Landkreis Oberspreewald-Lausitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Oberspreewald-Lausitz Deutschlandkarte, Position des Landkreises Oberspreewald-Lausitz hervorgehoben

Koordinaten: 51° 31′ N, 14° 0′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Verwaltungssitz: Senftenberg
Fläche: 1.223,08 km2
Einwohner: 109.371 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 89 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: OSL, CA, SFB
Kreisschlüssel: 12 0 66
Kreisgliederung: 25 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Dubinaweg 1
01968 Senftenberg
Website: www.osl-online.de
Landrat: Siegurd Heinze (parteilos)
Lage des Landkreises Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg
BerlinPolenFreistaat SachsenFreistaat ThüringenSachsen-AnhaltNiedersachsenMecklenburg-VorpommernFrankfurt (Oder)CottbusPotsdamBrandenburg an der HavelLandkreis PrignitzLandkreis Ostprignitz-RuppinLandkreis OberhavelLandkreis UckermarkLandkreis BarnimLandkreis HavellandLandkreis Potsdam-MittelmarkLandkreis Märkisch-OderlandLandkreis Teltow-FlämingLandkreis Dahme-SpreewaldLandkreis Oder-SpreeLandkreis Elbe-ElsterLandkreis Oberspreewald-LausitzLandkreis Spree-NeißeKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz (niedersorbisch Wokrejs Górne Błota-Łužyca) ist ein Landkreis im Süden des Landes Brandenburg. Nachbarkreise sind im Westen der Landkreis Elbe-Elster, im Norden der Landkreis Dahme-Spreewald, im Osten der Landkreis Spree-Neiße und im Süden die sächsischen Landkreise Bautzen und Meißen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz liegt im Süden des Landes Brandenburg auf 51 Grad nördlicher Breite und 14 Grad östlicher Länge auf 56 m ü. NHN bis 201 m ü. NHN. Der höchste Berg im Kreis ist der Kutschenberg mit 201 m ü. NHN. Er ist nach der Heidehöhe im Landkreis Elbe-Elster die zweithöchste Erhebung des Landes Brandenburg. Der Landkreis stellt einen Querschnitt durch die Lausitz dar: im Süden die Oberlausitz und das beginnende Lausitzer Bergland, dann in der Mitte die Niederlausitz mit dem Flussbett der Schwarzen Elster und dem Lausitzer Grenzwall und im Norden der Obere Spreewald.

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Abschluss der Gemeindegebietsreform 2003 umfasst der Landkreis noch 25 Gemeinden, darunter neun Städte. Nach der amtlichen Feststellung 2016 sind vier Gemeinden offiziell zweisprachig (deutsch, niedersorbisch).[2]

Siehe auch Liste der Orte im Landkreis Oberspreewald-Lausitz und Sorbisches Siedlungsgebiet

(Einwohner am 31. Dezember 2019)[3]

Amtsfreie Städte

  1. Calau – Kalawa (7720)
  2. Großräschen – Rań (8471)
  3. Lauchhammer (14.336)
  4. Lübbenau/Spreewald – Lubnjow/Błota (15.977)
  5. Schwarzheide (5635)
  6. Senftenberg – Zły Komorow (23.895)
  7. Vetschau/Spreewald – Wětošow/Błota (7941)

Weitere amtsfreie Gemeinde

  1. Schipkau (6661)

Ämter und zugehörige Gemeinden

1. Altdöbern (5541)

  1. Altdöbern (2376)
  2. Bronkow (580)
  3. Luckaitztal (779)
  4. Neupetershain – Nowe Wiki (1196)
  5. Neu-Seeland – Nowa Jazorina (610)

2. Ortrand (6031)

  1. Frauendorf (702)
  2. Großkmehlen (1058)
  3. Kroppen (705)
  4. Lindenau (752)
  5. Ortrand, Stadt (2051)
  6. Tettau (763)

3. Ruhland (7163)

  1. Grünewald (532)
  2. Guteborn (520)
  3. Hermsdorf (776)
  4. Hohenbocka (973)
  5. Ruhland, Stadt (3712)
  6. Schwarzbach (650)
SachsenCottbusLandkreis Dahme-SpreewaldLandkreis Elbe-ElsterLandkreis Spree-NeißeLandkreis Teltow-FlämingAltdöbernBronkowCalauFrauendorf (Amt Ortrand)GroßkmehlenGroßräschenGrünewaldGutebornHermsdorf (bei Ruhland)HohenbockaKroppenLauchhammerLindenau (Oberlausitz)Lübbenau/SpreewaldLuckaitztalNeupetershainNeu-SeelandOrtrandRuhlandSchipkauSchwarzbach (Lausitz)SchwarzheideSenftenbergTettau (Brandenburg)Vetschau/SpreewaldMunicipalities in OSL.svg
Über dieses Bild

