Landkreis Ziegenrück

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Der preußische Landkreis Ziegenrück bestand in der Zeit zwischen 1816 und 1945. Er umfasste am 1. Januar 1945 drei Städte und 35 Gemeinden.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Königreich Preußen[Bearbeiten]

Im Zuge der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress wurden zum 15. Juni 1816 die bei Preußen gebliebenen Teile des vormals königlich sächsischen Neustädtischen Kreises dem Regierungsbezirk Erfurt in der preußischen Provinz Sachsen als Kreis Neustadt zugeteilt. Das Landratsamt war in der Burg Ranis.

Zunächst war Preußen der ganze Neustädtische Kreis zugesprochen worden. Da es sich aber in Art. 37 der Kongreßakte verpflichtet hatte, dem Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach an dessen Fürstentum Weimar angrenzende oder benachbarte Gebiete mit mindestens 50.000 Einwohnern abzutreten, einigten sich Preußen und Sachsen-Weimar-Eisenach unter anderem auf die Abtretung der östlichen Teile des Neustädtischen Kreises, benannt in Neustädter Kreis, sodass nur ein Rest, d.h. die Westteile der Ämter Ziegenrück (mit Ziegenrück und den Saaleübergängen) und Arnshaugk (mit der Gegend um Ranis und der Exklave Kamsdorf), bei Preußen blieb. Es waren weniger wirtschaftliche Beweggründe, die Preußen veranlassten, sich für diesen so entlegenen Kreis zu interessieren, vielmehr waren es größtenteils militärische Gründe. Mit dem Besitz des Kreises hatte Preußen die wichtigen Brückenköpfe über die Saale und den Weg nach Franken in seiner Hand. Kurz darauf, noch vor 1820, wurde der Name des Kreises in Kreis Ziegenrück geändert.

Die Exklaven des vogtländischen Amts Plauen, d.h. die Stadt Gefell und die Orte Blintendorf, Sparnberg und Blankenberg kamen 1815 ebenfalls als Exklaven zum preußischen Kreis Ziegenrück, welcher innerhalb der Provinz Sachsen selbst eine Exklave war.

Als Folge des verlorenen Deutschen Kriegs von 1866 fiel die zu dieser Zeit zum Königreich Bayern gehörende Exklave Kaulsdorf an der Saale wieder an Preußen und wurde dem Kreis Ziegenrück zugeordnet.

Norddeutscher Bund / Deutsches Reich[Bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis - wie das ganze Königreich Preußen - zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.

Zum 30. September 1929 fand im Kreis Ziegenrück entsprechend der Entwicklung im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Ziegenrück entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis. Nach Auflösung der Provinz Sachsen zum 1. Juli 1944 gehörte der Kreis zwar weiter zum Land Preußen, war aber nunmehr – in Angleichung an die Reichsverteidigungsbezirke – der Verwaltung des Reichsstatthalters für Thüringen in Weimar unterstellt .

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet zunächst durch die amerikanischen Streitkräfte besetzt, fiel dann aber an die Sowjetische Besatzungszone.

Sowjetische Besatzungszone[Bearbeiten]

Zum 1. Oktober 1945 wurde der Landkreis Ziegenrück aufgelöst. Er wurde bis auf zwei Gemeinden in den thüringischen Landkreis Saalfeld eingegliedert. Lediglich die Gemeinden Eßbach und Külmla wechselten zum Landkreis Schleiz[1].

Kommunalverfassung[Bearbeiten]

Der Landkreis Ziegenrück gliederte sich in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren Auflösung – in selbständige Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Die bisherigen Stadtgemeinden Gefell, Ranis und Ziegenrück führten ab 1. Januar 1934 die Bezeichnung Stadt. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl[2]:

  • 1890: 15.906
  • 1900: 17.400
  • 1910: 19.328
  • 1925: 19.457
  • 1933: 20.786
  • 1939: 21.414

Zugehörige Orte[Bearbeiten]

Orte, die vor 1815 zum Amt Ziegenrück (Neustädter Kreis) gehörten[Bearbeiten]

Städte
Dörfer

Orte, die vor 1815 zum Amt Arnshaugk (Neustädter Kreis) gehörten[Bearbeiten]

Städte
Dörfer
  • Bodelwitz
  • Dobian
  • Gertewitz
  • Gräfendorf
  • Krölpa (bei Ranis)
Dörfer (Exklaven)

Orte, die vor 1815 zum Amt Plauen (Vogtländischer Kreis) gehörten[Bearbeiten]

Die vier Exklavenorte des Amts Plauen kamen 1815 zum preußischen Kreis Ziegenrück und waren dort ebenfalls Exklaven.

Städte
Dörfer

Orte, die vor 1866 zum Königreich Bayern gehörten[Bearbeiten]

Als Folge des verlorenen Deutschen Kriegs von 1866 fiel die zu dieser Zeit zum Königreich Bayern gehörende Exklave Kaulsdorf an der Saale wieder an Preußen und wurde dem Kreis Ziegenrück zugeordnet.

Landräte[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Ziegenrück – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dritte Verordnung über die Kreiseinteilung des Landes Thüringen vom 12. Septemerb 1945
  2. http://www.verwaltungsgeschichte.de/ziegenrueck.html