Landkreis Jauer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kreis Jauer 1905

Der Landkreis Jauer (bis 1938 Kreis Jauer) war von 1816 bis 1945 ein preußischer Landkreis in Schlesien. Er umfasste am 1. Januar 1945 die drei Städte

und 71 Gemeinden.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königreich Preußen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress trat mit der Neugliederung der Regierungsbezirke zum 1. Mai 1816 der Kreis Jauer in der preußischen Provinz Schlesien vom Regierungsbezirk Breslau zum neuen Regierungsbezirk Reichenbach. Das Landratsamt war in Jauer. Nach Auflösung des Regierungsbezirks Reichenbach wurde der Kreis Jauer am 1. Mai 1820 dem Regierungsbezirk Breslau zugeteilt.

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Zum 8. November 1919 wurde die Provinz Schlesien aufgelöst. Aus den Regierungsbezirken Breslau und Liegnitz wurde die neue Provinz Niederschlesien gebildet. Zum 30. September 1929 fand im Kreis Jauer entsprechend der Entwicklung im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.

Schloss Malitsch um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Zum 1. Oktober 1932 wurde der Kreis Jauer mit dem alten Landkreis Liegnitz zum neuen Landkreis Liegnitz zusammengeschlossen. Diese Regelung wurde mit dem 1. Oktober 1933 rückgängig gemacht. Nunmehr entstand der neue Kreis Jauer aus Teilen des Kreises Landeshut und des Landkreises Liegnitz. Am 1. April 1934 traten die Landgemeinden Alt Reichenau und Quolsdorf vom Kreis Jauer zum Landkreis Waldenburg. Am 1. April 1936 wurden die Gemeinden Merzdorf, Rudelstadt und Ruhbank aus dem Kreis Jauer in den Kreis Landeshut eingegliedert. Am 1. April 1938 wurden die preußischen Provinzen Niederschlesien und Oberschlesien zur neuen Provinz Schlesien zusammengeschlossen.

Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Jauer entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis. Zum 18. Januar 1941 wurde die Provinz Schlesien aufgelöst. Aus den bisherigen Regierungsbezirken Breslau und Liegnitz wurde die neue Provinz Niederschlesien gebildet.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt und gehört seitdem zu Polen.

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1818–1821: Engelmann
1821–1831: Carl von Hugo
1831–1839: Karl von Richthofen (1787–1841)
1839–1851: Freiherr von Czettritz
1851–1888: Guido von Skal
1888–1896: Carl Freiherr von Richthofen
1896–1923: Konstantin von Geyso
1923–1927: Hans Heinz von Wangenheim
1927–1933: Heinrich Lorenz
1933–1934: Claus von Bismarck
1934–1943: Karl Christian zur Lippe-Weißenfeld (1889–1942)
1943–9999: Hermann Zwicker
1943–1944: Ernst Langer
1944–0000: Otto Ernst Bartel

Kommunalverfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Jauer gliederte sich zunächst in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und selbstständige Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Die bisherigen Stadtgemeinden Bolkenhain, Hohenfriedeberg und Jauer führten jetzt die Bezeichnung Stadt.

Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

in den Jahren 1936/1937 wurden die Namen von zwei Gemeinden geändert:

  • Skohl → Weidenwerder
  • Tschirnitz → Dornberg

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruno Bräuer (1893–1947), aus Willmannsdorf, General der Fallschirmtruppe im Zweiten Weltkrieg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landkreis Jauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien