Landkreis Oberhavel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Oberhavel Deutschlandkarte, Position des Landkreises Oberhavel hervorgehoben52.9113.21Koordinaten: 52° 55′ N, 13° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Verwaltungssitz: Oranienburg
Fläche: 1.808,2 km²
Einwohner: 203.012 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: OHV
Kreisschlüssel: 12 0 65
Kreisgliederung: 19 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Adolf-Dechert-Straße 1
16515 Oranienburg
Webpräsenz: www.oberhavel.de
Landrat: Ludger Weskamp (SPD)
Lage des Landkreises Oberhavel in Brandenburg
Berlin Polen Freistaat Sachsen Freistaat Thüringen Sachsen-Anhalt Niedersachsen Mecklenburg-Vorpommern Frankfurt (Oder) Cottbus Potsdam Brandenburg an der Havel Landkreis Prignitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Landkreis Oberhavel Landkreis Uckermark Landkreis Barnim Landkreis Havelland Landkreis Potsdam-Mittelmark Landkreis Märkisch-Oderland Landkreis Teltow-Fläming Landkreis Dahme-Spreewald Landkreis Oder-Spree Landkreis Elbe-Elster Landkreis Oberspreewald-Lausitz Landkreis Spree-NeißeKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Oberhavel ist ein Landkreis im Norden des Landes Brandenburg. Die Kreisstadt ist Oranienburg.

Geographie[Bearbeiten]

Der Landkreis Oberhavel erstreckt sich als Sektoralkreis von der Südgrenze des Landes Mecklenburg-Vorpommern bis an die Nordgrenze des Landes Berlin. Der obere Flusslauf der Havel ist namensgebend und durchfließt den Landkreis von Norden nach Süden. Mehr als 50 % der Fläche des Landkreises sind Landschafts- oder Naturschutzgebiete.

Der Norden des Landkreises wird durch den Naturraum des Neustrelitzer Kleinseenlandes eingenommen. Dort liegen die beiden größten Seen des Landkreises: der Große Stechlinsee (4,1 km²) im Rheinsberger Seengebiet und der Stolpsee (3,7 km²) am Rand der Himmelpforter Heide. Der mittlere Teil des Landkreises wird eingenommen durch die ackergeprägte Granseer Platte, die Zehdenick-Spandauer Havelniederung, die Waldlandschaften Rüthnicker Heide und Schorfheide, das Rhinluch und das Eberswalder Tal. Die Granseer Platte schließt mit dem Großen Wentowsee (2,8 km²) und dem Dretzsee (1,7 km²) den dritt- und viertgrößten See des Landkreises ein. Der südliche Teil des Landkreises wird eingenommen durch die Hochebene des Gliens mit dem Waldgebiet Krämer, den waldreichen Westbarnim und das Havelländische Luch.[2]

Der Landkreis hat Anteil an den folgenden historischen Landschaften: im Norden an Mecklenburg (Fürstenberger Werder), im Nordosten und Osten an der Uckermark, im Südosten am Barnim, im Südwesten am Havelland sowie im Westen und Nordwesten am Ruppiner Land. Im mittleren Teil liegt das historische Land Löwenberg.

Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte (Mecklenburg-Vorpommern), im Osten die Landkreise Uckermark und Barnim, im Süden das Land Berlin und der Landkreis Havelland sowie im Westen der Landkreis Ostprignitz-Ruppin.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Landkreis Oberhavel entstand im Ergebnis der brandenburgischen Kreisreform zum 6. Dezember 1993 durch Zusammenlegung der ehemaligen Landkreise Gransee und Oranienburg.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerentwicklung des Landkreises Oberhavel (Einwohnerzahl 1990 vom 3. Oktober, ab 1991 jeweils 31. Dezember des Jahres). Alle Angaben beziehen sich auf den jeweiligen Gebietsstand (1990 bis 1992: Gebietsstand 6. Dezember 1993).

