Landkreis Merzig-Wadern

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Merzig-Wadern Deutschlandkarte, Position des Landkreises Merzig-Wadern hervorgehobenKoordinaten: 49° 30′ N, 6° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Verwaltungssitz: Merzig
Fläche: 555,17 km2
Einwohner: 103.908 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 187 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: MZG
Kreisschlüssel: 10 0 42
Kreisgliederung: 7 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Bahnhofstraße 44
66663 Merzig
Webpräsenz: www.merzig-wadern.de
Landrätin: Daniela Schlegel-Friedrich (CDU)
Lage des Landkreises Merzig-Wadern im Saarland
Landkreis SaarlouisSaarpfalz-KreisLandkreis St. WendelLandkreis NeunkirchenRegionalverband SaarbrückenLandkreis Merzig-WadernRheinland-PfalzLuxemburgFrankreichKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Merzig-Wadern ist der westlichste und flächengrößte Landkreis des Saarlandes sowie der mit der niedrigsten Bevölkerungsdichte. Merzig-Wadern wird auch als der „grüne Landkreis“ des Saarlandes bezeichnet. Zu diesem Ruf hat vor allem seine große Waldfläche beigetragen. Der Landkreis ist aus dem 1816 in der preußischen Rheinprovinz gegründeten Kreis Merzig hervorgegangen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis umfasst drei Landschaften: den Saargau entlang der Saar, die von Saarlouis kommend das westliche Kreisgebiet in Richtung Trier durchfließt, hier liegt auch die berühmte Saarschleife bei Mettlach, die Ausläufer des Hunsrück im Norden des Landkreises und das zum Saar-Nahe-Bergland im Osten gehörende Prims-Blies-Hügelland.

Das einzige Weinanbaugebiet des Saarlandes liegt in der Gemeinde Perl an der Obermosel.

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Trier-Saarburg (in Rheinland-Pfalz), St. Wendel und Saarlouis (beide im Saarland). Im Südwesten grenzt er an das französische Département Moselle und im Westen an den luxemburgischen Kanton Remich, wo die Mosel die natürliche Grenze bildet. Da die Mosel hier auf einer Länge von rund zehn Kilometern den saarländischen Teil des Gemeinschaftlichen Deutsch-Luxemburgischen Hoheitsgebiets bildet, das nicht zum Landkreis gehört, grenzt er streng genommen an dieses Gebiet und dadurch nicht direkt an den links der Mosel gelegenen luxemburgischen Kanton Remich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1792 verteilte sich das Gebiet des heutigen Kreises Merzig-Wadern im Wesentlichen auf das Kurfürstentum Trier, den deutschsprachigen Teil des Herzogtums Lothringen und die Herrschaft Dagstuhl. Einzelne Gemeinden gehörten zum Herzogtum Luxemburg sowie zur Wild- und Rheingrafschaft. Nach 1792 kam das Gebiet an Frankreich und wurde 1798 dem Saardepartement eingegliedert. Dort zählte es zu den Arrondissements Birkenfeld, Saarbrücken und Trier. Der lothringische Teil wurde bereits 1766 französisch und gehörte 1790 zum Moseldepartement.

1815 nach dem Wiener Kongress kam das Gebiet des heutigen Landkreises Merzig-Wadern unter preußische Verwaltung. 1816 teilte Preußen seine Provinzen in Regierungsbezirke und Kreise ein. Der preußische Kreis Merzig wurde aus den Bürgermeistereien Besseringen, Hausbach, Haustadt, Hilbringen, Losheim, Merzig, Wadern, Wahlen und Weierweiler gebildet. So entstand der Kreis Merzig innerhalb des Regierungsbezirks Trier der Provinz Großherzogtum Niederrhein (1822 Rheinprovinz). 1817 erhielt der Kreis die Gemeinden Keuchingen und Dreisbach vom Kreis Saarburg.

