Landkreis Neisse

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Landkreis Neisse
Wappen Landkreis
Wappen Landkreis Neisse.png
Preußische Provinz Schlesien (1816–1919, 1938–1941)
Oberschlesien (1919–1938, 1941–1945)
Regierungsbezirk Oppeln
Kreisstadt Neisse
Landrat Neisse Joachim Heine (1943–1945)
Fläche
Einwohner 70.515 (1939)
Bevölkerungsdichte
Städte 2
Gemeinden 95
Schlesien Kr Neisse.png
Landkreis Neisse, 1905

Der preußisch-deutsche Landkreis Neisse bestand in der Zeit von 1816 bis 1945. Er umfasste am 1. Januar 1945:

  • zwei Städte,
  • 95 Gemeinden.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königreich Preußen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit den preußischen Verwaltungsreformen nach dem Wiener Kongress trat mit dem 1. Mai 1816 der Kreis Neisse in der preußischen Provinz Schlesien vom Regierungsbezirk Breslau zum Regierungsbezirk Oppeln über.

Dieser umfasste meist ländliche Gebiete um die Städte Neisse, Patschkau und Bad Ziegenhals.

Das Landratsamt und die Kreishauptstadt war in Neisse.

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Mit dem 1. Juli 1911 schied die Stadtgemeinde Neisse aus dem Verband des Kreises Neisse aus und bildete seitdem einen eigenen Stadtkreis. Der Kreis Neisse wurde jetzt als Landkreis bezeichnet.

Zum 8. November 1919 wurde die Provinz Schlesien aufgelöst. Aus dem Regierungsbezirk Oppeln wurde die neue Provinz Oberschlesien gebildet. Am 1. Januar 1921 vergrößerte die Landgemeinde Ober Neuland aus dem Landkreis Neisse den Stadtkreis Neisse. Zum 30. September 1929 fand im Kreis Neisse entsprechend der Entwicklung im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Am 1. April 1938 wurden die preußischen Provinzen Niederschlesien und Oberschlesien zur neuen Provinz Schlesien zusammengeschlossen. Zum 18. Januar 1941 wurde die Provinz Schlesien erneut aufgelöst. Aus den bisherigen Regierungsbezirken Kattowitz und Oppeln wurde die neue Provinz Oberschlesien gebildet.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet von der Roten Armee besetzt. Im Sommer 1945 wurde das Kreisgebiet gemäß dem Potsdamer Abkommen zum Bestandteil der Volksrepublik Polen. Im Kreisgebiet begann anschließend der Zuzug polnischer Zivilisten. In der Folgezeit wurde die deutsche Bevölkerung größtenteils aus dem Kreisgebiet vertrieben.

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalverfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Neisse gliederte sich zunächst in die Stadtgemeinden Neisse, Patschkau und Ziegenhals, in Landgemeinden und selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1936 wurden im Kreis Neisse zahlreiche Ortsnamen umbenannt, zum Beispiel:

  • Deutsch Kamitz: Hermannstein O.S.,
  • Dürr Kamitz: Dürnstein,
  • Gostitz: Gostal,
  • Kamitz: Grenztal,
  • Korkwitz: Moeckendorf,
  • Lassoth: Grünfließ (Oberschlesien),
  • Schlaupitz: Schlabental, später: Schlaubental,
  • Schmolitz: Frankenfelde O.S.,
  • Struwitz: Struwendorf,
  • Wischke: Lindendorf O.S.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]