Landstadt

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Dieser Artikel behandelt die statistische Definition der Landstadt; zum historischen Begriff Landstadt, siehe Landstände; für die chinesische administrative Einheit, siehe Großgemeinde (China).
Königsbrück in Sachsen

Als Landstadt wird eine Stadt mit weniger als 5000 Einwohnern bezeichnet. Dieser Stadttyp findet besonders in der amtlichen Statistik Verwendung[1][2] und wird in der Siedlungsgeographie auch als Zwergstadt bezeichnet.[3]

Der Begriff Landstadt wurde in der Internationalen Statistikkonferenz von 1887 definiert. Die nächstgrößeren Kategorien sind die Kleinstadt mit 5000 bis unter 20.000 Einwohnern, die Mittelstadt mit 20.000 bis unter 100.000 Einwohnern, die Großstadt mit mindestens 100.000 und die Metropole ab einer Million Einwohnern.

Meistens handelt es sich bei Landstädten um Titularstädte, denen im Mittelalter der Titel „Stadt“ verliehen wurde.

Im alten Mecklenburg bezeichnete man – unabhängig von der Einwohnerzahl – alle Städte als Landstadt, die das Recht auf Vertretung im ständischen Landtag Mecklenburgs hatten, also landtagsfähig waren. Die ebenfalls und mit besonderen Rechten im Landtag vertretene alte Hansestadt Rostock und die erst 1803 wieder in den mecklenburgischen Staatsverband eingegliederte alte Hansestadt Wismar wurden als Seestädte bezeichnet. Die im 18. Jahrhundert entstandenen Residenzen Neustrelitz und Ludwigslust waren nicht im Landtag vertreten und zählten nicht zu den Landstädten.

Zuweilen werden auch (unabhängig von statistischen Betrachtungen) solche Städte als Landstadt (häufiger Ackerbürgerstadt) bezeichnet, deren Bevölkerung noch mehr oder weniger Landwirtschaft betreibt, bei der aber bereits (regional beschränkter) Handel und Gewerbe angesiedelt ist.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Landstadt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz Heineberg: Stadtgeographie., 3. Auflage, Schöningh, Paderborn 2006, ISBN 978-3825221669, S. 28 f.
  2. Jürgen Bähr, Christoph Jentsch, Wolfgang Kuls: Bevölkerungsgeographie. de Gruyter, Berlin/New York 1992, ISBN 978-3110088625, S. 708. (= Lehrbuch der Allgemeinen Geographie, Band 9)
  3. Erstmals von Robert Gradmann verwendet. Vgl. R. Gradmann: Schwäbische Städte, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 1916, S. 425-457, und Die städtischen Siedlungen des Königreiches Württemberg, in: Forschungen zur deutschen Landes- und Volkskunde, Band 21, 1914, 2, S. 147ff.
  4. Gabriele Schwarz: Allgemeine Siedlungsgeographie. Teil 2: Die Städte., 2. Auflage, de Gruyter, Berlin/New York 1988, ISBN 978-3110110197, S. 597 (= Lehrbuch der Allgemeinen Geographie Band 6/2)