Zu einer Änderung der territorialen Verhältnisse kam es, als infolge des Inkrafttretens des Friedensvertrages von Versailles 1919 das Saargebiet einer besonderen Verwaltung des Völkerbundes unterstellt wurde. Zu diesem Saargebiet gehörte unter anderem auch der überwiegende Teil des Kreises Merzig, der danach informell auch als „Stammkreis Merzig“ bezeichnet wurde. Der bei Preußen und damit im Regierungsbezirk Trier verbleibende Teil, der sogenannte Restkreis Merzig-Wadern, nahm seinen Sitz in Wadern ein. Nachdem die Völkerbundsverwaltung am 1. März 1935 endete, wurden die alten territorialen Verhältnisse nicht wiederhergestellt. Das „Saargebiet“ kam unter unmittelbare Reichsverwaltung, und so blieben der Kreis Merzig und der Restkreis Merzig-Wadern weiterhin administrativ getrennt.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 im Deutschen Reich kam der Region Merzig-Wadern wie dem gesamten Saargebiet wegen des saarländischen Sonderstatus eine Schlüsselrolle als Zufluchtsort für vom Nationalsozialismus verfolgte Deutsche sowie als Knotenpunkt für das Einschleusen antirassistischer Propaganda ins Deutsche Reich zu.[2] Nach dem klaren Votum bei der Saarabstimmung am 13. Januar 1935 für einen Anschluss an das Deutsche Reich wurde dieser am 1. März gleichen Jahres vollzogen. Daraufhin kam es wie in ganz Deutschland auch im Gebiet des heutigen Landkreises Merzig-Wadern zur massiven Verfolgung von Oppositionellen und Bürgern jüdischen Glaubens, jedoch auch zu Widerstand gegen die nationalsozialistischen Verbrechen.[2]
Aus Angst vor Verfolgung im Dritten Reich flüchteten um 1935 viele der etwa 300 jüdischen Bürger Merzig-Waderns ins Ausland, circa hundert von ihnen wurden im Rahmen der nationalsozialistischen Verfolgung ermordet. Die 1840 eingeweihte Merziger Synagoge wurde in der Reichskristallnacht 1938 zerstört, die 1850 in Hilbringen errichtete Synagoge wurde nach der Auflösung der jüdischen Gemeinde 1936 verkauft.[3]

Am 1. Oktober 1946 wurde der Kreis Merzig mit dem größten Teil des von der französischen Besatzungsmacht seit 1945 als Kreis Wadern bezeichneten Restkreises zum Kreis Merzig-Wadern wiedervereinigt, zu dem außerdem die Gemeinden Büschdorf, Nohn, Tünsdorf und Wehingen-Bethingen aus dem Kreis Saarburg traten.[4][5]

Als der Landkreis Saarburg am 7. Juni 1947 aus dem Saargebiet nach Rheinland-Pfalz rückgegliedert wurde, gab er die Gemeinden Besch, Borg, Eft-Hellendorf, Faha, Keßlingen, Münzingen, Nennig, Oberleuken, Oberperl, Orscholz, Perl, Sehndorf, Sinz, Tettingen-Butzdorf, Weiten und Wochern an den Landkreis Merzig-Wadern ab.[6]

Im Zuge der saarländischen Kreisreform erhielt der Landkreis am 1. Januar 1974 die Gemeinden Buweiler-Rathen und Kostenbach vom Landkreis St. Wendel und verlor im Gegenzug die Gemeinde Michelbach an den Landkreis Saarlouis.[7] Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Merzig-Wadern noch sieben Gemeinden, darunter zwei Städte. Größte Stadt des Kreises ist die Kreisstadt Merzig, kleinste Gemeinde ist Weiskirchen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1816 21.693 [8]
1847 32.196 [9]
1871 35.551 [10]
1885 39.674 [10]
1900 44.835 [11]
1910 51.252 [11]
1939 39.439 [11]
1960 90.100 [11]
1970 101.100 [12]
1980 100.600 [13]
1990 101.900 [14]
2000 106.000 [15]
2010 104.843

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der weitaus größte Teil der Bevölkerung ist katholischen Bekenntnisses. In jeder Zivilgemeinde des Landkreises besteht mindestens eine römisch-katholische Gemeinde. Sämtliche Gemeinden gehören zur Diözese Trier.

