auf verwaltungsgeschichte.de, abgerufen am 4. März 2011
  4. Herbert Endlich: Verwaltungsgliederung 1818–1972. In: Willi Alter (Hrsg.): Pfalzatlas. Textband 2. Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Speyer 1971, S. 847ff., hier: S. 851.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 803.