Langenargener Festspiele

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Logo
Außenspielstätte der Langenargener Festspiele im Schlosspark

Die Langenargener Festspiele sind ein Privattheater im Bodenseekreis mit Sitz in Langenargen am Bodensee. Das Theater zeigt vorrangig Eigenproduktionen in den Sparten Erwachsenen- und Familientheater. Die Sommertheaterfestspiele werden von Juni bis August unter freiem Himmel im Schlosspark, bei schlechter Witterung innen in der Kulturstätte Münzhof veranstaltet. Daneben werden theaterpädagogische Maßnahmen und ein Spielplan außerhalb der Sommertheatersaison angeboten.

Die Langenargener Festspiele sind seit dem Jahr 2021 Mitglied im Bundesverband Deutscher Bühnenverein (DBV). Träger ist seit Gründung im Mai 2017 der gemeinnützige Langenargener Festspiele e.V.

Seit der Entstehung zu der Idee zu den Langenargener Festspielen im Jahr 2014 entwickelten die Theaterschaffenden Steffen Essigbeck und Nadine Klante über mehrere Jahre die Konzeption zu den Theaterfestspielen.[1][2][3]

Spielstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Langenargener Festspiele bespielen seit dem Jahr 2018 im Sommer die Konzertmuschel Langenargen (Freilichtspielstätte) sowie zeitweise im Herbst, Winter und Frühjahr die Kulturstätte Münzhof, die im Sommer als wetterbedingte Ausweichspielstätte genutzt wird.

Spielplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2018 starteten die Langenargener Festspiele mit der Sparte Familientheater in die erste Festspielzeit. Gezeigt wurde Der Räuber Hotzenplotz (Regie: Nadine Klante). In der zweiten Spielzeit, Sommer 2019, wurden Meisterdetektiv Kalle Blomquist (Regie: Nadine Klante) und die Wiederaufnahme von Der Räuber Hotzenplotz gezeigt.[4]

Im Sommer 2020 wurden Die Vodkagespräche aufgeführt, eine szenische Lesung von Arne Nielsen, gespielt von Karoline Eichhorn und Catrin Striebeck.[5] Das geplante Hauptprogramm der dritten Festspielzeit (Familienstück: Tom Sawyer und Huckleberry Finn; Abendstück: Romeo und Julia) musste wegen der COVID-19-Pandemie auf das Jahr 2021 verschoben werden.[6]

In der vierten Festspielzeit, Sommer 2021, zeigten die Theaterfestspiele in Langenargen mit Romeo und Julia (Regie: Andreas Kloos) erstmals ein Abendstück für Erwachsene. Als Familienstück wurde Tom Sawyer und Huckleberry Finn (Regie: Nadine Klante) gezeigt. Als Rahmenprogramm wurde das Format Sagenhaft – gespielte Lesungen mit den Märchen Die kleine Meerjungfrau und Vom Fischer und seiner Frau im Sommerspielplan aufgenommen. Mit der Theaterproduktion Loriot Dramatische Werke (Regie: Tamara Hattler) boten die Langenargener Festspiele im Jahr 2021 erstmalig ein zusätzliches Theaterprogramm außerhalb der Sommersaison im Herbst und Winter an. Ebenfalls wurden zwei Benefizveranstaltungen aufgrund des entstandenen Defizits durch die COVID-19-Pandemie durchgeführt, darunter das Kabarett Der Knabe lebt, das Pferd ist tot mit Parodien über Johann Wolfgang von Goethe, und der Klavierabend Musik ist das Klima meiner Seele zu Ehren von Ludwig van Beethoven. Im Jahr 2021 fanden alle Aufführungen unter pandemiebedingten Einschränkungen statt, darunter die Reduzierung der Auslastungskapazitäten.[7]

Die fünfte Festspielzeit fand von 25. Juni bis 8. August 2022 statt. Als Abendstück für Erwachsene wurde die Eigenproduktion Dracula nach Bram Stoker (Inszenierung und Theaterfassung: Nadine Klante) gezeigt. Als Familienstück wurde die Inszenierung Tom Sawyer und Huckleberry Finn (Regie: Nadine Klante) aus dem Vorjahr wiederaufgenommen. Als Rahmenprogramm der fünften Spielzeit wurde das Format Sagenhaft – gespielte Lesungen mit den Märchen Die Bremer Stadtmusikanten und Rübezahl dargeboten.[8]

Theaterpädagogik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Festspiele Langenargen Unsere Kinder Stärken (FLUKS) heißt die Theaterpädagogik der Langenargener Festspiele. Darunter bietet das Theater im Bereich der kulturellen Bildung breitgefächerte, theaterpädagogische Angebote für die Öffentlichkeit an. Für regionale Schulen und Bildungseinrichtungen werden über FLUKS vergünstigte Sonderaufführungen ermöglicht und stückbezogene, außerschulische Workshops geboten.

