Lange Nacht der Museen

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Japanische Trommeln im Offenbacher Ledermuseum
Nacht der Museen 2012 im Kunstpavillon Zagreb, Kroatien

Die Lange Nacht der Museen, in der Schweiz Museumsnacht, ist eine Gemeinschaftsaktion mehrerer Museen und Kultureinrichtungen an einem Ort, die an einem gemeinsamen Aktionstag ihre Öffnungszeiten bis in die Nacht verlängern, und diese Veranstaltung gemeinsam vermarkten, um neue Besucherkreise auf die Einrichtungen aufmerksam zu machen. Analog dazu findet mitunter auch eine „Lange Nacht des offenen Denkmals“ statt, in der neben Museen auch private Baudenkmale und Ausstellungen geöffnet werden, z. B. in Stralsund.

Zum ersten Mal fand eine Lange Nacht der Museen im Januar 1997 in Berlin statt. Seitdem ist die Zahl der beteiligten Museen, Ausstellungen und Kunstprojekte dort von zwölf auf 125 gestiegen. Eine gemeinsame Eintrittskarte ermöglicht den Besuchern nicht nur den Zugang zu allen beteiligten Einrichtungen, sondern auch die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs.

Da das Konzept sehr erfolgreich regelmäßig eine große Zahl von Besuchern anzieht, finden Museumsnächte inzwischen in über 120 Städten statt. Neben der Berliner Langen Nacht der Museen haben auch die Nuit Blanche in Paris, die museums-n8 in Amsterdam, die Lange Nacht der Museen in Wien und die Nacht der Museen in Frankfurt und Offenbach am Main eine große Bekanntheit erlangt.

Im Jahr 2007 wurde die länderübergreifende Aktion vom Europarat unterstützt.So öffneten am 19. Mai 2007 in 39 Staaten mehr als 2000 Museen am Samstagabend. Allein in Europa nahmen die Städte Baku, Brüssel, London, Paris, Straßburg, Zagreb, Bratislava, Barcelona, Madrid, Lissabon, Belgrad, Tallinn, Budapest, Venedig, Lugano, Vilnius, Krakau, Warschau und Bukarest daran teil.[1]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Berlin ist Presseberichten zufolge die Lange Nacht der Museen im Rhein-Neckar-Dreieck, an der die Städte Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen am Rhein mit insgesamt über 100 Stationen beteiligt sind, die größte bundesweit.

In Frankfurt findet die Nacht der Museen jährlich seit dem Jahr 2000 mit Öffnungszeiten von 19:00 bis 1:00 Uhr morgens statt und ist neben dem Museumsuferfest das zweite große jährliche Fest um die dortigen Museen, bei dem diese länger geöffnet haben. Zeitgleich nehmen auch die Museen in Offenbach an der Veranstaltung teil. In dieser Nacht sind auch zahlreiche Galerien geöffnet.

In Hamburg fand 2014 zum 14. Mal eine Lange Nacht der Museen statt. Die 54 beteiligten Museen und Ausstellungshäuser zogen ca. 30.000 Besucher an.[2]

In Leipzig öffnet die Universität Leipzig anlässlich der jährlichen Museumsnacht auch ihre zahlreichen Lehr- und Lernsammlungen dem allgemeinen Publikum; die Fachhochschule HTWK richtet die Lange Nacht der Computerspiele aus. Im Jahr 2014 richteten Leipzig und Halle (Saale) zum sechsten Mal eine gemeinsame Museumsnacht aus.[3]

Eine Lange Museumsnacht mit Öffnungszeiten bis 1:00 Uhr gibt es in Bonn im Rahmen des seit 1995[4] jährlich stattfindenden Museumsmeilenfestes.

In Bielefeld finden seit 2002 die Nachtansichten statt. Von 18:00-1:00 Uhr sind die Museen und Galerien geöffnet. Als Besonderheit nehmen auch die Theater, Kirchen und anderen Kultureinrichtungen an der Museumsnacht teil. Ergänzt wird das Angebot der etwa 50 Institutionen durch Lichtinstallationen und Theatervorstellungen unter freiem Himmel.[5]

Auch in Bremen, Chemnitz, Coburg, Darmstadt, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Hannover, Jena, Karlsruhe, Kassel, Kiel, Koblenz, Köln, Lübeck, Mainz, Meißen, München, Münster, Nürnberg, Offenbach am Main, Oldenburg, Rostock, Stuttgart und Weimar finden jährlich Lange Nächte statt. In Lüneburg findet alle 2 Jahre eine Lange Nacht der Museen statt.

Österreich, Südtirol, Liechtenstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 2000 werden Lange Nächte der Museen jährlich zeitgleich in Österreich, Südtirol und Liechtenstein veranstaltet. Organisator ist der ORF. Alle beteiligten Museen haben an diesem Tag von 18:00 bis 1:00 Uhr morgens geöffnet. Innerhalb bestimmter Gebiete ist es möglich, mit einem Shuttle mehrere Museen zu besuchen.

Stattgefunden hat die Lange Nacht bisher am 17. Juni 2000, 9. Juni 2001, 5. Oktober 2002, 20. September 2003, 9. Oktober 2004, 8. Oktober 2005, 7. Oktober 2006, 6. Oktober 2007, 4. Oktober 2008, 3. Oktober 2009, 2. Oktober 2010, 1. Oktober 2011, 6. Oktober 2012, 4. Oktober 2013, 4. Oktober 2014 und am 3. Oktober 2015.

Bei der zehnten Langen Nacht am 3. Oktober 2009 waren mehr als 650 Museen geöffnet. Dabei nahm erstmals auch das Danubiana Meulensteen Art Museum in Bratislava teil. Insgesamt besuchten 443.500 Besucher 2009 die Museen.[6] Auch 2010 konnte eine leichte Steigerung auf 443.800 Besuchern verzeichnet werden.[7] In den folgenden Jahren stagnierten die Besucherzahlen. Im Jahr 2014 nahmen rund 700 Museen, Galerien und Kulturinstitutionen teil. Die Besucherzahl belief sich auf 421.424 Personen, davon alleine knapp 208.000 in Wien. An zweiter Stelle im Bundesländervergleich lag Salzburg (38.712 Besucher) vor der Steiermark (38.889) und Kärnten (35.735). Wie jedes Jahr lag das Naturhistorische Museum mit 16.790 Besuchern in der Besuchergunst vorne, gefolgt von der der Albertina (14.000) und dem Kunsthistorischen Museum (9.530). [8]

Insgesamt nahmen seit dem Jahr 2000 österreichweit mehr als fünf Millionen Besucher an der Langen Nacht der Museen teil (bis 2014).[9]

Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2003 wurde die erste “Noc Muzeów” vom Posener Nationalmuseum organisiert. An der Museumsnacht im Jahr 2010 nahmen bereits alle großen polnischen Städte teil[10].

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz gibt es Museumsnächte in Basel, Bern (seit 2003), Luzern, St. Gallen und Zürich (seit 1999).

Slowakei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2005 wird die Lange Nacht der Museen (Noc múzeí a galérií) auch in Bratislava durchgeführt. Im Jahr 2013 nahmen daran Museen, Galerien und Kulturinstitute aus fünfzig slowakischen Städten teil.[11]

Tschechien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Tschechien wurde die Museumsnacht seit Mitte der 2000er Jahre durchgeführt, allerdings nicht zu einem einheitlichen Datum. Im Jahr 2012 nahmen in Prag 39 Institutionen, mit ca. 200.000 Besuchern, daran teil.[12]

Außerhalb Europas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • La Noche de los Museos in Buenos Aires,[13] Argentinien, erstmals 2004 veranstaltet.
  • Gabii sa Kabilin oder Night of Heritage („Nacht des Erbes“) in Cebu City auf den Philippinen, erstmals 2006 durch die Ramon Aboitiz Foundation Inc. (RAFI) veranstaltet[14] und die erste Veranstaltung dieser Art in der Region Asien-Pazifik

Format-Übernahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der große Erfolg der Langen Nacht der Museen hat die gemeinschaftliche Öffentlichkeitsarbeit anderer Bereiche in verschiedenen Ländern inspiriert und die Veranstaltungsform „Lange Nacht“ in unterschiedlichsten Gebieten der Kultur, Wissenschaften, Kirchen bis zum Einzelhandel etabliert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Europarat unterstützt dritte „Museumsnacht“ am Samstag, 19. Mai (Memento vom 6. Juli 2007 im Internet Archive), Pressemitteilung vom 17. Mai 2007, abgerufen am 2. Oktober 2010
  2. Museumsdienst Hamburg: Das war die Lange Nacht der Museen 2014. Abgerufen am 15. Mai 2014.
  3. Museen in Leipzig und Halle laden zur gemeinsamen Museumsnacht ein. In: Freie Presse Online. 10. Mai 2014, abgerufen am 10. Mai 2014.
  4. Die Lange Nacht der Demokratie Bonn (15. Museumsmeilenfest 2009), abgefragt am 17. November 2010
  5. Stadt Bielefeld: Informationen zu den Nachtansichten. Abgerufen am 27. April 2014.
  6. ORF Kärnten, 4. Oktober 2009, abgerufen am 4. Oktober 2009
  7. Lange Nacht der Museen: Doch wieder Rekord im Standard vom 3. Oktober 2010, abgerufen am 3. Oktober 2010
  8. [1], abgerufen am 3. Oktober 2015
  9. [2], abgerufen am 3. Oktober 2015
  10. gem. einer Auflistung der Aktivitäten von 14 Städten bei PolskaLokalna.pl vom 14. Mai 2010 (in Polnisch)
  11. Informácie o podujatí 2013
  12. Lange Nacht der Museen in Prag, Tschechien online 18. Mai 2011
  13. La Noche de los Museos de Buenos Aires
  14. Last Friday of May declared ‘Gabii sa Kabilin’, Inquirer News, 24. Mai 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]