Langen (Emsland)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Langen
Langen (Emsland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Langen hervorgehoben
Koordinaten: 52° 33′ N, 7° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Samtgemeinde: Lengerich
Höhe: 47 m ü. NHN
Fläche: 33,53 km2
Einwohner: 1432 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km2
Postleitzahl: 49838
Vorwahl: 05904
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 028
Adresse der Verbandsverwaltung: Bawinkeler Str. 4
49838 Lengerich
Bürgermeister: Franz Uhlenberg (CDU)
Lage der Gemeinde Langen im Landkreis Emsland
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Über dieses Bild

Langen ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Lengerich im Landkreis Emsland in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langen liegt am Nordrand der Lingener Höhe etwa zehn Kilometer östlich der Ems und der Stadt Lingen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinden Bawinkel und Gersten, im Osten die Gemeinde Lengerich, im Süden die Gemeinden Thuine und Messingen in der Samtgemeinde Freren und im Westen die Stadt Lingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile (im Norden startend im Uhrzeigersinn):

  • Nordholte
  • Sopenhook
  • Ruten
  • Espel
  • Rentrup
  • Grumsmühlen
  • Klein-Tirol
  • Langen-Zentrum

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Umland ist durch zahlreiche megalithische Relikte der Trichterbecherkultur, die Ganggräber (wie Sprockhoff Nr. 873) gekennzeichnet. Die 17 m lange Anlage hat eine 30 m ovale Einfassung, die auf der Eingangsseite stark gebaucht ist und deshalb in der Breite 14 m erreicht.

Namensherleitung einzelner Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Langen (alt: Longon, auch Langon 890, später Langun 1000 und Langene 1150) wird erstmals 890 im Werdener Urbar erwähnt. Folckeri und Egilburg hatten die üblichen Abgaben an Werden zu leisten. An Corvey mussten um 1000 die Zehntleute Herideac, Stellmar, Herimar, Bruoder, Hajo, Razo, Aigo, Wennigo und Dejo liefern. Das Bestimmungswort leitet sich her von althdtsch. lang = lang gestreckt. Die Endigungen -ina, -ini, -ine, -inun, -enan, -enun, -um, -un, -ene, -en kommen in zahlreichen Ortsnamen anstelle eines abgeschlissenen Grundwortes vor, ohne dass sich entscheiden lässt, ob sie auf einunddasselbe oder auf mehrere ursprüngliche, alte Wörter zurückgehen. Darin steckt ein allgemeines Grundwort mit der Bedeutung „Siedlung“. Im Ganzen handelte es sich somit um eine langgestreckte Flurfläche oder Ansiedlung. Der Schultenhof in Langen war als eines von fünf adeligen Gütern des Kirchspiels Lengerich ein Sitz derer von „Langen mit den Rauten“, die seit Ende des 12. Jahrhunderts auf Haus Langen bei Westbevern im Münsterland nachgewiesen sind.
  • Das Gut Grumsmühlen war um 1300 als schatzfreies und mit einem Mühlenregal berechtigtes Erbe im Besitz des Grafen von Tecklenburg. Es wurde 1562 an den Lingener Rentmeister Adolf van Limborch verkauft, der das Gut mit Turm und Gräfte herrschaftlich ausbaute. Nach der Ermordung van Limborchs wurde Grumsmühlen 1572 an den Lingener Drosten Ernst Mulert verkauft. Dieser wurde ebenfalls überfallen und getötet. Das Grabmal der Familie Mulert befindet sich in der Thuiner Pfarrkirche. Es folgte eine wechselvolle Geschichte; schließlich ist der Besitz 1673 an Joachim von Böselager verkauft worden. Seit 1923 ist das Gut im Besitz des Prinzen v. Croy.
  • Espel (alt: Espelo 1150). Bestimmungswort von althdtsch. aspa = Espe; Grundwort lo, loh, lohe = lichter Wald. Zusammen bedeutet Espelo also Espengehölz.
  • Rentrup. Das Bestimmungswort bezeichnet möglicherweise eine Quelle; quellen, rinnen; aus rin, vgl. altsächs. rennian, altfries. und altnord. renna; benennt Ort mit Bezug auf ein im Wertesystem entsprechend wertvolles Gewässer. Das Grundwort -trup, torpe, thorpe steht für Dorf, Ansiedlung.
  • Nordholte hat die Bedeutung: Im Norden des Ortes liegendes Gehölz.
  • Klein-Tirol verdankt seinen Namen einer ehemaligen Gaststätte, dem Klein-Tiroler-Eck.
  • Ruten, Sopenhook: Unbekannte Herleitung der Namen

Einwohnerzahlentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1880 1900 1925 1933 1939 1950 2015
Langen 890 926 1151 1180 1164 1388 1428

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat zehn gewählte Mitglieder. Ihm gehören als Ergebnis der Kommunalwahl vom 11. September 2016 drei Parteien an.

  • CDU – 8 Sitze
  • SPD – 1 Sitz
  • FDP – 1 Sitz

[2]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seit 2011 ist Franz Uhlenborg (CDU) der Bürgermeister der Gemeinde.[3]
  • 1996–2011 Anton Jacobs (CDU)[4]
  • 1964–1996 Karl Böker (CDU)[5]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportverein ist der 1964 gegründete S. V. Concordia Langen e. V. Außerdem besitzt Langen, zusammen mit der Nachbargemeinde Gersten, den Musikverein Langen-Gersten e. V. Zudem gibt es seit geraumer Zeit den DRK-Ortsverein Langen e.V. Im April 2010 wurde das Jugendrotkreuz Langen gegründet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großsteingrab auf dem Radberg
  • St.Matthias Kirche im Zentrum
  • 4000 Jahre altes Steingrab in Rentrup
  • „Olle Nordholter Schole“ in Nordholte
  • Gemeindezentrum mit Mehrzweckhalle im Zentrum
  • Gut in Grumsmühlen (alter Rittersitz)
  • Museum des Heimatvereins
  • Knopfmuseum
  • höchste Erhebung des Emslandes mit dem Windmühlenberg. 94 m über NN

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langen besitzt ein Wasserwerk in Grumsmühlen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. http://www.lengerich-emsland.de/fileadmin/lengerich/dokumente/Wahlen/Wahlen_2016/Wahlergebnis_Langen_2016.pdf
  3. http://www.cdu-emsland.de/img_files/aktuelles/.1/buergermeisterlisten_2011.pdf Bürgermeister
  4. https://www.noz.de/archiv/vermischtes/artikel/351412/franz-uhlenberg-folgt-in-langen-auf-anton-jacobs Neue Osnabrücker Zeitung am 8. November 2011:"Franz Uhlenberg folgt in Langen auf Anton Jacobs"; abgerufen am 23. September 2018
  5. https://www.noz.de/lokales/lengerich/artikel/976754/langener-karl-boeker-gestorben Neue Osnabrücker Zeitung am 10. November 2017:"Langener Karl Böker gestorben"; abgerufen am 23. September 2018

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Langen (Emsland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lehrerverein der Diözese Osnabrück – Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück Heft I, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1905
  • Werner Kaemling – Atlas zur Geschichte Niedersachsens, Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3
  • Hermann Abels – Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929
  • Christoph Oberthür, Franz Busche, Franz Barth, Heinrich Dünheuft – Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953
  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Herausgeber) – Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen, Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4)