Kreis Reichenbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Basisdaten
Bezirk: Karl-Marx-Stadt
Verwaltungssitz: Reichenbach
Fläche: 155 km²
Einwohner: 54.605 (1989)
Bevölkerungsdichte: 352 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: T, X (1953–1990)
TS, XS (1974–1990)
RC (1991–1996)
Lage des Kreises in der DDR
Kreis RügenKreis Bad DoberanKreis GreifswaldGreifswaldKreis GrevesmühlenKreis GrimmenKreis Ribnitz-DamgartenKreis Rostock-LandRostockKreis Stralsund-LandStralsundKreis Wismar-LandWismarKreis WolgastKreis GüstrowKreis BützowKreis GadebuschKreis HagenowKreis LudwigslustKreis LübzKreis ParchimKreis PerlebergKreis Schwerin-LandSchwerinKreis SternbergKreis AnklamKreis AltentreptowKreis DemminKreis MalchinKreis Neubrandenburg-LandNeubrandenburgKreis NeustrelitzKreis PasewalkKreis PrenzlauKreis Röbel/MüritzKreis StrasburgKreis TemplinKreis TeterowKreis UeckermündeKreis WarenKreis BelzigKreis Brandenburg-LandBrandenburg an der HavelKreis GranseeKreis JüterbogKreis Königs WusterhausenKreis KyritzKreis LuckenwaldeKreis NauenKreis NeuruppinKreis OranienburgKreis Potsdam-LandPotsdamKreis PritzwalkKreis RathenowKreis WittstockKreis ZossenKreis AngermündeKreis Bad FreienwaldeKreis BeeskowKreis BernauKreis EberswaldeKreis Eisenhüttenstadt-LandEisenhüttenstadtFrankfurt (Oder)Kreis FürstenwaldeSchwedt/OderKreis SeelowKreis StrausbergKreis Bad LiebenwerdaKreis CalauKreis Cottbus-LandCottbusKreis FinsterwaldeKreis ForstKreis GubenKreis HerzbergKreis HoyerswerdaKreis JessenKreis LuckauKreis LübbenKreis SenftenbergKreis SprembergKreis WeißwasserKreis BurgKreis GardelegenKreis GenthinKreis HalberstadtKreis HaldenslebenKreis HavelbergKreis KlötzeMagdeburgKreis OscherslebenKreis OsterburgKreis SalzwedelKreis SchönebeckKreis StaßfurtKreis StendalKreis WanzlebenKreis WernigerodeKreis WolmirstedtKreis ZerbstKreis ArternKreis AscherslebenKreis BernburgKreis BitterfeldDessauKreis EislebenKreis GräfenhainichenHalle (Saale)Kreis HettstedtKreis HohenmölsenKreis KöthenKreis MerseburgKreis NaumburgKreis NebraKreis QuedlinburgKreis QuerfurtKreis RoßlauSaalkreisKreis SangerhausenKreis WeißenfelsKreis WittenbergKreis ZeitzKreis AltenburgKreis BornaKreis DelitzschKreis DöbelnKreis EilenburgKreis GeithainKreis GrimmaKreis Leipzig-LandLeipzigKreis OschatzKreis SchmöllnKreis TorgauKreis WurzenKreis BautzenKreis BischofswerdaKreis DippoldiswaldeKreis Dresden-LandDresdenKreis FreitalKreis Görlitz-LandGörlitzKreis GroßenhainKreis KamenzKreis LöbauKreis MeißenKreis NieskyKreis PirnaKreis RiesaKreis SebnitzKreis ZittauKreis AnnabergKreis AueKreis AuerbachKreis Brand-ErbisdorfKreis FlöhaKreis FreibergKreis GlauchauKreis HainichenKreis Hohenstein-ErnstthalKreis Karl-Marx-Stadt-LandKarl-Marx-StadtKreis KlingenthalKreis MarienbergKreis OelsnitzKreis Plauen-LandPlauenKreis ReichenbachKreis RochlitzKreis SchwarzenbergKreis StollbergKreis WerdauKreis ZschopauKreis Zwickau-LandZwickauKreis EisenbergKreis Gera-LandGeraKreis GreizKreis Jena-LandJenaKreis LobensteinKreis PößneckKreis RudolstadtKreis SaalfeldKreis SchleizKreis StadtrodaKreis ZeulenrodaKreis ApoldaKreis ArnstadtKreis EisenachKreis Erfurt-LandErfurtKreis GothaKreis HeiligenstadtKreis LangensalzaKreis MühlhausenKreis NordhausenKreis SömmerdaKreis SondershausenKreis Weimar-LandWeimarKreis WorbisKreis Bad SalzungenKreis HildburghausenKreis IlmenauKreis MeiningenKreis Neuhaus am RennwegKreis SchmalkaldenKreis SonnebergKreis Suhl-LandSuhlOst-BerlinVolksrepublik PolenTschechoslowakeiBerlin (West)DeutschlandDänemarkKarte
Über dieses Bild

Der Kreis Reichenbach war ein Landkreis im Bezirk Karl-Marx-Stadt der DDR. Von 1990 bis 1995 bestand er als Landkreis Reichenbach im Freistaat Sachsen fort. Sein Gebiet liegt heute im Vogtlandkreis in Sachsen. Der Sitz der Kreisverwaltung befand sich in Reichenbach.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Reichenbach lag zwischen Plauen und Zwickau im Vogtland.

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Reichenbach grenzte im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Kreise Werdau, Zwickau-Land, Auerbach, Plauen-Land und Greiz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Reichenbach entstand am 25. Juli 1952 im Rahmen der Auflösung der Länder und Bildung von 14 Bezirken der DDR. Er hatte als komplette Neugründung keine Verwaltungseinheit als Vorbild. Gebildet wurde der neue Kreis aus Gemeinden der bis dahin bestehenden Landkreise Auerbach, Plauen-Land und Zwickau-Land, die in etwa den vorherigen namensgleichen Amtshauptmannschaften entsprachen. Der Kreis wurde dem Bezirk Karl-Marx-Stadt zugeordnet.[1] Kreisstadt wurde Reichenbach/Vogtl.

Folgende 32 Gemeinden bildeten den Kreis:

  • aus dem Kreis Auerbach (7):
Irfersgrün, Lengenfeld, Pechtelsgrün, Schönbrunn, Waldkirchen, Weißensand und Wolfspfütz.
  • aus dem Kreis Plauen (22):
Brockau, Brunn, Buchwald, Coschütz, Foschenroda, Friesen, Hauptmannsgrün, Kleingera, Lambzig, Lauschgrün, Limbach, Losa, Mylau, Netzschkau, Oberheinsdorf, Obermylau, Reichenbach/Vogtl., Reimersgrün, Rotschau, Schneidenbach, Scholas und Unterheinsdorf.
  • aus dem Kreis Zwickau (3):
Neumark, Reuth und Schönbach.

Durch Gemeindegebietsänderungen und Umgliederungen über Kreisgrenzen hinweg schrumpfte die Zahl der Gemeinden von anfänglich 32 auf 27 am Tag der Wiedervereinigung und danach weiter auf 13 bis zu seiner Auflösung.[1]

  • 1. Juli 1953 – Eingemeindung von Wolfspütz in die Stadt Lengenfeld
  • 1. April 1974 – Eingemeindung von Buchwald in Limbach
  • 1. April 1974 – Eingemeindung von Foschenroda in die Stadt Netzschkau
  • 1. April 1974 – Eingemeindung von Losa nach Coschütz
  • 1. Januar 1979 – Eingemeindung von Scholas nach Coschütz
  • 1. April 1992 – Eingemeindung von Lambzig in die Stadt Netzschkau
  • 1. Juli 1993 – Eingemeindung von Plohn (Kreis Auerbach) in die Stadt Lengenfeld
  • 1. Januar 1994 – Eingemeindung von Weißensand in die Stadt Lengenfeld
  • 1. Januar 1994 – Eingemeindung von Lauschgrün und Reimersgrün in Limbach
  • 1. Januar 1994 – Eingemeindung von Reuth und Schönbach in Neumark
  • 1. Januar 1994 – Eingemeindung von Coschütz und Kleingera in die Stadt Elsterberg
Die Stadt Elsterberg, seit dem 25. Juli 1952 zum Kreis Greiz gehörend, war bereits am 1. April 1992 in den Kreis Plauen gewechselt. Die Gemeinden Coschütz und Kleingera wurden (kreisüberschreitend) in die Stadt Elsterberg eingemeindet.
  • 1. März 1994 – Eingemeindung von Irfersgrün und Pechtelsgrün in die Stadt Lengenfeld
  • 1. März 1994 – Eingemeindung von Brunn und Friesen in die Stadt Reichenbach/Vogtl.
  • 1. Januar 1994 – Zusammenschluss von Oberheinsdorf, Unterheinsdorf und Hauptmannsgrün zur Gemeinde Heinsdorf(ergrund)

Am 17. Mai 1990 erfolgte die Umbenennung des Kreises Reichenbach in Landkreis Reichenbach.[2] Anlässlich der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Landkreis im Oktober 1990 dem wiedergegründeten Land Sachsen zugesprochen. Bei der ersten sächsischen Kreisreform ging er am 1. Januar 1996 im neuen Vogtlandkreis auf.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreis Reichenbach[4]
Jahr 1960 1971 1981 1989
Einwohner 70.366 66.581 58.656 54.605

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutende Betriebe waren unter anderen:

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Autobahn Plauen–Karl-Marx-Stadt war der Kreis an das Autobahnnetz der DDR angeschlossen. Dem überregionalen Straßenverkehr dienten außerdem die F 94 von Rodewisch über Reichenbach nach Greiz sowie die F 173 von Plauen über Reichenbach nach Zwickau.

Das Kreisgebiet wurde durch die Eisenbahnstrecken Leipzig–Reichenbach–Plauen und Zwickau–Lengenfeld–Falkenstein erschlossen.

Bevölkerungsdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsübersicht aller 27 Gemeinden des Kreises, die 1990 in das wiedergegründete Land Sachsen kamen.[6]

AGS Gemeinde Einwohner Fläche (ha)
3.10.1990 31.12.1990
14046010 Brockau 645 637 465
14046020 Brunn 259 258 253
14046040 Coschütz 730 737 766
14046060 Friesen 422 417 196
14046070 Hauptmannsgrün 597 590 705
14046080 Irfersgrün 570 571 515
14046090 Kleingera 343 341 435
14046100 Lambzig 121 123 202
14046110 Lauschgrün 207 208 130
14046120 Lengenfeld, Stadt 6 687 6 565 1 223
14046130 Limbach 1 311 1 305 962
14046150 Mylau, Stadt 3 658 3 635 315
14046160 Netzschkau, Stadt 4 656 4 563 584
14046170 Neumark 2 025 2 004 1 231
14046180 Oberheinsdorf 343 342 787
14046190 Obermylau 439 294 165
14046200 Pechtelsgrün 345 344 488
14046210 Reichenbach/Vogtl., Stadt 25 036 24 810 1 541
14046220 Reimersgrün 150 149 327
14046230 Reuth 743 735 171
14046240 Rotschau 828 821 329
14046250 Schneidenbach 409 408 646
14046260 Schönbach 533 521 337
14046270 Schönbrunn 368 361 538
14046290 Unterheinsdorf 785 770 704
14046300 Waldkirchen 836 842 1 108
14046310 Weißensand 260 259 399
14046000 Landkreis Reichenbach 53 306 52 610 15 522

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Kraftfahrzeugen (mit Ausnahme der Motorräder) und Anhängern wurden von etwa 1974 bis Ende 1990 dreibuchstabige Unterscheidungszeichen, die mit den Buchstabenpaaren TS und XS begannen, zugewiesen.[7] Die letzte für Motorräder genutzte Kennzeichenserie war XF 00-01 bis XF 30-00.[8]

Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen RC. Es wurde bis zum 31. März 1996 ausgegeben. Seit dem 9. November 2012 ist es im Vogtlandkreis erhältlich.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  2. Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
  4. Statistische Jahrbücher der Deutschen Demokratischen Republik. In: DigiZeitschriften. Abgerufen am 6. Oktober 2009.
  5. VEB Verlag Bild und Heimat
  6. Regionalregister Sachsen
  7. Andreas Herzfeld: Die Geschichte der deutschen Kennzeichen. 4. Auflage. Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e. V., Berlin 2010, ISBN 978-3-935131-11-7, S. 303.
  8. Andreas Herzfeld: Die Geschichte der deutschen Kennzeichen. 4. Auflage. Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e. V., Berlin 2010, ISBN 978-3-935131-11-7, S. 524.