Jahr Einwohner
1990 169.086
1991 167.015
1992 165.764
1993 166.214
1994 167.935
1995 170.505
1996 173.666
1997 178.353
1998 183.997
1999 189.191
Jahr Einwohner
2000 192.123
2001 194.022
2002 195.399
2003 197.055
2004 198.550
2005 200.184
2006 201.289
2007 201.945
2008 202.331
2009 202.776
Jahr Einwohner
2010 203.124
2011 201.199
2012 202.162
2013 203.012

Quelle: Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg

Quellen: Die detaillierten Quellen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg und des brandenburgischen Landesamtes für Bauen und Verkehr sowie der Bertelsmann-Stiftung finden sich unter Population Projection Brandenburg in den Wikimedia Commons.

Politik[Bearbeiten]

Landrat[Bearbeiten]

Landrat des Landkreises Oberhavel ist seit 12. Juni 2015 Ludger Weskamp (SPD). Der vorherige Landrat war von 1994 bis 2014 Karl-Heinz Schröter (SPD). Mit Schröters Berufung zum Innenminister des Landes Brandenburg führte der Erste Beigeordnete des Landkreises Egmont Hamelow (CDU) vorübergehend die Dienstgeschäfte.

Kreistag[Bearbeiten]

Wahl des Oberhaveler Kreistags 2014[3]
Wahlbeteiligung: 46,1 % (2008: 48,8 %)
 %
30
20
10
0
27,8 %
26,5 %
19,4 %
7,2 %
5,5 %
3,9 %
3,1 %
1,9 %
4,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+0,3 %p
+6,6 %p
-3,7 %p
+0,8 %p
+2,1 %p
-0,4 %p
-3,1 %p
+1,9 %p
-4,5 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
Sitzverteilung im
Oberhaveler Kreistag 2014
          
Von 56 Sitzen entfallen auf:

Am 25. Mai 2014 wurden die 56 Kreistagsabgeordneten neu gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 46,6 %. Dabei ergab sich folgendes Ergebnis:[4]

Wahlvorschlag Stimmen Stimmen in % Sitze
SPD 64.837 27,8 15
CDU 61.884 26,5 15
DIE LINKE. 45.337 19,4 11
GRÜNE/B90 16.905 7,2 4
BVB/FREIE WÄHLER 12.876 5,5 3
NPD 9.125 3,9 2
FDP 7.313 3,1 2
PIRATEN 4.449 1,9 1
Die Unabhängigen 4.369 1,9 1
BürgerBündnis freier Wähler Hennigsdorf (BB) 2.736 1,2 1
Landwirtschaft, Gartenbau, Umwelt(LGU) 2.473 1,1 1
Einzelbewerber Warmbrunn 942 0,4 0

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)

Im Kreistag haben sich SPD und LGU zu einer Fraktionsgemeinschaft zusammengeschlossen. BVB/FREIE WÄHLER, Die Unabhängigen und BB haben sich zu der Fraktionsgemeinschaft "Unabhängige Bürgerfraktion / Freie Wähler" zusammengeschlossen. SPD/LGU und CDU haben im Kreistag eine Koalition gebildet.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 18. Mai 1994 genehmigt. Blasonierung: „Geteilt von Silber über Grün; oben goldbewehrte und rotgezungte rote Adler, die Flügel mit goldenen Kleestengeln belegt; unten zwei versetzt nebeneinander fliegende rotbewehrte silberne Schwäne.“[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Felder bei Neuholland

Die Schwerpunkt der Industrie liegt im Süden des Kreises, im engeren Verflechtungsraum mit Berlin. Hierzu gehören neben dem Dienstleistungssektor insbesondere Unternehmen der Verkehrstechnik und Stahlindustrie (besonders in und um Hennigsdorf) sowie der Chemie- und Pharmaindustrie (in und um Oranienburg). Die Wirtschaftsstandorte Oranienburg, Hennigsdorf und Velten bilden einen von 15 Regionalen Wachstumskernen des Landes Brandenburg.[7]