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1945 existierten auf dem Boden des Landkreises Oberspreewald-Lausitz die preußischen Landkreise Hoyerswerda, Calau und Liebenwerda; aus Teilen dieser entstand 1952 der Kreis Senftenberg im Bezirk Cottbus. Im Jahr 1990 gab es eine knappe Mehrheit im damaligen Kreis Senftenberg für die Zugehörigkeit zu Sachsen, der Kreistag entschied sich gegen eine Angliederung an Sachsen. Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz entstand 1993 im Rahmen der brandenburgischen Kreisreform durch Zusammenlegung der Landkreise Calau und Senftenberg und kleinerer Teile des Landkreises Bad Liebenwerda.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1993 159.828
1994 158.537
1995 156.758
1996 155.024
1997 152.924
1998 150.414
1999 148.124
Jahr Einwohner
2000 145.110
2001 141.959
2002 139.062
2003 136.251
2004 134.025
2005 132.032
2006 129.581
2007 127.278
2008 125.216
2009 123.426
Jahr Einwohner
2010 121.679
2011 116.898
2012 115.212
2013 113.842
2014 112.896
2015 112.450
2016 111.962
2017 111.122
2018 110.476
2019 109.371

Gebietsstand und Einwohnerzahl am 31. Dezember des jeweiligen Jahres[4][5][6], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl des Kreistags Oberspreewald-Lausitz 2019
Wahlbeteiligung: 56,4 % (2014: 46,1 %)
 %
30
20
10
0
21,5 %
19,6 %
19,5 %
12,8 %
6,5 %
5,8 %
3,7 %
3,6 %
7,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 20
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-7,8 %p
+19,6 %p
-8,7 %p
-5,2 %p
+0,6 %p
+1,8 %p
+1,3 %p
+1,5 %p
-3,1 %p

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 50 Sitze im Kreistag, der am 26. Mai 2019 gewählt wurde, verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen:[7]

Partei/Gruppierung Stimmen 2014 Stimmen 2019 Sitze 2014 Sitze 2019
SPD 29,3 % 21,5 % 15 11
AfD - 19,6 % - 10
CDU 28,2 % 19,5 % 14 10
DIE LINKE 18,0 % 12,8 % 9 6
Freie Wählergruppe Bauern – Landwirtschaft, Umwelt, Natur 5,9 % 6,5 % 3 3
GRÜNE/B90 4,0 % 5,8 % 2 3
BVB/FREIE WÄHLER 2,4 % 3,7 % 1 2
FDP 2,1 % 3,6 % 1 2
Stimme freier Bürger (SFB) 1,5 % 2,1 % 1 1
NPD 4,3 % 1,5 % 2 1
Aktionsgruppe gegen soziales Unrecht Senftenberg (AGSUS) 1,8 % 1,4 % 1 1
Freie Wählergruppe Schwarzheide (FWS) 1,1 % 1,1 % 1 -

Vorsitzende des Kreistages ist Martina Gregor-Ness (SPD).[8]

Landrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinze ist der erste direkt gewählte Landrat des Landkreises. Als parteiloser Kandidat der CDU erreichte in der Landratsstichwahl am 24. Januar 2010 66,4 % der gültigen Stimmen.

In der Landratswahl am 22. April 2018 wurde Heinze mit 56,3 % der gültigen Stimmen für weitere acht Jahre in seinem Amt bestätigt.[9]

Der Sitz des Landrates ist im Bergbauhaus in Senftenberg.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 25. November 1994 genehmigt.

Blasonierung: „Geteilt von Silber und Blau, oben ein unbewehrter schreitender roter Stier mit über den Rücken geschlagenem Schweif, unten eine dreigezinnte goldene Mauer, belegt mit einem goldenen Schild, darin ein aufrechter schwarzer Löwe.“[10]

Die Wappen der Ämter, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist Weiß – Rot – Weiß (1:3:1) gestreift und auf dem Mittelstreifen mit dem Kreiswappen belegt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Oberspreewald-Lausitz Platz 385 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „hohen Zukunftsrisiken“.[11]

Die Wirtschaftsstandorte Großräschen, Lauchhammer, Schwarzheide und Senftenberg sind einer von 15 Regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg. Dadurch werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autobahnen

Bundesstraßen

Eisenbahnstrecken mit Regional- und Güterverkehr:

nur Güterverkehr:

Weiterhin existierte ein umfangreiches, nicht dem öffentlichen Verkehr dienendes Grubenbahnnetz, welches die Braunkohlentagebaue mit den Brikettfabriken und Kraftwerken verband.