Die evangelische Bevölkerung des Kreises gehörte seit 1817 zur Evangelischen Kirche in Preußen (ab 1922 in Evangelische Kirche der Altpreußischen Union umbenannt; APU) und dort seit 1922 zur Kirchenprovinz der Rheinprovinz mit dem Provinzialkonsistorium in Koblenz. 1947 wurde die Kirchenprovinz als Evangelische Kirche im Rheinland eine selbständige Landeskirche, der die evangelischen Gemeinden im Landkreis zugeordnet sind.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl des Merzig-Waderner Kreistages 2014
Wahlbeteiligung: 57,8 %
 %
50
40
30
20
10
0
44,7
32,6
5,9
5,9
5,3
3,0
2,7
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+1,3
+3,1
-3,7
+5,9
-0,4
-4,2
+2,7
-4,5
Sitzverteilung im
Merzig-Waderner Kreistag 2014
      
Insgesamt 33 Sitze

Der Kreistag ist die kommunale Volksvertretung im Landkreis Merzig-Wadern. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
%
1999
%
1994
%
1989
%
1984
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 44,7 16 43.5 15 53,5 19 47,6 41,6 38,6 44,5
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 32,6 11 29,6 10 37,0 13 42,3 41,0 43,2 41,1
Linke Die Linke 5,9 2 9,6 3
AfD Alternative für Deutschland 5,9 2
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 5,3 1 5,7 2 5,1 1 2,8 5,7 4,5 4,9
FDP Freie Demokratische Partei 3,0 1 7,2 2 4,4 0 2,2 3,1 5,0 5,5
Piraten Piratenpartei Deutschland 2,8 0
FWG Freie Wählergruppe 4,5 1 4,3 4,9 6,2 3,6
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 0,9 0,5 1,9
REP Die Republikaner 2,5
gesamt 100,0 33 100,0 33 100,0 33 100,0 100,0 100,0 100,0
Wahlbeteiligung in % 57,8 63,1 63,9 66,6 79,4 84,9 84,1

[16][17]

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Direktwahl des Landrates am 23. Oktober 2011 konnte sich Amtsinhaberin Daniela Schlegel-Friedrich mit 70,19 % der abgegebenen Stimmen deutlich gegen ihren Herausforderer Markus Rausch (SPD, 29,81 %) durchsetzen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo des Landkreises Merzig-Wadern

Blasonierung: „Geviert: 1 in Silber ein durchgehendes rotes Kreuz; 2 in Gold ein roter Schrägbalken, belegt mit drei gestümmelten silbernen Adlern; 3 in Gold eine schräggestellte rote Wolfsangel; 4 in neunfach von Silber und Blau geteiltem Feld ein golden bewehrter und golden gekrönter, doppelschwänziger roter Löwe.“

Das rote Kreuz steht für das Erzbistum Trier, der silberne Adler für das Herzogtum Lothringen und der doppelschwänzige rote Löwe für das Herzogtum Luxemburg.

In der Außendarstellung verwendet der Landkreis auch ein Logo.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelständisches (Handwerk) und Dienstleistungsgewerbe überwiegen im Landkreis, der industrielle Bereich konzentriert sich auf keramische und pharmazeutische Industrie sowie den Maschinen- und Anlagenbau. Der Keramikhersteller Villeroy & Boch ist einer der größten Arbeitgeber an der unteren Saar: Von Merzig, Mettlach und Losheim am See aus wird die ganze Welt mit keramischen Produkten aus den Bereichen Tischkultur, Sanitär & Wellness, Küche und Fliesen versorgt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das westliche Kreisgebiet wird von der Bundesautobahn 8 Saarlouis zur luxemburgischen Grenze durchquert. Ferner wird der Landkreis durch Bundes- und Landesstraßen erschlossen. Die wichtigsten Bundesstraßen sind die an der Saar entlangführende B 51 Saarbrücken–Trier und die B 268 Trier–Saarbrücken.

