Landkreis Norden

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Basisdaten
Bundesland Niedersachsen
Regierungsbezirk Aurich
Kreisstadt Norden
Bestandszeitraum 1885–1977
Fläche 655,66 km² (1970)
Einwohner 82.871 (27. Mai 1970)
Bevölkerungsdichte 126 Einw./km² (1970)
Städte 2
Gemeinden 70 (1961)
Kfz-Kennzeichen NOR
Lage des Kreises in der Provinz Hannover (1905)
Lage des Kreises Norden in der Provinz Hannover

Der Landkreis Norden war ein Landkreis im nordwestlichen Niedersachsen. Er ist jetzt Teil des Landkreises Aurich.

Geographie[Bearbeiten]

Inseln[Bearbeiten]

Zum Gebiet des Landkreises Norden gehörten die ostfriesischen Inseln Memmert, Juist, Norderney und Baltrum.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzte Anfang 1977 im Uhrzeigersinn im Osten beginnend an die Landkreise Wittmund und Aurich (Ostfriesland) sowie an die kreisfreie Stadt Emden.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Annexion Hannovers 1867 durch Preußen wurde 1885 aus dem Amt Norden und der Stadt Norden der Landkreis Norden gebildet.[1] Er wurde 1932 um Teile des damals aufgelösten Landkreises Emden (ohne die Stadt Emden) erweitert.

Zum Landkreis Norden gehörten zunächst die Städte Norden (Kreissitz) und Norderney sowie die (Insel-)Gemeinden Juist und Baltrum. Ferner umfasste der Landkreis die Gebiete der heutigen Gemeinden Brookmerland, Hage, Großheide und Dornum. Diese Gemeinden bilden das historische Norderland. Bei der Auflösung des Landkreises Emden 1932 kamen die Gebiete der heutigen Gemeinden Hinte und Krummhörn sowie die Gemeinden Larrelt, Harsweg, Twixlum und Wybelsum einschließlich des Ortsteils Logumer Vorwerk hinzu. Schon 1945 wurden die heutigen Emder Stadtteile Larrelt und Harsweg vom Landkreis Norden an die Stadt Emden abgegeben. Im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform 1972 kamen auch Twixlum, Wybelsum und Logumer Vorwerk zu Emden, dafür aber die bis dahin zum Landkreis Wittmund gehörenden selbständigen Gemeinden Roggenstede, Westeraccum, Westeraccumersiel und Westerbur zum Landkreis Norden. Die genannten Orte wurden in die Gemeinden Dornum und Dornumersiel eingegliedert.[2]

Mit Wirkung vom 1. August 1977 wurde der Landkreis Norden in den Landkreis Aurich eingegliedert.[3] Norden verlor dadurch seinen Kreissitz. Heute befinden sich nur noch Teile der Kreisverwaltung des Landkreises Aurich in Norden, darunter Außenstellen des Gesundheitsamtes, des Jugendamtes und des Sozialamtes.

Der Landkreis Norden galt früher als vergleichsweise wohlhabend - dank einiger Industriebetriebe in der Stadt Norden wie etwa der Spirituosenhersteller Doornkaat, sowie aufgrund der Tatsache, dass es sich um sehr fruchtbares Marschland mit guten Ernteerträgen handelt. Die Landwirtschaft allerdings beschäftigt heute nur eine deutlich geringere Zahl an Menschen, und auch manche Norder Betriebe sind inzwischen nicht mehr existent. Doornkaat etwa wird seit der Übernahme durch den Spirituosenhersteller Berentzen im emsländischen Haselünne hergestellt. Somit gilt das Gebiet des ehemaligen Landkreises Norden heute als strukturschwach mit überdurchschnittlicher Arbeitslosenquote.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1885 43.756
1905 47.991
1925 54.361
1933 57.456
1939 60.286
Jahr Einwohner
1946 79.548
1950 83.069
1956 74.829
1961 75.872
1970 82.871

Politik[Bearbeiten]

Landräte[Bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen NOR zugewiesen. Es wurde bis zum 4. April 1978 ausgegeben. Seit dem 15. November 2012 wird es im Zuge der Kennzeichenliberalisierung im Landkreis Aurich ausgegeben.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kreisordnung für die Provinz Hannover (1884)
  2. Karl Leiner: Panorama Landkreis Norden. Bilder, Wappen, Menschen, Notizen, Norden 1972, S. 523
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 264.
  4. a b c d e f Deutsche Verwaltungsgeschichte
  5. a b c territorial.de