Landkreis Ueckermünde

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Das Kreisgebiet in den Grenzen von 1905

Der Landkreis Ueckermünde, bis 1939 Kreis Ueckermünde, war ein von 1818 bis 1950 bestehender Landkreis in der preußischen Provinz Pommern und im Land Mecklenburg der SBZ bzw. DDR. Das ehemalige Kreisgebiet liegt heute im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern sowie im Powiat Policki in der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preußen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kreisreform von 1. Januar 1818 im Regierungsbezirk Stettin wurde ein neuer Kreis Ueckermünde aus Teilen der Kreise Anklam und Randow gebildet. Aus dem Kreis Anklam kamen die Städte Neuwarp und Ueckermünde sowie die Ämter Königsholland, Torgelow und Ueckermünde zum neuen Kreis und aus dem Kreis Randow die Stadt Pasewalk mitsamt den umliegenden Dörfern. Das Landratsamt des Kreises hatte seinen Amtssitz in Ueckermünde.[1][2]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und seit dem 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Der Kreis umfasste 1871 die drei Städte Neuwarp, Pasewalk und Ueckermünde, 61 Landgemeinden und 14 Gutsbezirke.[3]

Zum 30. September 1929 fand im Kreis Ueckermünde wie im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der die meisten selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881. Zum 1. Januar 1939 erhielt der Kreis Ueckermünde entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.

Zum 15. Oktober 1939 wurden die Gemeinden Armenheide, Bismark, Blankensee, Boblin, Böck, Book, Daber, Dorotheenwalde, Falkenwalde, Glashütte, Gorkow, Grambow, Günnitz, Hagen, Jasenitz, Köstin, Laack, Lienken, Löcknitz, Mewegen, Nassenheide, Neuenkirchen, Pampow, Plöwen, Ramin, Retzin, Rothenklempenow, Schwennenz, Sonnenberg, Stolzenburg, Trestin und Wamlitz sowie die Forst-Gutsbezirke Falkenwalde und Stolzenburg aus dem aufgelösten Landkreis Randow in den Landkreis Ueckermünde eingegliedert.[4]

Sowjetische Besatzungszone / DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schlacht um Ostpommern wurde das Kreisgebiet im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht kam sein westlicher Teil zum Land Mecklenburg in der Sowjetischen Besatzungszone. Der östliche Teil des Kreisgebietes wurde 1945 der Volksrepublik Polen unterstellt. Dies betraf vom Altkreis Ueckermünde die Stadt Neuwarp sowie die Gemeinden Althagen, Hammer, Amt Jasenitz, Karpin, Königsfelde, Mützelburg, Wahrlang, Wilhelmsdorf und Ziegenort. Von den Gemeinden des Altkreises Randow, die seit 1939 zum Landkreis Ueckermünde gehörten, fielen Armenheide, Boblin, Böck, Daber, Falkenwalde, Günnitz, Hagen, Jasenitz, Köstin, Laack, Nassenheide, Neuenkirchen, Stolzenburg, Trestin und Wamlitz an Polen. Die Gemeinden Bismark, Blankensee, Boock, Gorkow, Grambow, Lienken, Löcknitz, Mewegen, Pampow, Plöwen, Ramin, Retzin, Rothenklempenow, Schwennenz und Sonnenberg wechselten im Verlauf des Jahres 1945 in den auf deutscher Seite wiedererrichteten Landkreis Randow.[5][6]

Im Rahmen der ersten DDR-Kreisreform wurde am 1. Juli 1950 aus dem verbliebenen Landkreis Ueckermünde und Teilen des erneut aufgelösten Landkreises Randow der Landkreis Pasewalk gebildet.[7] Dieser wurde im Rahmen der Verwaltungsreform vom 25. Juli 1952 in die Kreise Ueckermünde und Pasewalk geteilt. Beide Kreise wurden dem neugebildeten Bezirk Neubrandenburg zugeschlagen.

Hauptartikel: Kreis Ueckermünde

Seit 1990 gehört das Kreisgebiet von 1950 wieder zum neukonstituierten Land Mecklenburg-Vorpommern. Mit der kommunalen Neuordnung zum 12. Juni 1994 ging es im neuen Landkreis Uecker-Randow auf, der wiederum am 4. September 2011 im neuen Landkreis Vorpommern-Greifswald aufging.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1846 38.584 [8]
1871 42.534 [3]
1890 50.793 [4]
1900 53.767 [4]
1910 56.528 [4]
1925 59.6091 [4]
1933 59.422 [4]
1939 60.695 [4]
1 darunter 55.889 Evangelische, 2395 Katholiken, 430 Lutheraner und 152 Juden

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1818– August Krafft
  • 1851–1863 Ferdinand Julius Balcke
  • 1863–nach 1887 Oswald von Rittberg (1832–1908)
  • 1893–1907 Robert Hagedorn († 1907)
  • 1907–1918 Ulrich von Heyden (1873–1963)
  • 1921–1928 Storch
  • 1928–1929 Wilhelm Köhne
  • 1929–1933 Artur Breitfeld (1899–1967)
  • 1933–1938 Horst Schlenzig
  • 1938–1940 Erich Daniel
  • 1940–1945 Gerhard Becker

Kommunalverfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Ueckermünde gliederte sich in Städte, in Landgemeinden und – bis zu deren Auflösung im Jahre 1929 – in selbstständige Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden. Diese waren in Amtsbezirken zusammengefasst.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand 1939[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor seiner Erweiterung im Jahr 1939 umfasste der Kreis Ueckermünde drei Städte, 50 Landgemeinden und zwei gemeindefreie Gutsbezirke:

Am 15. Oktober 1939 wurden 32 Gemeinden und zwei Gutsbezirke des aufgelösten Kreises Randow in den Landkreis Ueckermuende eingegliedert:

Vor 1939 aufgelöste Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensänderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hammelstall wurde 1929 in Waldeshöhe umbenannt.[9]

Amtsbezirke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landgemeinden des Kreises Ueckermünde waren 1932 in 19 Amtsbezirke gegliedert.[10]

  • Altwarp
  • Belling
  • Eggesin
  • Ferdinandshof
  • Haff
  • Hammer, Amt Ueckermünde
  • Jatznick
  • Koblentz
  • Liepgarten
  • Luckow
  • Mönkebude
  • Neuenkrug
  • Rieth
  • Rothemühl
  • Schlabrendorf
  • Seegrund
  • Torgelow
  • Wahrlang
  • Ziegenort

Die drei Städte des Kreises waren amtsfrei.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, S. 114, Ziffer 3.
  • Joachim Wächter: Die Bildung des Kreises Ueckermünde und seine gebietsmäßige Entwicklung seit 1818. In: Greifswald-Stralsunder Jahrbuch, Band 7, VEB Hinstorff Verlag, Rostock 1967, Seiten 105–124.
  • Statistisches Landesamt (Hrsg.): Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen. Provinz Pommern. Nach dem endgültigen Ergebnis der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und anderen amtlichen Quellen unter Zugrundelegung des Gebietsstandes vom 1. Oktober 1932. Berlin 1932, S. XXVIII.
  • Manfred Vollack: Der Kreis Ueckermünde bis 1945 – Ein pommersches Heimatbuch. Hamburg 1981.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landkreis Ueckermünde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtsblatt der Königlichen Preußischen Regierung zu Stettin: Verordnung zur neuen Kreiseintheilung vom 18. Januar 1816. Nr. 12, 1816, S. 44 (Digitalisat [abgerufen am 2. Februar 2017]).
  2. Ortschafts-Verzeichniß des Regierungs-Bezirks Stettin nach der neuen Kreis-Eintheilung. Struck, Stettin (Digitalisat – ca. 1818).
  3. a b Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung 1871
  4. a b c d e f g Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte: Landkreis Ueckermünde. Abgerufen am 2. Februar 2017.
  5. GenWiki: Landkreis Ueckermünde 1818–1952
  6. GenWiki: Landkreis Randow 1945–1950
  7. GenWiki: Landkreis Pasewalk 1950–1952
  8. Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Mittheilungen des Statistischen Bureau's in Berlin, Band 2. Einwohnerzahlen der Kreise. S. 315 (Digitalisat).
  9. Geschichte von Waldeshöhe
  10. Informationssystem Pommern: Kreis Ueckermünde