Langenreichen
Langenreichen Markt Meitingen
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| Koordinaten: | 48° 33′ N, 10° 48′ O |
| Höhe: | 456 m ü. NHN |
| Einwohner: | 638 (31. Dez. 2023)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 |
| Postleitzahl: | 86405 |
| Vorwahl: | 08271 |
St. Nikolaus in Langenreichen
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Langenreichen ist ein Pfarrdorf und ein Gemeindeteil des Marktes Meitingen und eine Gemarkung im schwäbischen Landkreis Augsburg in Bayern (Deutschland).
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Pfarrdorf erstreckt sich in West-Ost-Ausrichtung etwa eineinhalb Kilometer entlang der Staatsstraße 2382.
Auf der Gemarkung liegen das Pfarrdorf und die beiden Weiler Langenreichermühle und Zeisenried.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die erste Erwähnung erfolgte durch einen zwischen 1062 und 1065 anzusetzende Notiz über die Weihe der Kirche.[2] Pfarrei und Gut waren zunächst im Besitz der Edlen von Reichen, dann derer von Biberbach und zuletzt der Fugger.[3] Langenreichen gehörte zur Herrschaft Biberbach bzw. dem Oberamt Markt. Bis zum Ende des Alten Reiches besaßen die Fugger das Hoch- und Niedergericht, wie auch das Kirchenpatronat. Die Landeshoheit stand unter Österreich.[4] Im Zuge Mediatisierung kam Langenreichen zusammen mit der Herrschaft Biberbach 1806 an das Königreich Bayern. 1821 bestand die Gemeinde aus dem Pfarrdorf Langenreichen mit 66 Familien, dem Weiler Langenreichermühle mit einer Familie und dem Weiler Zeisenriedermühle mit zwei Familien. Gemeindevorsteher war damals Andreas Kratzer, Bauer in Langenreichen, Gemeindepfleger Xaver Rißl, Schreiner in Langenreichen, sowie Stiftungspfleger Joseph Dirr, Bauer in Langenreichen.[5] 1893 zählte das Pfarrdorf Langenreichen 86 Anwesen mit 356 Einwohnern, Filialen waren die Einöden Langenreichermühle und Zeisenried.[6]
Die Gemeinde Langenreichen im Landkreis Wertingen hatte 1961 eine Fläche von 862,39 Hektar und 490 Einwohner, 465 davon im Pfarrdorf Langenreichen. Ihre drei Orte waren das Pfarrdorf Langenreichen und die beiden Einöden Langenreichermühle und Zeisenried.[7] Ihre höchste Bevölkerungszahl hatte die Gemeinde im Jahr 1946 mit 666 Einwohnern.[8][9] Die Gemeinde führte ein eigenes Wappen. Durch die Gebietsreform in Bayern kam die Gemeinde am 1. Juli 1972 zum Landkreis Augsburg-West, der am 1. Mai 1973 in Landkreis Augsburg umbenannt wurde. Am 1. Mai 1978 erfolgte die Eingemeindung nach Meitingen.[10] Die römisch-katholische Pfarrei Sankt Nikolaus in Langenreichen gehört zur Pfarreiengemeinschaft Meitingen im Dekanat Augsburg-Land im Bistum Augsburg.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Nikolaus ist ein barocker Neubau von 1719/23, errichtet unter der Leitung von Jörg Radmiller.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Leonhard Bobinger (1876–1962), katholischer Geistlicher
- Josef Steiner (1895–1918), bayerischer Offizier und Ritter des Militär-Max-Joseph-Ordens
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ortschronik Langenreichen. Markt Meitingen
- Langenreichen in der Ortsdatenbank von bavarikon
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Aktuelles – Markt Meitingen. Abgerufen am 28. November 2024.
- ↑ Ortschronik auf der Seite der Marktgemeinde, abgerufen am 2. März 2021
- ↑ Pfründestatistik der Diözese Augsburg: Mit oberhirtlicher Genehmigung herausgegeben von Jakob Hopp. II. Huttler, 1893, S. 377.
- ↑ Bayerische Akademie der Wissenschaften: Historischer Atlas von Bayern: Wertingen. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte. Band 3. München 1967, S. 68.
- ↑ Oberdonaukreis (Bavaria) (Regierungsbezirk): Kreis-Intelligenzblatt der königlich-Bayerischen Regierung des Ober-Donau-Kreises für ... 1821, S. 1021.
- ↑ Pfründestatistik der Diözese Augsburg: Mit oberhirtlicher Genehmigung herausgegeben von Jakob Hopp. II. Huttler, 1893, S. 378.
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 1025 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 200 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 242, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 767.

