Landstuhl

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Landstuhl
Landstuhl
Deutschlandkarte, Position der Stadt Landstuhl hervorgehoben

Koordinaten: 49° 25′ N, 7° 34′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Landstuhl
Höhe: 248 m ü. NHN
Fläche: 15,33 km2
Einwohner: 8368 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 546 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66849
Vorwahl: 06371
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 022
Stadtgliederung: Kernstadt und 8 Ortsbezirke/Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Kaiserstraße 49
66849 Landstuhl
Website: www.landstuhl.de
Stadtbürgermeister: Ralf Hersina (SPD)
Lage der Stadt Landstuhl im Landkreis Kaiserslautern
Karte
Blick auf Landstuhl (2009)

Die Sickingenstadt Landstuhl ist der Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Landstuhl und die bevölkerungsreichste Stadt im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Landstuhl ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landstuhl grenzt im Norden an die – überwiegend trocken gelegte – Westpfälzische Moorniederung und die Sickinger Stufe. Südlich und östlich liegt es am Rande des Pfälzerwaldes. Wenige Kilometer südlich beginnt die Sickinger Höhe. Im Süden des Stadtgebiets erstreckt sich zudem der 453 Meter hohe Hörnchenberg. Weiter südwestlich erstreckt sich der 428 Meter hohe Bildschachen.

Die nächsten größeren Städte sind:

Stadt Entfernung Richtung
Kaiserslautern etwa 20 km östlich
Homburg etwa 30 km westlich
Pirmasens etwa 33 km südlich
Zweibrücken etwa 40 km südlich
Saarbrücken etwa 55 km westlich
Ludwigshafen am Rhein etwa 80 km östlich
Mannheim etwa 82 km östlich
Mainz etwa 95 km nordöstlich
Bad Kreuznach etwa 96 km nordöstlich

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Stadt Ramstein-Miesenbach, im Nordosten an Kindsbach, im Südosten an Bann, im Süden an Oberarnbach, im Südwesten an Mittelbrunn, im Westen an Langwieden und an Hauptstuhl.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einzelnen Stadtteile sowie Ortsbezirke sind mit amtlichen Nummern gekennzeichnet.

Amtl. Num. Kernstadt Einwohner
01 Zentrum 3.600
02 Kirchberg 3.011
Kernstadt gesamt 6.611
Amtl. Num. Ortsbezirke Einwohner
03 Melkerei 1.313
04 Atzel 312
05 Breitenwald 232
06 Am Rothenborn 150
07 Bildschacherhof 93
08 Kahlenberg 85
09 Harzofen 15
Ortsbezirke gesamt 2.200
Stadt Insgesamt 8.811

(Einwohnerstand: 31. Dezember 2017)

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährlich fallen 886 mm Niederschlag. Das ist viel und liegt im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 76 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, der feuchteste der Dezember. Im Dezember fallen 1,5-mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren kaum und sind sehr gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 6 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühzeit und Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früheste Spuren ständiger Besiedlung auf der Gemarkung Landstuhls sind die Steinkranzgräber aus der La-Tène-Zeit (500 v. Chr. bis Christi Geburt). Aus der Zeit der Kelten stammt der Heidenfels, ein Quellheiligtum zwischen Landstuhl und Kindsbach, das noch bis in die römische Zeit von der gallorömischen Provinzbevölkerung aufgesucht wurde. Nachgewiesen und erforscht wurde ein Gräberfeld auf dem Gebiet der Römersiedlung, dessen Nutzung vom 1. bis gegen Ende des 4. Jahrhunderts Münzfunde belegen.

Der Ort Landstuhl wurde Mitte des 12. Jahrhunderts Zentrum der gleichnamigen Herrschaft; um 1160 ließ Kaiser Barbarossa auf dem Berg südlich der Stadt die Burg Nanstein errichten. Die gesamte Ortschaft wurde mit einer Stadtmauer umbaut, in welche die Burg Nanstein sowie später auch die Burg Landstuhl im Osten integriert wurden. Im Jahr 1326 wurde Landstuhl erstmals in einer Urkunde als Stadt genannt.[3]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht nach Matthäus Merian um 1645

Nach verschiedenen Inhabern kam Landstuhl Ende des 15. Jahrhunderts an das Geschlecht der von Sickingen als Teil der Herrschaft Landstuhl, die bis Ende des 18. Jahrhunderts existierte. Das bekannteste Mitglied dieser Familie war Franz von Sickingen. Er musste sich nach seiner Niederlage beim Pfälzischen Ritteraufstand auf die Burg Nanstein zurückziehen, wo er bei der Belagerung durch den Erzbischof von Trier, den Pfalzgrafen bei Rhein sowie den Landgrafen von Hessen beim Beschuss der Wehrbauten schwer verwundet wurde und am 7. Mai 1523 seinen Verletzungen erlag. 1732 wurde die Burg Landstuhl abgebrochen.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Landstuhl Sitz des gleichnamigen Kantons sowie der gleichnamigen Mairie, die zusätzlich Bann und Kindsbach umfasste. Im selben Jahr wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Anschließend wechselte der Ort in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 war Landstuhl Bestandteil des Landkommissariat Homburg, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

Da ein Teil des Bezirksamts – einschließlich Homburg selbst – 1920 dem neu geschaffenen Saargebiet zugeschlagen wurde, wechselte die Stadt ins neu geschaffene Bezirksamt Kaiserslautern und war bis 1938 von Sitz einer Bezirksamtsaußenstelle. Ab 1939 war er Landstuhl Sitz des Landkreises Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Landstuhl innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Stadt 1972 Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Den Namensbestandteil „Sickingenstadt“ trägt die Stadt seit dem 14. Juli 1995.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Landstuhl, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Einwohnerentwicklung von Landstuhl von 1815 bis 2018 nach nebenstehender Tabelle
Jahr Einwohner
1815 950
1835 1.907
1871 3.032
1905 4.444
1939 7.411
1950 6.903
1961 9.210
Jahr Einwohner
1970 9.104
1987 8.177
2005 8.997
2015 8.819[4]
2016 8.815[5]
2017 8.811[6]
2018 8.870[7]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 waren 45,1 Prozent der Einwohner katholisch und 27,8 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[8] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz. Die einst vor Ort ansässige jüdische Gemeinde besaß eine Synagoge, deren Inneneinrichtung 1938 den Novemberpogromen zum Opfer fiel; ihre Mitglieder wurden bis 1896 in Herschberg begraben.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtratswahl 2019 in Landstuhl
Beteiligung: 50,3 % (+1,2 %)
 %
50
40
30
20
10
0
46,7
34,2
13,4
5,7
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-8,7
-10,4
+13,4
+5,7

Der Stadtrat in Landstuhl besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:

Wahl SPD CDU Linke FWG Gesamt
2019[9] 8 12 1 3 24 Sitze
2014[10] 11 13 - - 24 Sitze
2009 6 13 - 2 24 Sitze
2004 5 15 - 3 24 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtbürgermeister von Landstuhl ist Ralf Hersina (SPD). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 55,81 % wiedergewählt.[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Landstuhl
Blasonierung: „In Gold eine schwarze Zinnentoranlage mit offenem roten Fallgitter und zwei Türmen, die oben ein schwarzes Schildchen mit fünf silbernen Bollen 2:1:2 flankieren.“[12]

Das Wappen wurde 1962 vom Mainzer Innenministerium genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel von 1637.

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landstuhl pflegt zwei Städtepartnerschaften:

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sickinger Würfel
Alte Kapelle

Der Alte Friedhof der im 18. und 19. Jahrhundert genutzt wurde sowie der Jüdische Friedhof sind als Denkmalzone ausgewiesen.

Hinzu kommen zahlreiche Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter folgende Objekte:

Die Burg Nanstein wurde 1689 durch die Franzosen zerstört. Aus römischer Zeit stammen die Sickinger Würfel; bei ihnen handelt es sich um Reste eines Säulengrabmals aus dem 2. Jahrhundert. Die Alte Kapelle ist der noch erhaltene Chor der ehemaligen mittelalterlichen Kirche St. Andreas. Auf dem Kirchberg westlich der Stadt steht der Bismarckturm, der 1900 von dem Industriellen Carl Ferdinand von Stumm-Halberg (1836–1901) gestiftet wurde und eine Höhe von 19 Metern hat. Ebenfalls denkmalgeschützt ist die Villa Benzino.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Ort existieren insgesamt sechs Naturdenkmale, darunter die Mammutbäume zwischen Landstuhl und Langwieden. Mit einer Höhe von mehr als 41 Metern und einem Stammdurchmesser von mehr als 2 Metern gehörensie zu den höchsten Bäumen in Rheinland-Pfalz. Sie wurden im Jahr 1868 von dem „Freiherrlich von Stummschen“ Oberförster Schütz angepflanzt.[13]

Außerdem befinden sich die Naturschutzgebiete Moorwiesen-Ringgasser Bruch und Östliche Pfälzer Moorniederung teilweise auf der Gemarkung von Landstuhl.

Brauchtum und Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt beherbergt unter anderem den Fanfarenzug „Sickinger Herolde“ Landstuhl e. V.[14] Zudem existieren der TuS Landstuhl und das Kindertheater Landstuhl, das 2011 den Preis der Emichsburg des Pfälzischen Mundartdichterwettstreits gewann.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist Sitz der VR-Bank Westpfalz, von Imfeld Busverkehr und des Klinikverbundes Nardini Klinikum.

In Landstuhl befindet sich ein Zustellstützpunkt der Deutschen Post, der den gesamten Landkreis Kaiserslautern abdeckt. Außerhalb der Stadt gibt es einen Unternehmenssitz der Unternehmensgruppe Liebherr. Des Weiteren befindet sich in Landstuhl ein Standort der BMW Euler Group, der Marktführer im Bereich Verkauf von Kraftfahrzeugen der BMW in der Region Südwestpfalz.

Im Industriegebiet hat die Hornbach Baustoff Union eine Niederlassung.[15] Auch die Haber - Textile Dienste GmbH[16] und Torpedo Gruppe (Torpedo Garage)[17] betreiben einzelne Standorte in Landstuhl.

Teils an der Stadtgrenze liegt das Broadway-Kino.[18] Auch McDonald’s betreibt eine Filiale an der Stadtgrenze zu Ramstein-Miesenbach.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiene
Bahnhof Landstuhl

Im Jahr 1849 wurde die durch die Stadt führende Ludwigsbahn fertiggestellt.[3] Der Öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert. In Landstuhl zweigt die Bahnstrecke nach Kusel von der Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken ab; letztere ging aus der Ludwigsbahn hervor. Intercity halten im Bahnhof Landstuhl nur noch selten, diese wurden im Fahrplanwechsel 2014 weitgehend durch den Regional-Express RE 1 (Mannheim–Koblenz) ersetzt. Am Bahnhof halten unter anderem die Linien S1 und S2 der S-Bahn RheinNeckar.

Straße

Die Landesstraße 363 führt in Nord-Südrichtung durch die Stadt und verläuft von Glan-Münchweiler bis nach Steinalben. Die von Napoleon angelegte, in West-Ost-Richtung verlaufende Kaiserstraße ist vor Ort mit der Landesstraße 395 identisch. Die Landesstraßen 465 und 69 führen bis an die saarländische Grenze bei Zweibrücken. Die Landesstraße 470 stellt eine Querachse zu den Landesstraßen 363 und 395 her. Die Kreisstraße 60 führt in die Südliche Richtung bis an die Grenze zum Landkreis Südwestpfalz.

Landstuhl ist durch die A 6 (SaarbrückenWaidhaus) und A62 an das überregionale Straßennetz angebunden; letztere passiert südlich der Stadt den Hörnchenbergtunnel. In unmittelbarer Nähe des Ortes liegt das Autobahnkreuz Landstuhl-West, das sich bereits auf Gemarkung von Ramstein-Miesenbach befindet. In der Stadt verkehrt der sogenannte Sickingen-Bus, der alle Stadtteile sowie die Innenstadt bedient.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Wanderwege führen durch den Ort oder nahe vorbei, darunter die Nordroute der Pfälzer Jakobswege. Mitten durch die Stadt führen außerdem der mit einem roten Kreuz markierte Fernwanderweg Franken-Hessen-Kurpfalz und der zu den sogenannten Saar-Rhein Wanderwegen zählende Weg mit der Kennzeichnung Schwarzer Punkt auf weißem Balken. Durch den Südwesten der Gemarkung verläuft ein solcher, der mit einem grün-gelben Kreuz markiert ist. Zudem führt der Sickinger Mühlenradweg durch Landstuhl. Darüber hinaus ist die Stadt nördlicher Endpunkt eines Mühlenwegs, der durch das Wallhalbtal verläuft.

Gerichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Landstuhl gibt es ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und OLG-Bezirk Zweibrücken gehört.

Behörden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kleinstadt Landstuhl gibt es eine Polizeiinspektion, die dem Polizeipräsidium Westpfalz angehört. Des Weiteren, teils außerhalb gelegen, gibt es Behördensitze der Agentur für Arbeit und des TÜV Rheinland, zudem auch eine KFZ-Zulassungsbehörde, die für den gesamten Landkreis zuständig ist. Im Zentrum ist eine Außenstelle des Finanzamtes Kusel-Landstuhl gelegen.

Militär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

US-Soldaten aus ehemaliger irakischer Kriegsgefangenschaft grüßen vom Balkon des Landstuhl Regional Medical Center im April 2003

Seit 1952 gab es nordöstlich der Stadt den Militärflugplatz Landstuhl Air Base, der Ende 1957 mit der benachbarten Ramstein Air Force Installation unter dem Namen Ramstein-Landstuhl Air Base zusammengelegt und später in Ramstein Air Base umbenannt wurde.

Die Streitkräfte der USA betreiben in Landstuhl oberhalb des eigentlichen Stadtkerns – auf dem Kirchberg – den Militärkrankenhaus-Komplex Landstuhl Regional Medical Center (LRMC) mit Fachkliniken für Verwundungen aller Art. Es ist die größte Einrichtung ihrer Art außerhalb der USA.

Das Medizinzentrum dient u. a. als Einrichtung zur Gesundheitsversorgung der vielen tausend Angehörigen der weitgefächerten Kaiserslautern Military Community. Seit etwa 1991 hat dieses strategische Bedeutung: Bei fast allen militärischen Konflikten außerhalb der USA, beispielsweise in Südosteuropa, dem Nahen und dem Mittleren Osten, ist das Militärkrankenhaus Landstuhl in jüngster Zeit für verwundete Militärangehörige die erste Station auf dem Weg zurück in die Vereinigten Staaten. Bereits im Golfkrieg 1991 sowie während der Einsätze im ehemaligen Jugoslawien (Jugoslawienkriege) wurden Verwundete in Landstuhl stabilisiert, behandelt und gepflegt, bevor sie zur Weiterbehandlung bzw. Nachsorge in die USA geflogen wurden.

Derzeit werden hier auch Verwundete aus dem Irak (siehe Irakkrieg) und Afghanistan (siehe ISAF) behandelt. Das LRMC und die im Umkreis stationierten Streitkräfte sind Arbeitgeber für viele deutsche Zivilbeschäftigte in einer relativ strukturschwachen Region.

Neben dem Landstuhl Regional Medical Center gibt es in Landstuhl noch die Satellitenkommunikationseinrichtung der US Army auf dem Breitenwald (Sat Comm Site Breitenwald) sowie einen Hubschrauber-Landeplatz (Heliport) ebendort.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landstuhl verfügt über folgende zehn Schulen mit über 2000 Schülerinnen und Schülern:[19]

Allgemeinbildende Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule In der Au
  • Theodor-Heuss-Grundschule
  • Integrierte Gesamtschule Am Nanstein und Realschule plus (Schulzweckverband IGS Landstuhl)
  • St. Katharina Realschule
  • Sickingen-Gymnasium

Berufsbildende Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Berufsfachschule Landkreis Kaiserslautern
  • Private Berufsbildende Schule Haus Nazareth
  • Nikolaus-von-Weis-Schule

Sonderschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jakob-Weber-Schule
  • Reha-Westpfalz

Im Jahr 2008 konnte die Sozialpädagogische Fachschule der Diözese Speyer ihr 75-jähriges Jubiläum feiern. Hier werden die beruflichen Ausbildungsbereiche Sozialassistenz, Erziehung, Heilpädagogik und Altenpflege angeboten. Organisatorisch eng verbunden ist die private berufsbildendene Schule Haus Nazareth mit hauswirtschaftlich-sozialpflegerischen und wirtschaftskundlichen Ausbildungsgängen. Im wirtschaftlichen Bereich ist auch der Erwerb des schulischen Teils der Fachhochschulreife möglich. Auf fast 50 Jahre kann die katholisch geführte Realschule St. Katharina zurückblicken. Am Sickingen-Gymnasium, früher noch Lateinschule Landstuhl genannt, wurde schon Ludwig Thoma unterrichtet. Weiterhin befindet sich in Landstuhl ein Außenzweig der Berufsschule Kaiserslautern (u. a. mit dem Fachbereich Pädagogik), die Integrierte Gesamtschule Am Nanstein und Realschule (hervorgegangen aus der staatlichen Konrad-Adenauer-Realschule (KARLA) und der staatlichen Friedrich-Ebert-Hauptschule) sowie die Jakob-Weber-Sonderschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter den Persönlichkeiten, die zu Ehrenbürgern ernannt wurden, gehört unter anderem der Architekt Rudolf von Perignon.

Im 19. Jahrhundert wurden in Landstuhl unter anderem der Kaufmann und Kunstsammler Joseph Benzino sowie der Kardinal Franziskus von Bettinger geboren.

Bedingt durch das in der Stadt ansässige Landstuhl Regional Medical Center kamen in Landstuhl im 20. Jahrhundert viele US-Amerikaner zur Welt, deren Väter zeitweise in und um Kaiserslautern stationiert waren, darunter der Schauspieler LeVar Burton, der Musiker Rob Thomas, der Basketballspieler Shawn Bradley und die Moderatorin Heather De Lisle.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Landstuhl – Sammlung von Bildern
Wikivoyage: Landstuhl – Reiseführer
Wikisource: Landstuhl – Quellen und Volltexte
Wiktionary: Landstuhl – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. a b Die Geschichte des Finanzamt Landstuhl, Finanzamt Kusel-Landstuhl, abgerufen am 1. August 2013.
  4. Einwohnerzahl, Stand: 31. Dezember 2015
  5. Einwohnerzahl, Stand: 31. Dezember 2016
  6. Einwohnerzahl, Stand: 31. Dezember 2017
  7. Landstuhl.de Einwohnerzahl, Stand: 31. Mai 2018
  8. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  10. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  11. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Landstuhl, Verbandsgemeinde, sechste Ergebniszeile. Abgerufen am 1. November 2019.
  12. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  13. Die Mammutbäume von Landstuhl
  14. Informationen zum Fanfarenzug (Memento des Originals vom 3. April 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vsf-net.de, abgerufen am 30. März 2015
  15. Informationen zum Geschäftssitz von Hornbach in Landstuhl, abgerufen am 16. Juli 2017
  16. Informationen zum Geschäftssitz von Haber in Landstuhl, abgerufen am 16. Juli 2017
  17. Informationen zum Geschäftssitz von Torpedo Garage in Landstuhl, abgerufen am 16. Juli 2017
  18. Informationen zum Broadway Kino in Landstuhl/Ramstein-Süd (Memento des Originals vom 3. Juli 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.broadway-portal.cineprog.net, abgerufen am 16. Juli 2017
  19. Zahlen und Fakten zum Schuljahr 2016/17 an den Schulen in Landstuhl, abgerufen am 16. Juli 2017