Im Jahr 2021 wurde das Angebot aufgrund der COVID-19-Pandemie um einen digitalen Theaterworkshop erweitert.[9][10]

Zuschauerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Festspielzeit, Jahr[11] Besucher[12] Vorstellungen[13]
erste Festspielzeit, 2018 2.400 13
zweite Festspielzeit, 2019 2.700 24
dritte Festspielzeit, 2020 260 4
vierte Festspielzeit, 2021 2.200 28

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der zweiten Festspielzeit, 2019, beteiligen sich die Langenargener Festspiele an der Aktion Kultur für alle. Dabei werden sozial benachteiligten Menschen sowie solchen, die wegen ihrer Lebensumstände kaum mit Theaterkultur in Berührung kommen, Freikarten zur Verfügung gestellt.[14]

Im Jahr 2022 wurde erstmals das Angebot Kultur am Nachmittag in den Spielplan der Langenargener Festspiele aufgenommen. Kultur am Nachmittag bietet Theaterinteressierten aller Altersgruppen, die mitunter aufgrund der abendlichen Aufführungszeiten des Erwachsenentheaters keine Chance zum Theaterbesuch haben, die Möglichkeit zum Besuch einer Aufführung am Nachmittag.[15]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen dem 22. September bis 15. Dezember 1946 fanden in Langenargen die Bodensee-Festspiele Langenargen statt. Die Gesamtleitung lag bei Victor Dräger. Das Programm bestand aus Gastspielen der Jungen Bühne Schwaben.[16] Gezeigte Schauspielinszenierungen: Egmont (Goethe), Peer Gynt (Ibsen), Agnes Bernauer (Hebbel), Der Tod des Empedokles (Hölderlin), Medea (Grillparzer). Weiter im Programm enthalten waren eine Dichterlesung (Friedrich Bischoff) und zwei Konzerte des Kammerorchesters Trossingen (Zeitgenössische Kammermusik) sowie des großen Orchesters des Südwestrundfunks (Sinfonie-Konzert). Die Aufführungen fanden im Festsaal der Ecole des Cadres (Militärschule der Franzosen) und im Saal des ehemaligen Hotels Schiff in Langenargen statt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Langenargen - Langenargener Festspiele. Abgerufen am 18. September 2019.
  2. Räuber Hotzenplotz entführt 950 Schüler in den Zauberwald. (PDF) In: Schwäbische Zeitung Friedrichshafen. Abgerufen am 21. September 2019.
  3. Rechtsträger :: Landesverband Baden-Württemberg des DBV. Abgerufen am 20. Januar 2022.
  4. Langenargener Festspiele | Chronik. Abgerufen am 18. September 2019.
  5. „Die Vodkagespräche“: Theater mit Tiefgang. Abgerufen am 27. November 2020.
  6. Langenargener Festspiele: Ein Kuss ist ein Kuss. In: lie:zeit online. 26. Mai 2020, abgerufen am 27. November 2020.
  7. Langenargener Festspiele e.V.: Jahresbericht 2021. (PDF) Langenargener Festspiele e.V., abgerufen am 19. Februar 2021.
  8. Klassiker bei den Langenargener Festspielen. 20. Juni 2022, abgerufen am 14. August 2022.
  9. Langenargener Festspiele | Theaterpädagogik. Abgerufen am 18. September 2019.
  10. Langenargener Festspiele. Abgerufen am 25. August 2022.
  11. Theapolis | Langenargener Festspiele. Abgerufen am 16. November 2019 (deutsch).
  12. Theapolis | Langenargener Festspiele. Abgerufen am 16. November 2019.
  13. Theapolis | Langenargener Festspiele. Abgerufen am 16. November 2019.
  14. lie:zeit Zeitschrift für Liechtenstein und die Region | Langenargener Festspiele: "Kultur für alle!" Abgerufen am 16. November 2019.
  15. Langenargener Festspiele bieten Kultur am Nachmittag. Abgerufen am 25. August 2022.
  16. Schwäbische Volksbühne (früher "Junge Bühne"), Tuttlingen - Deutsche Digitale Bibliothek. Abgerufen am 24. Januar 2022.

Koordinaten: 47° 35′ 51,5″ N, 9° 32′ 12,2″ O