Parallel zur Saar verläuft die Bahnstrecke Trier–Saarbrücken mit Bahnhöfen u. a. in Merzig, Mettlach und Beckingen. Daneben ist auch die Gemeinde Perl durch die parallel zur Mosel verlaufende Strecke Perl–Trier an das Schienennetz angebunden.

Die ehemalige Kleinbahnstrecke MerzigBüschfeld wird zwischen Merzig und Niederlosheim gelegentlich für Museumseisenbahnfahrten benutzt. Es gab immer wieder Überlegungen, diese Strecke wieder unter Regelverkehr zu nehmen, jedoch wurden alle Vorhaben wieder verworfen.

Die östlichen Gebiete, v. a. die Stadt Wadern, sind durch die Bundesautobahn 1, die nicht im Landkreis verläuft, erschlossen.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Mai 2009 erhielt der Landkreis den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Soziales – Soziale Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule Dreiländereck Perl
  • Grundschule Langwies der Gemeinde Mettlach
  • Grundschule Orscholz
  • Nicolaus-Voltz-Grundschule Losheim
  • Grundschule Bachem-Britten
  • Grundschule Wahlen
  • Grundschule Düppenweiler
  • Grundschule Beckingen
  • Grundschule Reimsbach
  • Grundschule Kreuzberg (Merzig)
  • Grundschule Merzig-Besseringen
  • Grundschule Merzig-Brotdorf
  • Grundschule Merzig-Hilbringen
  • Grundschule Saargau (Schwemlingen)
  • Grundschule St. Josef (Merzig)
  • Grundschule St. Martin Wadrill-Steinberg mit den Standorten Wadrill und Steinberg
  • Grundschule Nunkirchen mit den Standorten Nunkirchen und Bardenbach
  • Grundschule Lockweiler
  • Grundschule Konfeld

Gymnasien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gymnasium am Stefansberg (GaS)
  • Oberstufen-Gymnasium des BBZ' Merzig untergliedert in die Fachbereiche Gesundheit und Soziales sowie Wirtschaft
  • Peter-Wust-Gymnasium (PWG)
  • Hochwald-Gymnasium Wadern

Gemeinschaftsschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinschaftsschule Orscholz
  • Peter-Dewes-Gemeinschaftsschule Losheim am See
  • Friedrich-Bernhard-Karcher-Schule Beckingen
  • Christian-Kretzschmar-Schule Merzig
  • Graf-Anton-Schule Wadern
  • Eichenlaubschule Weiskirchen

Förderschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Förderschule Lernen Losheim
  • Schule zum Broch, Förderschule geistige Entwicklung Merzig-Merchingen
  • Sonderschule für Lernbehinderte Merzig-Brotdorf
  • Förderschule Lernen Wadern

Berufsbezogene Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BBZ-Merzig
  • BBZ-Hochwald

Seniorenbüro[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kreisseniorenbüro fördert die Arbeit mit und für ältere Menschen und bietet eine Reihe von Dienstleistungen, unter anderem das Kreis-Senioren-Telefon.

Ehrenamt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ehrenamtbörse ist seit 2001 Ansprechpartner für fast 900 Vereine und viele weitere Ehrenämtler im Landkreis Merzig-Wadern. Sie vermittelt ehrenamtlich Interessierte an soziale Einrichtungen, berät zu Fragen von Vereinsgründungen, Gemeinnützigkeit, Versicherung, Öffentlichkeitsarbeit, organisiert Veranstaltungen zur Würdigung des Ehrenamts und bietet Fortbildungen in allen Bereichen ehrenamtlicher Tätigkeit an. Um das ehrenamtliche und bürgerliche Engagement noch besser und effektiver zu unterstützen, hat der Landkreis Merzig-Wadern ein Vereinsportal eingerichtet, in dem den Vereinen, ehrenamtlichen Organisationen und Initiativen im Landkreis Merzig-Wadern kostenfrei eine Plattform für einen Internetauftritt zur Verfügung gestellt wird.

Kulturstiftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinder-Knax-Fest

Die Kulturstiftung des Landkreises Merzig-Wadern wurde 1988 gegründet. Sie hat den Zweck, Kulturgüter im Landkreis Merzig-Wadern zu bewahren, zu pflegen und sie in geeigneter Weise der Allgemeinheit zugänglich zu machen. In der Trägerschaft der Kulturstiftung werden drei Einrichtungen geführt:

Neben den eigenen Einrichtungen fördert die Kulturstiftung für den Landkreis Merzig-Wadern Kulturdenkmäler in den Städten und Gemeinden des Landkreises.

Saarländische Schullaufmeisterschaften

Sportförderung im Landkreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Merzig-Wadern unterstützt im Schwerpunkt den Nachwuchs- und Breitensport. Dabei führt der Landkreis eigene Sportveranstaltungen und Projekte, die Gesundheit und Prävention fördern, durch und bezieht aktiv Vereine mit ein. Der Landkreis Merzig-Wadern fördert Veranstaltungen mit überregionaler Bedeutung und veranstaltet jährlich stattfindende Sportevents:

  • Nachwuchssportlerehrung
  • Saarländische Schullaufmeisterschaften
  • Sport- und Spielfest der Grundschulen
  • Sportforum

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Landkreis Merzig-Wadern liegen die Kreisstadt Merzig, die Stadt Wadern und die Gemeinden Perl, Losheim am See, Weiskirchen, Beckingen, sowie Mettlach.

LuxemburgPerl (Mosel)MettlachLosheim am SeeMerzigBeckingenFrankreichWeiskirchenWadernRheinland-PfalzLandkreis SaarlouisRegionalverband SaarbrückenLandkreis NeunkirchenLandkreis St. WendelMunicipalities in MZG.svg
Über dieses Bild

(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2016[18])

Städte

  1. Merzig, Kreisstadt (29.812)
  2. Wadern (15.808)

Gemeinden

  1. Beckingen (15.147)
  2. Losheim am See (16.023)
  3. Mettlach (12.209)
  4. Perl (8472)
  5. Weiskirchen (6437)
Ehemalige Gemeinden

Die meisten ehemaligen Gemeinden des Landkreises verloren am 1. Januar 1974 ihre Eigenständigkeit:

Bereits vor 1974 wurden die folgenden Gemeinden aufgelöst oder umbenannt:

Hofgut Sankt Gangolf in Mettlach, im Hintergrund die Saar, 2006

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Landkreis befinden sich 22 ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand Februar 2017).

Der „grüne“ Kreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saarschleife in Mettlach-Orscholz

Merzig-Wadern, der „grüne“ Landkreis des Saarlandes, besitzt circa 21.000 Hektar Waldfläche. Mit dem Naturschutzgebiet „Wolferskopf“ im Bereich der Kreisstadt Merzig und der Gemeinde Beckingen gehört die größte zusammenhängende Naturschutzfläche des Saarlandes zum Landkreis Merzig-Wadern.

Premiumwanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Landkreis Merzig-Wadern können Wanderfreunde 24 Premium-Wanderwege nutzen, zum Beispiel der Saar-Hunsrück-Steig und die Traumschleifen.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besucher und Gäste des Landkreises Merzig-Wadern finden viele Möglichkeiten, ihre Freizeit zu verbringen. Die bekannteste und berühmteste Sehenswürdigkeit ist die Saarschleife bei Mettlach-Orscholz. Sport, Kultur, Natur und das Dreiländereck bieten ein großes touristisches Angebot: der Wolfspark und das Expeditionsmuseum Werner Freund in Merzig, verschiedene Anlagen der Gärten ohne Grenzen, der Monumentalgrabhügel in Perl-Nennig, das Cloef-Atrium Orscholz, der Alten Turm in Mettlach, das Erlebniszentrum von Villeroy & Boch, das Kupferbergwerk in Düppenweiler, das Eisenbahnmuseum im Lokschuppen in Losheim, das feinmechanische Museum Fellenbergmühle in Merzig, das Heimatmuseum in Wadern. Mehrmals im Jahr finden auf der ehemaligen Strecke der Merzig-Büschfelder-Eisenbahn dampflokbetriebene Museumsbahnfahrten statt.

