Landkreis Neunkirchen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Neunkirchen Deutschlandkarte, Position des Landkreises Neunkirchen hervorgehobenKoordinaten: 49° 23′ N, 7° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Verwaltungssitz: Ottweiler
Fläche: 249,24 km2
Einwohner: 133.984 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 538 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: NK
Kreisschlüssel: 10 0 43
Kreisgliederung: 7 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Wilhelm-Heinrich-Straße 36
66564 Ottweiler
Webpräsenz: www.landkreis-neunkirchen.de
Landrat: Sören Meng (SPD)
Lage des Landkreises Neunkirchen im Saarland
Landkreis SaarlouisSaarpfalz-KreisLandkreis St. WendelLandkreis NeunkirchenRegionalverband SaarbrückenLandkreis Merzig-WadernRheinland-PfalzLuxemburgFrankreichKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Neunkirchen ist ein Landkreis im Saarland. Er hieß bis Ende 1973 Landkreis Ottweiler und ist seit 1985 Deutschlands erster und einziger Rosenkreis mit über 20.000 Rosenstöcken in neun Rosengärten.[2][3]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem hessischen Main-Taunus-Kreis ist der Landkreis Neunkirchen der flächenmäßig zweitkleinste Kreis in Deutschland, jedoch hat ersterer ca. 100.000 Einwohner mehr.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landschaft des Landkreises Neunkirchen gehört hauptsächlich zum Saar-Nahe-Bergland. Der größte See des Landkreises liegt im Naherholungsgebiet Itzenplitz Heiligenwald.

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordosten beginnend an die Landkreise Kusel (in Rheinland-Pfalz), Saarpfalz-Kreis, Regionalverband Saarbrücken, Saarlouis und St. Wendel (alle im Saarland).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Grundstein für den heutigen Landkreis Neunkirchen wurde gelegt, als im Jahre 1545 die Grafschaft Saarbrücken unter den Söhnen des Grafen Johann Ludwig aufgeteilt wurde. Unter wechselnden Namen wie Herrschaft Ottweiler (1544 bis 1611), Amt Ottweiler bzw. Oberamt Ottweiler (1611 bis 1798) und unter napoleonischer Herrschaft Kanton Ottweiler (1798 bis 1800) existierte die Gebietseinheit bis 1814.

Mit Datum vom 30. Juni 1814 entstand im Rahmen einer Neugliederung unter nunmehr preußischer Herrschaft der erste Kreis Ottweiler. Er wurde von einem Kreisdirektor geleitet und erstreckte sich über eine Fläche von 1186 km² mit 63.517 Einwohnern. Zwei Jahre später, am 1. Mai 1816, wurde der Regierungsbezirk Trier gebildet, bei dessen Neueinteilung in Landkreise ein neuer, deutlich kleinerer Kreis Ottweiler gebildet wurde, an dessen Spitze gemäß preußischer Verwaltungsordnung ein Landrat stand. Sitz der Kreisverwaltung war Ottweiler, wo auch der Wohnsitz des Landrates war.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Saargebiet und mit ihm der Landkreis Ottweiler durch den Versailler Vertrag vom Deutschen Reich abgetrennt und 1920 unter Völkerbundmandat gestellt.

Auf Anordnung der französischen Besatzungsmacht gab der Kreis am 1. Oktober 1946 die Gemeinden Bergweiler, Hasborn-Dautweiler, Lindscheid, Neipel, Scheuern, Sotzweiler, Theley, Tholey und Überroth-Niederhofen an den Landkreis Sankt Wendel ab. Im Gegenzug wechselten die Gemeinden Steinbach und Wetschhausen aus dem Landkreis Sankt Wendel in den Landkreis Ottweiler.[4]

Im Rahmen der saarländischen Gebietsreform gab der Landkreis Ottweiler am 1. Januar 1974 die vier Gemeinden Aschbach, Dörsdorf, Steinbach und Thalexweiler an den Landkreis Saarlouis ab, die dort Teil der Stadt Lebach wurden. Auch die Gemeinde Berschweiler schied aus dem Kreis aus und wurde Teil der Gemeinde Marpingen im Landkreis St. Wendel. Die Gemeinde Mainzweiler aus dem Landkreis St. Wendel wurde in die Stadt Ottweiler eingegliedert. Die Zahl der Gemeinden des Kreises wurde durch verschiedene Zusammenschlüsse von 35 auf sieben verringert. Gleichzeitig wurde der Landkreis Ottweiler in Landkreis Neunkirchen umbenannt.[5][6] Die Kreisverwaltung verblieb in Ottweiler. Die größte Stadt des Kreises ist die Kreisstadt Neunkirchen, zugleich zweitgrößte Stadt des Saarlandes, die kleinste Gemeinde ist Merchweiler.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1816 17.972 [7]
1847 29.412 [8]
1871 51.974 [9]
1885 70.593 [9]
1900 102.729 [10]
1910 126.946 [10]
1939 142.532 [10]
1960 162.600 [10]
1970 167.300 [11]
1972 165.300 [12]
1980 151.000 [13]
1990 149.400 [14]
2000 147.500 [15]
2010 137.247

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da in der gesamten Grafschaft Saarbrücken 1575 die Reformation nach dem lutherischen Bekenntnis eingeführt wurde, war ab diesem Zeitpunkt die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung evangelisch. Erst in der Industrialisierung im Laufe des 19. Jahrhunderts begann sich durch den großen Zuzug von Bergleuten und Hüttenarbeitern das konfessionelle Verhältnis zu verschieben. Die evangelische Bevölkerung des Kreises gehört seit der Saarbrücker Union der ehemals lutherischen Landeskirche der Grafschaft mit den reformierten Gemeinden in Saarbrücken und Ludweiler im Jahre 1817 zur Evangelischen Kirche in Preußen (ab 1922 nannte sie sich Evangelische Kirche der Altpreußischen Union; APU), und dort zur Kirchenprovinz der Rheinprovinz mit dem Provinzialkonsistorium in Koblenz. 1947 wandelte sich die Kirchenprovinz in eine selbständige Landeskirche, die Evangelische Kirche im Rheinland, blieb danach aber Gliedkirche der APU, die 1953 bis 2003 unter dem vereinfachten Namen Evangelische Kirche der Union fortbestand.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl des Neunkircher Kreistags 2014
Wahlbeteiligung: 50,1 %
 %
50
40
30
20
10
0
40,9
36,2
7,4
6,3
4,4
2,9
1,9
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-0,3
+2,6
-6,8
+6,3
-0,6
+2,9
-4,0
Sitzverteilung im
Neunkircher Kreistag 2014
      
Insgesamt 33 Sitze

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreistag ist die kommunale Volksvertretung im Landkreis Neunkirchen. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
%
1999
%
1994
%
1989
%
1984
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 40,9 14 41,2 14 43,0 16 50,2 51,5 50,7 50,7
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,2 13 33,6 11 44,3 17 43,4 33,2 33,0 39,1
DIE LINKE DIE LINKE 7,4 2 14,2 5 3,6 0 - - -
AfD Alternative für Deutschland 6,3 2 - - - - - - - -
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 4,4 1 5,0 1 5,0 0 3,9 6,3 5,3 5,6
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 2,9 1 - - - - - - - -
FDP Freie Demokratische Partei 1,9 0 5,9 2 4,2 0 2,5 2,5 4,2 3,6
REP Die Republikaner - - - - 3,8 5,2 -
FWG Freie Wählergruppe - - - - - - - 2,3 - -
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands - - - - - - 0,9
gesamt 100,0 33 100,0 33 100,0 33 100,0 100,0 100,0 100,0
Wahlbeteiligung in % 50,1 58,1 54,8 59,1 73,1 77,9 77,1

[16] [17]

Im Kreistag bilden SPD, Linke, Grüne und die Piraten eine Koalition.

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Sozialbericht der Kreisverwaltung waren Ende 2009 ca. zehn Prozent der Bevölkerung des Landkreises von Armut bedroht. Mehr als acht Prozent bezogen Arbeitslosengeld II und 2100 Menschen im Kreis waren trotz Erwerbstätigkeit auf staatliche Hilfe angewiesen.[18]

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Neunkirchen Platz 358 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Landkreisen mit „Zukunftsrisiken“.[19]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kreisgebiet wird von der Bundesautobahn 8 Pirmasens - Saarlouis berührt, ebenso bei Illingen und Eppelborn von der A 1 Saarbrücken - Koblenz. Ferner wird der Landkreis durch Bundes- und Landesstraßen erschlossen. Die wichtigste Bundesstraße ist die B 41 Neunkirchen - St. Wendel.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis ist Träger von 15 weiterführenden Schulen:

Gymnasien

Gesamtschulen

  • Biedersbergschule Neunkirchen
  • Gesamtschule Neunkirchen
  • Gesamtschule Schiffweiler

Erweiterte Realschulen

  • Erweiterte Realschule Illingen
  • Freiherr-vom-Stein-Schule (Neunkirchen)
  • Anton-Hansen-Schule (Ottweiler)
  • Maximilian-Kolbe-Schule (Neunkirchen)


  • Kerpenschule Uchtelfangen
  • Erweiterte Realschule Merchweiler
  • Erweiterte Realschule Eppelborn
  • Erweiterte Realschule Spiesen - Elversberg

In der Kreisstadt Neunkirchen ist ein Technisch-Gewerbliches, Sozialpflegerisches und Kaufmännisches Berufsbildungszentrum (BBZ) angesiedelt.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

EppelbornIllingen (Saar)MerchweilerSchiffweilerOttweilerSpiesen-ElversbergNeunkirchen (Saar)Rheinlan-PfalzLandkreis St. WendelLandkreis SaarlouisRegionalverband SaarbrückenSaarpfalz-KreisMunicipalities in NK.svg
Über dieses Bild

(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2016[20])

Städte

  1. Neunkirchen, Kreisstadt (46.816)
  2. Ottweiler (14.571)

Gemeinden

  1. Eppelborn (17.130)
  2. Illingen (16.510)
  3. Merchweiler (9974)
  4. Schiffweiler (15.836)
  5. Spiesen-Elversberg (13.147)

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Landkreis befinden sich sieben ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand Februar 2017).

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurde dem umbenannten Landkreis das seit dem 1. Januar 1968 für die Mittelstadt Neunkirchen gültige Unterscheidungszeichen NK zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus der Stadt Neunkirchen Kennzeichen mit den Buchstaben A bis Z und den Zahlen von 1 bis 999 sowie mit den Buchstabenpaaren AA bis ZZ und den Zahlen von 1 bis 99. Die Fahrzeuge aus dem übrigen Landkreis erhielten Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren AA bis ZZ und den Zahlen 100 bis 999. Das Unterscheidungszeichen OTW wurde bis zum 28. Februar 1974 ausgegeben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landkreis Neunkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saarland.de – Amtliche Einwohnerzahlen Stand 31.12.2016 (PDF; 0,03 MB) (Hilfe dazu).
  2. Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Landkreise des Saarlandes vom 19. Dezember 1973. In: Amtsblatt des Saarlandes. Band 1973, Nr. 48, S. 852, § 55 Umbenennung des Landkreises Ottweiler (Digitalisat [PDF; 487 kB]).
  3. Website „Rosenkreis Neunkirchen“ der Tourismus- und Kulturzentrale des Landkreises Neunkirchen
  4. Amtsblatt des Regierungspräsidiums Saar, Jahrgang 1946, Nr. 47, S. 198: „Anordnung über die verwaltungsmäßige Organisation des Saargebietes“ vom 1. Oktober 1946 (Universität des Saarlandes)
  5. Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Landkreise des Saarlandes vom 19. Dezember 1973. In: Amtsblatt des Saarlandes. Band 1973, Nr. 48, S. 852, § 55 Umbenennung des Landkreises Ottweiler (Digitalisat [PDF; 487 kB]).
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 805 f.
  7. Beiträge zur Statistik der Königl. Preussischen Rheinlande. 1829, S. 20, abgerufen am 11. November 2017.
  8. Beschreibung des Regierungsbezirks Trier. 1849, S. 297, abgerufen am 11. November 2017.
  9. a b Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885
  10. a b c d Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 2. Juli 2016.
  11. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972
  12. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1974
  13. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981
  14. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992
  15. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002
  16. [1]
  17. [2]
  18. Gunther Thomas: Kreisverwaltung legt Sozialbericht vor, Saarbrücker Zeitung, 16. November 2011.
  19. Zukunftsatlas 2016. Abgerufen am 23. März 2018.
  20. Saarland.de – Amtliche Einwohnerzahlen Stand 31.12.2016 (PDF; 0,03 MB) (Hilfe dazu).