Langenweddingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Langenweddingen
Gemeinde Sülzetal
Wappen von Langenweddingen
Koordinaten: 52° 2′ 11″ N, 11° 31′ 24″ O
Höhe: 85 m ü. NN
Fläche: 21,15 km²
Einwohner: 2068 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 2001
Postleitzahl: 39171
Vorwahl: 039205

Langenweddingen ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Sülzetal im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ersterwähnung erfolgte am 29. Juli 946 als Westerwattinge (UUesteruuatinge) in einer Schenkung Otto I. an das Mauritiuskloster zu Magdeburg.[1] Der Name „Langenweddingen“ ist erst seit dem 15. Jahrhundert bekannt und vermutlich auf die gestreckte, lange Gestalt des Bördedorfes zurückzuführen. Der Name Weddingen stammt vermutlich aus dem Germanischen und bedeutet so viel wie „Gericht sprechen“. Gericht gesprochen wurde bei den Germanen an Plätzen, an denen der Thing abgehalten wurde - eine altgermanische Versammlung der mündigen Stammesangehörigen. Heute erinnert noch der Straßenname „Über der Dingelstelle“ daran.

1809 tränkte der Freiheitskämpfer Ferdinand von Schill seine Pferde am Dorfanger nach seinem Gefecht bei Dodendorf.

Am 6. Juli 1967 kam es im Bereich Langenweddingen an der Bahnstrecke Magdeburg–Thale zu einem schweren Zugunglück, als an einem Bahnübergang ein Personenzug und ein mit 15.000 Litern Leichtbenzin beladener Minol-Tanklaster zusammenstießen, der sofort explodierte. Nach offiziellen Angaben kamen in dem Doppelstockzug der Deutschen Reichsbahn 94 Menschen ums Leben, überwiegend Schulkinder, die an ihrem ersten Ferientag auf dem Weg in ein Ferienlager waren. Die Zahl der Opfer wurde insbesondere von den Rettungskräften stark in Zweifel gezogen. Sie vermuteten etwa 140 Tote. Dieses Zugunglück gilt als das schwerste in der Geschichte der DDR sowie eines der schwersten in der Geschichte der deutschen Eisenbahn.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Langenweddingen

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 29. Juli 1938 durch den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen verliehen.

Blasonierung: „In Rot unter zwei silbernen sechsstrahligen Sternen eine silberne Zinnenmauer, auf der Torstelle belegt mit einem roten sechsstrahligen Stern.“

Weddingen (roter Stern) schluckt die Orte: Schlenningen und Missingsdorf (silberne Sterne) auf und wird dadurch im 12.Jh. zu Groß-Weddingen, das "städtische Ausmaße" erreicht und von einer Mauer mit fünf Toren umfriedet ist. Die Farben Rot-Silber sind die vom "Magdeburgisch Land".

Das Wappen wurde von dem in Osterweddingen lebenden Grafiker Willy Kluge gestaltet.

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Kulturhaus, 1951

Die evangelische St. Georgskirche, eine Saalkirche, wurde 1703 durch Heinrich Schmutz errichtet, von der Vorgängerkirche blieb der romanische Kirchturm erhalten. Die Kirche besitzt eine sehr reiche Barockausstattung, darunter: ein Schnitzaltar aus dem Jahre 1713, eine Kanzel sowie reich geschnitzte Emporen mit Orgelprospekt. Der Taufstein ist gotisch. Die Kirche wurde (2005/06) durch Spenden der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützt, da sie sehr baufällig geworden war.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Langenweddingen liegt an der Bahnstrecke Magdeburg–Halberstadt–Thale. Es halten die Regionalbahnen von Magdeburg nach Oschersleben im Zweistundentakt. Betreiber ist die Transdev Sachsen-Anhalt. Der nächstgelegene Fernbahnhof ist Magdeburg Hauptbahnhof.

Westlich des Ortes verläuft die B 81 Halberstadt–Egeln–Magdeburg über eine Ortsumgehung. In nordöstlicher Richtung befindet sich die Anschlussstelle Magdeburg-Sudenburg der A 14.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Langenweddingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Urkunden Konrad I., Heinrich I. und Otto I. (Conradi I., Heinrici I. et Ottonis I. Diplomata). Hg. v. Theodor SICKEL (1879-1884, Ndr. 1997) S.159.