Landwirtschaftliche Nutzfläche

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Die Landwirtschaftliche Nutzfläche (LN[1] bzw. LNF) ist die Gesamtheit aller Ackerflächen, Wiesen und Weiden eines landwirtschaftlichen Betriebes. Zusammen mit dem Standort der Gebäude und den Verkehrsflächen bildet diese Fläche den Boden des Betriebes.

In der Statistik, insbesondere bei Produktionskennzahlen wie Erträgen wird statt der landwirtschaftlichen Nutzfläche häufig die landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) verwendet, welche die dauerhaft aus der landwirtschaftlichen Produktion genommene Flächen, Hofgebäude, Kurzumtriebsplantagen, Gebäude- und Hofflächen nicht umfasst.[2]

Aufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesverwaltungsämter bezeichnen die LN mit „Landwirtschaftsfläche“. Sie vergeben dafür die Schlüsselnummer 6000.

Die LN wird unterteilt in

(Nr. - Bezeichnung)

  • 6100 Ackerland
  • 6105 Hopfenpflanzung
  • 6200 Grünland
  • 6205 Strandhafer, -gräser
  • 6206 Schilf
  • 6300 Gartenland
  • 6304 Obstbaumanlage
  • 6400 Weingarten
  • 6500 Moor
  • 6600 Heide
  • 6700 Mischnutzung
  • 6800 Betriebsfläche
  • 6801 Hofraum
  • 6900 Brachland

Situation in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus den Daten des IÖR-Monitor lässt sich ein Rückgang der landwirtschaftlichen Fläche ablesen.
Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Nutzfläche lässt sich mit den Karten des IÖR-Monitor anschaulich darstellen

Den Anteil landwirtschaftlicher Nutzfläche in Deutschland und deren Veränderung kann mit dem Monitor der Siedlungs- und Freiraumentwicklung (IÖR-Monitor) beobachtet werden. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche ist unregelmäßig über das Bundesgebiet verteilt. Während in agrarisch geprägten, waldarmen Regionen hohe Werte erreicht werden, beispielsweise in Nordostdeutschland und weiten Teilen Niedersachsens, Thüringens, Sachsens, Baden-Württembergs und Bayerns. Städte weisen erwartungsgemäß fast durchweg einen deutlich geringeren Anteil an Landwirtschaftsfläche als die sie umgebenden Landkreise auf. Besonders niedrige Werte treten zum Beispiel in Großstädten wie Berlin und München sowie in Agglomerationsräumen wie dem Ruhrgebiet auf. Auch kleine Städte mit waldreichen Umgebungen wie Suhl oder Kaiserslautern und die Niederlausitz, das Sauerland, der Schwarzwald, der Bayerische Wald und teilweise der Alpenraum haben wenig landwirtschaftliche Nutzflächen zu verzeichnen. Dies lässt sich zum einen mit der geringen Bodenfruchtbarkeit der nährstoffarmen Böden erklären, die zum Beispiel in der Niederlausitz oft nicht für den Ackerbau ausreicht, zum anderen aber auch, wie im Schwarzwald oder dem Bayrischen Wald, mit einer Dominanz der Waldwirtschaft. Neben der Bodenfruchtbarkeit spielen auch Klimaeinflüsse, zum Beispiel Trockenheit, eine Rolle, die sich mit dem Klimawandel zunehmend verschärfen [3].

Nicht nur weltweit, auch in Deutschland sind die Veränderungen bei den Niederschlägen spürbar [4]. Ein Rückgang der Sommerniederschläge, hohe Verdunstung durch starke Sonneneinstrahlung und zunehmende Erosionen durch Starkniederschläge führen zu einer sinkenden Ertragssicherheit [5]. Die landwirtschaftliche Nutzfläche wird in Deutschland von ca. 280.000 landwirtschaftlichen Betriebe im Jahr 2015 bearbeitet. Die Betriebsanzahl ist seit 2007 um mehr als 40.000 Betriebe zurückgegangen [6]. Während dabei allerdings die Zahl der Betriebe mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche über 100 Hektar stetig steigt, nimmt die Zahl der Betriebe in den Größenklassen unter 100 Hektar LF immer weiter ab. Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche wird aktuell von Betrieben mit einer Betriebsgrößenklasse über 100 Hektar bewirtschaftet [7].

Generell ist aber eine Abnahme der landwirtschaftlich genutzten Fläche im deutschen Bundesgebiet zu verzeichnen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass immer mehr landwirtschaftliche Flächen in Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewandelt werden. Umgerechnet 1,3 durchschnittliche Landwirtschaftsbetriebe bzw. 73 Hektar gehen den Landwirten täglich verloren [8]. Die Umwidmung von landwirtschaftlich genutzter Bodenfläche in Bauland wird umgangssprachlich in Deutschland auch als „Fünfte Fruchtfolge“ bezeichnet. Doch nicht nur die Vergrößerung von Städten und Siedlungsräumen, auch die zunehmende Beanspruchung landwirtschaftlicher Flächen als Standorten für die Energieerzeugung Erneuerbare Energien [9] und durch Aufforstungen als Kompensationsgebiete für Eingriffe in Natur und Landschaft tragen zur Umwandlung bei [10].

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Jahrbuch über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Abkürzungen. In: „Bmelv-statistik.de, Statistik und Berichte des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft“. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, 2011, abgerufen am 25. Juli 2014.
  2. Landwirtschaft - Erläuterungen. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, abgerufen am 28. Juli 2014.
  3. [1] Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  4. [2] Umweltbundesamt. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  5. [3] Verband der Landwirtschaftskammern. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  6. [4] Deutscher Bauernverband. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  7. [5] Deutscher Bauernverband. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  8. [6] Deutscher Bauernverband. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  9. [7] Helmholtz Zentrum für Umweltforschung. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  10. [8] Deutscher Bauernverband. Abgerufen am 4. Oktober 2016.