Landkreis Südwestpfalz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Südwestpfalz Deutschlandkarte, Position des Landkreises Südwestpfalz hervorgehobenKoordinaten: 49° 13′ N, 7° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Pirmasens
Fläche: 953,65 km2
Einwohner: 95.957 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Kreisschlüssel: 07 3 40
Kreisgliederung: 84 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Unterer Sommerwald 40–42
66953 Pirmasens
Webpräsenz: www.lksuedwestpfalz.de
Landrat: Susanne Ganster (CDU)
Lage des Landkreises Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz
NiederlandeBelgienFrankreichLuxemburgBaden-WürttembergHessenNordrhein-WestfalenSaarlandFrankenthal (Pfalz)KaiserslauternKoblenzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLudwigshafen am RheinMainzPirmasensSpeyerTrierWormsZweibrückenLandkreis AhrweilerLandkreis Altenkirchen (Westerwald)Landkreis Alzey-WormsLandkreis Bad DürkheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Bernkastel-WittlichLandkreis BirkenfeldLandkreis Cochem-ZellDonnersbergkreisEifelkreis Bitburg-PrümLandkreis GermersheimLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandkreis Mainz-BingenLandkreis Mayen-KoblenzNeustadt an der WeinstraßeLandkreis NeuwiedRhein-Hunsrück-KreisRhein-Lahn-KreisRhein-Pfalz-KreisLandkreis Südliche WeinstraßeLandkreis SüdwestpfalzLandkreis Trier-SaarburgLandkreis VulkaneifelWesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Südwestpfalz ist eine Gebietskörperschaft im Süden von Rheinland-Pfalz. Sitz der Kreisverwaltung ist die kreisfreie Stadt Pirmasens, die komplett vom Landkreis umschlossen ist und kein Teil des Landkreises ist. Bevölkerungsreichste Kommune ist die Stadt Rodalben. Der Landkreis grenzt sowohl an das Saarland als auch an Frankreich.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Südwestpfalz weist eine zweigeteilte landschaftliche Gliederung auf. Im Osten liegen die Hügel des Pfälzerwaldes. Auf Sandsteinfelsen breitet sich hier eine abwechslungsreiche Waldlandschaft aus, unterbrochen von Talauen verschiedener Bäche. Die Quelle des Lauterbachs liegt in der Nähe von Pirmasens. Im Dahner Felsenland, in dem freistehende Sandsteinfelsen stehen, wird Tourismus betrieben.

Der Westen des Kreisgebietes hat Anteil an der Westricher Hochfläche, und wird von offenen, landwirtschaftlich geprägten Landschaften dominiert. Im äußersten Südwesten des Kreises liegt Hornbach, dessen ehemaliges Benediktinerkloster eines der bedeutendsten Kultur- und Entwicklungszentren des Deutschen Reiches im Hochmittelalter war.

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Südwesten beginnend an den Saarpfalz-Kreis (im Saarland), an die kreisfreie Stadt Zweibrücken und an die Landkreise Kaiserslautern und Bad Dürkheim, an eine Exklave der kreisfreien Stadt Landau in der Pfalz sowie an den Landkreis Südliche Weinstraße (alle in Rheinland-Pfalz). Im Süden grenzt er an die französischen Landkreise Hagenau-Weißenburg und Saargemünd und somit an die Départements Bas-Rhin und Moselle. Die kreisfreie Stadt Pirmasens ist ganz vom Landkreis Südwestpfalz umschlossen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet des heutigen Kreises war vor 1800 in zahlreiche Herrschaftsgebiete zersplittert. Die bedeutendsten waren das Kurfürstentum Pfalz, die Grafschaft Hanau-Lichtenberg und das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Ab 1816 gehörte es zu Bayern. Dieses bildete 1818 u. a. das Landkommissariat Pirmasens, aus dem 1862 das Bezirksamt Pirmasens hervorging.

Am 1. März 1920 schied die Stadt Pirmasens aus dem Bezirksamt Pirmasens aus und wurde zur kreisunmittelbaren Stadt. 1939 wurde das Bezirksamt wie alle bayerischen Bezirksämter in Landkreis umbenannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Landkreis Teil der französischen Besatzungszone. Der Landkreis Pirmasens wurde 1946 Bestandteil des Landes Rheinland-Pfalz[2], zunächst im Regierungsbezirk Pfalz.

Im Rahmen der Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz gab es zunächst am 7. Juni 1969 mehrere Gebietsänderungen:

Am 22. April 1972 erfolgten weitere Gebietsänderungen:[3]

Der Landkreis Pirmasens wurde am 1. Januar 1997 in Landkreis Südwestpfalz umbenannt.

Der Sitz der Kreisverwaltung befand sich lange im Bezirksamt in der Bahnhofstraße in Pirmasens, das 1923/24 zeitweise von Pfälzer Separatisten besetzt war. Bei der Vertreibung der Separatisten wurde es in Brand gesteckt und musste im Anschluss wiederaufgebaut werden. In der Nachkriegszeit wurde das Gebäude zu klein und man errichtete eine neue Kreisverwaltung auf dem Sommerwald.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1864 41.800 [4]
1885 50.383 [5]
1900 71.072 [6]
1910 86.981 [6]
1925 54.506 [6]
1939 64.147 [6]
1950 67.341 [6]
1960 76.200 [6]
1970 80.800 [7]
1980 98.700 [8]
1990 100.300 [9]
2000 105.400 [10]
2010 98.887
2016 95.957

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreistagswahl im Landkreis Südwestpfalz 2014
 %
50
40
30
20
10
0
40,2 %
29,5 %
13,4 %
6,3 %
5,0 %
3,4 %
2,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+1,4 %p
+0,6 %p
+1,4 %p
+0,6 %p
-4,8 %p
+1,4 %p
-0,4 %p

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kreistagswahlen am 25. Mai 2014 ergab sich folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
%
1999
Sitze
1999
CDU 40,2 17 38,8 16 48,4 20 47,9 20
SPD 29,5 12 28,9 12 25,6 11 33,7 14
FWG 13,4 6 12,0 5 13,5 6 9,1 4
Grüne 6,3 3 5,7 3 5,7 2 4,6 2
FDP 5,0 2 9,8 4 6,8 3 4,8 2
LINKE 3,4 1 2,0 1
NPD 2,3 1 2,7 1
gesamt 100,0 42 100,0 42 100,0 42 100,0 42
Wahlbeteiligung in % 67,3 67,1 68,4 74,0

CDU und SPD bilden im Kreistag eine Koalition.[11]

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Südwestpfalz führt ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Wappen des Landkreises Südwestpfalz
Blasonierung: „Gespalten: Rechts in Gold drei rote Sparren übereinander, links in Schwarz ein rot gekrönter und bewehrter goldener Löwe.“
Wappenbegründung: Der Löwe symbolisiert das Kurfürstentum Pfalz, die Sparren die Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Beide Herrschaften teilten sich vor 1800 das überwiegende Kreisgebiet. Das Wappen wurde am 20. Dezember 1972 genehmigt.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Südwestpfalz Platz 314 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „Zukunftsrisiken“.[12]

Mit 15.349 Euro hat der Landkreis Südwestpfalz das niedrigste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf unter allen Städten und Kreisen in Deutschland.[13]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 8 (Perl–Zweibrücken–Pirmasens) sowie 62 (Pirmasens–Landstuhl). Ferner wird das Kreisgebiet von mehreren Bundesstraßen und Kreisstraßen erschlossen, darunter die B 10, B 270 und die B 427.

Die wichtigste Bahnlinie, die das Kreisgebiet durchquert, ist die in Ost-West-Richtung verlaufende Bahnstrecke Landau–Rohrbach, die den überregionalen Verkehr inzwischen eingebüßt hat. Ebenfalls an Bedeutung verloren hat die Biebermühlbahn, die Pirmasens mit Kaiserslautern verbindet und die von Pirmasens Nord bis Steinalben im Landkreis verläuft. Ausschließlich im Freizeitverkehr bedient wird die Wieslauterbahn von Hinterweidenthal Ost nach Bundenthal-Rumbach. Von 1913 bis 1971 existierte die Hornbachbahn, die Althornbach und Hornbach an das Eisenbahnnetz anband. Von 1921 bis 1930 gab es außerdem noch die schmalspurige Wasgauwaldbahn von Bundenthal nach Ludwigswinkel.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Städten und Gemeinden

(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2016[1]; Sitz jeder Verbandsgemeinde mit * markiert)

