Langenberg (Habichtswald)

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Langenberg / Langenberge
Habichtswälder Bergland mit dem Langenberg im Süden

Habichtswälder Bergland mit dem Langenberg im Süden

Höchster Gipfel Schwengeberg (556,7 m ü. NHN)
Lage Landkreis Kassel und Schwalm-Eder-Kreis; Nordhessen (Deutschland)
Teil des Habichtswälder Berglandes
Koordinaten 51° 15′ N, 9° 21′ OKoordinaten: 51° 15′ N, 9° 21′ O
Typ Mittelgebirge
Fläche 22 km²
f1
p5

Der Langenberg, aufgrund seiner mehreren und recht weit auseinander liegenden Berge im Volksmund auch Langenberge genannt, ist ein gut 22 km² großer und am Schwengeberg 556,7 m ü. NHN[1] hoher Mittelgebirgszug und Naturraum des Habichtswälder Berglandes im Landkreis Kassel und Schwalm-Eder-Kreis in Nordhessen.

Den eigentlichen und diesen Namen rechtfertigende Langenberg bildet der Bergkamm, der sich vom Saukopf nach Südsüdosten über Schwengeberg, Laufskopf, Bensberg und Bilstein bis hin zum Kammerberg zieht und die östliche Wasserscheide des Eder-Zuflusses Ems zu Bauna und Pilgerbach darstellt. Im gleichnamigen Naturraum wird diese Kammlinie um die sich westlich und östlich fortsetzende Bewaldung ergänzt bzw., im Südosten, um die sich anschließenden, höher gelegenen Landschaftsteile westlich des Kasseler Beckens.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Langenberg liegt im Süden des Habichtswälder Berglandes. Sein Nordteil befindet sich im Landkreis Kassel und der Südteil (Gudensberger Wald) im Schwalm-Eder-Kreis. Im Naturpark Habichtswald dehnen sich beide Teile westlich bis südwestlich der Stadt Baunatal aus.

Nordöstlich der Langenberge liegt, jenseits der Hoofer Pforte mit der Burgruine Schauenburg (499,9 m) und dem sich östlich an diese anschließenden Tal der Bauna, der Hohe Habichtswald. In Richtung Osten fällt die Landschaft über das Stadtgebiet von Baunatal und entlang des darin verlaufenden Unterlaufs der Bauna zur Fulda hin ab. Nach Südosten und Süden fällt das Gelände der Langenberge über Gudensberg und Edermünde zum Tal der Eder ab, in Richtung Südwesten zum Tal des Eder-Zuflusses Ems, während sich in nordwestliche Richtungen die Hinterhabichtswälder Kuppen nahtlos anschließen. Unmittelbar östlich davon und noch in nordwestliche Richtungen verlaufend folgt die Habichtswälder Senke, die die Kuppen deutlich vom Hohen Habichtswald trennt.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Langenberg bildet in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Westhessisches Bergland (Nr. 34), in der Haupteinheit Habichtswälder Bergland (342) und in der Untereinheit Habichtswald (mit Langenberg) (342.0) den Naturraum Langenberg (342.02).

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe auch: Liste von Bergen und Erhebungen des Naturparks Habichtswald

Höchste Erhebung der Langenberge ist der Schwengeberg mit 556,7 m Höhe.

Nachfolgend sind die Kuppen des Langenbergs und der nördlich angrenzenden Hoofer Pforte entlang der Hauptwasserscheide, von Norden nach Süden geordnet, mit Höhen in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN; wenn nicht anders genannt laut [1]); Ableger nach Osten (O) und Westen (W) sind eingerückt und außerhalb des Naturparks Habichtswalds gelegene Berge mit einem Stern (*) versehen:

  • Hoofer Pforte
  • Langenberg/e
    • Saukopf (511,4 m), zwischen Schauenburg-Breitenbach, -Elmshagen und -Hoof, Landkreis Kassel
    • Essigberg (ca. 470 m), bei Schauenburg-Elmshagen, Landkreis Kassel
    • Schwengeberg (556,7 m), Schwalm-Eder-Kreis, bei Niedenstein-Ermetheis
    • Laufskopf (534,8 m), Schwalm-Eder-Kreis, bei Niedenstein-Ermetheis
    • Bensberg (464,8 m), bei Edermünde-Besse, Schwalm-Eder-Kreis
    • Bilstein (ca. 460 m),[2] bei Edermünde-Besse, Schwalm-Eder-Kreis, mit Ringwall
    • Kammerberg (360,8 m), bei Niedenstein-Metze, Schwalm-Eder-Kreis
      • (W) Junkerskopf * (284,2 m),[3] bei Niedenstein-Metze, Schwalm-Eder-Kreis
    • Großer Wachenkopf * (333,1 m), bei Niedenstein-Metze, Schwalm-Eder-Kreis
    • Kleiner Wachenkopf * (ca. 327 m), bei Niedenstein-Metze, Schwalm-Eder-Kreis

Fließgewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zun den Fließgewässern in und an den Langenbergen gehören:

Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortschaften im Bereich der Langenberge sind:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die überwiegend bewaldeten Langenberge waren schon vor langer Zeit bewohnt, worauf mindestens zwei alte Ringwallanlagen schließen lassen, wovon die eine auf dem Bilstein (westlich von Edermünde-Besse) und die andere auf dem Burgberg (westlich von Großenritte) liegt.

Langenbergrennen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Ostflanke des in den Langenbergen liegenden Laufskopfs wurden von 1965[4] bis in die späten 1980er Jahre viele Bergrennen ausgetragen, die in die Wertung der deutschen Bergmeisterschaft eingingen. Als weithin bekannte Langenbergrennen führten sie auf der Landesstraße 3219 vom südwestlichen Ortsrand von Großenritte, mit Start auf etwa 235 m Höhe zum Ziel auf der höchsten Stelle der Straße auf rund 410 m Höhe, die auf dem Scheitel der Berglandschaft zwischen dem Laufskopf und Bensberg beim Wandererparkplatz Bensberg liegt. Zum Beispiel holte der Kasseler Johannes Breuer[5] (Mercedes 190 E), der Sieger der Gruppe A über 2000 cm³ wurde, am 5. Oktober 1986 den Gesamtsieg.[6]

Windpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in den Langenbergen geplante Windpark soll voraussichtlich aus 5 Windkraftanlagen mit 140 bis 150 m Nabenhöhe bestehen. Am interkommunalen Projekt sind als Kommunen Baunatal, Edermünde, Niedenstein und Gudensberg beteiligt. Die Investitionen sollen zwischen 22,7 und 26,2 Millionen Euro liegen. Das Projekt soll Anfang 2015 an das Netz angeschlossen werden.[7]

Verkehr und Wandern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Langenberge führen jeweils Abschnitte der Landesstraßen 3218 (MetzeBesse) im Süden und 3219 (ErmetheisGroßenritte) im Mittelteil, wobei die zuletzt genannte Straße Teil der Deutschen Märchenstraße ist, sowie die Wanderwege Brüder-Grimm-Weg, Ederseeweg, Habichtswaldsteig, Herkulesweg und Kassel-Steig; nördlich vorbei verlaufen der Baunapfad und Märchenlandweg.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Topographische Wanderkarte Kassel-Steig – Ein Panoramaweg rund um das Kasseler Becken;
    M = 1:31.250; 2 Seiten; 2012; Hrsg.: Stadt Kassel, Vermessung und Geoinformation
  3. Gewässerkartendienst des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Hinweise)
  4. Beginn der Langenbergrennen (1965) laut kmc-kassel.de
  5. Daten: Johannes Breuer (Memento des Originals vom 27. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.motorsport-point.de in der Fahrerdatenbank auf motorsport-point.de
  6. Foto: Johannes Breuer mit Mercedes 190 E beim 1986er Langenbergrennen auf regiowiki.hna.de
  7. Artikel Windkraft im Aufwind, auf hna.de vom 21. Juni 2013 (abgerufen am 23. Juni 2013)