Landkreis Vechta

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Vechta Deutschlandkarte, Position des Landkreises Vechta hervorgehoben

Koordinaten: 52° 41′ N, 8° 13′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Verwaltungssitz: Vechta
Fläche: 812,63 km2
Einwohner: 142.814 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 176 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: VEC
Kreisschlüssel: 03 4 60
Kreisgliederung: 10 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Ravensberger Straße 20
49377 Vechta
Website: www.landkreis-vechta.de
Landrat: Herbert Winkel (CDU)
Lage des Landkreises Vechta in Niedersachsen
Landkreis GöttingenLandkreis HolzmindenLandkreis SchaumburgLandkreis GoslarRegion HannoverLandkreis HildesheimSalzgitterLandkreis WolfenbüttelBraunschweigLandkreis WolfenbüttelLandkreis PeineLandkreis Hameln-PyrmontLandkreis HelmstedtWolfsburgLandkreis GifhornLandkreis Nienburg/WeserLandkreis NortheimLandkreis DiepholzFreie Hansestadt BremenFreie Hansestadt BremenHamburgHamburgKönigreich der NiederlandeNordrhein-WestfalenHessenThüringenSchleswig-HolsteinMecklenburg-VorpommernBrandenburgSachsen-AnhaltOsnabrückLandkreis OsnabrückDelmenhorstOldenburg (Oldb)Landkreis WesermarschLandkreis VechtaLandkreis EmslandLandkreis Grafschaft BentheimLandkreis LeerEmdenLandkreis LeerLandkreis CloppenburgLandkreis AmmerlandWilhelmshavenMellumLandkreis AurichLandkreis AurichLandkreis WittmundLandkreis AurichLandkreis FrieslandLandkreis OldenburgLandkreis CuxhavenLandkreis OsterholzLandkreis VerdenLandkreis StadeLandkreis HarburgLandkreis LüneburgLandkreis Lüchow-DannenbergLandkreis HeidekreisLandkreis UelzenLandkreis CelleLandkreis Rotenburg (Wümme)Karte
Über dieses Bild

Der Landkreis Vechta ist ein Landkreis im Westen von Niedersachsen. Kreisstadt ist Vechta.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Vechta stellt den südlichen Teil des Oldenburger Münsterlandes dar und erstreckt sich in maximaler Ausdehnung über etwa 50 km in Nord-Süd-Richtung und 30 km in Ost-West-Richtung zwischen Oldenburg und Bremen im Norden bzw. Nordosten und Osnabrück im Süden.

In der Norddeutschen Tiefebene gelegen, hat der Landkreis Vechta im Nordosten Anteil am Naturpark Wildeshauser Geest, im Süden am Naturpark Dammer Berge-Dümmer. Die höchste Erhebung des Landkreises ist der bis 146 m hohe Höhenzug Dammer Berge, der mit 22 m tiefste Punkt liegt im nordöstlichen Zipfel der Gemeinde Goldenstedt am Huntetalgraben. Im Osten bilden große Hochmoore die natürliche Grenze zum Landkreis Diepholz, die teilweise unter Naturschutz gestellt sind; der Westen und die Mitte des Landkreises liegen vergleichsweise tief und sind von einer Vielzahl kleiner Nebenflüsse der Hase durchzogen. Im Nordosten bildet die Hunte die Kreisgrenze; sie nimmt das Oberflächenwasser der Gebiete im Osten des Landkreises auf.

An der Ostgrenze des Landkreises Vechta überspannt die Stahlskulptur „Goldregen“ die Hunte

Als geografische Besonderheit durchquert die Weser-Ems-Wasserscheide den Landkreis Vechta von Süd nach Nord, vom Großen Moor und den Dammer Bergen im Naturpark Dümmer über die genau auf der Wasserscheide gelegene Arkeburg in der Gemeinde Goldenstedt bis nach Visbek, und weiter in den Landkreis Cloppenburg hinein.

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn von Norden an die Landkreise Oldenburg, Diepholz, Osnabrück und Cloppenburg.

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einheitsgemeinden

In Klammern die Einwohnerzahl am 31. Dezember 2019[2].

  1. Bakum (6475)
  2. Damme, Stadt (17.241)
  3. Dinklage, Stadt (13.095)
  4. Goldenstedt (9840)
  5. Holdorf (7332)
  6. Lohne, Stadt (26.935)
  7. Neuenkirchen-Vörden (8868)
  8. Steinfeld (10.240)
  9. Vechta, Kreisstadt, selbständige Gemeinde (32.863)
  10. Visbek (9925)
Nordrhein-WestfalenLandkreis CloppenburgLandkreis DiepholzLandkreis OldenburgLandkreis OsnabrückBakumDamme (Dümmer)DinklageGoldenstedtHoldorf (Niedersachsen)Lohne (Oldenburg)Neuenkirchen-VördenSteinfeld (Oldenburg)VechtaVisbekMunicipalities in VEC.svg
Über dieses Bild

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im frühen Mittelalter siedelten auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Vechta westfälische Sachsen. Der Norden des Gebietes gehörte zum Lerigau, der Süden zum Dersagau.

Im Jahr 1252 ging die Regierungsgewalt in der „Herrschaft Vechta“ von den Grafen von Ravensberg auf den Bischof von Münster über. Bis 1803 war das Gebiet Teil des Hochstifts Münster. Am 18. Juli 1803 wurde das Amt Vechta als „Landvogtei“ in das Herzogtum Oldenburg inkorporiert. Abgesehen von einer kurzen Unterbrechung zur sogenannten Franzosenzeit, während der Vechta von 1811 bis 1813 dem französischen Hanseatischen Département de l’Ems-Supérieur (Departement der Oberen Ems) unter Kaiser Napoleon I. zugehörte, blieb das Gebiet bis 1946 oldenburgisch. Seit der Gründung des Landes im Jahr 1946 ist der Landkreis Vechta dem Land Niedersachsen zugeordnet.

Die meisten Städte und Gemeinden des Landkreises Vechta waren bereits 1252 Teil der Herrschaft Vechta. Die Kirchspiele Emstek und Cappeln wurden 1814 zum Landkreis Cloppenburg geschlagen; das Kirchspiel Twistringen wurde 1817 an das Königreich Hannover abgetreten. 1879 wurde das Amt Vechta um das Gebiet der beiden aufgelösten Ämter Damme und Steinfeld vergrößert.[3]

Aus dem Amt Vechta wurde 1939 der Landkreis Vechta. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die drei Gemeinden Holdorf, Langförden und Lutten, die bei der oldenburgischen Gebietsreform von 1933 ihre Eigenständigkeit verloren hatten, wiederhergestellt.

Im Zuge der niedersächsischen Gebietsreform wurden am 1. März 1974 die Gemeinde Lutten in die Gemeinde Goldenstedt sowie die Gemeinde Langförden in die Stadt Vechta eingegliedert. Gleichzeitig gelangten die bis dahin zum Landkreis Osnabrück gehörenden Gemeinden Vörden, Hörsten und Hinnenkamp zum Landkreis Vechta und wurden Teil der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden.[4]

Kreishaus in Vechta (Vorderansicht); Verwaltungstrakt
Kreishaus in Vechta (Rückansicht); in der Rotunde rechts der Große Sitzungssaal

Bis 1998 residierte die Kreisverwaltung in dem heutigen Niels-Stensen-Haus auf dem ehemaligen Gelände der Burg Vechta. 1998 wurde das neue Kreishaus an der Ravensberger Straße fertiggestellt. Der Gebäudekomplex beruht auf einem Entwurf von Eckhard Gerber (Hannover). Die Außenfassenden sind mit Bockhorner Klinker verblendet. An der Ravensberger Straße befindet sich ein ebenerdiger Durchgang zum Haupteingang. Die zur Parkseite nach Osten geöffnete Anlage umschließt einen begrünte, offenen Innenbezirk mit langgestreckten Wasserbecken. Der Versammlungsbereich ist als Rundbau konzipiert mit Plenarsaal, kleinem Sitzungssaal und Café. Im vorderen Innenhof stehen zehn Holzstelen des Lohner Künstlers Ulrich Fox, die die zehn Städte und Gemeinden des Landkreises symbolisieren sollen. Die Anlage wird in der hinteren Parkzone durch das „Stählerne Tor“ von Horst Linn abgeschlossen.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1933 49.427 [6]
1939 51.912 [6]
1950 79.125 [6]
1960 74.200 [6]
1970 86.600 [7]
1980 98.500 [8]
1990 105.408 [9]
2000 126.434 [9]
2010 135.374 [9]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Vechta gehört wie der Landkreis Cloppenburg, der Landkreis Emsland, die ehemaligen Stifte Osnabrück (dieser jedoch nur zu etwa 50 %), Hildesheim und das Untereichsfeld zu den Regionen in Niedersachsen, die – im Gegensatz zum Großteil des Landes – traditionell von der katholischen Kirche geprägt sind. In Vechta befindet sich der Sitz der weltweit staatskirchenrechtlich einzigartigen Institution des Bischöflich Münsterschen Offizialates.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 57,71 % (2011: 55,38 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
59,07 %
20,13 %
5,90 %
4,61 %
4,49 %
4,19 %
1,58 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,11 %p
-0,08 %p
+5,90 %p
+0,16 %p
-0,43 %p
-0,97 %p
+0,59 %p

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreistag hat aktuell 48 gewählte Mitglieder. Hinzu kommt der direkt gewählte hauptamtliche Landrat. Der Kreistag setzt sich wie folgt zusammen:

Sitzverteilung sei 2016 im Kreistag Vechta
1
10
2
2
2
28
3
10 28 
Insgesamt 48 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften 2016[10] 2011[11] 2006[12] 2001[13]
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 59,07 28 64,18 28 69,72 31 68,31 35
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 20,13 10 20,21 9 16,99 7 19,54 10
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 4.19 2 5,16 2 2,38 1 2,92 1
FDP Freie Demokratische Partei 4,61 2 4,45 2 6,35 3 4,52 2
Linke Die Linke 1,58 1 0,99 1 - - - -
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft Landkreis Vechta (UWG) 4,49 2 4,92 2 4,53 2 - -
AfD Alternative für Deutschland 5,90 3 - - - - - -
ZENTRUM Zentrumspartei - - 0,05 - - - - -
WG Wählergruppen - - - - - - 4,7 2
Gesamt 100 48 100 44 100 44 100 50
Wahlbeteiligung 55,71 % 55,38 % 56,36 % 61,5 %
  • Wählergruppen, da sich das Ergebnis von 2001 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lässt.

Landrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landrat des Landkreises Vechta ist Herbert Winkel (CDU). Bei der letzten Landratswahl am 25. Mai 2014 wurde der bisherige Erste Kreisrat ohne Gegenkandidaten mit 81,13 % der Stimmen gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,97 %.[14] Bereits vor seinem offiziellen Amtsantritt am 1. November 2014 vertrat Winkel den am 5. Juni 2014 verstorbenen Amtsvorgänger Albert Focke (CDU). Der Landrat gehört automatisch auch dem Kreistag an.

Mitgliedschaft in Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Vechta ist Mitglied in der „Oldenburgischen Landschaft“, einer eingetragenen Körperschaft des öffentlichen Rechts zur Pflege und Förderung kultureller und historischer Belange im ehemaligen Land Oldenburg, sowie im „Verbund Oldenburger Münsterland“, einer Einrichtung zur Förderung des Tourismus in den Landkreisen Vechta und Cloppenburg.

Demografie und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohe Geburtenrate und niedriges Durchschnittsalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Vechta liegt, wie auch der Nachbarkreis Cloppenburg, an der Spitze der Landkreise mit einem niedrigen Durchschnittsalter in Deutschland (40,5 Jahre im Lk Vechta, 40,6 Jahre im Lk Cloppenburg).[15] Dieser niedrige Wert ist durch die hohen Geburtenraten pro Einwohnerin von 1,87 (Lk Vechta) und 2,00 (Lk Cloppenburg) zu erklären.[16] Als Grund für die relativ hohen Kinderzahlen pro Frau werden die klassische Rollenverteilung zwischen Mann und Frau in der als „konservativ“ geltenden Region sowie die vergleichsweise hohe Zahl von Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion in der Region genannt, von denen viele Frauen der mittleren und älteren Geburtsjahrgänge kinderreich sind.[17]

Aufstieg zur wirtschaftlichen Boomregion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Landkreis Vechta wuchs im Zeitraum von 1978 bis 2014 die Zahl der Beschäftigen um 149 %; ein so starkes Wachstum gab es seinerzeit in keinem anderen der damals bestehenden 325 Landkreise und kreisfreien Städten in den alten Bundesländern.[18] Die Arbeitslosenquote von 4 % gehörte 2014 zu einer der niedrigsten, die Eigenheimquote von über 80 % zu einer der höchsten in Deutschland.
Besonderes Wachstum war bislang in der Branche Ernährungsindustrie zu verzeichnen, zumal der Landkreis Vechta zusammen mit dem Landkreis Cloppenburg als Zentrum der sogenannten Fleischveredelungsindustrie in Deutschland gilt. Das Oldenburger Münsterland weist eine hohe Konzentration von Mastbetrieben für Schweine-, Geflügel- und Rindfleisch auf. Im Landkreis Vechta boomen aber auch die Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Kunststofftechnik und Bauwirtschaft.

Gefährdung des Erreichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2010 lag der Landkreis Vechta im Zukunftsatlas der Prognos AG noch auf Platz 52 von 412 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland. 2016 belegte er dort Platz 66 von 402 Gebietskörperschaften („Klasse 3“). Er wurde auch 2016 als Region und mit „hohen Zukunftschancen“ bewertet. Im Jahr 2019 nahm der Landkreis Platz 126 ein.[19] Damit gehört er im derzeit neuesten „Zukunftsatlas“ in der Gesamtbewertung zu den Gebietskörperschaften in „Klasse 4“ (Gebiete mit „leichten Chancen“).
Unter dem Durchschnitt der 402 gerankten Gebietskörperschaften liegen der Prognos AG zufolge im Landkreis Vechta die Entwicklung des Arbeitsmarktes in den Jahren 2017 bis 2019 sowie die Dynamik der Wirtschaftsentwicklung insgesamt. Bei der Demografie wurde der Landkreis auf Rang 26 eingestuft.

Das „Instituts der deutschen Wirtschaft“ untersuchte 2020 ebenfalls die Wirtschaftskraft und die wirtschaftliche Dynamik aller 401 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland.[20] Bei der Wirtschaftskraft liegt der Landkreis Vechta dem IW zufolge auf Platz 90. Dem Landkreis wird allerdings eine relativ niedrige Dynamik der Wirtschaftsentwicklung bescheinigt: In dieser Kategorie besetzt er Platz 314. In Landkreisen mit einer relativ niedrigen Wirtschaftsdynamik, so das IW, bestehe die Gefahr, „sich zu lange auf den Erfolgen der Vergangenheit auszuruhen und die entscheidenden Weichenstellungen für eine zukunftsträchtige Entwicklung zu verpassen.“[21]
Insgesamt stuft das IW den Landkreis Vechta als „Absteiger“-Region ein. Positiv falle im Drei-Jahres-Vergleich – zumeist der Jahre 2017 bis 2019 – nur die Entwicklung beim Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in wissensintensiven Dienstleistungen auf. Schlecht schneide Vechta vor allem bei der Entwicklung des Altersquotienten auf dem Arbeitsmarkt (Platz 361), der privaten Überschuldung (Platz 369) und der Zahl der Baugenehmigungen (Platz 355) ab.
Diese Bewertung erfolgte auf der Grundlage von Daten, die vor Ausbruch der COVID-19-Pandemie in Deutschland erhoben worden waren.

Selbstbild und Fremdbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreisverwaltung ist der Ansicht, dass „[d]er Landkreis Vechta […] zu Recht als besonders familienfreundlich“ gelte.[22] Die CONTOR GmbH hingegen veröffentlichte 2020 ihre Studie „Familienfreundliche Mittelstädte“. In dem Ranking aller 585 deutschen Mittelstädte wurde Vechta auf Rang 184, Lohne auf Rang 422 platziert.[23]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Vechta wurde zunächst von der Oldenburgischen Staatsbahn erschlossen.

Von Ahlhorn an der Hauptbahn Oldenburg–Osnabrück führte ab 1885 eine Zweigbahn nach Vechta, die 1888 bis Lohne verlängert wurde. Der Weiterbau bis Neuenkirchen 1899 und Hesepe 1900 fand erst statt, nachdem 1898 die direkte Linie von Delmenhorst nach Vechta eröffnet worden war.

Die Nebenbahn Holdorf–Damme entstand ebenfalls im Jahre 1900. Dort schloss 1914 die Wittlager Kreisbahn AG ihre Linie nach Bohmte an.

Im selben Jahr eröffnete der Bahnverband Vechta-Cloppenburg die Verbindung zur Kreisstadt des Nachbarkreises Cloppenburg.

Die Gemeinde Dinklage hatte schon im Jahre 1904 durch eine eigene Kleinbahn den Anschluss an die Staatsbahn in Lohne gefunden.

Von den 91 km Strecken mit Personenverkehr wurden innerhalb von zehn Jahren 39 km stillgelegt:

  • 1952: Ahlhorn – Langförden – Vechta-Falkenrott 8 km; Holdorf – Damme 7 km; Vechta – Vestrup – Cloppenburg 11 km
  • 1954: Lohne – Dinklage 8 km
  • 1962: Schwegermoor – Südfelde – Damme 5 km

Die Bahnstrecke Holdorf–Damme wurde bis ungefähr Mitte der 1990er Jahre noch sporadisch von dem Automobilzulieferer Lemförder Metallwaren AG, der Landwirtschaftlichen Bezugsgenossenschaft und vom Dammer Landmaschinenhersteller Grimme für den Transport von Gütern genutzt. Danach wurde die Bahnstrecke ab dem Jahr 2000 komplett demontiert. Auf dem ehemaligen Bahndamm befindet sich nun ein Radweg.

Die Bahnstrecke Lohne–Dinklage wurde ebenfalls ab dem Jahr 2000 demontiert, ihr kam bis 1999 nur noch die Funktion eines sporadischen genutzten Transportweges für die Waren des Dinklager Tierfutterherstellers und Landhandels HBD zu. Auf dem Gelände des Betriebes erinnern nur noch Reste der Gleisanlage an die Bahnstrecke, auf Teilen des alten Bahndammes verläuft nun – wie schon auf der Strecke Holdorf–Damme – ebenfalls ein Radweg.

Die verbliebene Bahnstrecke Delmenhorst–Hesepe wird von der NordWestBahn betrieben.

Kreisel auf dem Drei-Kommunen-Eck Vechta-Bakum-Lohne: Abzweigung der L 861 (Bokern/Daren – Dinklage – Badbergen) und der K 333 (Bokern/Daren – Vechta) von der L 848 (Daren – Lohne)

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen VEC zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnstrecke Delmenhorst–Hesepe wird von der NordWestBahn befahren, die folgende Orte im Landkreis Vechta bedient: Rechterfeld, Goldenstedt, Lutten, Vechta, Lohne, Mühlen, Steinfeld, Holdorf und Neuenkirchen. Anbindung erfolgt im 60-Minuten-Takt (etwa zwischen 6 Uhr morgens und 23 Uhr nachts)

Der Busverkehr wurde 2007 mit Gründung der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Vechta (VGV) verdichtet: Zwischen einigen Ortschaften sind nur an Schultagen Busse unterwegs, aber auf allen Linien, die nach Vechta führen, gilt dies (fast) jeden Tag (sonn- und feiertags kein Betrieb). Von Montag bis Samstag verkehrt auch der von der VGV betriebene StadtBus Vechta im 60-Minuten-Takt. Der Stadtbus wurde 2008 als Pilotprojekt gestartet und lief bis Ende 2011. Aufgrund der Fahrgastzahlen von mittlerweile 94.000 Beförderungen (im Jahr 2011) erwies sich das System als Erfolg und wird seitdem fortgeführt. Auf Landkreisebene wurde am 31. Oktober 2013 das Bus-Pilotprojekt moobil+ gestartet. Dieses Netz mit 14 Kleinbussen bedient alle Kommunen im Landkreis Vechta und ist bedarfsorientiert ausgerichtet (d. h., es gibt Haltestellen, die nach festem Linientakt und Bedarfshaltestellen, die auf Bestellung per Telefon oder Internet angefahren werden). Das Projekt wird vom Land Niedersachsen, dem Landkreis Vechta und den Städten und Gemeinden im Landkreis sowie den lokalen Busunternehmen finanziert.[24]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Landkreis Vechta befinden sich neben zehn ausgewiesenen Naturschutzgebieten vier FFH-Gebiete, 76 Landschaftsschutzgebiete und 73 Naturdenkmale.

Siehe auch:

Das Bundesamt für Naturschutz stellt in seinem „Steckbrief“ über das Bersenbrücker Land als Naturraum, zu dem der südlich des Vechtaer Moorbachs gelegene Teil des Landkreises Vechta gehört, fest, dass dieser Naturraum 2010 nur einen „effektiven Schutzgebietsanteil“ von 3 % aufgewiesen habe. „Der Raum um Vechta gehört zu den Zentren der Massentierhaltung in Deutschland. Die früher verbreitete Grünlandnutzung hat heute nur noch eine untergeordnete Bedeutung (weniger als 3% Flächenanteil)[,] wogegen fast zwei Drittel der Gesamtfläche ackerbaulich genutzt werden. Die Endmoränenbögen werden fast ausschließlich als Nadelforste genutzt. Laubwald spielt nur eine nachrangige Rolle.“[25] Das Bundesamt bewertete 2010 73 % der Fläche des Naturraums Bersenbrücker Land als „Defizitraum“ im Hinblick auf den Plan des BfN, in ganz Deutschland Biotopverbünde herzustellen.[26]

Emissionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Vechta ist die am stärksten durch Ammoniakemissionen belastete Region in Deutschland.[27]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf kuriose Weise häufen sich die Namen geographischer Objekte, die es sowohl im Landkreis Vechta als auch im Landkreis Grafschaft Bentheim gibt. So wird der Ortsteil Lohne der Einheitsgemeinde Wietmarschen oft mit der Stadt Lohne (Oldenburg), die Dinkel als Nebenfluss der Vechte oft mit der Dinkel als namensgebendem Bach der Stadt Dinklage und die Vechte selbst mit dem Vechtaer Moorbach verwechselt, der in alten Quellen auch (wie die zuvor genannte Bentheimer Vechte) „Vechta“ genannt wird. Die hierdurch ausgelöste Verwirrung ist in dem Abschnitt „Der Kreis Vechta“ in einem 1825 erschienenen Buch deutlich erkennbar.[28]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friederich Matthias Driver: Beschreibung und Geschichte der ehemaligen Grafschaft, nun des Amtes Vechte im Niederstift Münster. Verlag Peter Waldeck. Münster 1803 (online. pdf. 61,4 MB)
  • Joachim Kuropka: Die Gründung politischer Parteien 1945/46 im Kreis Vechta. In: Jahrbuch für das Oldenburger Münsterland 1974. Vechta 1973, S. 81–101
  • Joachim Kuropka: Von Kückens bis Krapp. Von Staatsbeamten zu Bürger-Landräten. Amtshauptmänner und Landräte im Landkreis Vechta 1918-2001. Landkreis Vechta 2001. ISBN 3-00-008685-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Landkreis Vechta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
  2. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
  3. Geschichte des Landkreises Vechta
  4. Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Raum Vechta/Cloppenburg vom 11. Februar 1974
  5. Ruth Irmgard Dalinghaus: Kunst und Kultur im Landkreis Vechta. Oldenburgische Landschaft/Landkreis Vechta 2004, S. 58
  6. a b c d Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 24. September 2015; abgerufen am 2. Januar 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.geschichte-on-demand.de
  7. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972
  8. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981
  9. a b c Regionaldatenbank Niedersachsen
  10. [1] Ergebnis der Kreiswahl 2016
  11. [2] Ergebnis der Kreiswahl 2011
  12. [3] Ergebnis der Kreiswahl 2006
  13. [4] Ergebnis der Kreiswahl 2001
  14. Landkreis Vechta – Ergebnis der Landratswahl 2014, abgerufen am 5. November 2014
  15. Rebecca Piron: Wo sind die Deutschen am jüngsten?. kommunal.de. 4. März 2019
  16. Verbund Oldenburger Münsterland e. V.: OM-Standort-Broschüre. 2018, S. 13
  17. Russen auf dem platten Land. dradio.de. 12. Mai 2009
  18. Jens Südekum, Wolfgang Dauth, Sebastian Findeisen: Verlierer(-regionen) der Globalisierung in Deutschland: Wer? Warum? Was tun? Heinrich‐Heine‐Universität Düsseldorf, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Düsseldorf 2016, ISBN 978-3-86304-689-7, S. 4. (online).
  19. Prognos Zukunftsatlas 2019 und Immobilienatlas 2019. Das Ranking für Deutschlands Regionen. Prognos AG, 2019, abgerufen am 15. Juni 2020.
  20. Vanessa Hünnemeyer / Hanno Kampermann: Ländliche Regionen in Deutschland - Ergebnisse des IW-Regionalrankings 2020. Vierteljahresschrift zur empirischen Wirtschaftsforschung, Jg. 47. IW Trends 2/2020
  21. Normann Berg: Wirtschaftsstudie: Vor Ort mangelt es an Dynamik. om-online.de. 11. Juni 2020
  22. Landkreis Vechta: Familien und Kinder
  23. CONTOR GmbH: Studie „Familienfreundliche Mittelstädte“. 2020
  24. http://www.ov-online.de/aus-dem-landkreis/item/anrufbus-moobil-ab-sofort-im-kreis-unterwegs
  25. Bundesamt für Naturschutz (BfN): Landschaftssteckbrief: 58500 Bersenbrücker Land
  26. Bundesamt für Naturschutz (BfN): Tabelle der Defiziträume des länderübergreifenden Biotopverbunds
  27. [5]bundestag.de: Reduzierung von Ammoniak und Nitrat
  28. Ludwig Kohli: Handbuch einer historisch-statistisch-geographischen Beschreibung des Herzogthums Oldenburg, sammt der Erbherrschaft Jever, und der beiden Fürstenthümer Lübeck und Birkenfeld. 1825. Wilhelm Kaiser. Bremen, S. 278f.