  1. Bobenthal (291)
  2. Bruchweiler-Bärenbach (1541)
  3. Bundenthal (1110)
  4. Busenberg (1212)
  5. Dahn, Stadt * (4616)
  6. Erfweiler (1190)
  7. Erlenbach bei Dahn (317)
  8. Fischbach bei Dahn (1524)
  9. Hirschthal (112)
  10. Ludwigswinkel (752)
  11. Niederschlettenbach (308)
  12. Nothweiler (149)
  13. Rumbach (429)
  14. Schindhard (557)
  15. Schönau (Pfalz) (396)
  1. Darstein (193)
  2. Dimbach (182)
  3. Hauenstein (Pfalz) * (3932)
  4. Hinterweidenthal (1551)
  5. Lug (Pfalz) (600)
  6. Schwanheim (Pfalz) (581)
  7. Spirkelbach (692)
  8. Wilgartswiesen (987)
  1. Clausen (1410)
  2. Donsieders (953)
  3. Leimen (Pfalz) (933)
  4. Merzalben (1170)
  5. Münchweiler an der Rodalb (2808)
  6. Rodalben, Stadt * (6892)
  1. Biedershausen (202)
  2. Herschberg (825)
  3. Hettenhausen (227)
  4. Höheischweiler (878)
  5. Höhfröschen (908)
  6. Knopp-Labach (429)
  7. Krähenberg (156)
  8. Maßweiler (1001)
  9. Nünschweiler (747)
  10. Obernheim-Kirchenarnbach (1658)
  11. Petersberg (871)
  12. Reifenberg (799)
  13. Rieschweiler-Mühlbach (2086)
  14. Saalstadt (309)
  15. Schauerberg (192)
  16. Schmitshausen (421)
  17. Thaleischweiler-Fröschen * (3352)
  18. Wallhalben (876)
  19. Weselberg (1286)
  20. Winterbach (Pfalz) (509)
  1. Geiselberg (820)
  2. Heltersberg (2039)
  3. Hermersberg (1748)
  4. Höheinöd (1233)
  5. Horbach (Pfalz) (579)
  6. Schmalenberg (759)
  7. Steinalben (397)
  8. Waldfischbach-Burgalben * (4712)
  1. Althornbach (699)
  2. Battweiler (689)
  3. Bechhofen (2132)
  4. Contwig (4847)
  5. Dellfeld (1411)
  6. Dietrichingen (344)
  7. Großbundenbach (342)
  8. Großsteinhausen (591)
  9. Hornbach, Stadt (1469)
  10. Käshofen (676)
  11. Kleinbundenbach (435)
  12. Kleinsteinhausen (742)
  13. Mauschbach (313)
  14. Riedelberg (483)
  15. Rosenkopf (350)
  16. Walshausen (305)
  17. Wiesbach (517)
  1. Bottenbach (753)
  2. Eppenbrunn (1343)
  3. Hilst (331)
  4. Kröppen (686)
  5. Lemberg (3875)
  6. Obersimten (618)
  7. Ruppertsweiler (1473)
  8. Schweix (315)
  9. Trulben (1151)
  10. Vinningen (1660)
DarsteinDimbach (Pfalz)Hauenstein (Pfalz)HinterweidenthalLug (Pfalz)Schwanheim (Pfalz)SpirkelbachSpirkelbachWilgartswiesenWilgartswiesenClausenDonsiedersLeimen (Pfalz)MerzalbenMünchweiler an der RodalbRodalbenBottenbachEppenbrunnHilstKröppenKröppenLemberg (Pfalz)ObersimtenRuppertsweilerSchweixTrulbenVinningenBobenthalBruchweiler-BärenbachBundenthalBusenbergDahnErfweilerErlenbach bei DahnFischbach bei DahnHirschthal (Pfalz)LudwigswinkelNiederschlettenbachNothweilerRumbachSchindhardSchönau (Pfalz)BiedershausenHerschbergHettenhausen (Pfalz)Knopp-LabachKrähenbergObernheim-KirchenarnbachSaalstadtSchauerbergSchmitshausenWallhalbenWeselbergWinterbach (Pfalz)GeiselbergHeltersbergHermersbergHöheinödHorbach (Pfalz)SchmalenbergSteinalbenWaldfischbach-BurgalbenAlthornbachBattweilerBechhofen (Pfalz)ContwigDellfeldDietrichingenGroßbundenbachGroßsteinhausenHornbachKäshofenKleinbundenbachKleinsteinhausenMauschbachRiedelbergRosenkopfWalshausenWiesbach (Pfalz)HöheischweilerHöhfröschenMaßweilerNünschweilerPetersberg (Pfalz)ReifenbergRieschweiler-MühlbachThaleischweiler-FröschenPirmasensZweibrückenSaarlandSaarlandFrankreichLandkreis Südliche WeinstraßeKaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandau in der PfalzLandkreis Bad DürkheimVerbandsgemeinden in PS.svg
Über dieses Bild
Ehemalige Gemeinden

Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen PS zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 2. Februar 2015 ist auch das Unterscheidungszeichen ZW (Zweibrücken) erhältlich.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Amtsblatt des französischen Oberkommandos in Deutschland, Nr. 35 (1946), S. 292
  3. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 205 (PDF; 2,6 MB). i Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  4. Eugen Hartmann: Statistik des Königreiches Bayern. Hrsg.: Königlich bayerisches statistisches Bureau. München 1866, Einwohnerzahlen der Bezirksämter 1864, S. 74 (Digitalisat).
  5. Königlich bayerisches statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. München 1888, Einwohnerzahlen der Bezirksämter 1885, S. VI (Digitalisat).
  6. a b c d e f Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 2. Juli 2016.
  7. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972
  8. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981
  9. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992
  10. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002
  11. http://www.rheinpfalz.de/lokal/zweibruecker-rundschau/artikel/cdu-und-spd-setzen-koalition-im-kreistag-fort/
  12. Zukunftsatlas 2016. Abgerufen am 23. März 2018.
  13. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Aktuelle Ergebnisse – VGR dL. Abgerufen am 27. März 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landkreis Südwestpfalz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien