Landtags- und Gemeinderatswahl in Wien 1991

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Landtags- und Gemeinderatswahl 1991
Wahlbeteiligung: 65,42 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
47,81
(-7,11)
18,05
(-10,35)
22,54
(+12,82)
9,08
(+4,68)
2,51
(-0,05)
Sonst.
1987

1991

    
Von 100 Sitzen entfallen auf:

Die Landtags- und Gemeinderatswahl in Wien 1991 wurde am 10. November 1991 durchgeführt, wobei die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) als einer der beiden Wahlverlierer aus der Wahl hervorging. Die SPÖ verlor dabei 7,1 Prozentpunkte und 10 Mandate, konnte jedoch mit 47,8 % und 52 von insgesamt 100 Mandaten die absolute Mandatsmehrheit halten. Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) erlitt noch stärkere Verluste und stürzte um 10,4 Prozentpunkte auf einen Stimmenanteil von 18,1 % ab. Zudem verlor die ÖVP zwölf Mandate und stellte in der Folge nur noch 18 Mandatare im Wiener Landtag und Gemeinderat, womit sie ihr bis dahin schlechtestes Landtagswahlergebnis in Wien verbuchte. Von den Verlusten der beiden Parteien profitierte die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) am stärksten. Sie gewann 12,8 Prozentpunkte hinzu und konnte ihren Stimmenanteil damit auf 22,5 % mehr als verdoppeln. Durch die starken Stimmengewinne konnte die FPÖ zudem 15 Mandate hinzugewinnen und mit insgesamt 23 Mandaten erstmals in Wien die ÖVP überholen. Zu den Wahlgewinnern zählte auch die Grüne Alternative Wien (GA), die ein Plus von 4,7 Prozentpunkten erreichte und mit 9,1 % sowie sieben Mandaten erstmals in den Wiener Landtag und Gemeinderat einzog. Die Vereinten Grünen Österreichs (VGÖ) scheiterten hingegen mit 1,8 % ebenso am Einzug in den Landtag wie die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) mit 0,6 % und die SOS - Bürgerprotestliste „Das Boot ist übervoll“ (SOS) mit 0,1 %.

Der Wiener Landtag und Gemeinderat der 15. Wahlperiode konstituierte sich in der Folge am 9. Dezember 1991 und wählte nach der Angelobung die Landesregierung Zilk III, die 1994 von der Landesregierung Häupl I abgelöst wurde.

Ergebnisse[Bearbeiten]

Endergebnis der Landtags- und Gemeinderatswahl 1991[1]
Ergebnisse 1991 Ergebnisse 1987 Differenzen
Wahlberechtigte 1.125.058 1.131.000 − 5.942
Wahlbeteiligung 65,42 % 63,70 % + 1,72 %
Stimmen  % Mand. Stimmen  % Mand. Stimmen  % Mand.
Abgegebene Stimmen 735.990 720.477 + 15.513
Ungültig 17.684 2,40 %   22.476 3,12 %   − 4.792 − 0,72 %  
Gültig 718.306 97,60 % 698.001 96,88 % + 20.305 + 0,72 %
Partei
Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) 343.403 47,81 % 52 383.368 54,92 % 62 − 39.965 − 7,11 % − 10
Österreichische Volkspartei (ÖVP) 129.678 18,05 % 18 198.244 28,40 % 30 − 68.566 − 10,35 % − 12
Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) 161.904 22,54 % 23 67.815 9,72 % 8 + 94.089 + 12,82 % + 15
Grüne Alternative Wien (GA) 65.245 9,08 % 7 30.713 4,40 % 0 + 34.532 + 4,68 % + 7
Vereinte Grüne Österreichs (VGÖ) 13.035 1,81 % 0 5.878 0,84 % 0 + 7.157 + 0,97 % ± 0
Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) 4.598 0,64 % 0 11.983 1,72 % 0 − 7.385 − 1,08 % ± 0
SOS - Bürgerprotestliste „Das Boot ist übervoll“ (SOS) 443 0,06 % 0 nicht kandidiert + 443 + 0,06 % ± 0
Gesamt 718.306 100,00 % 100 698.001 100,00 % 100 + 20.305

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wahlstatistik. Die Wahlen in den Bundesländern seit 1945. 1994, S. 116–117.

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Rauchenberger (Hrsg.): Stichwort Bundesländer – Bundesrat. Wahlen und Vertretungskörper der Länder von 1945 bis 2000. PR-Verlag, Wien 2000, ISBN 3-9011-1105-0.
  • Verbindungsstelle der Bundesländer beim Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Wahlstatistik. Die Wahlen in den Bundesländern seit 1945. Nationalrat und Landtage. 8. Auflage. Wien 1994.

Weblinks[Bearbeiten]