Landkreis Meiningen

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Dieser Artikel behandelt den Landkreis Meiningen zwischen 1868 und 1952. Für den gleichnamigen Kreis, der zwischen 1952 und 1994 existierte, siehe Kreis Meiningen
Lage des Landkreises Meiningen in Thüringen im Jahr 1922
Georgstraße in Meiningen 1905
Bad Salzungen 1900
Bad Liebenstein (um 1900)
Markt, Stadtkirche und Rathaus in Meiningen um 1900

Der Landkreis Meiningen war ein Landkreis im Südwesten des heutigen Thüringen, der von 1868 bis 1952 existierte. Kreisstadt war die Residenzstadt Meiningen.

Landschaftlich war der Landkreis vielfältig geprägt, wurde aber vom Werratal dominiert, das sich von Leutersdorf im Süden bis nach Bad Salzungen im Norden durch den ganzen Landkreis zog. Weiterhin lagen im Kreisgebiet Teile der Gebirgszüge der Rhön im Westen und des Thüringer Waldes im Osten. Den Süden nahmen Teile des Grabfeldes ein.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei einer strukturellen Neuordnung des Herzogtums Sachsen-Meiningen im Jahr 1868 wurde aus dem Meininger Unterland der Landkreis Meiningen als einer von vier Landkreisen gebildet. Meiningen, die Hauptstadt von Sachsen-Meiningen, wurde somit auch zur Kreisstadt. Die anderen drei Kreise waren Hildburghausen, Sonneberg und Saalfeld. 1882 gründete Landrat Rudolf Ziller die Kreissparkasse Meiningen.

Nach der Abdankung von Herzog Bernhard III. am 10. November 1918 wurde das Herzogtum zum Freistaat Sachsen-Meiningen, das bis 1920 fortbestand. Danach kam der Landkreis Meiningen zum neu gegründeten Land Thüringen. Meiningen blieb Kreisstadt. Dem Kreis wurde 1920 Ostheim vor der Rhön und 1936 nach Auflösung des Stadtkreises Zella-Mehlis die Stadt Zella-Mehlis eingegliedert. Wegen einer Gebietsbereinigung bei der Bildung der Besatzungszonen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg kam Ostheim v. d. Rhön 1945 zu Bayern. Schon 1950 wurde der Kreis Bad Salzungen ausgegliedert und bei der Verwaltungsreform von 1952 in der DDR wurde der Landkreis weiter verkleinert und zum Kreis Meiningen umgewandelt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

1900 lebten auf einer Fläche von 749 Quadratkilometern in 124 Gemeinden 65.595 Menschen. Weitere Städte neben Meiningen waren Wasungen und Bad Salzungen. Zu den größeren Orten zählten weiterhin Bad Liebenstein, Alten- und Frauenbreitungen, Schweina, Wernshausen und Walldorf (Werra). 1925 hatte der Landkreis mit dem neu hinzugekommenen Ostheim vor der Rhön 84.750 und 1939 nach der 1936 erfolgten Eingliederung von Zella-Mehlis 105.862 Einwohner.

Verkehr[Bearbeiten]

Im Verkehr war der Kreis über die Reichsstraßen 19 (Eisenach–Meiningen–Würzburg), 89 (Meiningen–Kronach) und 285 (DorndorfMellrichstadt) zu erreichen. Der Bau der Reichsautobahn Eisenach–Meiningen–Bamberg (Strecke 85), die den Landkreis über Breitungen/Werra, Niederschmalkalden, Meiningen und Rentwertshausen durchquert und erschlossen hätte, wurde nach Kriegsbeginn 1940 eingestellt und später nicht vollendet.

Von Meiningen aus gab es Eisenbahnstrecken nach Erfurt, Eisenach, Schweinfurt, Sonneberg und Römhild.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wirtschaftliche Haupterwerbszweige im Landkreis Meiningen waren der Ackerbau (Kartoffeln, Getreide, Tabak), die Viehzucht (Rhön, Werratal), die Forstwirtschaft, die Textilherstellung (Niederschmalkalden), mehrere Brauereien (Meiningen), der Kurbetrieb in Salzungen und Liebenstein, die Bauwirtschaft (Meiningen) und der Schienenfahrzeug- und Maschinenbau (Meiningen, Zella-Mehlis). Die Kreisstadt war mit einer Reihe von Großbanken ein bedeutender Finanzstandort in Deutschland. Weiterhin besaß Meiningen als Landeshauptstadt eine Reihe von Behörden und Institutionen. Europaweiten Ruhm erlangten auf dem kulturellen Sektor das Meininger Hoftheater und die Meininger Hofkapelle.

Quellen[Bearbeiten]

  • Statistik des Deutschen Reiches vom 1. Dezember 1910, Band 240, Berlin 1915.
  • Statistik des Deutschen Reiches vom 16. Juni 1925, Band 401, Berlin 1928.
  • Statistik des Deutschen Reiches vom 17. Mai 1939, Band 552, Berlin 1942.