Einen besonderen Anziehungspunkt zeitgenössischer Kunst stellt das Bildhauer-Projekt Steine an der Grenze dar. Jedes Jahr werden Bildhauer aus verschiedenen Ländern eingeladen um die Grenz-Steine zu bearbeiten.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1957 wurde dem Landkreis anlässlich des Beitritts des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland das Unterscheidungszeichen MZG zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Bauer: Preußen an der Saarschleife, Landräte, Verwaltung und Volksvertretung im Kreis Merzig 1816–1945, Ein Beitrag zur Geschichte des Kreises Merzig-Wadern, Merzig 1999.
  • Heinz Bauer: Revolution an der Saarschleife, Eine Chronik der Revolution 1848/1849 im Kreis Merzig-Wadern, Ideen, Ereignisse, Personen, Merzig-Wadern 2002.
  • Constantin von Briesen: Urkundliche Geschichte des Kreises Merzig im Regierungs-Bezirke Trier, Saarlouis 1863.
  • Johann Heinrich Kell: Geschichte des Kreises Merzig, Saarbrücken 1925.
  • Johann Heinrich Kell: Geschichte der Stadt Merzig und des Merziger Landes, Merzig 1958.
  • Martin-Peter Scherzinger (Red.): Der Landkreis Merzig-Wadern im Bild, Merzig 1988.
  • Hubert Schommer u. a. (Bearb.): 175 Jahre Landkreis Merzig-Wadern, 1816–1991, Heimatbuch 1991, hrsg. vom Landkreis Merzig-Wadern in Verbindung mit dem Verein für Heimatkunde im Kreis Merzig-Wadern, Merzig 1991.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landkreis Merzig-Wadern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saarland.de – Amtliche Einwohnerzahlen Stand 31.12.2016 (PDF; 0,03 MB) (Hilfe dazu).
  2. a b Gegen das Vergessen- Orte des NS-Terrors und Widerstandes im Landkreis Merzig-Wadern (PDF; 2,7 MB), Aktion 3. Welt Saar, November 2010.
  3. Alemannia Judaica- Synagogen im Saarland, Alemannia Judaica, Seitenabruf Mai 2014.
  4. Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar, Jahrgang 1946, Nr. 47, S. 198: „Anordnung über die verwaltungsmäßige Organisation des Saargebietes“ vom 1. Oktober 1946 (Universität des Saarlandes)
  5. Amtsblatt der Verwaltungskommission des Saarlandes, Jahrgang 1946, Nr. 55, S. 237: „Ergänzung der Anordnung über die verwaltungsmäßige Organisation des Saargebiets“ vom 8. November 1946 (Universität des Saarlandes)
  6. Amtsblatt des französischen Oberkommandos in Deutschland, Jahrgang 1947, Ausgabe 77, S. 768. Verfügung Nr. 215 vom 7. Juni 1947: „Anschluß von Gemeinden an die Kreise Merzig-Wadern und St. Wendel“
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 804 f.
  8. Beiträge zur Statistik der Königl. Preussischen Rheinlande. 1829, S. 20, abgerufen am 11. November 2017.
  9. Beschreibung des Regierungsbezirks Trier. 1849, S. 297, abgerufen am 11. November 2017.
  10. a b Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885
  11. a b c d Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen im 2. Juli 2016.
  12. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972
  13. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981
  14. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992
  15. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002
  16. Kreistagswahlen 1984 bis 2009 im Saarland
  17. Ergebnis der Kreistagswahlen 2014
  18. Saarland.de – Amtliche Einwohnerzahlen Stand 31.12.2016 (PDF; 0,03 MB) (Hilfe dazu).