Langensoultzbach

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Langensoultzbach
Wappen von Langensoultzbach
Langensoultzbach (Frankreich)
Langensoultzbach
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Haguenau-Wissembourg
Kanton Reichshoffen
Koordinaten 48° 58′ N, 7° 44′ OKoordinaten: 48° 58′ N, 7° 44′ O
Höhe 177–411 m
Fläche 13,09 km²
Einwohner 922 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 70 Einw./km²
Postleitzahl 67360
INSEE-Code
Mairie
Evangelische Kirche

Langensoultzbach[Anm. 1] (deutsch: Langensulzbach; elsässisch: Làngesulzbàch) ist eine französische Gemeinde mit 922 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Bas-Rhin in der Region Elsass. Langensoultzbach ist Mitglied des Gemeindeverbands Sauer-Pechelbronn.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet liegt im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord in den Nordvogesen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langensulzbach war ein Lehen des Bischofs von Straßburg[1] an die Herren von Lichtenberg. Sie hatten eine Hälfte davon 1437 von Johann Eberhart von Lampertheim gekauft[2], die zweite Hälfte 1474 von Paul von Winstein.[3] In der Herrschaft Lichtenberg war Langensulzbach dem Amt Wörth zugeordnet[4], das im 13. Jahrhundert entstanden war. Als 1480 mit Jakob von Lichtenberg das letzte männliche Mitglied des Hauses verstarb, wurde das Erbe zwischen seinen beiden Nichten, Anna und Elisabeth, geteilt. Anna hatte Graf Philipp IV. von Hanau (1514–1590) geheiratet, Elisabeth von Lichtenberg (* 1444; † 1495) Simon IV. Wecker von Zweibrücken-Bitsch. Das Amt Wörth – und damit auch Langensulzbach – kamen bei der Teilung zu Zweibrücken-Bitsch.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1570 kam es zu einem weiteren Erbfall, der das Amt Wörth zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg brachte: Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) und sein schon 1540 verstorbener Bruder Simon V. Wecker hinterließen nur jeweils eine Tochter als Erbin. Die Tochter des Grafen Jakob, Margarethe (* 1540; † 1569), war mit Philipp V. von Hanau-Lichtenberg (* 1541; † 1599) verheiratet. Zu dem sich aus dieser Konstellation ergebenden Erbe zählte auch die zweite, nicht bereits durch Hanau-Lichtenberg regierte, Hälfte der ehemaligen Herrschaft Lichtenberg. Philipp V. von Hanau-Lichtenberg führte in den ererbten Gebieten sofort die Reformation durch, die wie sein übriges Herrschaftsgebiet nun lutherisch wurden.

Mit der Reunionspolitik Frankreichs unter König Ludwig XIV. kamen das Amt Wörth und Langensulzbach unter französische Oberhoheit. Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., fiel das Erbe – und damit auch Langensulzbach – 1736 an den Sohn seiner einzigen Tochter, Charlotte, den Erbprinzen und späteren Landgrafen Ludwig (IX.) von Hessen-Darmstadt. Mit dem durch die Französische Revolution begonnenen Umbruch wurde das Amt Wörth Bestandteil Frankreichs und in den folgenden Verwaltungsreformen aufgelöst.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1798[5] 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2013
Einwohner 255 692 707 686 765 850 901 961 922

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Langensoultzbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bei Matt, S. 7: „Niederlangensoultzbach“.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eyer, S. 141.
  2. Eyer, S. 74.
  3. Eyer, S. 76.
  4. Eyer, S. 238.
  5. Matt, S. 7.