Langanesbyggð
| Basisdaten | |
|---|---|
| Staat: | |
| Region: | Norðurland eystra |
| Wahlkreis: | Norðausturkjördæmi |
| Sýsla: | Norður-Þingeyjarsýsla |
| Einwohnerzahl: | 504 (1. Januar 2019) |
| Fläche: | 1333 km² |
| Bevölkerungsdichte: | 0,38 Einwohner/km² |
| Postleitzahl: | 680, 681 (Þórshöfn) 685 (Bakkafjörður) |
| Politik | |
| Gemeindenummer | 6709 |
| Kontakt | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Fjarðarvegi 3 680 Þórshöfn |
| Karte | |
Koordinaten: 66° 12′ N, 15° 20′ W | |
Die Gemeinde Langanesbyggð liegt im Nordosten Islands in der Region Norðurland eystra.
Am 1. Januar 2019 hatte die Gemeinde 504 Einwohner. Die beiden größten Siedlungen sind Þórshöfn (369 Einwohner) und Bakkafjörður (69 Einwohner).
Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der nördliche Teil von Langanesbyggð liegt auf der sich in nordöstlicher Richtung etwa 30 Kilometer ausstreckenden Halbinsel Langanes, die nordwestlich an den Þistilfjörður, östlich an die Bucht Bakkaflói angrenzt. Ausläufer dieser Bucht sind die drei Fjorde Finnafjörður, Miðfjörður und Bakkafjörður, sie grenzen an Langanesströnd. Die Südspitze der Gemeinde ist Einbúi. Die gebirgige, stellenweise auch von Mooren bedeckte Halbinsel Langanes ist heute fast unbewohnt und einerseits für ihr raues, nebliges Klima bekannt, andererseits für die Mengen an Treibholz, die hier angespült werden und in früheren Jahrhunderten einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für die wenigen hier siedelnden Menschen darstellten.[1] In der Nähe der seit 1954 verlassenen Ortschaft Skálar, die 1924 noch 117 Einwohner zählte, erheben sich im Nordosten der Halbinsel die 130 m hohen Klippen Skálabjarg sowie der 266 m hohe Heiðarfjall.[2] Die Hauptstadt Reykjavík ist 629 Kilometer entfernt, das in nordwestlicher Richtung nächstgelegene Raufarhöfn etwa 66 Kilometer.
Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Gemeinde wurde im Jahr 2006 durch Zusammenschluss der Landgemeinde Þórshöfn (isl. Þórshafnarhreppur) und der Landgemeinde Skeggjastaðir (isl. Skeggjastaðahreppur) gebildet. Dabei wechselte Skeggjastaðir aus der Region Austurland in die Region Norðurland eystra. Die alternativen Namensvorschläge Gunnólfsbyggð, Hafnarbyggð und Langaneshreppur konnten sich beim Wahlvolk nicht durchsetzen. Am 1. Januar 2021 betrug die Einwohnerzahl 482 Menschen.[3]
Ortslagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Þórshöfn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Þórshöfn (dt. Thors Hafen) liegt am Ostrand des Lónafjörður, einem Ausläufer des Þistilfjörður. Bereits seit 1846 war Þórshöfn mit seinem guten Naturhafen offiziell anerkannter Handelsplatz, doch erst 1885 ließen sich hier dauerhaft Menschen nieder.[4] Anfang des 20. Jahrhunderts gewann der Heringsfang und dessen -verarbeitung an Bedeutung. Trotz der Tatsache, dass der Heringsfang eingestellt ist, leben die Einwohner hauptsächlich vom Fischfang. Größter Arbeitgeber ist die Fischfabrik am Hafen, eine Außenstelle von Ísfélag Vestmannaeyja.
Þórshöfn ist der wichtigste Versorgungsort der Gemeinde, es gibt hier die einzige Bank, Post, ein Gesundheitszentrum, Schule, Kindergarten, Supermarkt, Restaurant, Schwimmbad, Polizeiwache, den Flughafen Þórshöfn und eine von 2 Tankstellen des Gebiets.
