Langar

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Langar im Keshgarh Sahib, Anandpur Sahib, Punjab
Frauen bereiten die Mahlzeiten im Harmandir Sahib vor
Langar-Mahlzeit im Harmandir Sahib

Ein Langar (Panjabi: ਲੰਗਰ) bezeichnet eine freie Küche, die an die Gurdwaras der Sikhs angeschlossen ist. Die Versammlung der Essenden wird auch als Pangat (Reihe) bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langars waren im Indien des 15. Jahrhunderts bereits durch religiöse Bewegungen wie Sufi-Orden und die Gorakhnath verbreitet.[1] Guru Nanak Dev etablierte an seinem Wohnort Kartarpur ebenfalls eine solche Küche, als seine Jüngerschaft eine entsprechende Anzahl erreicht hatte. Da die Langars von ihm als elementarer Bestandteil der Gemeinschaft gewertet wurden, wurden sie an jedem neuen Ort, an dem sich eine Sikhgemeinschaft (Panth) gründete, eröffnet. Seit die Sikhs eigene Versammlungsräume haben, sind die Küchen ein fester Bestandteil dieser.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Langars wurden schon von Anfang an durch Abgaben (in Geld oder Naturalien) finanziert, die früher und heute auch freiwillig sind. Heute ist es üblich, dass die Spenden in einem Kasten (Golak) am Eingang der Gurdwaras gesammelt werden.
Die Mahlzeiten werden von Mitgliedern aus der Gemeinde als freiwilliger Dienst (Seva) vorbereitet und später an alle Anwesenden (auch Pilger und Gäste) ausgeteilt.

Ziel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das gemeinsame Essen soll ein Zeichen für die Gleichheit aller Menschen sein, da bei dem Mahl kein Unterschied zwischen dem finanziellen oder gesellschaftlichen Status der Personen gemacht wird. Als Hauptstütze dieser Denkweise wird während der Mahlzeit nebeneinander, auf dem Boden in reihend sitzend gegessen. Dies ist ein Schritt, um das Kastensystem aus den Köpfen der Menschen zu vertreiben und die Gleichheit der Menschen vor Gott zu verdeutlichen. Dies gilt auch für Religionsgrenzen. Besonders in Gegenden, in denen wenigstens teilweise ein Kastenwesen vorhanden ist, ist die Tischgemeinschaft ein Zeichen für und eine Abgrenzung von der Umwelt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mandair, A., Sikhism. A guide for the perplexed, London 2013.
  • Sikh Missionary College (Hg), Der Sikhismus, Halle.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Langar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mandair, A., Sikhism. A Guide for the perplexed, London 2013, S. 25.