Der gesamte Landkreis ist zudem durch intensive Landwirtschaft geprägt.[8]

Oberhavel erlangt auch zunehmend mehr Bedeutung als Naherholungsgebiet für Berlin und vor allem der Norden des Kreises als naturbelassene Urlaubsregion.[9]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch den Landkreis Oberhavel führen die Autobahn A 10 (Berliner Ring) sowie die von ihr abzweigenden Autobahnen A 111 in Richtung Berlin und A 24 in Richtung Hamburg. Zusätzlich verlaufen die Bundesstraßen 96, 96a, 109, 167 und 273 durch den Kreis. Am 1. Januar 1994 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen OHV zugewiesen und seitdem ausgegeben.

Die wichtigsten Eisenbahnstrecken sind der Berliner Außenring, die Berliner Nordbahn nach Stralsund und die Kremmener Bahn nach Neuruppin. Linien der Berliner S-Bahn verkehren nach Oranienburg und Hennigsdorf. Die kreiseigene Oberhavel Verkehrsgesellschaft ist Betreiber des Busverkehrs im Landkreis. Sie hat ihren Sitz in Oranienburg und betreibt 42 Buslinien (2014). Wichtige Binnenwasserstraßen sind die Havel und der Oder-Havel-Kanal. Neben einer Vielzahl lokaler und regionaler Fahrradwegen führen auch der Radfernweg Berlin-Kopenhagen und der Havelradweg durch den Kreis.

Kraftfahrzeuge in Landkreis Oberhavel 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[10] 103 781 104 157 105 928 107 223 108 552 109 802 111 032
PKW je 1.000 Einwohner (31.12.Vj.) 514 515 522 528 540 543 547

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Nach Abschluss der Gemeindegebietsreform umfasst der Landkreis noch 19 Gemeinden, darunter neun Städte. 14 der Gemeinden sind amtsfrei.

(Einwohner am 31. Dezember 2013)[11]

Städte

  1. Fürstenberg/Havel (5959)
  2. Gransee, amtsangehörige Stadt (5721)
  3. Hennigsdorf (25.800)
  4. Hohen Neuendorf (25.001)
  5. Kremmen (7110)
  6. Liebenwalde (4191)
  7. Oranienburg (42.028)
  8. Velten (11.569)
  9. Zehdenick (13.345)

Amtsfreie Gemeinden

  1. Birkenwerder (7833)
  2. Glienicke/Nordbahn (11.667)
  3. Leegebruch (6573)
  4. Löwenberger Land (7975)
  5. Mühlenbecker Land (14.455)
  6. Oberkrämer (10.522)

Amt und zugehörige Gemeinden
(Sitz der Amtsverwaltung *)

  1. Gransee, Stadt * (5721)
  2. Großwoltersdorf (807)
  3. Schönermark (432)
  4. Sonnenberg (841)
  5. Stechlin (1183)
Fürstenberg/Havel Zehdenick Liebenwalde Oranienburg Mühlenbecker Land Glienicke/Nordbahn Birkenwerder Hohen Neuendorf Hohen Neuendorf Hennigsdorf Leegebruch Velten Oberkrämer Kremmen Löwenberger Land Gransee Gransee Schönermark Sonnenberg Großwoltersdorf Stechlin Großwoltersdorf Berlin Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-VorpommernMunicipalities in OHV.png
Über dieses Bild

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Oberhavel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Landschaften in Deutschland. Bundesamt für Naturschutz, abgerufen am 12. August 2015.
  3. wahlergebnisse.brandenburg.de
  4. Ergebnis Kreistag Oberhavel 25. Mai 2014. Abgerufen am 15. Juni 2014.
  5. cdu-glienicke.de
  6. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  7. Unternehmen Wachstumskern O-H-V
  8. Wirtschaftsregion Landkreis Oberhavel
  9. Freizeit und Tourismus Landkreis Oberhavel
  10. Statistik Fz3 Kraftfahrt-Bundesamt
  11. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)