Eine eigene Kirche erhielt der Ort erst am Ende des 20. Jahrhunderts. Ursprünglich besuchten die Gläubigen die Gottesdienste in der Sauðaneskirkja auf den Bauernhof Sauðanes, 7 km nördlich von Þórshafn. Der erste Spatenstich zum Bau der Þórshafnarkirkja, die heute für ihre gute Akustik bekannt ist und über 160 Plätze verfügt, erfolgte am 17. September 1993 und die Einweihung durch Bischof Karl Sigurbjörnsson am 22. August 1999.[5]
17 km westlich von Þórshöfn ist auf dem Gehöft Svalbarð die 1848 erbaute Holzkirche Svalbarðskirkja í Þistilfirði bemerkenswert, die unter anderem wegen ihres Flügelaltars mit der Darstellung des Letzten Abendmahls bekannt ist.[6]
Bakkafjörður[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die zweitgrößte Ortschaft ist Bakkafjörður mit 69 Einwohnern, das am Ende einer 4,8 km langen Stichstraße (Hafnarvegur í Bakkafirði) von der Hauptstraße Norðausturvegur liegt. Bakkafjörður war früher ebenfalls per Flugzeug zu erreichen, der Flughafen Bakkafjörður (IATA-Code: BJD, ICAO-Code: BIBK) ist jedoch zur Zeit außer Betrieb.
Ehemalige Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| Þórshöfn | Skeggjastaðir | |
|---|---|---|
| Gemeindenummer: | 6707 | 7501 |
| Fläche in km²: | 728 | 605 |
| Einwohnerzahl am 1. Dez. 1997: | 485 | 141 |
| Einwohnerzahl am 1. Dez. 2003: | 400 | 133 |
| Einwohnerzahl am 1. Dez. 2004: | 411 | 137 |
| Einwohnerzahl am 1. Dez. 2005: | 417 | 125 |
| Bevölkerungsveränderung 1997–2005: | −14 % | −11 % |
| Postleitzahl: | 680, 681 | 685 |
| Siedlungen: | Þórshöfn | Bakkafjörður |
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Wie inzwischen die meisten Gebiete Islands außer dem Südwesten rund um die Hauptstadt Reykjavík ist Langanesbyggð von starker Landflucht betroffen. Von 1997 bis 2006 betrug der Bevölkerungsrückgang auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde 17 %.
Allerdings kann man seit 2007 in Þórshöfn einen leichten Zuwachs vermerken.
| Jahr * | Einwohner |
|---|---|
| 1997 | 626 (Gebietsstand von 2006) |
| 2003 | 533 (Gebietsstand von 2006) |
| 2004 | 548 (Gebietsstand von 2006) |
| 2005 | 542 (Gebietsstand von 2006) |
| 2006 | 518 |
* jeweils zum 1. Dezember
Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Viele Einwohner leben vom Fischfang. In der Gemeinde gibt es zwei Flughäfen: Flughafen Bakkafjörður und Flughafen Þórshöfn. Der Staat Island und die Bremer Hafenmanagemtfirma bremenports GmbH & Co. KG planen einen Tiefwasserhafen am Finnafjord. Der Hafen soll der Befahrung der Nordostpassage dienen. Es gibt noch keinen Investor und keinen geplanten Baubeginn (Stand: 2019).[7]
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Webpräsenz der ehemaligen Gemeinde Þórshöfn (isländisch)
- Webpräsenz der ehemaligen Gemeinde Skeggjastaðir
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ Örlygu Hálfdánarson: Iceland Road Guide, S. 338. Reykjavík 1981.
- ↑ Örlygu Hálfdánarson: Iceland Road Guide, S. 339. Reykjavík 1981.
- ↑ https://www.langanesbyggd.is/
- ↑ Örlygu Hálfdánarson: Iceland Road Guide, S. 313. Reykjavík 1981.
- ↑ http://kirkjukort.net/kirkjur/thorshafnarkirkja_0386.html
- ↑ http://kirkjukort.net/kirkjur/svalbardskirkja-i-thistilfirdi_0387.html
- ↑ Florian Schwiegershausen: Bremen treibt Pläne für neuen Tiefwasserhafen auf Island voran. In: WeserKurier. 11. April 2019, abgerufen am 8. Dezember 2020.