Öffentlicher Personennahverkehr

Der öffentliche Personennahverkehr wird von der Verkehrsgesellschaft Oberspreewald-Lausitz organisiert. Der Busverkehr wird durch die Südbrandenburger Nahverkehrs GmbH und weitere private Busunternehmen durchgeführt. Die Stadtverkehre in Senftenberg und Lübbenau werden von der SBN eigenständig organisiert und durchgeführt. Der Stadtverkehr in Lauchhammer wird von der Firma Der Niederlausitzer eigenständig organisiert und durchgeführt.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Landkreis befinden sich 26 ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand Februar 2017).

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1994 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen OSL zugewiesen und seitdem ausgegeben. Seit dem 15. März 2013 sind zudem die Unterscheidungszeichen CA (Calau) und SFB (Senftenberg) erhältlich.

Eingliederungen und Zusammenschlüsse von Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Tabelle sind die Eingliederungen und Zusammenschlüsse von Gemeinden seit der Bildung des Landkreises am 5. Dezember 1993 erfasst[12]

Gemeinde Datum Eingliederung von nach Zusammenschluss von zu
Altdöbern 01.02.2002 Ranzow
Reddern
Altdöbern
Bronkow 26.10.2003 Bronkow
Lipten
Lug
Bronkow
Calau 31.12.2001 Buckow
Craupe
Gollmitz
Groß Jeser
Zinnitz
Calau
Calau 26.10.2003 Bolschwitz
Groß-Mehßow
Kemmen
Mlode
Saßleben
Werchow
Calau
Frauendorf 06.12.1993 Frauendorf
(Ausgliederung aus Tettau)
Frauendorf
Großräschen 01.08.1997 Freienhufen Großräschen
Großräschen 31.12.1998 Woschkow Großräschen
Großräschen 31.12.2001 Allmosen
Barzig
Saalhausen
Wormlage
Großräschen
Hermsdorf 31.12.2001 Jannowitz Hermsdorf
Lauchhammer 06.12.1993 Grünewalde
Kostebrau
Lauchhammer
Lübbenau 26.10.2003 Bischdorf
Boblitz
Groß Beuchow
Groß Lübbenau
Groß-Klessow
Hindenberg
Kittlitz
Klein Radden
Leipe
Ragow
Lübbenau
Luckaitztal 01.03.2002 Buchwäldchen
Gosda
Muckwar
Schöllnitz
Luckaitztal
Neu-Seeland 01.02.2002 Bahnsdorf
Lindchen
Lubochow
Ressen
Neu-Seeland
Schipkau 31.12.2001 Annahütte
Drochow
Hörlitz
Klettwitz
Meuro
Schipkau
Schipkau
Senftenberg 01.03.1997 Sedlitz Senftenberg
Senftenberg 31.12.2001 Brieske
Großkoschen
Hosena
Niemtsch
Peickwitz
Senftenberg
Tettau 06.12.1993 Frauendorf
(Ausgliederung)
Frauendorf
Vetschau 31.12.2001 Göritz
Naundorf
Repten
Stradow
Vetschau
Vetschau 31.12.2002 Ogrosen
Suschow
Vetschau
Vetschau 26.10.2003 Koßwig
Laasow
Missen
Raddusch
Vetschau

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Landkreis Oberspreewald-Lausitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2019 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. MWFK: Acht weitere Gemeinden gehören zu Siedlungsgebiet der Sorben.@1@2Vorlage:Toter Link/www.mwfk.brandenburg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven) Abgerufen am 7. Dezember 2016.
  3. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2019 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberspreewald-Lausitz (PDF) S. 8–9
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  6. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 1, A II 4. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg. (jeweilige Ausgaben des 4. Quartals)
  7. Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 26. Mai 2019, S. 20
  8. Den Kreistag regiert weiter eine Frau. In: Lausitzer Rundschau, 21. Juni 2019.
  9. Endgültiges Ergebnis der Landratswahl am 22. April 2018 im Landkreis Oberspreewald-Lausitz (Memento vom 2. Mai 2018 im Internet Archive)
  10. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  11. Zukunftsatlas 2016. Archiviert vom Original am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018.
  12. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberspreewald-Lausitz, S. 34–37.